Alle Einträge des Monats März 2007

Unser Leben in Beta

user_generated_design.jpgSind Designer sind die Todfeinde des Designs”, fragt BusinessWeek Editor Bruce Nussbaum in seinem Blog.

DESIGNERS SUCK. I’m sorry. It’s true. DESIGNERS SUCK. [...] The blogs and websites are full of designers shouting how awful it is that now, thanks to Macs, Web 2.0, even YouTube, EVERYONE is a designer.

Designers are saying that Design is everywhere, done by everyone. So Design is debased, eroded, insulted. The subtext, of course, is that Real design can only be done by great star designers. This is simply not true. Design Democracy is the wave of the future. [Anm.: der Gegenwart, Bruce!]

[...] We are all designing more of our lives. And with more and more tools, we, the masses, want to design anything that touches us on the journey, the big journey through life. [Bruce Nussbaum]

Ein Lobgesang und eine Mahnpredigt für User, customer, crowd, community, you! - generated content oder auf: Kunden an der Gestaltung ihres Lebens aktiv teilhaben zu lassen. Der Beitrag ist ein Genuss für jene, die die Chancen des Themas bereits erkannt haben, vielmehr aber noch sollte er es für aller Zweifler sein. Einige Zitate:

  • People want to participate in the design of their lives. They insist on being part of the conversation about their lives.
  • People want to be in the design sandbox so you have to figure out how to get them in and do design with them. This is a huge challenge.
  • The broad new paradigm for design—the paradigm you will all work within for the rest of your lives—is sustainability.
  • We need to live the lives we design.
  • Our job today as journalists is to curate conversations among groups within our audience. [...] We design stories with our audience.
  • It’s not about the finished story but about the ongoing story. It’s the conversation. And since most conversations don’t have a conclusion, they are ongoing. We live a life in beta.
  • So one Big Design Management Challenge is how do you switch gears from designing for to designing with?

Vor allem zum letzten Punkt gibt es inzwischen ja zahlreiche Beispiele, an denen Projekte gescheitert oder Erfolge ausgeblieben sind und sich Hoffnungen von Marketern in Scherben aufgelöst haben. Nur mal schnell eine Crowd um ihre Meinung zu fragen reicht eben nicht.

Darauf wies auch Olaf Kolbrück kürzlich im off the record blog des Magazins Horizont hin:

Sicher, es gibt Zooppa.com [Anm.: 'Ich geb dir eine Marke, mach was draus.'] Doch ist das mehr als eine hemdsärmelige Lösung mit Amateurbeteiligung, die sich eher für den Fischhändler an der Ecke eignen dürfte. [...] Beides scheint mir auch bestenfalls für One-Shots sinnig. Weniger aber, wenn Marken an einer langfristigen Kampagnen-Begleitung interessiert sind. Sinn wäre aber, dass sich in solch einer Community jene zusammenfinden, die neben einer witzigen Idee auch Verständnis für Markenführung und Positionierung mitbringen.

Und solche Agenturen gibt es. Mehr dazu ein andermal (oder bei Interesse auch gerne vorab per eMail).

Bild: Chris Keegan. Thanks, Chris!

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Wege in die Selbständigkeit

Dieses Video weckt viele Assoziationen und kann 1000fach interpretiert werden.

Dank CK hab ich gerade einen Aufhänger für einen Vortrag vor JungunternehmerInnen gefunden. Ein wenig erinnerts schon auf dem Weg in die Selbständigkeit, oder? :-)

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Brainstorming 1788 (by Friedrich Schiller)

schiller.jpgEin Grundsatz für Brainstormings lautet bekanntlich: Zuerst Quantität vor Qualität. Oder wie es Schiller schon 1788 wesentlich poetischer ausdrückte:

Bei einem schöpferischen Kopfe hingegen […] hat der Verstand seine Wache von den Toren zurückgezogen, die Ideen stürzen […] herein, und alsdann erst übersieht und mustert er den großen Haufen. [...] Daher Eure Klagen über Unfruchtbarkeit, weil Ihr zu früh verwerft und zu streng sondert.

Friedrich Schiller, 1.Dezember 1788 in einem Brief an Gottfried Körner, der sich über seine Ideenlosigkeit beklagt.

Danke, Timo, für den Hinweis! | Bild: WikiCommons

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Pasta und Wein

wine_that_loves.jpgWelcher Wein passt zum Abendessen? The Amazing Food Wine Company beantwortet diese Frage auf - zumindest für Someliers und wahre Weinliebhaber - fast schon erschreckend einfache Weise:

Wine That Loves … Pasta, Huhn, Pizza, Steak oder Lachs - Simplicity pur. Nur 5 Sorten Rotwein, sonst nichts. Statt kompliziert bedruckter Etiketten nur wenige Worte, dafür eine klare Aussage womit sich der Wein optimal kombinieren lässt. Und das sind immerhin jene Speisen, die Amerikaner lieben.

Dass Einfachheit durchaus auch schmecken kann, lässt sich vielleicht daraus ableiten, dass die 5 Sorten Rotwein von Ralph Hersom, dem ehemaligen Chef Somelier des New Yorker Nobelrestaurants ‘Le Cirque’ zusammengestellt wurden.

Ganz neu ist das Konzept der Amazing Food Wine Company nicht, denn schon vor einigen Jahren war YellowTail mit einer ähnlichen Simplicity-Strategie erfolgreich. Die australische Wein-Marke hatte es nicht nur geschafft, sich am heißesten Weinmarkt der Welt einzunisten, sondern das gleich auch noch als eine am schnellsten bekannt gewordenen Marken Amerikas. Im Detail ist diese Geschichte nachzulesen im Buch von W. Chan Kim und Renee Mauborgne: Der Blaue Ozean als Strategie. Wie man neue Märkte schafft, wo es keine Konkurrenz gibt.

Warum Simplicity auch im Segment Food & Beverage als Differenzierungs- und Positionierungsinstrument funktioniert: Weil in den letzten 15 Jahren die Zahl der Produkte in Supermarktregalen um 140%, die Diversifikation gar um 450% gestiegen ist, und die Zielgruppe jener Konsumenten die genug von der Qual der Wahl gleichartiger Produkte haben sehr groß ist.

Springwise schlägt am Ende des Beitrages über den fool-proof (idiotensicheren) Wein vor:

Start up something similar in your own neck of the woods, or take another difficult or elitist product and make it easy for the rest of us. Just don’t dumb it down too much, and do keep it playful and well-designed.

www.winethatloves.com

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Infotainmercials

Amerikaner sind bekanntlich sehr kreativ, wenn es um das Erfinden neuer Buzzwords geht.

Eines der aktuellsten: Infotainmercials, ein Konstrukt aus Information, Entertainment und Commercials.

As I mentioned on my blog Sunday evening, I made these little “infotainmercials” for DuPont. I love how that ridiculous word spread like wildfire… that was my intention. A little experiment that WORKED. [Amanda Congdon]

Hintergrund der Geschichte: Eine virale Marketingkampagne von DuPont. [Weiterlesen] »

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Kontrolle über die Marke: Hillary 1984

“Viral heißt, dass sich eine Sache von selbst fortpflanzt. Wenn es sich dabei um Werbung dreht, dann ist das virale Werbung. Wenn es ein Produkt oder ein Unternehmensangebot insgesamt ist, dann ist das virales Marketing”, schrieb Martin Oetting kürzlich auf Connected Marketing.

Wunderbar aktuelles Beispiel für (nicht kalkuliertes?) virales Marketing: Hillary 1984 - eines der ersten Videos aus dem Wahlkampf zu den US Präsidentschaftswahlen 2008. Der Clip ist ein Verschnitt eines Apple Werbespots [siehe hier], der 1984 als Super Bowl Ad für großes Aufsehen und Diskussionen sorgte.

Warum ich das Beispiel hier bringe? Weil es eine Antwort auf eines der immer gleichen Argumente (”Wir wollen die Kontrolle über die Marke nicht verlieren.”) von Crowdsourcing- und Viralmarketing-Kritikern gibt:

Hillary Clinton’s Wahlkampfteam hat die Kontrolle verloren. An wen ist (noch) unklar. Angeblich nicht an ihren Gegenspieler Senator Barack Obama. Vielleicht an einen Computerfreak, der das in wenigen Tagen millionenfach angesehene Video selbst in einer Garage zusammengebastelt hat? Der San Francisco Chronicle schrieb dazu:

With presidential campaigns now poised to spend hundreds of millions of dollars in advertising that will blanket television before November 2008, this seemingly home-produced video — created with software and a laptop, and likely without the benefit of a team of expensive political consultants — opens a new window, Rosenberg said. It has dramatized a brave new world in which passionate activists outside the structure of traditional campaigns have the power to shape the message — even for a presidential candidate.

The ad is proof that “anybody can do powerful emotional ads … and the campaigns are no longer in control,” Rosenberg said. “It will no longer be a top-down candidate message; that’s a 20th century broadcast model.”

Eric Jaye, a San Francisco political consultant and key adviser to Mayor Gavin Newsom, said the sophisticated “Hillary 1984″ effort is the “best example yet” of a crop of viral videos that have blossomed on the Internet over the past 18 months.

Soviel zur absoluten Kontrolle über Marken.

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Erdbeben in San Francisco

Vor einiger kam in einem Workshop mit einem Versicherungsunternehmen die Diskussion auf, dass Menschen sich viel zu wenige Gedanken darüber machen, was auf einer Reise alles passieren kann, und deshalb häufig keine Reiseversicherungen abschließen.

Genau aus dem Grund gibt es Beispiele wie u.a. dieses oder dieses, in dem Storytelling dazu verwendet wird, Schmunzeln, Staunen oder Entsetzen hervorzurufen.

mit_skurilem_werbung_machen.jpg

Eines geniales Beispiel dazu (das derzeit für jede Menge Mundpropaganda sorgt) habe ich bei The Cool Hunter gefunden.

Nothing grabs an audience’s attention more effectively than a clever optical illusion. Combine that with an ingenious ad campaign and you get this brilliant mobile billboard for The Red Cross, currently gracing the streets of San Francisco. [...] Enthusiastic onlookers have been snapping up photos of the mobile billboard and posting, uploading and sharing them online with friends. This is a brilliant example of how an audience can further promote the exposure of a great advertising campaign through mobile phones, blogs and sites such as flicker.

Nachtrag: Danke, Mario, für diesen Hinweis auf ein mit dem Grand Global Award 2006 ausgezeichnetes Video der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs. Passt ja irgendwie zum Thema …

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Garantiert nicht verstanden werden

Das Video ist nicht neu aber weil mich heute jemand nach dem Link gefragt hat und es immer wieder ‘nett’ anzusehen ist, stell ichs hier ein:

Das absolute Erfolgsrezept, um an seinen Kunden vorbeizureden. Das Beispiel lässt wohl nicht nur Mitgliedern des Vereins der deutschen Sprache die Haare zu Berge stehen. Denglisch gepaart mit Fachchinesisch in Reinkultur.

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Zusatzeinkommen für Wortakrobaten

internet.jpgWieder einmal ein Beispiel wie einfach Business sein kann, wenn es auf der Lösung eines Problems seiner Kunden basiert, und dazu die Stärken einer Community herangezogen werden.

Pickydomains hat sich auf das Aufspüren kurzer, knackiger Internet-Domains spezialisiert, die einfach zu merken sind und die Geschäftstätigkeit des Kunden bestmöglichst beschreibt. Kreativität, Fairness und (wieder einmal) Crowdsourcing machen PickyDomains erfolgreich und ersparen hunderte Stunden endlose Suche nach noch verfügbaren Internet Adressen.

Anders als bei nach Fixpreisen verrechnenden Naming-Agenturen bezahlt der Kunde nur, wenn ihm die vorgeschlagenen Domains auch gefallen, ansonsten erhält er seine eingesetzten 50 Dollar zurück.

Here is “our method”. Each domain namer thinks about what the site does, rather than how to name it. (Anm.: Diese sind auf mehrere Kontinente verteilt) You deposit 50 dollars and tell us about the site you need a name for. What the site does or will do. How many letters or words in your domain you want max. What keywords absolutely have to be in the domain. Dashes or no dashes. Dot com only or not. If we can use slang or not. Etc.

Auch weil die inflationäre Verwendung des Begriffs Crowdsourcing langsam nervt: PickyDomain setzt (so wie in Deutschland z.B. VisualOrgasm), auf die Stärke seiner (in diesem Fall kleinen aber eingespielten) Community, deren Domain Scouts am Ende des Projekts 50% des Honorars erhalten und nicht nur kostenlos gemolken werden.

www.pickydomains.com

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Blutzoll von Online Zockern

moliyo1.jpg
Eine kuriose Art Menschen zum Blutspenden zu bewegen hat die chinesische Gambling Plattform Moliyo entdeckt. Spieler die vom Spiel ausgeschlossen wurden, können sich durch eine Blutspende ins Spiel zurückkaufen.

Moliyo arranged the event in an attempt to “create a civilized society, and enhance online gamers’ appreciation of social responsibility and public welfare.”

Naja, sich sozial zu engagieren geht auch anders. Auf die sehr differenziert zu betrachtende Idee der Zwangsverpflichtung zur Blutspende kam Moliyo, weil Chinas Kliniken aufgrund vieler Skandale mit knappen Blutreserven zu kämpfen haben. Allein im Februar wurden 120,000 Online Gamer von populären Spielen wie Cabal oder Tales of Pirates ausgeschlossen, 100 von ihnen haben sich mittlerweile Blut abzapfen lassen.

texyt via Weird Asia News | Grafik Moliyo

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Der Achterbahn-Supermarkt (Video)

Shopping-Erlebnis in China…

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WeissSee°2250 - IdeenCamp mit Weitblick

Crowdsourcing und Open Innovation inmitten einer atemberaubenden Gletscherwelt: Junge Menschen suchen umsetzbare Ideen, die jungen Menschen ein Leben in einem lebenswerten Umfeld ermöglichen sollen.

WeissSee°2250

So oder so ähnlich kann die Vision Hannes Offenbachers zusammengefasst werden, die er im Projekt WeissSee°2250 realisiert, wenn vom 10.-13. September 2007 auf 2.250 Meter Seehöhe junge kreative Köpfe mit verschiedenen Experten und institutionellen Vertretern zusammentreffen, und in mehreren Arbeitsgruppen in ein “müheloses Wettspiel der Ideen” eintreten und deren Umsetzung vorbereiten. Denn WeissSee°2250 soll kein punktuelles Ereignis und schon gar keine weitere schöne Plauder-Veranstaltung sein, sondern Auftakt eines Prozesses, in dessen Rahmen Ideen für nachhaltige Innovationen auch tatsächlich realisiert werden.

Die interdisziplinäre Mischung der Teilnehmer soll dabei das Entstehen von innovativen Konzepten fördern. Damit es nicht nur bei den Ideen bleibt, werden Sponsoren die Umsetzung der besten Ideen unterstützen. Dass die Zielsetzung des Ideen Konvents aktuell ist wie selten zuvor, spiegelt sich derzeit ja auch in jeder Nachrichtensendung wieder: Kaum ein Newsblock, in dem nicht über Nachhaltigkeit oder themenverwandte Punkte wie z.B. Klimawandel berichtet wird.

Wer dabei sein will wenn weit ab von Hektik und Lärm des Alltags, neue Ideen entwickelt werden, kann sich ab April bewerben, denn Tickets gibt es für WeissSee°2250 keine:

WeissSee°2250 ist ein exklusives Event das höchsten Wert auf die erzielten Ergebnisse legt. Es ist keine öffentliche Veranstaltung. Man kann sich kein Ticket kaufen, sondern wird ausschließlich von den Organisatoren eingeladen. Ab April startet jedoch die offizielle Bewerbungsphase für Studierende, die den Kern der Teilnehmer stellen.

Ins Leben gerufen hat das vielversprechende Projekt wie schon eingangs erwähnt Hannes Offenbacher von COMDAO, einer Non-Profit Organisation mit Sitz in Wien, die das Ziel verfolgt, vernetztes Denken und Handeln zu fördern.

Danke, Hannes, für die Einladung in den Expertenkreis für das Projekt. Weil ich - wie sich ja schon in vorangegangenen Beiträgen mehrmals gezeigt hat - an das Prinzip der “Weisheit der Vielen” glaube, unterstütze ich die Initiative sehr gerne und werde auch in diesem Blog immer wieder über alles rund um WeissSee°2250 berichten.

Homepage WeissSee°2250

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Design, Trend- und Zukunftsforschung 1958

Ein genialer Blick zurück - vor allem auf jene 50 Jahre alten Kernaussagen, die heute gerne hier und da als bahnbrechende Erkenntnisse gefeiert werden. Worum es in der 3-teiligen Videodokumentation geht:

An archival video documetary from 1958 showcasing the cutting edge of American design and futureism. Full of optimism and self congatulatory sentiment.

[Weiterlesen] »

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