Wer warst du? - Flachbildschirm im Grabstein
“Dinge die die Welt nicht braucht?” oder “so sehen Friedhöfe der Zukunft aus”? Diese Frage stellt sich auch Burkhard Schneider angesichts dieser Erfindung: Bildschirme in Grabsteinen.

Ein Computer mit LCD Bildschirm wird in eine Aussparung am Grabstein eingesetzt. Strom kommt von einer Batterie oder der Sonne. 1-3 Minuten dauern die individuellen Infos über den Verstorbenen. Größtes Manko am derzeitigen Entwicklungsstand:
Täglich kann man den Computer etwa drei mal in Betrieb setzen. Im Dunkeln und unter null Grad funktioniert das Gerät leider nicht.
Henk Rozema, Erfinder der digitalen Grabsteine, hat - wie es sich heute für neue Geschäftsideen gehört, natürlich auch ein Blog. In dem erzählt er, warum seine Idee ein Erfolg werden soll:
Bei jedem von uns beginnt nach der Geburt der Hauptteil des weltlichen Seins Information. Die Geburt wird mit Kärtchen und Anzeigen bekanntgemacht. Die Heirat ebenso. Die letzten irdische Informationen sind Trauerbriefe und Traueranzeigen. Ist das wirklich die letzte Information? Nein! Informationen setzt sich auf Grabsteineinen oder Urnenwänden weiter fort. Was wir lesen ist die Summe des Lebens. Auf einer Grabplatte kann man den Namen des Verstorbenen, das Geburtsdatum und den Todestag hinterlassen. Manchmal auch Bibeltexte,Gedichte und letzte Grüsse. [...]
Grabplatten sind oftmals mit vergilbten Fotos und Bilder auf Emailschildern verziert. Auf Kindergräbern legen wir Teddybären oder Puppen. Um die Erinnerungen lebendig zu erhalten, möchten Hinterbliebene für geliebte Menschen eine Gedenkstätte einrichten, die mehr aussagt als ein Grabstein.
Die Digigrabplatte ermöglicht es uns mehr über unsere geliebten Verstorbenen in Erinnerung zu halten. Eine Grabplatte mit dem Namen und weiteren digitalen Informationen wird wahrscheinlich mit mehr Interesse und Besinnlichkeit besucht werden. Mit einem Computerprogramm könnten wir zum Beispiel persönliche Erlebnisse, Beruf, Lebensverhältnisse, Gedichte und Bibeltexte viel informativer darstellen, als es mit herkömmlichen Grabsteinen möglich ist.
Zu teuer? - Es geht auch günstiger
Wem die Idee grundsätzlich gefällt aber mit rund EUR 5.000 (noch) zu teuer ist, der kann sich vorläufig auch mit Semacodes weiterhelfen. Regelmäßige ANDERS|denken Leser wissen was ich meine, andere schauen bei diesem Beitrag vorbei.
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6 Kommentare zu “Wer warst du? - Flachbildschirm im Grabstein”
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21. März 2008 um 08:38 |
Irgendwie makaber …
25. März 2008 um 12:42 |
Nicht nur makaber! Es ist ein weiterer Ausfluss moderner Orientierungslosigkeiten, des sich nicht Trennen könnens. Das Leben ist für die Lebenden und wer den Tod nicht akzeptieren kann, hat aufgehört zu leben.
28. März 2008 um 12:21 |
Hey, die Idee finde ich echt gut. Denn der Tod gehört weiter hin zum Leben von uns allen dazu, ob wir es war haben wollen oder nicht. Also warum soll man da als Geschäftsmann versuchen durch Kreativität sich etwas Geld dazu zu verdienen. Mir gefällt die Idee vom verstorbenen Hund, Geliebten oder Verwanten auf deren Gräbern noch nach Jahren ein Bild des Verstorben zu sehen ist.
Tanja
3. April 2008 um 10:19 |
Also ich halte davon gar nichts. Wenn man jetzt ein normales “analoges” Bild in den Grabstein einbaut, ist ja nichts entgegen zu wirken, aber da einen kleinen Flachbildschirn rein zu bauen, finde ich mehr als Übertrieben. Dann heißt es wohl in Zukunft: Komm, wir gehen auf den Friedhof und klauen nen LCD…
4. April 2008 um 00:53 |
Super Idee! Überhaupt NICHT makaber, nur eine ungewöhnliche Idee…
5. August 2008 um 08:59 |
Also ich finde es sehr unrealistisch, diese Art von Tod (gleich ob Mensch oder Tier) so zu vermarkten.
Es hat nichts mehr mit Liebe zu tun. Es steckt wieder mal nur materialistisches Denken dahinter.
Mit was kann man noch das große Geld machen.
Einfach nur GESCHMACKLOS!!