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Robert Stephens, Geek Squad (Video für Wochenende)

Robert Stephens hat mit Geek Squad ein Paradebeispiel für Differenzierung durch Emotionalisierung und Service geschaffen. Die Idee des mit 200 Dollar gegründeten Unternehmens: Computer reparieren und gleichzeitig aus langweiligem IT-Service ein Erlebnis zu machen.
In schwarz-weiß lackierten VW Beetles, dunklen Anzügen, weißen Hemden und Krawatten treten die Geek Squad Techniker auf. Die Sohlen ihrer Schuhe hinterlassen Logo-Abdrücke auf weichen Untergründen oder der Straße. Sie nennen sich selbst Agenten und es gibt schon über 17.000 von ihnen. Geek Squad ist heute das größte IT Support Unternehmen Nordamerikas.
Die Ideen mit denen Robert seine Kunden immer aufs neue begeistert holt er sich vor allem aus anderen Branchen. Das nachstehende Video dauert nur 2 Minuten. Es macht jedoch Spaß Robert zuzuhören, wie er auf der “Advertising Age’s, The Idea Conference” Marketern sein Verständnis vom “Blick über den Tellerrand” erklärt.
Stephens Theorie wie man Mitarbeiter jedes Unternehmen zum Entwickeln innovativer Ideen anregen kann: Durch Hunger.
“Large companies want to be nimble, that’s why they go to “idea” conferences. I suggest starve departments of money.”
Das Zitat das mir am besten gefällt ist im Kurzvideo leider nicht enthalten, nachlesen kann man es aber bei FastCompany.
Wer Lust auf mehr hat für den gibt es noch 2 weitere Videoempfehlungen:
Tipp 1: Eine 17minütige Präsentation von Robert Stephens
Tipp 2: Die Geschichte von Geek Squad (9min).
Tipp 3: Den allerersten Werbespot der Geek Squad.
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Kostenloses Eigen-Marketing
Branding einmal ganz anders. Marketing mit integriertem Mundpropaganda-Effekt. Die Aufmerksamkeit des Publikums garantiert höher als so manche langweilige Werbekampagne des selben Unternehmens. - Und das alles kostenlos.

Er sitzt in einem vollen Zugabteil und telefoniert arrogant laut mit seinem Handy. Mindestens 20 Menschen hören mit. Für manche mögen die Themen vielleicht sogar unterhaltsam sein, vor allem jene in denen es um die Meetings der vergangenen Woche und besonders lästige Kunden geht. Etwas langweiliger die private Wochenendplanung und die Diskussion bei welchem Discounter die Gurken billiger sind. “Verdient er so schlecht?”
Höhepunkt der Show: Eine Diskussion mit einem hervorragend professionell handelnden ÖBB Zugbegleiter, der kein einziges Mal das längst berechtigte Wort “Schwarzfahren” in den Mund genommen hatte. “Wer es nicht schafft per Handy ein Ticket zu kaufen, sollte sich vielleicht besser zum Schalter gehen - auch als Mitarbeiter von [xxx]“, meinte meine Sitznachbarin. “Unmöglich der Mensch. Was die dort wohl über uns reden?!”
Mmmh. Märkte sind Gespräche.
“Nächste Station Salzburg.” Er steigt aus. - Endlich. Danke dennoch für das Beispiel und die (authentischen?!) Einblicke in Euer Unternehmen. Ist es nicht auch Kultur, die eine Marke ausmacht?
Bild: Flickr, thanks for sharing Kevin!
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Affen, Mundpropaganda und Differenzierung
Die eleganteste Form der Mundpropaganda ist jene, bei der virale Effekte bereits in das Produkt “eingebaut” sind, so wie in diesem Beispiel: Gerücht, Legende, Betrug oder einfach nur geschicktes Storytelling?
Hand auf Herz: Wer wird nicht neugierig, wenn jemand bei einer Tasse Tee erklärt, dass die Blätter am Boden der Teekanne von Affen geerntet wurden. Und auch auf der Verpackung steht es: “Monkey picked tea!”
- Tee aus von Affen gepflückten Blättern? Die Geschichte (und mit ihr die Marke) muss man einfach weitererzählen! Sie sorgt bei der nächsten Party ganz sicher für Gesprächsstoff. Ich hoffe nur, niemand kennt die Hintergründe, die John in in diesem Video erzählt.
(Version 1) Nämlich dass findige Chinesen die Affen auf das Pflücken der Teeblätter angesetzt haben, um Lohnkosten zu sparen.
- Da verbreite ich schon lieber die Legende, (Version 2) dass vor langer Zeit chinesische Bauern neidisch auf wundersame Pflanzen empor blickten, die hoch über ihren Köpfen auf für Menschen unerreichbaren Felsen wuchsen. Schon bald entdeckten die Sterblichen eine Herde Affen, die munter auf den Felsen herum turnte. Die Menschen warfen mit Steinen nach den Affen um sie zu ärgern, und diese wehrten sich, indem sie die begehrten Teepflanzen auf die Menschen schleuderten…
- Zu gewalttätig? Dann doch die Mönchsgeschichte, (Version 3) die besagt, dass buddhistische Mönche (monks) die Affen (monkeys) trainiert haben sollen, um ihnen beim erschwerlichen pflücken der auf steilen Hängen wachsenden Teeblätter zu helfen. Heute vereint der Monkey picked Tea jahrhundertelange Handwerkskunst mit den vererbten Fähigkeitne der Tee-pflückenden Affen.
Oder soll ich doch einfach nur bei der (angeblichen) Wahrheit bleiben? Tie Guan Yin ist heute einer der 10 berühmtesten Tees Chinas. Die Bezeichnung “monkey picked” hat aber nichts mit der Produktionsmethode zu tun, sondern steht als Synonym für “highest quality available“. Das Kilogramm kostet rund 350 Euro. Ohne obige Legenden und Geschichten (derer es noch weitere Versionen gäbe), wäre ich auf den Tee vielleicht niemals aufmerksam geworden.
Auf der AUFSCHWUNG hatte ich mit den Teilnehmern verschiedene Differenzierungsmöglichkeiten andiskutiert. Diese hier war nicht dabei, könnte jedoch heißen:
Differenzierung durch Anachronismen, Argumenten die bewusst einer Epoche zugehörig dargestellt werden, in der sie nicht mehr oder noch nicht existieren.
Ausserdem… wer weiß: Ein Funken Wahrheit soll ja in jeder noch so verrückten Geschichte schlummern :-)
In some villages people still use the ancient technology of trained monkeys to pick tea. Monkeys pick the hardest to get tea leaves from mountains and cliffs. [via]
Bildquelle: Edible Online Shop
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Papa, des isch a andre Zeit!
“Mia habn die Leit no nia vorschreibn kennen, wos sie über uns sogn. Oba heit, mit dem Internet … Woasch, I kenn mi ja nit aus. Aber i glab, heit kann jeder der ganzn Welt erzähln wos er will.
Früher, da hab’ma uns Sorgn g’macht, wos sie im Ort über uns tratschn. Donn sein die Illustriertn kemmen, und mia ham uns mit de Journalisten und de Schreiber guat gstellt. Aber heit… mia solltn die ganze Welt zu uns einlodn. Nit um alln zu zoagn, wia guat mia sein. Sondern um die Leit mitmachn z’lassn. Damit sie g’spürn, dass bei uns da, ganz was Tolles g’mocht wead. Dann kennen’s dahoam wos erzähln, Fotos herzoagn und a Freid werdn’s dabei a no habn. [...]
Aber woasch - meine Kinder de habn studiert. I bin nur a oanfacher Mann. Und de sagn immer zu mir: “Papa, des isch heit oanfach a andre Zeit.” Und wohrscheinlich habn sie eh recht. Mia g’fallt de Reklame jo eh a, de sie da g’mocht habn, mit dem [Anm.: ein Sportler]. Kennsch de eh, oder? …
Ich kenn sie leider nicht, aber egal. Das am Wochenende zufällig entstandene Gespräch mit dem 74(!)jährigen Senior Chef i. R. hat mich irgendwie beeindruckt - und schockiert zugleich…”
Falls jemand eine hochdeutsche Zusammenfassung braucht, muss ich Euch leider enttäuschen. Es ging schon beim Niederschreiben viel zu viel der ursprünglichen Stimmung verloren, und es soll nicht noch mehr werden. Eine Alternative wäre vielleicht dieses Video aus der Marketingabteilung von Microsoft, wo man sich auch Gedanken darüber macht, wie man den Dialog mit Kunden fördern kann…
Alle Beiträge mit den Schlagworten (Tags):Das Video zeigt Werber und Konsument als Figuren beim Date im Restaurant. Der Dialog einer zerrütteten Beziehung. Die Frau als Consumer macht es direkt am Anfang klar: “I want a divorce”.
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Krieg der Puppen: Girlz, Fashion & Lifestyle
In den 70ern kam Isaac Larian mit 370 Dollar nach Amerika. Vom Tellerwäscher wurde er zum Chef eines milliardenschweren Konzerns, und zum Feind Nr. 1 des Platzhirschen Mattel.
Eine Geschichte über eine Bilderbuch-Karriere, ein gelungenes Positionierungs- und Differenzierungskonzept, und harte Bandagen im Kampf um Marktpositionen. [Weiterlesen] »
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BPFP, Copyrights und kostenlose Bilder
So differenziert kann man das Ding mit dem Copyright betrachten: Während an dieser Stelle das Ende des Copyrights ausgerufen und über Risiken des Web2.0 philosophiert wird, stellt ein professioneller Fotograf seine Bilddatenbank zur kostenlosen Verwendung in Blog Postings ins Netz und gründet den Blog-Post-Foto-Pool:
Alle Beiträge mit den Schlagworten (Tags):Als gelernter Fotograf habe ich auf meiner Festplatte unglaublich viele Fotos, die da so herumliegen und mit denen kaum etwas geschieht. [...] Sämtliche Bilder unter dem Benutzer Alm-Studio‘s Blog-Fotos könnt Ihr in Zukunft für Eure Blog-Postings kostenlos verwenden, unter der Bedingung, dass Ihr am Ende des Artikels auf www.almstudio.at verweist. [...] Wenn Ihr ein bestimmtes Bild braucht oder ein Thema vermisst, meldet Euch. Wahrscheinlich habe ich es in meinem Fundus. Und wenn nicht, kann ich es wahrscheinlich machen.
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Warum die Welt Wrigley’s kau(f)t
Marketing anno 1891 - Ein Stück Marketinggeschichte fürs Wochenende…
1891 war Wrigley’s auf die Produktion von Seife spezialisiert. Der 29jährige William Wrigley Jr. legte jeder Seife ein kostenloses Päckchen Packpulver bei - als Anreiz für Händler, seine Produkte ins Sortiment zu nehmen. Schon bald kauften Konsumenten Wrigley’s vor allem wegen des Backpulvers.
Also stieg Wrigley’s ins Backpulvergeschäft ein, und wandte den selben Trick noch einmal an. Diesmal legte er jeder Packung zwei Streifen Kaugummis bei, und wechselte 1893 ein weiteres mal sein Kerngeschäft: Wrigley’s ist heute der weltgrößte Hersteller von Kaugummis - auch dank eines jungen William Wrigley Jr., der ein Marketinggenie seiner Zeit war.

Die Anzeige stammt aus einer Flickr Foto Community, die für Liebhaber klassischer Werbungen zur Sucht werden könnte: Siehe “Vintage Advertising Pool” bei Flickr.
1915 verschickte Wrigley’s an jede Adresse die im US Telefonbuch stand 4 Streifen Kaugummis. Insgesamt 1.5 Millionen Stück. Als es 4 Jahre später bereits 7 Millionen Telefonanschlüsse gab, wiederholte er die Aktion. Seitdem gehört Kaugummi zu den Lieblingslastern der Amerikaner. Und Wrigley war eines der ersten Unternehmern überhaupt, das in Magazinen, Zeitungen und auf Plakaten seine Produkte bewarb.
Bleibt nur noch eine Frage offen: Auf welche Strategien würde William Wrigley heute setzen? Fernsehwerbung, Anzeigen, Plakate oder wieder auf heute noch vielfach als befremdend wirkende Dinge wie Viralmarketing, Crowdsourcing und Open-Innovation?
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Kentucky Fried Rat
Mundpropaganda - Fluch und Segen.
Ratten gab es in New York schon immer. Auch in Restaurants. Nur wenn - so wie beim Überfall auf ein KFC/Taco Bell Restaurant - eine Kamera dabei ist, löst die entstehende Mundpropaganda eine Teufelsspirale aus.
Was war geschehen? In den frühen Morgenstunden haben Passanten eine Meute Ratten gefilmt, die im Inneren des geschlossenen Lokals ihren augenscheinlichen Spaß hatte. Kurz darauf flimmerte die Szene über New Yorks Kabelkanäle und hat es inzwischen in knapp 50 Videoplattformen geschafft. Allein bei YouTube wurde das Video in einer Woche rund 1.000.000 Mal abgerufen, verbreitet sich wie ein Lauffeuer über Blogs, wurden insgesamt 13 Restaurants geschlossen und die Geschichte wird zum Auslöser für politische Diskussionen rund um New Yorks Hygiene-Zustände und schlafende Inspektoren.
New York may never win its war on rats. [...] “I would worry much more about poor hygiene on the part of employees of a restaurant than mice or rats living in the basement,” said Philip Alcabes, a professor at New York’s Hunter College School of Health Sciences. [YahooNews]
Milliarden Gespräche, Menschen die es schon immer wussten (’KFC war schon immer ein dreckiger Laden’, Beitrag FAZ), Witze, Spott und sogar Videoanimationen wie obige.
Mittlerweile hat der Mutterkonzern Yum!Brands 20 Millionen Dollar investiert, um zu retten was noch zu retten ist. Mal sehen wie das gelingen soll. Mit dem Versuch die Schuld der Stadt New York in die Schuhe zu schieben wohl kaum.
David Eicher zieht in ‘KFC und sein Kryptonite Problem’ Parallelen zu dem Wiederkau-Beispiel eines jeden Mundpropaganda- und Blog-Strategen, und fasst treffend zusammen:
Die Story verschwindet vielleicht morgen aus der Zeitung. Aber sie steht im Netz, so lange es dieses gibt! Wahrscheinlich werden noch die Enkel des Yum!-Managers den PR-Gau ihres Großvaters detailliert nachlesen können. Und wer weiß, ob dann nicht eine neue Word-of-Mouth-Welle ausgelöst wird.
Yum! Brands, Inc., ist der Name der weltgrößten Restaurantkette aus den Vereinigten Staaten, welche aus mehreren Systemgastronomiebetrieben besteht. Das Unternehmen entstand 1997 und hat seinen Hauptsitz in Louisville in Kentucky, USA. [...] Zu diesem Unternehmen gehören Kentucky Fried Chicken (KFC), Pizza Hut, A&W, Taco Bell und Long John Silver’s. Weltweit gibt es in über 100 Ländern 33.000 solcher Restaurants. [Wikipedia]
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Vorsicht Bananen!
Ein Kunde ließ auf seiner externen Festplatte eine alte Banane liegen, deren Inneres in das Laufwerk sickerte und dessen Schaltkreislauf ruinierte.
Auch wenn das Gerät nicht mehr lief, konnten Techniker von Kroll Ontrack es säubern und die Platine reparieren. Dank dieses Einsatzes drehte sich das Laufwerk lang genug, um die Daten zu retten. Die Banane hingegen ließ sich nicht mehr retten.
Das auf Datenrettung spezialisierte Unternehmen Kroll Ontrack hat vor einigen Tagen seine jährlichen Top 10 der ‘außergewöhnlichsten Datenrettungseinsätze des Jahres’ veröffentlicht. Zehn skurrile aber wahre Geschichten von Speichermedien, Datenverlusten und Rettungseinsätzen.
Geschichten (und jedes Unternehmen erlebt solche Tag für Tag, paradoxe, skurrile, komische, lächerliche, seltsame,…) sind eine gute Gelegenheit, um auf sich aufmerksam zu machen, und gleichzeitig die eigene Fachkompetenz zu unterstreichen.
Nichts Neues, aber noch immer viel zu wenig (oder falsch, im Sinne von reiner Selbstverherrlichung, langweiliger Werbe- und reiner Pressetexte) genutzt - dabei hat jeder Mitarbeiter unzählige paradoxe, skurrile, komische, lächerliche, seltsame,… Erlebnisse zu erzählen.
Warum ich das gerade jetzt schreibe? Weil jede Menge Weihnachtsfeiern vor der Türe stehen, und dort über das vergangene Jahr geplaudert werden wird. Es werden Geschichten und Erlebnisse ausgetauscht. Einfach mal genau hinhören und bei ein paar Gläsern Sekt spinnen, wie sich diese verwerten lassen…
Foto: Ontrack
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Anregungen zum unternehmerischen Denken
‘Ein MBA-Studium zieht Diener heran, keine Unternehmer.
Nur wer wütend ist und ein bisschen verrückt, wird als Entrepreneur Erfolg haben’, sagt Anita Roddick, Gründerin des Body Shop.
‘Ich werde oft gebeten, über Unternehmertum zu referieren - selbst von ehrwürdigen Instituten wie Harvard oder Stanford. Dabei bin ich nicht sicher, ob man so etwas überhaupt jemandem beibringen kann. Wie vermittelt man Besessenheit? Oft genug ist es Besessenheit, die die Vision eines Unternehmers treibt. Wie lernt man, ein Außenseiter zu sein, wenn man eigentlich keiner ist?’ [Quelle: FTD]
Ok, der Beitrag in der Financial Times regt an … aber auch ein wenig auf. Alexander Greisle hat die wichtigsten Punkte zusammengefasst, meine Gedanken (in Klammer). In jedem Fall ist es eine brauchbare Zusammenfassung für (angehende) Unternehmer.
Impulse aufsaugen, gerade solche aus anderen Brachen und Tätigkeitsfeldern. Und diese mit den eigenen Ideen verknüpfen.
(Aber auch teilen! Aufsaugen erzeugt Vakuum. Teilen schafft neues Wissen - und neue Ideen!)
Geschichten erzählen, um Menschen abzuholen und zu begeistern.
(Produktinformation ist tot. Story Telling boomt. Aber: Auch wenn viele meinen Geschichten zu erzählen ist das Einfachste der Welt - stimmt nicht ganz. Auch das muss gelernt werden. Und: Geschichte ist nicht gleich Geschichte, denn:)
Anders, aber vertrauenswürdig sein.
(Mehr noch: Vertrauenswürdig ist der nette Onkel auch. Erst Authentizität schafft anhaltende Begeisterung und eine Community!)
Aufregen über nicht funktionierende Dinge. Das schafft den nötigen Antrieb zur Veränderung.
(Bitte den Satz zu Ende lesen! Ich begegne leider zu vielen problemorientierten Nörglern. Einmal Jammern reicht, um Dampf abzulassen. Aber dann bitte an der Lösung arbeiten.)
Leidenschaft für neue Ideen, Veränderungen und Kreativität.
(Braucht es dazu weitere Erklärungen? Ja: Leidenschaft des Unternehmers alleine reicht nicht, sie muss auch richtig transportiert werden. Nicht vergessen: Nicht alle Menschen sind gleich und die Reizwörter unterschiedlicher Typen sind andere: Veränderung, Idee, Kreativität, Neues führen nicht immer zu Motivation, sondern oft zu Blockaden.)
Glaube an die eigene Intuition.
(Kann in einer noch immer Controller-kontrollierten Welt nicht oft genug gesagt werden…)
Geschichten für den Sonntag:
. Manager oder Frösche? Das geht bei uns nicht.
. Das Manager Malbuch
. Bauch oder Vernunft?
. Die alte Dame
Stichwort Leidenschaft und Unternehmertum, siehe u.a. auch:
. Kreativität und Leidenschaft: Stadt im Kopf
. Sammlerleidenschaft als Geschäftsbasis
. Erfolg durch Leidenschaft - die Quiksilver Story
. Märchen übers schnelle Geld
. Erfahrungen aus einem CrowdSourcing Projekt
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Verkaufen ohne sein Produkt zu kennen
‘Lern alles über dein Produkt! Dann kannst du es auch verkaufen.’
Die ewig gleiche Weisheit eines jeden Verkaufstrainings. Aber wie so Vieles, ist auch das in einer Long Tail Welt relativ. Ein Beispiel dafür gibts im Unusual Business Ideas Blog.
Der Brite David Carter wusste absolut nichts über Asbest, als er vor einigen Jahren die Seite AsbestosSurveys ins Internet stellte.
David schrieb und schrieb und schrieb - über rechtliche Regelungen, was Grundstücksbesitzer zu beachten hätten, Studien, gesundheitliche Auswirkungen,… Als Quelle diente ihm einzig und allein das Internet. Dort fand er alles was er brauchte. Sein offensichtliches Motto:
‘Hol zuerst die Kunden! Erst wenn du die hast, überlegst du dir, wie du es verkaufst.’
Und die Kunden kamen in Scharen. Anfangs übernahm noch ein Bekannter die Aufträge, doch schon bald überstiegen die Aufträge auch dessen Kapazitäten. Erst jetzt interessierte sich Carter erstmals auch selbst für das Thema Asbest, und absolvierte eine Sachverständigen-Ausbildung. Sein Geschäft wird ihm heuer rund 350,000 US$ einbringen.
Was hat Carter gemacht? ‘Eigentlich’ nicht sonderlich viel und ‘eigentlich’ nichts Neues. Funktioniert hat sein Ansatz dank geschickten Einsatzes des Internets. Zusammengefasst ging es bei AsbestosSurveys so:
(1) Definier ein heißesThema
(2) Hol dir alle Infos aus dem Internet
(3) Mach die Sache bekannt und sorg für Gespräche
(4) Knüpfe Kontakte mit ausführenden Unternehmen
(5) Vermittle die Aufträge und kassier die Provisionen
Quellen: UnusualBusinessIdeas, David Carter, AsbestosSurveys
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Design2ndHand - Long Tail offline?
Letzte Woche in Wien: Auf den allerersten Blick sah das Geschäft aus wie ein Ramsch-Laden. Aber schon beim zweiten Hinschauen, fesselte mich die einzigartige Atmosphäre des Second Hand Geschäfts.
Second Hand? Ja - aber nicht für gebrauchte Schuhe, abgegriffene Bücher oder holzwurmzerfressene Komoden, sondern für Designmöbel und Wohnaccessoires. Spätestens als ich heute einen Beitrag im derStandard entdeckte, wusste ich: Das Schaufenster, vor dem ich an jenem Sonntag gestanden hatte, war tatsächlich etwas Spezielles.
Schon einmal habe ich hier darüber berichtet, wie aus Sammlerleidenschaft ein erfolgreiches Geschäft wurde. Das war auch die Basis für Design2ndHand.
Hier finden sich Möbel aller Art, Raritäten aus alten Jahrhunderten stehen neben Telefonen, Plattenspielern, Transistorradios, Lampen, Spielsachen oder Geschirr. Der Besitzer Erich Ebner bezeichnet die bunte Mischung charmant als Fundgrube für ‘Delikatessen für Liebhaber’.
‘Dass Erich Ebner seit fünf Jahren an der Planung des Geschäfts gezielt arbeitet, bleibt nicht unbemerkt. Die epochale Gliederung speziell des ersten Raums, auf der einen Seite die poppige Buntheit der 60er- und 70er-Jahre - hier findet man die zweite Hälfte der Moderne thematisch geordnet, vis-à-vis die älteren Semester – josephinisch, Jugendstil, Historismus etc. - erfreut nicht bloß das Auge, sondern dient vor allem der Orientierung und dem KundInnen-Service.’ [derStandard]
3 Gründe sind mitverantwortlich für den Erfolg:
(1) Die Mischung macht den Unterschied
Es ist auch auch das chaotisch bunte und dennoch schlüssige Sortiment, das dem Geschäft seinen Flair gibt. Fast könnte man meinen, Ebner hätte die Long Tail Theorie auf Wiens Straßen übertragen. Er setzt nicht auf Bestseller und hat keine Angst vor Ladenhütern. Er rettet Dinge, die rettungswürdig sind und meint: ‘Ich traue mich das einfach.‘
(2) Die Lage
Viele Antiquitätenläden sind verstaubt, modrig, siedeln sich in Industriezonen oder Randbezirken an. Ebner wagte den Schritt in die Innenstadt und ‘residiert’ gleich um die Ecke von Wiens größter Einkaufsstraße.
(3) Das Herzblut des Unternehmers
Erich Ebner ist kein abgebrühter Antiquitätenhai, sondern Handwerker (er renoviert und tapeziert gekonnt selbst), Sammler, Historiker, Händler, Philosoph, und Werbefachmann in einem. Vor allem aber ein Mensch der den Geschäftssinn in Herz und Hirn trägt. Und er versteht was seine Kunden wollen.
Persönlich führt er jeden Besucher durch sein Geschäft und meint: ‘Sachen, die den Leuten Freude machen‘, das gefällt ihm. ‘Wenn die beim Reinkommen ein Grinsen auf dem Gesicht haben, wenn Erinnerungen wach werden‘, dann fühlt er sich beschenkt.
Mehr über Design 2nd Hand gibts auf der Homepage, schade allerdings, dass diese das Flair nicht rüberbringt. Aber weiß, vielleicht erleben wir ja noch mehr: Ein Blog in dem Erich Ebner sein Fachwissen und Geschichten mit uns teilt? Einen eShop? - Spätestens dann dürfte der Stil-Mix-Shop Kultstatus erreichen.
Ich wünsche weiterhin viel Erfolg, Herr Ebner! Bei meiner nächsten Wien Reise werde ich nicht wieder am Ruhetag vor Ihrer Auslage vorbeilaufen - versprochen!
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Muss es immer mehr Verkaufsfläche sein?
Ich mag Geschichten über kleine Kaufleute, denen es gelingt, direkt neben großen Platzhirschen erfolgreich zu sein.
Ein schönes Beispiel ist jenes von Thomas und Ramona Gietl, die sich im Tiroler 1.000 Seelen Dorf Schönberg einen Traum erfüllt haben - und das ein paar hundert Meter neben einem Tiefpreis-Diskonter von Hofer.
Being Spaces ist das Schlagwort zu dem, was Ramona und Thomas nach der Übernahme des Geschäfts mit Hausverstand umgesetzt haben: Kurzerhand wurde ein altmodischer Supermarkt in einen trendig-stilvollen Cafe Laden umgestaltet.
‘Wir wollten wieder einen Treffpunkt schaffen, wo man ein bisschen ein Dorfleben hat. Wir wollen der Anonymität entgegentreten. Zudem wollen wir mit vielen regionalen Partnern zusammenarbeiten’, sagte Ramona anlässlich der Eröffnung vor gut einem Jahr. Und das ist gelungen!
‘Im 60 m² großen Café bieten wir Ihnen neben Getränken und Snacks auch eine abwechslungsreiche Wochenkarte’, steht stolz auf der Homepage der Gietls. Das frisch zubereitete Tagesmenü (’Schmankerln’) findet man im Internet. Abends kann das Lokal für Feste und Feiern gemietet werden. Wer lieber daheim bleibt, nutzt das Catering-Service.
Das eigentliche Geschäft misst 160m2 und beinhaltet alles, was das Dorfleben verlangt - und hergibt: Frisches Brot, Fleisch einer lokalen Metzgerei, Blumen vom Gartenbauer aus dem Nachbarsdorf, Services die einst Postämtern vorenthalten waren, Annahme für Textilreinigung und Fotoausarbeitung - auf Wunsch auch online.
Ideen gibt es genug. Erfolgreich umgesetzte Beispiele auch. Trotzdem glauben andere, ihre Rettung ausschließlich im Vervielfachen von Verkaufsflächen und einer Angleichung des Sortiments an große Supermärkte zu finden. Weil es (leider) oft hieran mangelt:
.: Der Bereitschaft, traditionelle Pfade zu verlassen,
.: abgedroschene Geschäftsmodelle zu überdenken,
.: Veränderungen zu akzeptieren,
.: sich über den Tellerrand hinauszulehnen, und
.: Mut zur Umsetzung alternativer Ansätze zu entwickeln.
Differenzieren ist erfolgsversprechender als Kopieren - und macht ungleich mehr Spaß! Wer über seinen Schatten springt, hat gute Aussichten darauf, sich gemeinsam mit Ramona Gietl zu freuen:
‘Wir haben einen Traum umgesetzt und haben für die nächsten 30 Jahre einen sicheren Arbeitsplatz. Mit guten Ideen und viel Herzblut ist fast alles machbar.’
Gefunden habe ich die Geschichte der Familie Gietl im neuen (Tiroler) Westmagazin, einer Zeitschrift die es (dank gut recherchierter Beiträge und einer gesunden Portion spitzer Feder) schon mit der ersten Ausgabe geschafft hat, mich unübliche 2 Stunden vor einem Print-Magazin zu fesseln.
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