Trends 2008+

Wer auf Wortkombinationen von Trendforschern steht (virtueller Protest, Karma Kapitalismus, weiblicher Chauvinismus…) wird auf auf Karte von Ross Dawson fündig werden.
Nowandnext.com and Future Exploration Network have once again collaborated to create a trend map for 2008 and beyond. [...] the 2008 map is derived from Shanghai’s underground routes. Limited to just five lines, the map uncovers key trends across Society, Politics, Demographics, Economy, and Technology.
Abgesehen von den Inhalten eine gute Idee einer etwas anderen Visualisierung nämlich ohne Power Point Standard-Aufzählungszeichen. Thanks Ross!
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Kostenloser Web2.0 Wegweiser für Einsteiger
Im Dezember bat mich Martin Schobert von der Österreich Werbung um einen Kurzbeitrag für einen “Social Web Wegweiser für den österreichischen Tourismus” und schrieb damals in seinem eMail.
Die Österreich Werbung möchte damit verständliche, simple Antworten auf wichtige Fragen rund um web & travel 2.0 geben und gleichzeitig Ansprechpersonen vorstellen, die helfen können die Vorgänge im und um das Web zu verstehen.
Dem Aufruf kam ich deshalb gerne nach, weil ich in viel zu vielen Diskussionen und Projekten (nicht nur mit Touristikern, Hoteliers, …) immer wieder die großen Fragezeichen in den Augen vor mir sah und noch immer sehe wenn das Thema auf Web2.0 und seine (Einsatz-)Möglichkeiten fällt.
Am Freitag letzer Woche stellte die ÖW den Wegweiser im Rahmen der ENTER 08 in Innsbruck und ich würde sagen: Ziel übertroffen! Die Broschüre gibt nicht nur Touristikern einen hervorragenden Überblick über das Thema, sondern kann genauso gut anderen Branchen nützlich sein!
Initiator Martin Schobert schreibt dazu im (brandneuen) Blog der Österreich Werbung:
Wir wollen Österreichs Touristikern damit Orientierung geben und die Richtung aufzeigen, in die sich Kommunikation im Web in den nächsten Jahren entwickeln wird. Denn Web 2.0 hat definitiv einen Wandel der Online-Kommunikation mit sich gebracht. Und dieser Wandel ist schon passiert, egal ob wir wollen oder nicht.
Deshalb haben wir Österreich Werber diesen “Social Web Wegweiser” initiiert. Um nicht allein Prophet im eigenen Land zu sein haben wir 6 der besten “Web 2.0″-Experten und Online-Berater mit Tourismus Know-How eingeladen uns Ihre Sicht der Dinge näherzubringen. Wir baten sie zu unterschiedlichen Themen die Frage zu beantworten wie österreichische Touristiker die Chancen im Social Web nützen können. Und welchen Irrtümern sie nicht “aufsitzen” sollten.
Petra Stolba, Chefin der Österreich Werbung, ergänzt im Editorial:
Auf den folgenden Seiten finden sich Texte verschiedenster Experten die jeweils unterschiedliche Aspekte im Social Web beleuchten. Ganz bewusst hat die Österreich Werbung diese Experten eingeladen, den Inhalt zu gestalten, denn ein Paradigma des Social Web ist die Meinungsvielfalt, die „Weisheit der Vielen“, die es ermöglicht, Phänomene aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und sich ein umfassendes Bild zu verschaffen.
Bleibt anzumerken dass Martin und sein Team es in den letzten 12 Monaten geschafft haben, sich quasi von Null hervorragend in Web2.0 einzuarbeiten. Gelungen ist das m.E. auch deshalb, weil der Marketingbegriff nicht nur strapaziert und seine Inhalte gepredigt sondern vor allem auch gelebt wurden, andernfalls hätten einige der nachgenannten Autoren des Wegweisers in dieser Form wohl kaum am Wegweiser mitgearbeitet.
Inhaltsübersicht “Travel 2.0 in Österreich”
- Martin Schobert, Es zählt nur die Kundenorientierung
- Karin Schmollgruber, In 6 Schritten zu Ihrer Web2.0 Strategie
- Dieter Rappold, Definieren wir den Relevanzbegriff neu - Aufmerksamkeit im Long Tail
- Hannes Treichl, Wo wie und warum Communities Märkte verändern
- Ed Wohlfahrt, Online Reputation: Ihr guter Ruf im Internet
- Robert Basic, Wenn Sie daran denken zu bloggen, dann lassen Sie es bitte
- Hannes Offenbacher, Corporate Blogging: Wer kommuniziert gewinnt
Dazu gibt es noch
- “Die Top10 einer erfolgreichen Web2.0 Strategie”,
- “Die Top 10 Irrtümer rund um Web2.0″,
- sowie von Michael Schuster, Helge Fahrnberger und Christian Lendl ausgearbeitete Fallstudien.
Download
PS: Trendexperte Florian Moritz von der Österreich Werbung hat mir freundlicherweise einen dicken Stapel Broschüren mitgebracht, den ich in den nächsten Tagen an meine Freunde, Kunden und Partner weiterleite - eMail also nicht notwendig…
Innovationsmanagement: Idea-ting
Zwar “nur” ein Werbespot aber vielleicht genau mit der richtigen Botschaft für den Wochenbeginn: Stop Talking - Start Doing! Ich wünsche eine innovative Woche!
Geld verdienen durch die Vermittlung von Locations
Sebastian Demmerle betreibt in Frankfurt eine Agentur für Location- und Produktionsservice für Filmproduktionen. Die Locations findet er aber nicht ausschließlich selbst, sondern bedient sich clever den Möglichkeiten des Internet.

Auf frankfurtlocation.com kann jeder Mitglied der Scout Community werden und Vorschläge für Locations machen, die für Film- oder Fotoaufnahmen das gewisse Etwas mitbringen. Via Mail informiert das Unternehmen seine Mitglieder zudem laufend über aktuelle Gesuche.
Produktionsfirmen können in der Online-Datenbank recherchieren. Entspricht ein Vorschlag den Vorstellungen, bezahlt der Kunde €100, der Scout erhält €50 als Vermittlungsprovision. Da neben öffentlichen Plätzen oder Bürogebäuden auch immer wieder private Räumlichkeiten gesucht werden, könnte es ein zusätzlicher Anreiz für so manchen Scout sein, später einmal sagen zu dürfen, dass der neue Axe-Werbespot im eigenen Wohnzimmer gedreht wurde.
Was hat Sebastian Demmerle davon? Vor allem kann er seine Location Datenbank schneller füllen und findet unter Umständen Perlen, auf die er sonst unter Umständen niemals gestoßen wäre. Die Fixkosten für das Scout Netzwerk belaufen sich auf Null, denn bezahlt wird nur bei Vermittlung.
Ein Beispiel das zeigt, dass auch kleine Unternehmen sehr erfolgreich Crowdsourcing betreiben können.
Screenshot: Frankfurt Location | Quelle: Best Practice Busines
Radiobericht Crowdsourcing und Meinungen eines Trendforschers
Radio Ö1 hat vor einiger Zeit einen Beitrag über Crowdsourcing gesendet. Leider habe ich ihn erst jetzt zugeschickt bekommen, er ist aber deshalb nicht weniger aktuell.

Im Beitrag erzählt Manfred Lackmair noch von seinen Erwartungshaltungen eines Crowdsourcing Projektes das wir über VOdA für ihn umgesetzt hatten. Interessant seine Hoffnungen von damals mit den Resultaten zu vergleichen über die ich vor einigen Wochen geschrieben hatte (siehe hier).
Jetzt aber zum Radiobeitrag:
Nicht ganz nachvollziehen kann ich einige Aussagen des Trendforschers Christian Hehenberger der meint, “Crowdsourcing sei für Marktforschung ungeeignet und Teilsegmente seien nicht repräsentativ.”
Stimmt zum Teil - aber die Gegenfrage: Ist es repräsentativ wenn mir auf der Straße jemand einen Fragebogen unter die Nase hält und ich eben schnell irgendwelche Antworten gebe weil ich gar keine Lust auf die Fragerei habe?
Sind wir nicht längst davon abgegangen über die Zielgruppe zu sprechen und der Zug fährt in Richtung Microcommunities ab?
Wer Crowdsourcing Projekte dazu nutzt um sie mit Feedback zu verknüpfen, wird auch brauchbares erhalten. Meistens sogar zu entscheidend niedrigeren Kosten als dies bei klassischen Formen der Fall ist. Hervorragendes Beispiel dafür ist CrowdSpirit, über das ich hier im Blog bereits mehrmals geschrieben habe. “Das Teilsegement” (=Technik-Interessierte) entwickeln gemeinsam Ideen und evaluieren diese auch - brauch ich da noch großartig weitere Marktforschung?
Veranstaltungstipp e-Tourismustag 2008 Innsbruck
Am kommenden Freitag (25.1.2008) findet in Innsbruck der e-Tourismustag im Rahmen der ENTER 2008 statt. Präsentiert werden die neuesten Entwicklungen, Trends und Erkenntnisse aus dem Bereich Web 2.0.
Obwohl der Schwerpunkt auf der Tourismusbranche liegt, empfehle ich die Veranstaltung jetzt einfach mal auch Nicht-Touristikern. Vor allem solchen die an einem Update interessiert sind, was sich im Internet so abspielt und mit Web2.0 und seinen Begrifflichkeiten (noch) nicht wenig anfangen können. Warum? Weil…
- … man oft von anderen Branchen (“Blick über den Tellerrand”) wesentlich mehr lernen kann als von der eigenen.
(Übrigens ein Mitgrund warum auch mein Vortrag keinen Tourismusschwerpunkt haben wird - ich will ja niemanden die durch Nachdenken entstehenden Ideen fürs eigene Geschäft vorwegnehmen ;-)
- … ich mir nicht wirklich neue Erkenntnisse und Trends erwarte von denen mit dem Thema vertraute nicht bereits gelesen oder gehört haben.
- … die Veranstaltung eine gute Möglichkeit ist Kontakte zu knüpfen und neue Menschen kennenzulernen.
Kurzinfo zur Veranstaltung, dem Programm, die Vortragenden und am Ende ein persönlicher Gedanke: Weiterlesen…
Ungewöhnliches Kontaktanzeigen-Marketing
Musste gerade darüber schmunzeln was ich bei Bernd lese: Ein Autor hat eine etwas ungewöhnliche Art gefunden sein Buch zu vermarkten und gleich die erste Auflage zu verkaufen.
“Da sich sein Erstlingswerk nicht verkaufen wollte und sein Verleger kein Geld in die Werbung stecken wollte, entschloss sich Maugham zur Selbsthilfe. Er gab in einigen Londoner Tageszeitungen eine Kontaktanzeige auf. Und die lautete folgendermaßen: “Junger Millionär, sportliebend, kultiviert, musikalisch, verträglicher, empfindsamer Charakter, wünscht ein junges hübsches Mädchen, das in jeder Hinsicht der Heldin des Romans von W.S.Maugham gleicht, zu heiraten.”
Sechs Tage nach Erscheinen der Anzeige war die erste Auflage des Romans restlos vergriffen.”
Übrigens kein aktuelles Beispiel sondern eines aus einer Zeit bevor wir alle gelernt haben dass Mundpropaganda und Viralmarketing die In-Begriffe der Stunde sind. Aus welchem Jahr es stammt lest ihr bei Bernd.
Wie mache ich ein Hotel “am Ende der Welt” erfolgreich?

Nachdem ich im vergangenen Jahr über ein Positionierungs- und Differenzierungskonzepts des Ischgler Hoteliers Christoph Seiwald berichtet hatte (siehe hier) folgt ein Beispiel eines weiteren Spezialisierungsversuches aus dem Tourismus.
Das kleine Hotel Kirchdach liegt weder inmitten bekannter Tourismustäler wie dem Zillertal, Stubaital oder Pitztal noch am Fuße einer Skipiste eines großen Skigebietes. Gschnitz (siehe Google Maps) heißt der kleine Ort in dem der Hotelier Georg Pranger seinen Betrieb führt.
“Irgendwann saß ich mit meinen Freunden am Abend beisammen, und gemeinsam dachten wir nach der Geschäftsidee nach doch es drehte sich alles im Kreis”, erzählt mir Georg in einem Gespräch. “Im Radio im Hintergrund liefen die Nachrichten und es war eine Meldung, bei der wir wussten in welche Richtung wir denken könnten: Mehr als die Hälfte aller Ehen werden geschieden.”
Was folgte waren Wochen und Monate der Feinplanung, Partnersuche und Diskussionen mit seinen Beratern, in denen das Geschäftskonzept “Gemeinsam statt einsam” entwickelt wurde.
Zielgruppe sind (Ehe-)Partner die nicht mehr miteinander können, es aber noch einmal versuchen wollen. Schwerpunkt bildet ein 4 Tages Seminar das der Pschyologe Ulrich Kramer entwickelt hat.
Es geht um Paartraining. Das ist weder Therapie noch Beratung, sondern eine Schulung zur Selbsterkenntnis und Selbsthilfe. Die anwesenden Paare werden dabei unterstützt, Einsichten zu ihrer Situation zu gewinnen und die Befindlichkeit des Partners zu begreifen. Auf diese Weise entsteht der gewünschte Aufwärtstrend.
Ort des Geschehens ist weder ein langweiliger Seminarraum noch die kalte Praxis eines Psychologen oder Scheidungsberaters sondern das Hotel Kirchdach im idyllischen Gschnitztal.

Weit abseits von Lärm und Hektik des Alltags, in Anonymität und mit einem Hauch von Urlaub. Pranger nutzt heute die ursprünglich als nachteilig empfundenen geografischen Gegebenheiten zum eigenen Vorteil.
“Wir haben das Rad ja nicht neu erfunden, Kommunikationsseminare gibt es viele. Aber ich habe mir einen Partner gesucht von dem ich persönlich überzeugt war und mein Hotel vollkommen auf die angesprochene Zielgruppe ausgerichtet. Jetzt muss es uns “nur” noch gelingen dass sich unsere Spezialisierung auch herumspricht.”
Der findige Hotelier denkt aber schon weiter. Warum überhaupt die Dachmarke “Gemeinsam statt Einsam” frage ich Georg und der lächelt.
“Weil wir schon jetzt daran denken das Konzept bald auf andere Hotels zu erweitern.”
Multiplikation als Schlüssel zu langfristigem Wachstum ohne Engpässe. Gut gemacht, Georg, hat uns allen Spaß gemacht mir dir zu arbeiten.
www.gemeinsamstatteinsam.info | blog.gemeinsamstatteinsam.info
www.kirchdach.at
08/15 Rezepte, Ziele und verspätete Züge

Foto: Lynette, “Consumers treat advertising like trains”
Gestern in einem Innsbrucker Kaffeehaus: Am Nebentisch zwei Herren, einer davon Werber einer (alt)eingesessenen Innsbrucker Werbeagentur. Amüsant wenn Leute (oder zumindest einer) so laut reden, und dabei die Kaffeehaus-Welt rund um sich vergessen scheinen.
“Sie brauchen Prospekte, Flyer, Postwurfsendungen. [...] Ihr Internetauftritt muss optimiert werden. [...] Dann denken wir über Plakatwerbung nach.”
Was hätte der Herr seinem Opfer Kunden wohl geantwortet, hätte dieser es wie Bernd Röthlingshöfer gemacht und folgenden Auftrag erteilt:
- Sorgen Sie bis Dezember für 100 Erstbesteller im Onlineshop zu einem maximalen Preis von … pro Besteller.
- Generieren Sie 20 Angebotsanfragen unter bestehenden Kunden zu einem Preis von…
- Generieren Sie 100 Probefahrttermine zu einem maximalen Preis von…
Bernd im O-Ton:
“Geben Sie grundsätzlich keine Werbemaßnahmen in Auftrag, sondern Ziele!”
Übrigens gilt das nicht nur bei Gesprächen mit Werbeagenturen - versuchen Sie es einmal bei Beratern oder Trainern! Sie werden überrascht sein - hoffentlich nicht nur von den kreativen Ausreden sondern auch den Ergebnissen.
Gerade bei Burkhard Schneider gelesen und nicht nur wegen des einleitenden Fotos zum Thema passend:
Die Belgische Regierung scheint jetzt einen revolutionären Schritt zu planen. In Belgien wird derzeit vom Verkehrsministerium geprüft, ob der Ticketpreis bald von der Pünktlichkeit der Züge abhängen soll. Demnach müsste der Kunde umso weniger bezahlen, umso später als geplant der Zug ankommen würde.
PowerPoint Tabus: Video fürs Wochenende
Ist ja Fasching, also darfs diesmal ein Sketch des Amerikaners Don McMillan sein. “How not to use PowerPoint”













