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Genial: Inhalts-Korrekturen (für Blogs) zum Nulltarif
Sie wollen die Qualität Ihrer Webseite verbessern, sich aber keinen eigenen Korrekturleser leisten? gooseGrade ist ein Service das genau dafür ins Leben gerufen wurde. Korrekturlesen zum Nulltarif, und dennoch finden sich genügend Menschen die mithelfen, Ihre Inhalte zu verbesern.
“The editor formerly known as audience”, ist eine Textpassage die das Crowdsourcing-Service hervorragend beschreibt. Menschen die einst “nur” Leser von Internetseiten waren, können aktiv an der qualitativen Verbesserung mitarbeiten.
gooseGrade is a free widget that allows you to suggest spelling, grammar, factual, and other corrections to authors who have installed it on their blog.
Der Schwerpunkt liegt (vorerst?) auf (englischssprachigen) Blogs, oder besser: Internet-Seiten die RSS Feeds mitführen. Warum? Weil die meisten Webseiten (leider) immer noch keine RSS Feeds (» Hilfe, was ist das?) für neue Inhalte anbieten. Zudem möchte gooseGrade Bloggern zu noch professioneller formuliertem Content verhelfen.
Gibt es auf einer Seite neue Inhalte, erscheinen diese auf der Startseite von gooseGrade. Mitglieder der Community entscheiden z.B. nach Themen an welchen Korrekturen sie mitarbeiten wollen.
Das System ist einfach und gerade deshalb genial. Ich stelle gooseGrade hier weniger aufgrund seiner Leistungen vor, sondern vor allem weil ich das Spiel mit verschiedenen Anreizsystemen zu experimentieren immer wieder faszinierend finde. gooseGrade hat folgendes Modell gewählt.
Wer seine Seite bei gooseGrade für Korrekturen freigibt, dessen Inhalte erscheinen regelmäßig auf der Plattform von gooseGrade (Mulitiplikations-Effekt). Jede Seite startet mit einem Wert von 100 Punkten. Wird eine Korrektur vorgeschlagen, verringert sich der Wert um einige Punkte und wird erst dann wieder hergestellt, wenn der Seitenbetreiber die Korrektur ablehnt oder bestätigt. Das zwingt den Seitenbetreiber zur aktiven Teilnahme. Wer gooseGrade nur in seine Seite integriert, um eine Publikationsplattform für seine Inhalte zu missbrauchen, hat schnell verloren.
“Warum machen Menschen bei sowas mit?”
GooseGrader (das sind Mitglieder der Community) die Korrekturen vorschlagen, erhalten ebenfalls Ranking-Punkte. Wird eine Korrektur angenommen mehr, wird sie abgelehnt, ein paar weniger. Neben dem Spieltrieb im Ranking möglichst weit oben zu stehen, oder dem ideologischen Ehrgeiz bei der Weiterentwicklung seiner Lieblings-Blogs zu helfen, bietet gooseGrade noch etwas: Eine gute Bühne für Korrekturleser oder Studenten, um auf sich aufmerksam zu machen. Die abgegebenen Korrekturen dienen gleichzeitig als Arbeitsproben. Würde mich nicht wundern, integriert gooseGrade demnächst eine Jobvermittlung.
Nun mag manch einer sagen, dass es ihm/ihr egal sei ob das Blog voll von Fehlern ist oder nicht, weil gerade das die Authentizität und das Gesicht eines Blogs ausmachen. Trotzdem gibt es für gooseGrade genügend Einsatzmöglichkeiten, man denke z.B. an viele Business Blogs.
Gründungs-Story
Jedem Unternehmen seine Entstehungsgeschichte. Die von gooseGrade ist kurz und bündig und glaubwürdig. gooseGrade entstand aus einem “Leidensdruck” heraus, wie Mitgründer John Brooks Pounders (23, Student) erzählt.
“As a blogger, I was used to receiving e-mails from conscientious readers saying it’s ‘its’ not ‘it’s’. The idea sort of grew from there.”
Und die Idee wuchs genau in die richtige Richtung, denn m.E. wurde gooseGrade hervorragend umgesetzt, congratulations John! Offiziell in Betrieb gegangen ist gooseGrade Anfang Oktober 2008.
Das Beispiel gooseGrade zeigt wieder einmal, dass Crowdsourcing kaum Grenzen gesetzt sind.
www.goosegrade.com (Blog, Twitter) via Crowdsourcing Directory - thanks, Carl, great link!
Nachtrag 21.10.2008
John hat mir per eMail mitgeteilt, dass derzeit an internationalen Versionen von gooseGrade gearbeitet wird - einschließlich Deutsch.
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Video fürs Wochenende: Power Point und Zahlenspiele
Der Künstler Chris Jordan liefert ein Paradebeispiel dafür ab, wie man Statistiken und Zahlen so visualisiert, dass sie nicht nur jeder versteht, sondern dass das Publikum gefesselt zuhören muss.
Eine Wohltat sich diese 11 Videominuten anzusehen. Vor allem angesichts der Tatsache, dass ich in den letzten beiden Wochen wieder in viel zu vielen Präsentationen gesessen bin, wo langweilige Excel Zahlenbalken die Hauptattraktion auf den Power-Point-Folien waren.
So ganz “nebenbei” überzeugt mich Chris auch mit perfekter (Körper-)Sprache und Leidenschaft zu seinem Thema. Great art, gorgeous presentation, Chris!
Weitere Artikel und Videos zum Thema Präsentieren und PowerPoint »
Gefunden bei: Spreeblick
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Gib’s auf! Marketing-Blogs bringen nichts.

Oder etwa doch?
“In der Marketing- und Kommunikationsbranche gibt es besonders viele Fachblogs, zumindest ist dies mein Eindruck. Interessant einmal nachzufragen, warum sie gestartet wurden und was sie bringen,” meint Michael van Laar und fragt einige Blogger nach deren Erfahrungen mit ihren eigenen blogs.
Hier meine Antworten auf die 4 Fragen, womit gleichzeitig drei noch offene eMails von Diplomanden erledigt sind, da Eure Fragen in die beinahe gleiche Richtung gehen:
Seit wann gibt es das Blog?
ANDERS|denken gibt es seit März 2006.
Was war der Auslöser, um das Blog zu starten?
Ursprünglich nur der Wunsch nach einer simplen Datenbank, um für Vorträge und Präsentationen schnell und gut sortierte Beispiele für außergewöhnliches Marketing und neue Geschäftsmodelle parat zu haben. (Mehr siehe auch dieser Beitrag.)
Welchen Zweck hat das Blog?
Siehe Auslöser. Darüber hinaus: Mehrwert für meine Kunden, Möglichkeit (beinahe täglich) mit ihnen in Kontakt zu bleiben, ohne Sie mit Werbeflyern und Newslettern vollzumüllen - (Permission-)Marketing ohne einen Euro Werbebudget sozusagen, denn für die selbe Reichweite müsste ich einige ganzseitige Anzeigen in Zeitungen schalten… und dann wären da noch die Streuverluste … nein, danke! :-)
Was hat das Blog bisher „gebracht“?
Zum Glück seinen Zweck erfüllt, viele neue Kunden und spannende Aufträge, tausende Abonnenten und Leser und viele neue Kontakte. ANDERS|denken ist längst zu meinem wichtigsten (weil selbstlaufendem) Akquisekanal geworden. Interessanter Nebeneffekt: Bei meinen Aufträgen geht es heute zu 80% um Projekte, bei denen das Internet und seine Möglichkeiten eine zentrale Rolle spielen.
Am meisten bin ich aber dankbar für neue Ideenimpulse, Linktipps zu Beispielen die ich anders nicht gefunden hätte und den vielen Kommentaren, die immer wieder dazu beitragen den Horizont zu erweitern.
Weitere Antworten…
Ich bin neugierig, was andere KollegInnen wie Dieter Rappold, Burkhard Schneider, Nicola Simovic, Karin Schmollgruber, die Jungs von Brainwash, Martin Schobert und Markus Hübner, auf die selben Fragen antworten werden.
PS: Danke, Karin, fürs Zuwurfes dieses “Stöckchens” und auch dir, Michael, für die kurzen Fragen zur Selbstreflexion. Bin gespannt auf deine Zusammenfassung “Was Marketing-Blogs wirklich bringen”.
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Alte (diktatorische) Welt vs. Neue (partizipative) Welt
Do-it-yourself Mode-Schmuck ist nichts Neues. In der Motivation die eigenen Designs zum Leben zu erwecken besteht allerdinge eine große Kluft zwischen Amerika/Großbritannien und Deutschland/Österreich.
Die beiden deutschen Start-Ups Julie & Grace und Pearlfection lösen diesen Engpass, indem sie für ihre Kunden die Produktion übernehmen. Die Hamburger Julie & Grace produzieren in Bali, Pearlfection (München) lässt die Designs in Deutschland verwirklichen.

Ganz im Stil der “2.0 Kultur” bieten die Unternehmen Hobby Designern die Möglichkeit, ihr Taschengeld ein wenig aufzubessern, oder einfach nur Spaß und Stolz daran zu haben, wenn die selbst entworfenen Designs auch von anderen Menschen gekauft werden. Der/die DesignerIn verdient am Verkauf mit. Die Provisionen werden selbst festgesetzt.
Traditionelle Geschäftsmodelle
Selbst Designs erstellen ist auch beim Schweizer BijouDesigner möglich, allerdings habe ich hier keine Möglichkeit an meiner Kreativität zu partizipieren. Die designten Schmuckstücke können “nur” für den Eigenbedarf bestellt werden. Braver Individualisierungs-Ansatz allerdings ohne echtes Erlebnis, Mundpropaga- oder Wiederbesuchspotenzial. Hier schaue ich nur dann vorbei, wenn ich auch tatsächlich Kaufabsicht habe.
Noch ein Beispiel passt in diese Reihe: Swarovskis “Create your Style Community Ansatz. Hier erkennt man zwar deutlich den Community Trend dem zur Zeit viele Konzerne hinterherlaufen, allerdings lässt der Ansatz die zentralste Frage offen: Was ist der Mehrwert dieser Community?

Auf der Seite von Swarovski bietet zwar ein Online Designer seine Dienste an, mehr ist aber (noch) nicht erkennbar. Wozu also meine Daten einem Konzern ausliefern, wenn ich mich alternativ auch auf Facebook mit tausenden anderen Glitzer-Steinchen- und Fashion Addicts austauschen kann?
Leider vergessen zu viele “Bauen wir uns auch mal schnell eine Community” Projekte “alter” Unternehmen auf diesen entscheidenden Faktor oder versuchen ihn erst dann zu kommunizieren, nachdem die Projekte in langwierigen Projekten bis zur vermeintlichen Perfektion konzerintern verfeinert und abgetestet worden sind. Im Falle von Swarovski wird es vielleicht funktionieren - die Marke ist megastark und hat weltweit Hundertausende Fans. Bei anderen Unternehmen werden ähnlich konservative Versuche verdammt schief gehen, lediglich eine Menge Geld verschlingen und zu Frust-getriebenen Rundumschlägen (”Blase…”, “Alles nur ein Modetrend.”,…) führen.
Alte Welt vs. Neue (demokratisierte) Welt
Ich mußte gestern auf dem Weg in unsere Manufaktur drei große Umwege fahren, weil sich endlose Konvois in Richtung Meer geschoben haben (der längste aus über 100 Bussen und LKWs (!), auf deren Ladeflächen oben sehr festlich gekleidete Balinesen unterwegs waren). Am Strand wurden den Göttern dann Opfergaben erbracht und es erfolgt die Reinigung der Seele. [...]
[Quelle: J&G Blog]
Eine gesunde Portion Offenheit und Storytelling abseits von Produktkatalogen schaffen Neugier und erzeugten emotionale Bindung. So berichtet J&G Kopf Markus Bosse in seinem Blog regelmäßig über seine Erlebnisse auf Bali, und spricht dabei auch ganz offen über die vielen Herausforderungen beim Auf-/Ausbau der Produktion. Als Fan von J&G kann ich die Entwicklung des Unternehmens hautnah miterleben. Der Leser beschäftigt sich freiwillig und gerne intensiv mit dem Unternehmen, und erzählt u.U. sogar die eine oder andere Geschichte weiter.
Aus den 4 Beispielen kann man vor allem eines ablesen: Den Unterschied im Versuch, lediglich Realwelt-Geschäftsmodelle ins Internet zu kopieren, oder mit Varianten zu kombinieren und zu experimentieren, zu denen das Internet die perfekten Grundlagen bietet. Die beiden letzten Beispiele haben das m.E. noch nicht ganz geschafft.
Sie sind im ersten Schritt des Prozesses Kunden in den Wertschöpfungsprozess zu integrieren und Teil einer Erlebniswelt werden zu lassen hängen geblieben: Der Demokratisierung und des zur Verfügung-Stellens von Produktionsmitteln.

J&G und Pearlfection gehen über diesen Schritt deutlich hinaus. Nicht nur stellen sie mir ein Produktionsmittel (Design Tool) zur Verfügung, sondern auch ihre Produktionskapazitäten und ihre Vertriebsplattform (Demokratisierung des Vertriebs). Beide unterstützen mich als Verkäufer zudem beim Zugang zu Nischenmärkten (Long Tail) und dabei, mein Angebot in den Weiten des Internet (und Shops - vgl. J&G Geschäftskundenbereich) auffindbar zu machen.
Themenverwandt und demnächst hier im Blog:
Links und Screenshots:
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Sonntagsgeschichten: Marketing eines Nicht-Marketers

Leser dieses Blog wissen, dass ich Geschichten mag. Besonders solche die das Leben schrieb. Ich lese Geschichten gerne in (guten) Blogs, aber noch lieber lasse ich sie mir bei einem hervorragenden Glas Wein erzählen.
Im Anschluss an meinen Vortrag über Web2.0 im Tourismus bei den Europa Wanderhotels erzählte mir der Hotelier Hermann Grubauer seine Geschichte, die 1976 in Brasilien begann. Dort lebte und arbeitete er 5 Jahre lang in den Regenwäldern des Amazonas mit zwei Indianerstämmen. Die Indios lehrten ihn das, was heute Grundlage für den Erfolg seines Wanderhotels Tuxtertal ist, die er von der 18 Betten Pension zum 4-Sterne Hotel geführt hat.

„Weißt du“, begann Hermann, „vielen Hoteliers hier geht es heute noch viel zu gut. Sie sind zu satt. Darum haben sie die Zeichen der Zeit nicht erkannt und wollen sich nicht verändern. Nur der Hunger lässt auch die einfachste Nahrung zum Festmahl werden. Aber je stärker der Magen schon knurrt, umso schwerer ist die Jagd.“
„Ich mache kein Marketing!. Wozu auch? Viel lieber als um tausende Euro Anzeigen in Zeitungen zu kaufen rede ich mit Menschen. So wie du das in deinem Vortrag über dieses Web2.0 erklärt hast. [...] Ja, ich verstehe, dass Menschen sagen das koste viel Zeit. Aber wer sich diese Zeit nimmt wird schnell verstehen, dass sich die Investition lohnt. [...]
Vor einigen Jahren traf ich auf eine Gruppe Deutscher die der Festen Überzeugung waren, das Wandern sei nichts für sie. Kurzentschlossen fuhr ich nach Deutschland und lud sie zum Wandern durchs wunderschöne Saurland ein. Das ganze „Marketing“ (wenn du es so nennen willst) hat mich lächerliche 600 Euro gekostet – inklusive Essen und Getränken. Heute lieben sie das Wandern und kommen jedes Jahr zu mir – mit ihren Familien, Freunden und den Freunden ihrer Freunde. Die 600 Euro haben sich längst bezahlt gemacht.“
Hermann Grubauer ist ein bescheidener und authentischer Mensch – das hat ihn zur Marke gemacht. Grenzüberschreitend. Medien (auch Finanz- und Wirtschaftsmagazine) lieben ihn und zitieren ihn gerne – vor allem deutsche, denn leider trifft auch auf ihn das Sprichwort des Apostels im eigenen Land zu, und so manchem Werber aus der eigenen Heimat sind seine Worte ein Dorn im Ohr.
“Vergiss den Profit. Der kommt von selbst – aber nur wenn du dich wohlfühlst und im Einklang mit deiner Umgebung lebst. Es gibt kein Ich. Die Indios lehrten mich, dass nur das Wir die Wärme schafft, die man zum Leben braucht.”
Auch wenn Hermann sagt er mache kein Marketing – sein Handeln ist Marketing. Marketing in seiner edelsten Form und ohne großes Werbebudget. Marketing das auf Dialog basiert. Anstatt nur über sich selbst zu reden redet Hermann Grubauer mit Menschen. (Mühsames) 1:1 Marketing durch das Beziehungen, Mundpropaganda und Begeisterung entstehen.
“Die Herzlichkeit und Ehrlichkeit mit der man Menschen begegnet, kommt tausendfach zurück.”
Warum dieser Beitrag? Nicht nur weil es auch bei Web2.0 stets um Authentizität, Gespräche, Beziehungen, Mundpropaganda und Glaubwürdigkeit geht. Vor allem deshalb, weil vielen von uns Hermanns Verständnis von Marketing nicht mehr vertraut ist. Zu sehr haben wir uns an die jahrzehntelange Marktschreierei von Werbern und aufdringliches Push Marketing gewöhnt.

Ich bedauere sehr dass Hermann (noch) kein eigenes Blog betreibt und seine Erlebnisse, Erfahrungen und Einstellungen so auch mit Menschen teilt, die es nicht eben mal schnell auf einen Kaffee ins weit entfernte Lanersbach (Zillertal, Österreich) schaffen, aber vielleicht soll es so sein dass sie nur dort erzählt werden.
Das Gespräch mit Dir, lieber Nicht-Marketer Hermann Grubauer, hat gut getan. Sehr gut sogar. Vielen Dank dafür!
www.tuxertal.at | www.mittirolerherzblut.com
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Gästebuch oder Blog?
Im Anschluss an einen Vortrag im Rahmen der Jahresklausur der Europa Wanderhotels führte ich eine längere Diskussion mit Hoteliers über die Unterschiede zwischen Gästebüchern und Blogs. Hier eine Zusammenfassung für jene die an der Diskussion nicht teilnehmen konnten.
Gedanken zu Gästebüchern
Gästebücher sind auf Hotelseiten ja nahezu Standard. Ebenso Standard sind aber auch die oft recht spärlichen, unsortierten und später kaum noch auffindbaren Einträge von Gästen. Fakt ist auch, dass sich nur die wenigsten Betreiber von Gästebüchern mit eigenen Einträgen beteiligen und schon gar nicht kommt ein Dialog mit Gästen auf. Auch haben Gäste kaum Anreize das Gästebuch später wiederzubesuchen - Kundenbindungseffekt Null.
Gästebücher stammen aus den Urzeiten des Internet und ich muss mir die Frage stellen, ob Besucher meines Webauftritts den zensierten Gästebuch-Einträgen tatsächlich noch Glauben schenken - immerhin leben wir in einer Zeit in der jeder von uns schon einmal Einträge in Bewertungsplattformen besucht hat. (Vgl. Hotelsterne waren gestern.)
Mehrwert(?) von Blogs
Offensichtlichster Unterschied zwischen Blog und Gästebuch: Im Gästebuch geben Gäste das Thema vor, bei einem Blog wechselt der Blogbetreiber von der passiven in eine aktive Rolle und gibt mit seinen Einträgen den Startschuss für die Richtung der Kommentare seiner Leser.
Ich als Autor bestimme das Diskussionsthema - häppchenweise und in regelmäßigen zeitlichen Abständen (nicht im Überfluss wie auf der Homepage, auf der sich kaum jemand die Zeit nimmt all meine Inhalte zu lesen).

Beispiel Beiträge DolceVita Hotelblog
Meine Gäste, Leser, Freunde fordere ich dazu auf ihre Meinungen abzugeben. In weiterer Folge kann ein Blog durchaus wieder eine Art Gästebuchcharakter entwickeln, allerdings mit echtem Dialogeffekt. Wichtig aber gleichzeitig zu erwähnen dass nur ganz wenige Blogs es schaffen, Einträgen lange Diskussionen folgen zu lassen (heißt aber keinesfalls dass die Leser an den Inhalten nicht interessiert sind!).
Blogleser entscheiden selbst ob das Lesen eines Blogs persönliche Relevanz hat oder nicht. Für Erfolg oder Misserfolg bin ich selbst verantwortlich. Bin ich als Touristiker nicht in der Lage Geschichten zu erzählen die meinen Gästen einen Mehrwert bieten, die sie gerne lesen oder sie gar begeistern, spare ich mir die (niedrigen) Kosten für die Einrichtung eines Blogs, und döse weiter als Gästebuch Wächter auf meiner Couch.
Praxisbeispiel einer anderen Branche: Steirerbluat

Ob jemand das klassische Gästebuch durch ein Blog ergänzen oder ganz ersetzen will oder nicht ist auch Geschmackssache. Schauen wir ein wenig über den Tellerrand und lernen aus anderen Branchen.
Bei der Konzeption der Internetstrategie der österreichischen “Alpenpop-Band” Steirerbluat haben wir diesen Schritt bewusst getan, und das Gästebuch durch ein Tourtagebuch (Blog) ersetzt. Warum?
- Weil Fans und Konzertbesucher so direkt jene Events kommentieren die sie gerade besucht haben, und
- das Blog mehr Ordnung in die einstigen Gästebucheinträge bringt.
- Zudem erleichtert es den Mitgliedern der Band einen strukturierteren Dialog mit Fans,
- bietet zahlreiche Möglichkeiten zu Interaktivität und Bindung (vgl. Voting Ötzi vs. Steirerbluat)
- ermöglicht die Einbindung von Videos und Tourfotos die im eigenen YouTube bzw. Flickr Channel abgelegt sind.
Interessant auch der Kulturwandel der sich in der Denke der Künstler vollzogen hat.
Früher waren Fotoapparate auf Konzerten ungern gesehen. Mittlerweile fordert Christian Hütter, Boss von Steirerbluat, die Fans per Blog sogar dazu auf Fotos von Konzerten ins Netz zu stellen, an Freunde weiterzuschicken, mit dem Namen der Band zu “taggen” und integriert die Fanfotos per Plugin direkt ins Blog.
Eine Öffnung und ein Feature an das sich selbst Fans erst noch gewöhnen müssen :-) [Vgl.: Fans gestalten Webauftritt mit]
Wie sieht es mit Kritik aus? War früher auf Konzerten die Stimme des Sängers einmal nicht so verträumt oder rockig wie gewohnt, häuften sich im Gästebuch Fragen dazu auf. Heute kündigen die Bandmitglieder das sogar im Vorfeld selbst an, weisen darauf hin dass trotz Grippewelle das Konzert stattfinden soll, ernten dafür von den Fans Genesungswünsche und anstatt Kritik aufgrund enttäuschter Erwartungshaltungen freuen sich die Fans dass die Veranstaltung trotz erschwerter Bedingungen überhaupt stattgefunden hat. Äußert sich tatsächlich mal ein Fan kritisch, so sind es andere Fans die zur Kritik Stellung nehmen - eine wesentlich glaubhaftere Vorgangsweise als Dementi aus der PR-Abteilung.
Suchmaschinen
Um den Kreis wieder in Richtung Hotel zu schließen: Hoteliers werden verständlicherweise immer sehr hellhörig wenn es um Suchmaschinen geht. Auch hier gibts große Unterschiede zwischen Blog und Gästebuch. Raten Sie selbst was sich wohl besser dafür eignet um seine Visibility bei Google zu erhöhen.
Vor einigen Wochen präsentierte DJ Ötzi seinen neuen Hit “I will leb’n” im deutschen Fernsehen - der Hit ist eine Cover Version von Steirerbluat. Zeitgleich mit dem TV Auftritt veröffentlicht Steirerbluat einen Blogeintrag in dem Fans von der Cover Version erfahren haben. Angenehmer Nebeneffekt: Bereits 70 Minuten stieß jeder der bei Google nach dem neuen Hit von DJ Ötzi suchte auf das Original von Steirerbluat - wochenlang sogar noch vor den wesentlich kapitalintensiveren PR-Kampagnen von DJ Ötzi. Ein Effekt der weder (oder nur kostenintensiv) mit einer klassischen Homepage und schon gar nicht mit einem Gästebuch erzielbar ist.
Gästebuch oder Blog?
Warum stellen wir die Frage überhaupt? Warum gibt es für manche Menschen immer nur “entweder oder”? Warum nicht “sowohl als auch”? Das Gästebuch ist das Stammbuch wie es jeder in Form von Freunde-Alben aus der Kindheit kennt. Blogs sind nicht nur Internettagebücher.
Blogs können - um in der Sprache von Touristikern und Gastronomen zu reden - Stammtische sein um die sich Freunde unabhängig von Zeit und Aufenthaltsort versammeln, sich Geschichten erzählen und Gespräche führen. Warum also entweder oder? Die beste Lösung besteht darin Synergien zwischen beiden zu nutzen. Ein Praxisbeispiel dazu folgt…
Linktipp:
Wen auch technische Unterschiede zwischen Foren, Blogs oder Chats interessieren, liest Erläuterungen dazu bitte in diesem Beitrag bei Robert Basic nach.
PS: Christian, ich gratuliere Euch zum erstmaligen Aufstieg in die Top 20 der österreichischen Charts! (Hoff ich hab damit nicht zuviel verraten :-)
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Wer warst du? - Flachbildschirm im Grabstein
“Dinge die die Welt nicht braucht?” oder “so sehen Friedhöfe der Zukunft aus”? Diese Frage stellt sich auch Burkhard Schneider angesichts dieser Erfindung: Bildschirme in Grabsteinen.

Ein Computer mit LCD Bildschirm wird in eine Aussparung am Grabstein eingesetzt. Strom kommt von einer Batterie oder der Sonne. 1-3 Minuten dauern die individuellen Infos über den Verstorbenen. Größtes Manko am derzeitigen Entwicklungsstand:
Täglich kann man den Computer etwa drei mal in Betrieb setzen. Im Dunkeln und unter null Grad funktioniert das Gerät leider nicht.
Henk Rozema, Erfinder der digitalen Grabsteine, hat - wie es sich heute für neue Geschäftsideen gehört, natürlich auch ein Blog. In dem erzählt er, warum seine Idee ein Erfolg werden soll:
Bei jedem von uns beginnt nach der Geburt der Hauptteil des weltlichen Seins Information. Die Geburt wird mit Kärtchen und Anzeigen bekanntgemacht. Die Heirat ebenso. Die letzten irdische Informationen sind Trauerbriefe und Traueranzeigen. Ist das wirklich die letzte Information? Nein! Informationen setzt sich auf Grabsteineinen oder Urnenwänden weiter fort. Was wir lesen ist die Summe des Lebens. Auf einer Grabplatte kann man den Namen des Verstorbenen, das Geburtsdatum und den Todestag hinterlassen. Manchmal auch Bibeltexte,Gedichte und letzte Grüsse. [...]
Grabplatten sind oftmals mit vergilbten Fotos und Bilder auf Emailschildern verziert. Auf Kindergräbern legen wir Teddybären oder Puppen. Um die Erinnerungen lebendig zu erhalten, möchten Hinterbliebene für geliebte Menschen eine Gedenkstätte einrichten, die mehr aussagt als ein Grabstein.
Die Digigrabplatte ermöglicht es uns mehr über unsere geliebten Verstorbenen in Erinnerung zu halten. Eine Grabplatte mit dem Namen und weiteren digitalen Informationen wird wahrscheinlich mit mehr Interesse und Besinnlichkeit besucht werden. Mit einem Computerprogramm könnten wir zum Beispiel persönliche Erlebnisse, Beruf, Lebensverhältnisse, Gedichte und Bibeltexte viel informativer darstellen, als es mit herkömmlichen Grabsteinen möglich ist.
Zu teuer? - Es geht auch günstiger
Wem die Idee grundsätzlich gefällt aber mit rund EUR 5.000 (noch) zu teuer ist, der kann sich vorläufig auch mit Semacodes weiterhelfen. Regelmäßige ANDERS|denken Leser wissen was ich meine, andere schauen bei diesem Beitrag vorbei.
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Vermisst dich wer?
Wer selber ein Blog betreibt kennt das: Man schreibt vielleicht mal weniger als sonst und schon fragen Leser, Freunde und Kunden nach, was los ist oder wann es endlich weiter geht.
Eigentlich gleichzeitig ein gutes (wenn auch wie viele Marketingaktivitäten von Controllern verachtetes weil nicht in € quantifizierbares) Messkriterium für den Erfolg Ihrer Blogaktivitäten (unter der Annahme dass Sie auch wirklich etwas zu erzählen haben und einfach nur “da” sind):
Ihre Leser werden Sie vermissen wenn Sie nicht mehr da oder zwischendurch mal “leiser” sind. Wer Ihrer Kunden vermisst hingegen IhrenNewsletter, Ihre Werbeflyer und Postwurfsendungen oder wem Ihrer Kunden fällt auf, dass Ihre Homepage seit Jahren nicht mehr aktuell ist?
Thanks to Steve Crane for providing the wonderful picture.
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Trends 2008+

Wer auf Wortkombinationen von Trendforschern steht (virtueller Protest, Karma Kapitalismus, weiblicher Chauvinismus…) wird auf auf Karte von Ross Dawson fündig werden.
Nowandnext.com and Future Exploration Network have once again collaborated to create a trend map for 2008 and beyond. [...] the 2008 map is derived from Shanghai’s underground routes. Limited to just five lines, the map uncovers key trends across Society, Politics, Demographics, Economy, and Technology.
Abgesehen von den Inhalten eine gute Idee einer etwas anderen Visualisierung nämlich ohne Power Point Standard-Aufzählungszeichen. Thanks Ross!
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Warten

“2007 war das Jahr in dem es so viele gute Möglichkeiten gegeben hätte”, meinte ein Freund von mir neulich. “Was wirst du 2008 anders machen?” frage ich ihn. “Alles, aber vorher muss ich die ganzen liegen gebliebenen Dinge vom alten Jahr aufarbeiten, mich um neue Aufträge kümmern und dann sehen wir weiter.”
In 10 Wochen ist Ostern, dann kommt der Sommer, im Herbst gehen deine Kinder zur Schule und bald wird wieder Weihnachten sein…
Leg deinen Frust über die “verpassten Chancen 2007” endlich ab, du bekommst keine zweite Chance - aber wie wärs damit jetzt enige Stunden zu investieren, damit du in 12 Monaten vom Jahr der genutzten Chancen sprechen kannst?!
Let me sit here and wait
Lower my self and rest
I can see better
I can feel better
The light snaking on the rail ahead
The rumble on my feet
I am older and wiser
I am shorter and slower
but I am smarter
I am predictable
I am unlike the random gum spots
on the yellow caution
I am sticking to this pole
not because I am old…
I like the feel of steel nubs
on my back!
Foto: Flickr | Thanks Moriza for sharing this great picture!
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Robert Stephens, Geek Squad (Video für Wochenende)

Robert Stephens hat mit Geek Squad ein Paradebeispiel für Differenzierung durch Emotionalisierung und Service geschaffen. Die Idee des mit 200 Dollar gegründeten Unternehmens: Computer reparieren und gleichzeitig aus langweiligem IT-Service ein Erlebnis zu machen.
In schwarz-weiß lackierten VW Beetles, dunklen Anzügen, weißen Hemden und Krawatten treten die Geek Squad Techniker auf. Die Sohlen ihrer Schuhe hinterlassen Logo-Abdrücke auf weichen Untergründen oder der Straße. Sie nennen sich selbst Agenten und es gibt schon über 17.000 von ihnen. Geek Squad ist heute das größte IT Support Unternehmen Nordamerikas.
Die Ideen mit denen Robert seine Kunden immer aufs neue begeistert holt er sich vor allem aus anderen Branchen. Das nachstehende Video dauert nur 2 Minuten. Es macht jedoch Spaß Robert zuzuhören, wie er auf der “Advertising Age’s, The Idea Conference” Marketern sein Verständnis vom “Blick über den Tellerrand” erklärt.
Stephens Theorie wie man Mitarbeiter jedes Unternehmen zum Entwickeln innovativer Ideen anregen kann: Durch Hunger.
“Large companies want to be nimble, that’s why they go to “idea” conferences. I suggest starve departments of money.”
Das Zitat das mir am besten gefällt ist im Kurzvideo leider nicht enthalten, nachlesen kann man es aber bei FastCompany.
Wer Lust auf mehr hat für den gibt es noch 2 weitere Videoempfehlungen:
Tipp 1: Eine 17minütige Präsentation von Robert Stephens
Tipp 2: Die Geschichte von Geek Squad (9min).
Tipp 3: Den allerersten Werbespot der Geek Squad.
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Strickende Omas und bunte Socken
Socken strickende Omas sind (zumindest hierzulande) nichts Besonderes und zumeist hoffnungslos “ausgebucht” weil die gesamte Verwandtschaft (vor allem vor Weihnachten) “Bestellungen” aufgibt. Dass Omas ihre Socken übers Internet verkaufen (lassen), ist dann doch wieder etwas Selteneres.
15 echte Sockenspezialistinnen fertigen deine Wunschsocken an. Raffinierte Strickmuster und verwöhnte Füsse haben uns überzeugt. Wir haben sie auserkoren, damit sie sich für dich auf die Socken machen. Unsere Net Grannys bieten dir ihre ganz persönlichen Lieblingssocken an.
Die NetGrannies sind eine Erfindung (oder sagen wir lieber die geschickte Verknüpfung von Tradition, mit moderner (Vertriebs-)Technik) des Schweizer Modelabels Tarzan. NetGrannies ist ein gelungenes Projekt mit sozial nachhaltigem Ansatz, von dem viele Unternehmen wieder einmal eines lernen können: Wie man Storytelling, also Geschichten rund um Unternehmen, Mitarbeiter und Produkte zu erzählen.

Jedes Paar Socken kommt mit einer Geschichte zur Oma (z.B. Granny Dorli: “Als Kinder sassen wir singend auf der Quitte und haben gestrickt”), und transportiert so nicht nur ein anonymes Produkt, sondern baut vom ersten Berührungspunkt an Emotionen auf.
Spezieller Gag: Überraschungssocken für EUR 26 das Paar. “Lass dich vom Design der Granny überraschen!” - Das hatten wir hier übrigens schon einmal.
www.netgranny.ch via Best Practice Business
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