Pasta und Wein

wine_that_loves.jpgWelcher Wein passt zum Abendessen? The Amazing Food Wine Company beantwortet diese Frage auf - zumindest für Someliers und wahre Weinliebhaber - fast schon erschreckend einfache Weise:

Wine That Loves … Pasta, Huhn, Pizza, Steak oder Lachs - Simplicity pur. Nur 5 Sorten Rotwein, sonst nichts. Statt kompliziert bedruckter Etiketten nur wenige Worte, dafür eine klare Aussage womit sich der Wein optimal kombinieren lässt. Und das sind immerhin jene Speisen, die Amerikaner lieben.

Dass Einfachheit durchaus auch schmecken kann, lässt sich vielleicht daraus ableiten, dass die 5 Sorten Rotwein von Ralph Hersom, dem ehemaligen Chef Somelier des New Yorker Nobelrestaurants ‘Le Cirque’ zusammengestellt wurden.

Ganz neu ist das Konzept der Amazing Food Wine Company nicht, denn schon vor einigen Jahren war YellowTail mit einer ähnlichen Simplicity-Strategie erfolgreich. Die australische Wein-Marke hatte es nicht nur geschafft, sich am heißesten Weinmarkt der Welt einzunisten, sondern das gleich auch noch als eine am schnellsten bekannt gewordenen Marken Amerikas. Im Detail ist diese Geschichte nachzulesen im Buch von W. Chan Kim und Renee Mauborgne: Der Blaue Ozean als Strategie. Wie man neue Märkte schafft, wo es keine Konkurrenz gibt.

Warum Simplicity auch im Segment Food & Beverage als Differenzierungs- und Positionierungsinstrument funktioniert: Weil in den letzten 15 Jahren die Zahl der Produkte in Supermarktregalen um 140%, die Diversifikation gar um 450% gestiegen ist, und die Zielgruppe jener Konsumenten die genug von der Qual der Wahl gleichartiger Produkte haben sehr groß ist.

Springwise schlägt am Ende des Beitrages über den fool-proof (idiotensicheren) Wein vor:

Start up something similar in your own neck of the woods, or take another difficult or elitist product and make it easy for the rest of us. Just don’t dumb it down too much, and do keep it playful and well-designed.

www.winethatloves.com

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4 Kommentare zu “Pasta und Wein”

  1. Comment von neuroneo

    tut mir richtig leid aber ich stimme einfach nicht zu… simplicity und weine sind einfach gegensätlich. Warum? Weil Wein kennenzulernen ist eine Kunst, es braucht zeit. So ist es.
    Ich bin franzose und die Wahl der Weine in Deutschland ist schon zu einfach für mich. Immer der gleiche gepantscht Chili oder Australien…bah…

  2. Comment von Markus Pirchner

    Was Springwise (wise? really?) da vorschlägt, ist der Königsweg in die Mediokrität. Alles nur noch Mittelmaß, der Weg des geringsten Widerstandes, gerade noch so “aufwändig”, dass nicht gleich sofort alle zu gähnen beginnen. Marketingentropie. Anstatt diversity zu fördern und die Fähigkeit, mit ihr umzugehen, wird alles über ein Brett gebügelt. Schrecklich, aber vermutlich “massenkompatibel”. Blöd nur, wenn mal die Massen aus Desinteresse nicht mitmachen.

  3. Comment von Hannes Treichl

    @Markus: Und ich dachte schon der Weingenießer reagiert überhaupt nicht mehr darauf :-)

    Hab ich übrigens kürzlich bei Seth Godin gefunden:

    There are two wines for sale at dinner: $9 a bottle or $16 a bottle. Which one do you order? Now, imagine that there are three, and the third is $34. Are you more likely to buy the $16 bottle now? Most people are.

    Wie war das mit Raus aus der Mitte? Egal. Schön wenn es immer mehrere Wege zum Erfolg gibt.

  4. Comment von Markus Pirchner

    Ich hätte Godin geantwortet: If I know the wines I know which one to order; if I don’t know, I ask the sommelier. Anyway, if they only have two wines I’d rather go to another restaurant :-)

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