Schnee von gestern - Jack Welch’s Ignoranz der Gegenwart

Six Sigma am Ende?Wenn Jack Welch hustete, folgte ihm die ganze Welt. Angeführt von einer großen Horde Unternehmensberatern, für die seine Six Sigma Regeln die einzige Wahrheit bedeuteten. Was einst in Stein gemeißelt war, verblasst immer mehr.

Doch Jack Welch, ehemaliger CEO von GE, sieht es anders. Er, der einst selbst die Notwendigkeit von Veränderungen predigte, scheint heute nicht bereit zu sein, den Anfang einer neuen Epoche zu akzeptieren. In einem Interview mit Fortune verteidigt er seine ehemals erfolgreichen Management-Methoden mit Nachdruck.

Fortune fasst anhand erfolgreicher Beispiele der Gegenwart (u.a. Apple, Google,…) warum, wie die 6 Gebote des Jack Welch keine Gültigkeit mehr besitzen:

Heute: Agile is best; being big can bite you.
Gestern (lt. Welch): Big dogs own the street.

Find a niche, create something new.
Be No. 1 or No. 2 in your market.

The customer is king.
Shareholders rule.

Look out, not in.
Be lean and mean.

Hire passionate people.
Rank your players; go with the A’s.

Hire a courageous CEO.
Hire a charismatic CEO.

Admire my soul.
Admire my might.

Quelle: CNN Money via Niblettes

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3 Kommentare zu “Schnee von gestern - Jack Welch’s Ignoranz der Gegenwart”

  1. Comment von Thomas Flacke

    Hallo, habe auch die Bücher von Jack gelesen. Wenn ich mir allerdings die Manager Kultur insbesondere hier in Deutschland angucke, dann wird mir speiübel. Die meisten dieser Zunft wissen überhaupt nicht was abgeht. Sie möchten alle wie Jack sein, aber sie sind es nicht, weil sie 1. nicht von der Basis sprich von ganz unten kommen und weil sie 2. so gut wie überhaupt nichts verstanden haben was Uncle Jack denn wirklich meint.

    Gruß

  2. Comment von Hannes Treichl

    Danke für das Kommentar, Thomas!

    Du hast sicher Recht mit dem 1. Punkt - CEOs die ganz von der Basis kommen bilden eine Minderheit.

    Nicht ganz konform gehe ich mit dem 2. Punkt: Teile von ‘Jack Welch’ wurzeln viel zu tief in den Köpfen großer Unternehmen:

    Kurzfristiger shareholder value, groß-sein wollen, Fokus auf internen Strukuturen anstatt auf effizienten Kooperationen, … ist das wirklich noch zeitgemäß?

  3. Comment von Thomas Flacke

    Hallo, ich bins nochmal.

    Shareholder value, schön und gut. Leider wird auf den diversen Vollversammlungen bzw. insbesondere in den Köpfen dieser Zunft Shareholder value mit 20%+ Profit und Reduktion der Kosten immer mit Mitarbeiterabbau gleichgesetzt. Was für ein ausgekochter Schwachsinn. Ein Unternehmen, welches allein 5% Profit im Jahr macht liefert doch schon ein wirklich gutes Ergebnis aber nein, das reicht diesen Leuten ja nicht.

    Logische Folge, wir schmeißen erst einmal Mitarbeiter raus und sehen was passiert. Das Ergebnis wird sein, dass es 1. enttäuschte und frustrierte Menschen gibt, die dann arbeitslos sind und diejenigen, welche ihren Job behalten durften, können dann die ganze Arbeit alleine erledigen. Dies wiederum hat zur Folge, dass diese Mitarbeiter immer unzufriedener werden, weil die ihnen aufgetragenen Aufgaben gar nicht mehr zu bewältigen sind.

    Schlußfolgerung kann nur sein, dass das Unternehmen kurzfristig ein Superergebnis abliefert aber 1-3 Jahre später noch nehr Schwierigkeiten haben wird. Bis dahin sind dann diese Supermanager mit einer Abfindung woanders hinweggelobt worden. Wo bleibt da die persönliche Verantwortung??

    Und für wie blöd halten uns diese Leute eigentlich??

    Sind wir mal ehrlich, am sinnvollsten wäre es, wenn die Leute gar nicht mehr für diese Konzerne arbeiten. Vielleicht würden diese Manager dann mal endlich verstehen was der wichtigste Baustein eines Unternehmens ist. Nämlich seine Mitarbeiter.

    Wer langfristig Wertschöpfung betreiben will, der wird in seinem Unternehmen die Mitarbeiter miteinbeziehen. Er wird sie motivieren und sich die Ideen seiner Mitarbeiter zu eigen (bzw. dem Unternehmen) machen.

    Lieber 4-5% Profit jährlich über viele Jahre (5-10-20-oo) als ein zweimal 20% und dann den Laden vor die Wand gefahren zu haben.

    Ich habe Europäische Elektrotechnik studiert und arbeite seit über 9 Jahren in der IT. Von Windows über SAP und Oracle etc. habe ich fast alles durch. Zur Zeit studiere ich wieder Wirtschaftsingenieurwesen, weil ich endlich mal da sitzen will, wo diese Nichtvonganzuntenkommenden Theoretiker sich breit machen. Und es wäre mir eine Freude, diesen Leuten mal so richtig in den Allerwertesten zu treten. ;)

    Sorry aber ich bin wirklich verärgert.
    Nämlich genau das meinte ich mit. Sie wollen so sein wie Jack aber sie haben ihn einfach nicht verstanden.

    Gruß und schönes Wochenende
    Thomas

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