Fussball-EM 2008: Was darf ich, wann zahle ich?

Die Fussball EM 2008 nähert sich mit riesen Schritten und gerade hier wo in einem Monat die Fanmeilen und Public Viewings überfüllt sein werden, sprießen täglich neue Schilder mit Werbungen rund um die EM aus dem Boden.

Auf einer Fahrt durchs Tiroler Zillertal fielen mir gestern aber mindestens ein Dutzend überaus grenzwertige Versuche auf, mit der EM ‘08 das eigene Geschäft anzukurbeln. Daher an dieser Stelle die Wiederholung eines Beitrags aus dem Sommer letzten Jahres. Nochmal drüberschauen könnte eine vielleicht schon bald ins Haus flatternde Klage ersparen…

Fussball-EM 2008: Gradwanderung Chancen vs. Gerichtskosten
Was darf ich eigentlich während der Fußball-EM?

Diese Frage stellt sich derzeit wohl jedes Unternehmen, jeder Gastronom und jede Einzelhänlderin wenn sie an die (vermeintlichen?) Zusatzgeschäft-Chancen während der Fußball Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz denken. Die Antworten darauf sind allerdings alles andere als einfach.

Unter diesem Link gibt es ein pdf File, in dem über 60 Fallbeispiele aufgezählt werden, welche Werbeformen und Marketingaktivitäten akzeptabel sind, und welche in die klage-gefährdete Kategorie des “Schmarotzer-Marketings” (Ambush Marketing) fallen.

Ein kurzer Auszug absoluter Tabus:

  • Abbildung eines Spielers einer Nationalmannschaft ohne dessen Zustimmung.
  • Gewinnspiel: als Preis wird eine Eintrittskarte zu einem Spiel inkl. Übernachtung in Innsbruck verlost.
  • Hinweistafel vor einer Diskothek: „Heute große EM 2008 Party“
  • Hotelier wirbt in seinem Prospekt mit „Buchen Sie bei uns das exklusive EM 2008-Package“
  • Fleischerei wirbt mit „Heute neu: EM 2008–Leberkäse“
  • Versandhandel verwendet zur Bewerbung seiner URL „www.mustermann-versand.at/euro2008“

ambush-marketing.jpg
Quelle: pdf WKO Wien

Als “relativ sicher” stufen die Experten der Wirtschaftskammer z.B. Werbeformen wie diese ein:

  • Kaufhaus wirbt mit „Zur EM 2008 haben wir im Juni tolle Angebote bei unseren Sportartikeln“
  • Geschenkartikel-Store verkauft „Schals, Fußball-Dressen, Hüte, Fahnen“ im Design einer Landesflagge (ohne weiteren Text oder Bezug auf den Event selbst)
  • Geschenkartikel-Store produziert T-Shirts mit witzigen Aufdrucken: „EM 2008 – schönster Fan“, „nicht offizieller Sponsor“, „Schützenkönig“
  • Lebensmittelhersteller lanciert eine Rot-Weiß-Rote Produktlinie mit dem Slogan „Heimspiel 08“
  • Hinweistafel mit „Wir übertragen live alle EM 2008 Spiele“

Man beachte allerdings den Hinweis im Anhang des Files:

Die WKÖ übernimmt trotz sorgfältiger Auswahl und Überprüfung sämtlicher Informationen keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen.

Die allgemeinen Empfehlungen der Wirtschaftskammer zum Thema Marketing und Werbung während der Fußball EM2008 lassen sich so zusammenfassen:

  • Verwenden Sie keine eingetragenen Wort-Bild-Marken der UEFA (Logo, Maskottchen).
  • Erwecken Sie nicht den Anschein, Ihr Produkt sei „offiziell“ genehmigt oder lizenziert.
  • Kopieren Sie nicht die Gestaltung der lizenzierten Merchandisingartikel oder das Erscheinungsbild der Sponsoren und nationalen Förderer.

Fussball EM 08 Tirol, Goldenes Dachl Innsbruck
Wem der Sumpf rund um das (UEFA Markenrechts-)Spektakel zu undurchsichtig erscheint tut sicherlich gut daran, sich im Vorfeld jeglicher Planungen oder Aktivitäten von einem Anwalt für Markenrecht oder den Experten der Wirtschaftskammer beraten zu lassen. Diese hat dafür auch eine eigene Servicestelle eingerichtet. Weitere Details auf http://em2008.wko.at

Bildbeispiele welche (zum Teil sehr grenzwertigen) Werbungen Sponsoren und vor allem Nicht-Sponsoren im Rahmen der Weltmeisterschaft in Deutschland eingesetzt haben, finden sich auf den Seiten der Präsentation “Spielregeln im EURO 08(TM) Marketing” der Prof. Schnedlitz / Cerha.

Quelle: wko.at
Weitere Links: Offizielle Logos zur EM 2008
Rechtliche Rahmenbedingungen, Public Viewing Regeln, Verkauf von Speisen und Getränken, etc.

Fotos: Flickr, thanks for sharing! Tirol Werbung

Wenn Sie hier neu sind, können Sie mein Blog über diesen Link z.B. als wöchentlicher eMail Newsletter kostenlos abonnieren.
Danke für den Besuch! (Für Profis: RSS Feed Abo.)

 

Web Trends Map

“Und wo muss ich jetzt wirklich dabei sein?”

Web Trends Übersicht

Die Web Trends Map 3.0 pinnt die großen Sites im Web auf den echten Streckenplan von Tokio, und gibt Linienzügen so ganz neue Dimensionen wie die eCommerce line, die Social Networks Line, oder die Google Ammunition Line.

Danke, Stefan!

 

Goodbye Copyright, Hello Remix!

Wieder mal ein gelungener (wenn auch auf den ersten Blick plump wirkender) Marketing Gag der britischen Rockband Radiohead: Für ein paar Dollar konnten einzelne Tonspuren des Songs “Nude” gekauft werden, um anschließend daraus eine eigene Version zu mischen.

2.253 Remixes umfasst die Datenbank nach Abschluss der Einreichphase. Bis 1. Juni hat noch jeder Teilnehmer Zeit, das eigene Werk per Widget auf MySpace, Facebook oder anderen Seiten zu promoten, und möglichst viele Stimmen zu ergattern.

Was winkt den Siegern? Ruhm, Ehre und das Versprechen von Radiohead sich den Remix anzuhören. Ist die Fangemeinde groß (oder die Marke stark) genug, müssen es nicht immer monetäre Prämien sein. Bei VOdA nennen wir so einen Motivationsbaustein “Zugang zu exklusiven Kanälen” - in dem Fall die Chance zu einem persönlichen Kennenlernen mit Radiohead vielleicht.

Die Mundpropaganda ist (nach der Aktion “Bezahlt für unser Album was Ihr wollt“) auf jeden Fall wieder mal gelungen. Das beweisen alleine die mittlerweile über 1.100 Backlinks von Blogs.

Wie viele andere User Generated Content Projekte auch, verführen Radiohead ihre Fans dazu, sich noch intensiver mit der eigenen Marke zu beschäftigen und Mundpropaganda zu streuen - egal ob im Web oder der realen Welt.

Beinahe schmunzelnd schaue ich auf die Konzerttickets neben mir am Schreibtisch: “Fotografieren während des Konzerts verboten.” Also, bitte nur keine Fotos machen und deinen Freunden, die nicht dabei waren, zeigen was sie verpasst haben.

Manche scheinen wohl nie dazulernen zu wollen…

Linktipp zum Schluss:
“Our kids are different than we are: We watched TV, they make TV.”

 

Web2.0… müssen wir mitmachen? - Tiroler Tourismusforum


Innerhalb von ein paar Stunden haben mich jetzt 20 Menschen darauf angesprochen, was mit den (auch hier im Blog) versprochenen Web2.0 Best-Practice-Beispielen am Tiroler Tourismusforum, das unter dem Titel “Das Mitmach-Web: Müssen wir mitmachen?” stand, passiert ist.

Aufgrund leichter zeitlicher Verspätung wurde der Vortrag kurzfristig durch eine (Wahlkampf-)Rede unseres lieben Landeshauptmannes Dr. Herwig van Staa Platz machen. Schade, dass gerade er, dem das Wohl des Tourismus so am Herzen liegt, die eigene Selbstbeweihräucherung über den Nutzen der Teilnehmer stellt.

Ob Sonne oder Regen, die Grünen haben immer was dagegen. [...] Wenn uns bestimmte Märkte [Anm. von mir: ... aufgrund sich ändernder Reisegewohnheiten!] wegbrechen, müssen wir genau dort noch mehr Geld für Werbung ausgeben.
Dr. Herwig van Staa, Landeshauptmann Tirol (ÖVP)

Mein Angebot an all jene TouristikerInnen, die zum Ende den Saal verlassen haben, oder jene die geduldig gewartet haben.

Meldet Euch per Telefon oder eMail. Ich werde mir etwas einfallen lassen wie wir das Verpasste nachholen können. Und auch dieses “Best of Travel Videos” will ich Euch an dieser Stelle nicht vorenthalten… schauts Euch eben selber am PC an.

Leid tut es mir aber auch für das ganze Veranstaltungsteam der Tirol Werbung rund um Joe Margreiter. Die Konferenz war bis ins letzte Detail perfekt geplant und organisiert, hätte nicht der Abschluss gefehlt - jener Teil in dem die Teilnehmer dann tatsächlich anhand von touristischen Beispielen konkret umsetzbare Ideen mitnehmen hätten sollen. - Trotz allem ein Dankeschön für die tolle Veranstaltung!

 

Der Mob macht Kunst - Brooklyn Museum New York

Crowdsourcing Brooklyn Museum ClickIm Brooklyn Museum in New York kann derzeit “jede/r” die Rolle des Museumsdirektors übernehmen. Das Museum stellt für den Sommer eine Fotoausstellung mit dem Namen Click! zusammen.

Im März waren Fotografen dazu aufgefordert Bilder einzureichen. Bis Ende Mai entscheiden Besucher und Foto-Fans, welche Bilder dann tatsächlich ausgestellt werden.

Für das Brooklyn Museum ist Click! ein Experiment das auf James Surowieckis Bestseller, The Wisdom of Crowds, basiert.

As part of the evaluation, each visitor answers a series of questions about his/her knowledge of art and perceived expertise. Click! culminates in an exhibition at the Museum, where the artworks are installed according to their relative ranking from the juried process. Visitors will also be able to see how different groups within the crowd evaluated the same works of art. The results will be analyzed and discussed by experts in the fields of art, online communities, and crowd theory.

Click! ist für mich bereits jetzt wesentlich mehr als ein Experiment um die Weisheit der Vielen zu bestätigen oder zu belächeln. Vor allem ist es ein Web2.0 Vorzeigeprojekt bei dem nicht nur online Fotos bewertet werden, um anschließend wieder in Vergessenheit zu geraten.

Click!A Crowd-Curated Exhibition

Open Call Begins March 1
www.brooklynmuseum.org/click

Click! hilft dem nicht gerade mit finanziellen Mitteln gesegnetem Brooklyn Museum auch, budgetschonend Aufmerksamkeit zu erzeugen, die Schönheit von Kunst zu transportieren, und durch einfache Widgets (Online-)Mundpropaganda zu erzeugen.

Auch das Problem limitierter Personal-Ressourcen löst Click! elegant - tausende Scouts und Judges die aus Begeisterung an der gemeinsamen Sache aktiv werden.

Fazit: Beispielhaft vorgeführte integrierte Kampagne.

Quelle: Museum 2.0. Danke an Markus für den Linktipp zu diesem tollen Crowdsourcing Ansatz.

 

Online Brainstorming mit Brainfloor


Endlich mal wieder ein Startup aus Österreich (Kufstein) über das ich hier sehr gerne berichte: Die Ideen- und Brainstorming Plattform Brainfloor der beiden Unternehmer Marcus Berthold und Reini Karner trifft alle meine Lieblinigsthemen: Open Innovation, Crowdsourcing und die effektive Nutzung der Möglichkeiten des Internet.

brainfloor.com nutzt die dezentrale Intelligenz über das Internet. Der Kunde wird zur Produktivkraft und Netzwerke ersetzen Abteilungen. Unternehmen können mit ihren Fragen direkt auf (potenzielle) Kunden und Verbraucher zugehen und wissen so aus erster Hand, wie sie sich verbessern können.

Brainfloor ist Brainstorming - so wie wir es auch schon von brainr, bonspin, fellowforce, brainreactions, openinnovation.ch, InnoCentive und anderen kennen - und dennoch differenziert sich Brainfloor in einigen ganz zentralen Elementen:

Zielgruppe sind vor allem Unternehmen die erkannt haben,

  • dass “dort draußen” ein riesiges Potenzial an Ideen herumschwirrt,
  • dass tausende Köpfe mehr Ideen haben als einige wenige, und
  • dass kein Unternehmen für sich beanspruchen kann, alle Weisen im eigenen Hause zu beschäftigen.

Wie funktioniert Brainfloor?

Als Unternehmen kann ich mit konkreten Problemen an Brainfloor herantreten. Die Innovationsberater von Brainfloor unterstützen ihre Kunden bei der Erarbeitung der richtigen Suchfelder und Fragestellungen fürs anschließende Brainstorming - ein wichtiger Schlüssel um auch jene Antworten zu bekommen die ich mir erhoffe.

Im zweiten Schritt lege ich ein Budget fest, sprich ich entscheide mich wie viel mir die Antworten von Internetusern aus dem gesamten deutschsprachigen Sprachraum Wert sind. Abgerechnet wird nämlich nach der Zahl als brauchbar bewerteter Antworten.

Die eingereichten Antworten werden - etwas Brainstorming unüblich - nicht mit der Öffentlichkeit geteilt, sonder fließen vorerst lediglich den vom Auftraggeber selbst definierten “Ideenmanagern” zur Erst-Bewertung zu - dieser Gruppe können allerdings durchaus wieder Community-Mitglieder von Brainfloor angehören.

Durch diesen Prozess können sich unsere Kunden davor absichern, dass ihnen Mitbewerber die besten Ideen “vor der Nase weg schnappen”, erzählt mir Reinhard Karner in einem Gespräch.

Wie profitieren die Ideengeber?

Ideengebern bietet Brainfloor mehrere Anreize. Für jede eingereichte Idee erhalten sie “BrainChips” die später gegen Sachprämien eingetauscht werden können. Zudem besteht die Chance auf eine Umsatzbeteiligung an Brainfloors Projekteinnahmen, die sich auf bis zu 10% und sich (lt. Auskunft von Gründer Reini Karner) rasch in 4stelliger Höhe bewegen könnten.

Last but not least haben Ideengeber auch die Möglichkeit auf sich aufmerksam zu machen, und vielleicht auch den Auftraggeber vom Potenzial der eigenen Kreativität oder den Fähigkeiten die in Innovationsprozesse eingebracht werden können zu überzeugen.

Non Profit Organisationen brainstormen kostenlos

Ein besonderes Zuckerl haben sich die Gründer für Non Profit Organsationen (NPOs) einfallen lassen - ihnen bietet Brainfloor seine Dienstleistungen kostenlos an.

Noch während ich diesen Beitrag verfasse, veröffentlicht - wie sollte es anders sein - mein Freund Burkhard im Best Practice Business Blog ebenfalls einen Beitrag über Brainfloor, den man hier nachlesen kann.

 

Weißt du was ein (Corporate-)Blog ist?

Blogs: Technik alleine ist zu wenig
Wieder mal eine der inzwischen schon vielen Studien und Befragungen über Blogs. Diesmal war die Consulting Agentur Fittkau & Maaß an der Reihe - “Potentiale von Corporate Blogs als Online-Marketingplattform”.

Für Studien-Fans die Ergebnisse in Kurzform:

  • 77 Prozent der deutschsprachigen Internetnutzer sind Blogs ein Begriff.
  • 45% aller Onliner lesen regelmäßig Blogs,
  • 15% sind aktive Weblog Nutzer.
  • Die beliebtesten Arten von Blogs: (1) Online Tagebücher (2) Fotoblogs (3) Corporate Blogs.
  • 30 Prozent finden, dass Unternehmens-Blogs dazu beitragen können, den Dialog mit dem Kunden zu verbessern.
  • Jeder fünfte Besucher von Weblogs findet, dass Corporate Blogs einen Blick hinter die Kulissen der Unternehmen ermöglichen.

Warum eigentlich nur jeder fünfte Besucher? Warum ist ein Corporate Blog nicht genau jene Mischung zwischen oben als so beliebt eingestuftem “Online Tagebuch”, der eignen Foto- / Video- / Multimedia- / Diskussions- / Kommunikations- Plattform?

Schaffen es etwa die wenigsten Corporate Blogs genau jenes Potenzial auszuschöpfen, das eine der größten Chancen darstellt, mit einem Blog den Webauftritt (Homepage) zu ergänzen, und aus der Anonymität unpersönlicher Marketingbotschaften zu entfliehen? Mit einem “Ja” werden nachstehend Befragte diese Frage beantworten.

  • 11% betrachten den Informationsgehalt von Corporate Blogs grundsätzlich als nicht relevant
  • 21 Prozent der Leser von Corp.Blogs finden dass die Bedeutung solcher Blogs überbewetet wird.

Conclusio der Befragung:

Corporate Blogs haben ein enormes kommunikatives Potenzial. Den Studienautoren zufolge ist es daher nahe liegend, dass Unternehmen Corporate Blogs als Marketing- und Kommunikationskanal einsetzen.

Ok, zumindest letzteres sollte längst bekannt sein, und mit den Zahlen es ist es immer so eine Sache. Lieber als Zahlen (einigen o.a. kann ich bei einem Blick in mein geografisches Umfeld ohnehin nicht vertrauen) schaue ich mir erfolgreich (oder miserabel) umgesetzte Beispiele an.

Sinn und Unsinn der Wahrnehmung als “Bloggendes Unternehmen”

Im Grunde genommen ist es absolut irrelevant ob Kunden das Corporate Blog als Blog wahrnehmen oder nicht, oder ob ich es als Unternehmen einfach nur schaffe, mir mittels einer wohl überlegten integrierten Kommunikationsstrategie eine überzeugende Online Reputation zu erarbeiten, und mir über den Aufbau von Vertrauen eine positive Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Mundpropaganda verschaffe.

Sorry, falls ich jetzt wem auf die Zehen steige, aber dazu gehört ohnehin mehr als “nur” ein Blog zu betreiben, noch dazu wenn mir das Tool weder die eingesetzte Zeit wert ist, oder ich nichts von authentischer Kommunikation halte. (Andere Möglichkeiten wie z.B. Integration von Kunden oder Communities in den Wertschöpfungsprozess lassen wir mal außen vor.)

Leider fehlt mir heute die Zeit, um im Detail auf obige Studie oder konkrete Beispiele einzugehen. Nächste Woche bei meinem Vortrag beim Tourismusforum in Innsbruck gibt es aber welche, versprochen! - Vielleicht sehen wir uns…

Gefunden via High Text iBusiness

 

Die 100 stärksten Marken der Welt - Nummer 1: Google

brandz_study.jpg
Millward Brown misst jährlich den Marktwert von etwa 50.000 weltweit operierenden Marken. Zu diesem Zweck werden weltweit über 1.000.000 Verbraucher befragt. In Kombination mit den Finanzdaten von Bloomberg und Datamonitor wurde daraus der Wert der 100 weltweit größten Marken bestimmt.

brand_value.jpg
Laut der heute veröffentlichten BRANDZ(tm) Studie 2008 ist Google wieder die stärkste Marke der Welt. Von MillardBrown errechneter Markenwert 86.1 Milliarden US Dollar. Damit hat Google seinen Markenwert im Vergleich zum Vorjahr um beeindruckende 30% gesteigert.

Auf den Rängen folgen General Electric (71,4 Milliarden US-Dollar), Microsoft (70,9), Coca-Cola (58,2) und China Mobile (57,2). Die Rangplätze 6-10 halten IBM, Apple, McDonald’s, Nokia und Marlboro. Best plazierte deutsche Marke: BMW (Rang 14, 25,7 Mrd.), Österreich ist nicht in den Top100 vertreten.

brandz.jpg

„Das diesjährige Ranking zeigt, wie wichtig es ist, in Marken zu investieren - vor allem angesichts ungewisser Märkte. Starke Marken bringen erstklassige Renditen und schützen Unternehmen vor Risiken“, meint Joanna Seddon, Global CEO von Millward Brown Optimor und begründet die Aussage mit der Aktienkursentwicklung der Top100.

graphiik_aussendung_080421.gif
Quelle: www.brandz.com

 

Alte (diktatorische) Welt vs. Neue (partizipative) Welt

Do-it-yourself Mode-Schmuck ist nichts Neues. In der Motivation die eigenen Designs zum Leben zu erwecken besteht allerdinge eine große Kluft zwischen Amerika/Großbritannien und Deutschland/Österreich.

Die beiden deutschen Start-Ups Julie & Grace und Pearlfection lösen diesen Engpass, indem sie für ihre Kunden die Produktion übernehmen. Die Hamburger Julie & Grace produzieren in Bali, Pearlfection (München) lässt die Designs in Deutschland verwirklichen.

pearlfection.jpg
Ganz im Stil der “2.0 Kultur” bieten die Unternehmen Hobby Designern die Möglichkeit, ihr Taschengeld ein wenig aufzubessern, oder einfach nur Spaß und Stolz daran zu haben, wenn die selbst entworfenen Designs auch von anderen Menschen gekauft werden. Der/die DesignerIn verdient am Verkauf mit. Die Provisionen werden selbst festgesetzt.

Traditionelle Geschäftsmodelle

Selbst Designs erstellen ist auch beim Schweizer BijouDesigner möglich, allerdings habe ich hier keine Möglichkeit an meiner Kreativität zu partizipieren. Die designten Schmuckstücke können “nur” für den Eigenbedarf bestellt werden. Braver Individualisierungs-Ansatz allerdings ohne echtes Erlebnis, Mundpropaga- oder Wiederbesuchspotenzial. Hier schaue ich nur dann vorbei, wenn ich auch tatsächlich Kaufabsicht habe.

Noch ein Beispiel passt in diese Reihe: Swarovskis “Create your Style Community Ansatz. Hier erkennt man zwar deutlich den Community Trend dem zur Zeit viele Konzerne hinterherlaufen, allerdings lässt der Ansatz die zentralste Frage offen: Was ist der Mehrwert dieser Community?

swarovski-community.jpg
Auf der Seite von Swarovski bietet zwar ein Online Designer seine Dienste an, mehr ist aber (noch) nicht erkennbar. Wozu also meine Daten einem Konzern ausliefern, wenn ich mich alternativ auch auf Facebook mit tausenden anderen Glitzer-Steinchen- und Fashion Addicts austauschen kann?

Leider vergessen zu viele “Bauen wir uns auch mal schnell eine Community” Projekte “alter” Unternehmen auf diesen entscheidenden Faktor oder versuchen ihn erst dann zu kommunizieren, nachdem die Projekte in langwierigen Projekten bis zur vermeintlichen Perfektion konzerintern verfeinert und abgetestet worden sind. Im Falle von Swarovski wird es vielleicht funktionieren - die Marke ist megastark und hat weltweit Hundertausende Fans. Bei anderen Unternehmen werden ähnlich konservative Versuche verdammt schief gehen, lediglich eine Menge Geld verschlingen und zu Frust-getriebenen Rundumschlägen (”Blase…”, “Alles nur ein Modetrend.”,…) führen.

Alte Welt vs. Neue (demokratisierte) Welt

Ich mußte gestern auf dem Weg in unsere Manufaktur drei große Umwege fahren, weil sich endlose Konvois in Richtung Meer geschoben haben (der längste aus über 100 Bussen und LKWs (!), auf deren Ladeflächen oben sehr festlich gekleidete Balinesen unterwegs waren). Am Strand wurden den Göttern dann Opfergaben erbracht und es erfolgt die Reinigung der Seele. [...]
[Quelle: J&G Blog]

Eine gesunde Portion Offenheit und Storytelling abseits von Produktkatalogen schaffen Neugier und erzeugten emotionale Bindung. So berichtet J&G Kopf Markus Bosse in seinem Blog regelmäßig über seine Erlebnisse auf Bali, und spricht dabei auch ganz offen über die vielen Herausforderungen beim Auf-/Ausbau der Produktion. Als Fan von J&G kann ich die Entwicklung des Unternehmens hautnah miterleben. Der Leser beschäftigt sich freiwillig und gerne intensiv mit dem Unternehmen, und erzählt u.U. sogar die eine oder andere Geschichte weiter.

Aus den 4 Beispielen kann man vor allem eines ablesen: Den Unterschied im Versuch, lediglich Realwelt-Geschäftsmodelle ins Internet zu kopieren, oder mit Varianten zu kombinieren und zu experimentieren, zu denen das Internet die perfekten Grundlagen bietet. Die beiden letzten Beispiele haben das m.E. noch nicht ganz geschafft.

Sie sind im ersten Schritt des Prozesses Kunden in den Wertschöpfungsprozess zu integrieren und Teil einer Erlebniswelt werden zu lassen hängen geblieben: Der Demokratisierung und des zur Verfügung-Stellens von Produktionsmitteln.

juliegrace.jpg
J&G und Pearlfection gehen über diesen Schritt deutlich hinaus. Nicht nur stellen sie mir ein Produktionsmittel (Design Tool) zur Verfügung, sondern auch ihre Produktionskapazitäten und ihre Vertriebsplattform (Demokratisierung des Vertriebs). Beide unterstützen mich als Verkäufer zudem beim Zugang zu Nischenmärkten (Long Tail) und dabei, mein Angebot in den Weiten des Internet (und Shops - vgl. J&G Geschäftskundenbereich) auffindbar zu machen.

Themenverwandt und demnächst hier im Blog:

Links und Screenshots: