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Buch- und Blogvorstellung: Die Kunst der Manifestation
Viel zu lange war es viel zu ruhig hier auf ANDERS|denken - zumindest was meine Beiträge betrifft. Euch, die Ihr in meiner Sommerpause das Blog mit vielen vielen Kommentaren lebendig gehalten habt, sage ich hier ein großes Dankeschön!
Die Sommerpause endet hier mit einem Hinweis auf eines meiner jüngeren Projekte, das ich zusammen mit meinem Freund und Erfolgs-Autor Karl Gamper umsetzen durfte. Karl Gamper war seit seinem letzten bislang über 20,000 mal verkauftem Bestseller “Es ist alles gesagt - Jetzt braucht es Beispiele” (Kostenloser Download bei ANDERS|denken) nicht untätig und hat gemeinsam mit seiner Frau Jwala an einem neuen Werk gearbeitet.
Es nennt sich “Wolle was komme” und war eines jener Bücher die mir meinen Urlaub versüsst hatten. Wer mich kennt weiß, dass ich ein großer Freund der “Engpasskonzentrierten Strategie (EKS)” bin, also jenes Ansatzes, sich als Unternehmen basierend auf seinen Ressourcen in Nischen zu spezialisieren und diese erfolgreich zu besetzen.
Was hat EKS mit Karl Gamper’s “Wolle was komme” zu tun?
Karl Gamper zeigt in seiner “Gebrauchsanleitung für ein gut gelebtes Leben”, wie man mittels Fokussierung und Nutzen der eigenen Gedankenkraft steinige Wege zu gesetzten Zielen besser erreicht.
Begleitet wird das Projekt - wie es sich heute schon fast gehört - durch ein Blog des Autors: www.manifestation.cc. Die Einleitung klingt schon mal vielversprechend, weil authentisch gehalten:
In all den Jahren meines Forschens hat mich am meisten die Kunst der Manifestation gefordert. Wie verdichten sich Gedanken zu Materie? Welche Rolle spielt dabei das Gefühl? Wie lässt sich dieser paradoxe Prozess sprachlich fassen? Mehr noch: Wie können andere Menschen ebenfalls in sich die Wende hervorrufen vom Opfer der Umstände zum Gestalter und Regisseur des eigenen Lebens.
Die Widmung und Ausrichtung dieses Blogs ist - einzelne Projekte und Kampagnen nachvollziehbar zu dokumentieren. So offen und wahrhaftig wie möglich. Die Hindernisse, die Schatten ebeno anzusprechen wie die Erfolge und die Lust des Zulassens.
Dir, lieber Karl, wünsche ich viel Erfolg und Lesern die das Thema anspricht, kann ich das Buch (inkl. Kartenset und DVD) nur wärmstens empfehlen.
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Das eigene Blog bekannter machen, neue Leser gewinnen

Er ist für mich der deutsche Business Blogger. Seit vielen Monaten veröffentlicht er jeden Tag neue Best Practice Beispiele von erfolgreichen Menschen und Unternehmen: Burkhard Schneider.
Burkhard unterstützt aber auch viele junge Unternehmen und Neo-Blogger. Jede Woche stellt er in seinem bekannten Best Practice Business Blog zwei neue Blogs vor. Die Serie Newcomer Blogs listet mittlerweile über 125 (!) Blogs.
“Viele denken, die Newcomer Business Blogserie läuft von selbst. Das ist ein großer Irrtum. Mehr als 70% der Blogger, die sich hier vorstellen, spreche ich selber an.”
An dieser Stelle ein wenig Unterstützung für Burkhard und eine Liste mit 13 österreichischen Blogs die ich selbst sehr gerne lese, und die m.E. durchaus noch ein wenig Rückenwind vertragen könnten.
Meine Vorschläge für Burkhards Newcomer-Serie:
Vielleicht drückt er ja bei den Kriterien zur Aufnahme in die Serie ein Auge ein wenig zu :-)
- Es geht um was Nachhaltigkeitsblog, SERI (Sustainable Europe Research Institute, Vienna)
- Zillertalblog, Markus Freund
- eTouristik Info Blog, Michael Egger
- Tschilp, Mode in Wien, Michaela Amort
- Syscomm, Training für Techniker, Andreas Reisenbauer
- Projektmanagement Blog, Stefan Hagen
- Morgenbauer, Kreativität - Lernen - Entwickeln, Stefan, Stefan Michael Moser
- Mind Your Own Business, Metaportal der Medienpolemik, Walter Rafelsberger
- Gletscherblog, Barbara Schreiner
- Passiertnix Versicherungsblog, Clemens Reitz
- Hotelgeschichten Weblog, Markus Schauer
- 4 Stars Superior, GF & Team Sporthotel Stock
- Wohnen - Einrichten - Lebensgefühl, Christine Oertel
Wer selbst ein Blog hat oder gerne einem Blogger den er persönlich kennt auf die Sprünge helfen möchte, möge Burkhard doch selber kontaktieren. Oft fragt Ihr mich, wie Ihr selbst das eigene Blog bekannter machen könntet oder neue Leser gewinnt. - Burkhard ermöglicht Euch mit seiner Reichweite Starthilfe (kostenlose PR) für Eure neuen Blogs!
Keine Sorge - er beißt nicht, es kostet nichts und bringt Euch in jedem Fall ein kleines Stückchen weiter. Seine Kontaktdaten findet Ihr auf www.best-practice-business.de/blog.
PS: Burkhard, ich gratuliere dir herzlich zum Jubiläum und wünsche dir (bzw. allen Jungunternehmern und Lesern deines Blogs) weiterhin viel Energie!
Messebesucher zu Kunden machen
Nicht nur für Burkhard Schneider ist Ludger Freese der innovativste Metzger Deutschlands. Besucher meiner Vorträge kennen den Mann von genialen Aktionen wie zum Beispiel “Wer wird Wurstmillionär” und anderen. Heute lese ich bei Burkhard von Ludgers jüngstem Geniestreich.
Die Problemstellung die es zu lösen gilt:
“Wie bringe ich möglichst viele der 16.000(!) Besucher der Gewerbemesse Visbek auch in meinen Laden?”
Hier Ludger Freeses Ansatz, zu der ich dir, lieber Ludger, ganz herzlich gratuliere! Wieder einmal beweist du, dass man für wirklich gutes Marketing nicht unbedingt teure Agenturen beauftragen muss! [Weiterlesen] »
Um Erlaubnis fragen

Weil ich mich in einem Vortrag über die Newsletter-Zwangs-Beglückung vieler Hotels ausgelassen hatte, fragte mich ein Hotelier der monatlich einen Newsletter an über 35.000 Kontakte verschickt zu Recht:
“Auch du schickst über dein Blog Newsletter aus.
Wo liegt der Unterschied?”
Abgesehen davon, dass die Abonenntenzahl dieses Blogs weit von 35.000 Kontakten entfernt ist, liegt er vor allem darin, dass meine Leser den Newsletter freiwillig abonniert haben. Bereits im Vorfeld haben sie sich mehr oder weniger intensiv mit den Inhalten auseinandergesetzt. Ich sammle nicht einfach (wie ein Eichhörnchen Haselnüsse) Mailadressen eines jeden Gastes der bei mit eincheckt, und bin eines von über 50 Hotels das mich mit seinen Botschaften zwangsbeglückt.
Entscheidend ist, ob ich meinen Kunden überhaupt eine (kleine) Chance gebe bereits vor Übertreten der Hemmschwelle der Preisgabe ihrer Kontaktdaten zu erfahren, was sie im Newsletter erwarten wird. Und dann wäre da noch der Inhalt - reine Werbung oder Inhalte die Unterhaltung bieten, Nutzen stiften, etc. - Aber das ist ein anderes Thema.
Zu entscheiden ob all das einen Unterschied in der Kommunikationskultur oder gar im Grad der Wahrnehmung der Inhalte darstellt oder nicht, überlasse ich jedem Leser dieses Beitrags selbst.
Bei dieser Gelegenheit ein Buchtipp: Seth Godin, Permission Marketing: Kunden wollen wählen können. Wie Sie aus Fremden Freunde machen und wie Freunde zu treuen Kunden werden.
Darin geht es genau um dieses Thema.
Vergleiche: “Das Karlsruher Manifest zur fairen Kommunikation”
Weißt du was ein (Corporate-)Blog ist?

Wieder mal eine der inzwischen schon vielen Studien und Befragungen über Blogs. Diesmal war die Consulting Agentur Fittkau & Maaß an der Reihe - “Potentiale von Corporate Blogs als Online-Marketingplattform”.
Für Studien-Fans die Ergebnisse in Kurzform:
- 77 Prozent der deutschsprachigen Internetnutzer sind Blogs ein Begriff.
- 45% aller Onliner lesen regelmäßig Blogs,
- 15% sind aktive Weblog Nutzer.
- Die beliebtesten Arten von Blogs: (1) Online Tagebücher (2) Fotoblogs (3) Corporate Blogs.
- 30 Prozent finden, dass Unternehmens-Blogs dazu beitragen können, den Dialog mit dem Kunden zu verbessern.
- Jeder fünfte Besucher von Weblogs findet, dass Corporate Blogs einen Blick hinter die Kulissen der Unternehmen ermöglichen.
Warum eigentlich nur jeder fünfte Besucher? Warum ist ein Corporate Blog nicht genau jene Mischung zwischen oben als so beliebt eingestuftem “Online Tagebuch”, der eignen Foto- / Video- / Multimedia- / Diskussions- / Kommunikations- Plattform?
Schaffen es etwa die wenigsten Corporate Blogs genau jenes Potenzial auszuschöpfen, das eine der größten Chancen darstellt, mit einem Blog den Webauftritt (Homepage) zu ergänzen, und aus der Anonymität unpersönlicher Marketingbotschaften zu entfliehen? Mit einem “Ja” werden nachstehend Befragte diese Frage beantworten.
- 11% betrachten den Informationsgehalt von Corporate Blogs grundsätzlich als nicht relevant
- 21 Prozent der Leser von Corp.Blogs finden dass die Bedeutung solcher Blogs überbewetet wird.
Conclusio der Befragung:
Corporate Blogs haben ein enormes kommunikatives Potenzial. Den Studienautoren zufolge ist es daher nahe liegend, dass Unternehmen Corporate Blogs als Marketing- und Kommunikationskanal einsetzen.
Ok, zumindest letzteres sollte längst bekannt sein, und mit den Zahlen es ist es immer so eine Sache. Lieber als Zahlen (einigen o.a. kann ich bei einem Blick in mein geografisches Umfeld ohnehin nicht vertrauen) schaue ich mir erfolgreich (oder miserabel) umgesetzte Beispiele an.
Sinn und Unsinn der Wahrnehmung als “Bloggendes Unternehmen”
Im Grunde genommen ist es absolut irrelevant ob Kunden das Corporate Blog als Blog wahrnehmen oder nicht, oder ob ich es als Unternehmen einfach nur schaffe, mir mittels einer wohl überlegten integrierten Kommunikationsstrategie eine überzeugende Online Reputation zu erarbeiten, und mir über den Aufbau von Vertrauen eine positive Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Mundpropaganda verschaffe.
Sorry, falls ich jetzt wem auf die Zehen steige, aber dazu gehört ohnehin mehr als “nur” ein Blog zu betreiben, noch dazu wenn mir das Tool weder die eingesetzte Zeit wert ist, oder ich nichts von authentischer Kommunikation halte. (Andere Möglichkeiten wie z.B. Integration von Kunden oder Communities in den Wertschöpfungsprozess lassen wir mal außen vor.)
Leider fehlt mir heute die Zeit, um im Detail auf obige Studie oder konkrete Beispiele einzugehen. Nächste Woche bei meinem Vortrag beim Tourismusforum in Innsbruck gibt es aber welche, versprochen! - Vielleicht sehen wir uns…
Gefunden via High Text iBusiness
Alte (diktatorische) Welt vs. Neue (partizipative) Welt
Do-it-yourself Mode-Schmuck ist nichts Neues. In der Motivation die eigenen Designs zum Leben zu erwecken besteht allerdinge eine große Kluft zwischen Amerika/Großbritannien und Deutschland/Österreich.
Die beiden deutschen Start-Ups Julie & Grace und Pearlfection lösen diesen Engpass, indem sie für ihre Kunden die Produktion übernehmen. Die Hamburger Julie & Grace produzieren in Bali, Pearlfection (München) lässt die Designs in Deutschland verwirklichen.

Ganz im Stil der “2.0 Kultur” bieten die Unternehmen Hobby Designern die Möglichkeit, ihr Taschengeld ein wenig aufzubessern, oder einfach nur Spaß und Stolz daran zu haben, wenn die selbst entworfenen Designs auch von anderen Menschen gekauft werden. Der/die DesignerIn verdient am Verkauf mit. Die Provisionen werden selbst festgesetzt.
Traditionelle Geschäftsmodelle
Selbst Designs erstellen ist auch beim Schweizer BijouDesigner möglich, allerdings habe ich hier keine Möglichkeit an meiner Kreativität zu partizipieren. Die designten Schmuckstücke können “nur” für den Eigenbedarf bestellt werden. Braver Individualisierungs-Ansatz allerdings ohne echtes Erlebnis, Mundpropaga- oder Wiederbesuchspotenzial. Hier schaue ich nur dann vorbei, wenn ich auch tatsächlich Kaufabsicht habe.
Noch ein Beispiel passt in diese Reihe: Swarovskis “Create your Style Community Ansatz. Hier erkennt man zwar deutlich den Community Trend dem zur Zeit viele Konzerne hinterherlaufen, allerdings lässt der Ansatz die zentralste Frage offen: Was ist der Mehrwert dieser Community?

Auf der Seite von Swarovski bietet zwar ein Online Designer seine Dienste an, mehr ist aber (noch) nicht erkennbar. Wozu also meine Daten einem Konzern ausliefern, wenn ich mich alternativ auch auf Facebook mit tausenden anderen Glitzer-Steinchen- und Fashion Addicts austauschen kann?
Leider vergessen zu viele “Bauen wir uns auch mal schnell eine Community” Projekte “alter” Unternehmen auf diesen entscheidenden Faktor oder versuchen ihn erst dann zu kommunizieren, nachdem die Projekte in langwierigen Projekten bis zur vermeintlichen Perfektion konzerintern verfeinert und abgetestet worden sind. Im Falle von Swarovski wird es vielleicht funktionieren - die Marke ist megastark und hat weltweit Hundertausende Fans. Bei anderen Unternehmen werden ähnlich konservative Versuche verdammt schief gehen, lediglich eine Menge Geld verschlingen und zu Frust-getriebenen Rundumschlägen (”Blase…”, “Alles nur ein Modetrend.”,…) führen.
Alte Welt vs. Neue (demokratisierte) Welt
Ich mußte gestern auf dem Weg in unsere Manufaktur drei große Umwege fahren, weil sich endlose Konvois in Richtung Meer geschoben haben (der längste aus über 100 Bussen und LKWs (!), auf deren Ladeflächen oben sehr festlich gekleidete Balinesen unterwegs waren). Am Strand wurden den Göttern dann Opfergaben erbracht und es erfolgt die Reinigung der Seele. [...]
[Quelle: J&G Blog]
Eine gesunde Portion Offenheit und Storytelling abseits von Produktkatalogen schaffen Neugier und erzeugten emotionale Bindung. So berichtet J&G Kopf Markus Bosse in seinem Blog regelmäßig über seine Erlebnisse auf Bali, und spricht dabei auch ganz offen über die vielen Herausforderungen beim Auf-/Ausbau der Produktion. Als Fan von J&G kann ich die Entwicklung des Unternehmens hautnah miterleben. Der Leser beschäftigt sich freiwillig und gerne intensiv mit dem Unternehmen, und erzählt u.U. sogar die eine oder andere Geschichte weiter.
Aus den 4 Beispielen kann man vor allem eines ablesen: Den Unterschied im Versuch, lediglich Realwelt-Geschäftsmodelle ins Internet zu kopieren, oder mit Varianten zu kombinieren und zu experimentieren, zu denen das Internet die perfekten Grundlagen bietet. Die beiden letzten Beispiele haben das m.E. noch nicht ganz geschafft.
Sie sind im ersten Schritt des Prozesses Kunden in den Wertschöpfungsprozess zu integrieren und Teil einer Erlebniswelt werden zu lassen hängen geblieben: Der Demokratisierung und des zur Verfügung-Stellens von Produktionsmitteln.

J&G und Pearlfection gehen über diesen Schritt deutlich hinaus. Nicht nur stellen sie mir ein Produktionsmittel (Design Tool) zur Verfügung, sondern auch ihre Produktionskapazitäten und ihre Vertriebsplattform (Demokratisierung des Vertriebs). Beide unterstützen mich als Verkäufer zudem beim Zugang zu Nischenmärkten (Long Tail) und dabei, mein Angebot in den Weiten des Internet (und Shops - vgl. J&G Geschäftskundenbereich) auffindbar zu machen.
Themenverwandt und demnächst hier im Blog:
Links und Screenshots:
Gästebuch oder Blog?
Im Anschluss an einen Vortrag im Rahmen der Jahresklausur der Europa Wanderhotels führte ich eine längere Diskussion mit Hoteliers über die Unterschiede zwischen Gästebüchern und Blogs. Hier eine Zusammenfassung für jene die an der Diskussion nicht teilnehmen konnten.
Gedanken zu Gästebüchern
Gästebücher sind auf Hotelseiten ja nahezu Standard. Ebenso Standard sind aber auch die oft recht spärlichen, unsortierten und später kaum noch auffindbaren Einträge von Gästen. Fakt ist auch, dass sich nur die wenigsten Betreiber von Gästebüchern mit eigenen Einträgen beteiligen und schon gar nicht kommt ein Dialog mit Gästen auf. Auch haben Gäste kaum Anreize das Gästebuch später wiederzubesuchen - Kundenbindungseffekt Null.
Gästebücher stammen aus den Urzeiten des Internet und ich muss mir die Frage stellen, ob Besucher meines Webauftritts den zensierten Gästebuch-Einträgen tatsächlich noch Glauben schenken - immerhin leben wir in einer Zeit in der jeder von uns schon einmal Einträge in Bewertungsplattformen besucht hat. (Vgl. Hotelsterne waren gestern.)
Mehrwert(?) von Blogs
Offensichtlichster Unterschied zwischen Blog und Gästebuch: Im Gästebuch geben Gäste das Thema vor, bei einem Blog wechselt der Blogbetreiber von der passiven in eine aktive Rolle und gibt mit seinen Einträgen den Startschuss für die Richtung der Kommentare seiner Leser.
Ich als Autor bestimme das Diskussionsthema - häppchenweise und in regelmäßigen zeitlichen Abständen (nicht im Überfluss wie auf der Homepage, auf der sich kaum jemand die Zeit nimmt all meine Inhalte zu lesen).

Beispiel Beiträge DolceVita Hotelblog
Meine Gäste, Leser, Freunde fordere ich dazu auf ihre Meinungen abzugeben. In weiterer Folge kann ein Blog durchaus wieder eine Art Gästebuchcharakter entwickeln, allerdings mit echtem Dialogeffekt. Wichtig aber gleichzeitig zu erwähnen dass nur ganz wenige Blogs es schaffen, Einträgen lange Diskussionen folgen zu lassen (heißt aber keinesfalls dass die Leser an den Inhalten nicht interessiert sind!).
Blogleser entscheiden selbst ob das Lesen eines Blogs persönliche Relevanz hat oder nicht. Für Erfolg oder Misserfolg bin ich selbst verantwortlich. Bin ich als Touristiker nicht in der Lage Geschichten zu erzählen die meinen Gästen einen Mehrwert bieten, die sie gerne lesen oder sie gar begeistern, spare ich mir die (niedrigen) Kosten für die Einrichtung eines Blogs, und döse weiter als Gästebuch Wächter auf meiner Couch.
Praxisbeispiel einer anderen Branche: Steirerbluat

Ob jemand das klassische Gästebuch durch ein Blog ergänzen oder ganz ersetzen will oder nicht ist auch Geschmackssache. Schauen wir ein wenig über den Tellerrand und lernen aus anderen Branchen.
Bei der Konzeption der Internetstrategie der österreichischen “Alpenpop-Band” Steirerbluat haben wir diesen Schritt bewusst getan, und das Gästebuch durch ein Tourtagebuch (Blog) ersetzt. Warum?
- Weil Fans und Konzertbesucher so direkt jene Events kommentieren die sie gerade besucht haben, und
- das Blog mehr Ordnung in die einstigen Gästebucheinträge bringt.
- Zudem erleichtert es den Mitgliedern der Band einen strukturierteren Dialog mit Fans,
- bietet zahlreiche Möglichkeiten zu Interaktivität und Bindung (vgl. Voting Ötzi vs. Steirerbluat)
- ermöglicht die Einbindung von Videos und Tourfotos die im eigenen YouTube bzw. Flickr Channel abgelegt sind.
Interessant auch der Kulturwandel der sich in der Denke der Künstler vollzogen hat.
Früher waren Fotoapparate auf Konzerten ungern gesehen. Mittlerweile fordert Christian Hütter, Boss von Steirerbluat, die Fans per Blog sogar dazu auf Fotos von Konzerten ins Netz zu stellen, an Freunde weiterzuschicken, mit dem Namen der Band zu “taggen” und integriert die Fanfotos per Plugin direkt ins Blog.
Eine Öffnung und ein Feature an das sich selbst Fans erst noch gewöhnen müssen :-) [Vgl.: Fans gestalten Webauftritt mit]
Wie sieht es mit Kritik aus? War früher auf Konzerten die Stimme des Sängers einmal nicht so verträumt oder rockig wie gewohnt, häuften sich im Gästebuch Fragen dazu auf. Heute kündigen die Bandmitglieder das sogar im Vorfeld selbst an, weisen darauf hin dass trotz Grippewelle das Konzert stattfinden soll, ernten dafür von den Fans Genesungswünsche und anstatt Kritik aufgrund enttäuschter Erwartungshaltungen freuen sich die Fans dass die Veranstaltung trotz erschwerter Bedingungen überhaupt stattgefunden hat. Äußert sich tatsächlich mal ein Fan kritisch, so sind es andere Fans die zur Kritik Stellung nehmen - eine wesentlich glaubhaftere Vorgangsweise als Dementi aus der PR-Abteilung.
Suchmaschinen
Um den Kreis wieder in Richtung Hotel zu schließen: Hoteliers werden verständlicherweise immer sehr hellhörig wenn es um Suchmaschinen geht. Auch hier gibts große Unterschiede zwischen Blog und Gästebuch. Raten Sie selbst was sich wohl besser dafür eignet um seine Visibility bei Google zu erhöhen.
Vor einigen Wochen präsentierte DJ Ötzi seinen neuen Hit “I will leb’n” im deutschen Fernsehen - der Hit ist eine Cover Version von Steirerbluat. Zeitgleich mit dem TV Auftritt veröffentlicht Steirerbluat einen Blogeintrag in dem Fans von der Cover Version erfahren haben. Angenehmer Nebeneffekt: Bereits 70 Minuten stieß jeder der bei Google nach dem neuen Hit von DJ Ötzi suchte auf das Original von Steirerbluat - wochenlang sogar noch vor den wesentlich kapitalintensiveren PR-Kampagnen von DJ Ötzi. Ein Effekt der weder (oder nur kostenintensiv) mit einer klassischen Homepage und schon gar nicht mit einem Gästebuch erzielbar ist.
Gästebuch oder Blog?
Warum stellen wir die Frage überhaupt? Warum gibt es für manche Menschen immer nur “entweder oder”? Warum nicht “sowohl als auch”? Das Gästebuch ist das Stammbuch wie es jeder in Form von Freunde-Alben aus der Kindheit kennt. Blogs sind nicht nur Internettagebücher.
Blogs können - um in der Sprache von Touristikern und Gastronomen zu reden - Stammtische sein um die sich Freunde unabhängig von Zeit und Aufenthaltsort versammeln, sich Geschichten erzählen und Gespräche führen. Warum also entweder oder? Die beste Lösung besteht darin Synergien zwischen beiden zu nutzen. Ein Praxisbeispiel dazu folgt…
Linktipp:
Wen auch technische Unterschiede zwischen Foren, Blogs oder Chats interessieren, liest Erläuterungen dazu bitte in diesem Beitrag bei Robert Basic nach.
PS: Christian, ich gratuliere Euch zum erstmaligen Aufstieg in die Top 20 der österreichischen Charts! (Hoff ich hab damit nicht zuviel verraten :-)
Die schlimmsten Popstars (und Unternehmer)
Mal wieder etwas für die Kategorie einfache Geschäftsideen (die als Hobby ihren Anfang nahmen…)
Was bei uns Popstars, DSDS oder Starmania ist bei unseren Freunden über dem Teich “American Idol“.
Dave Della Terza schien die Sendung wohl nicht wirklich gefallen zu haben und quasi aus Notwehr setzte er die Internetseite “Vote for the Worst” auf. Eine Seite auf der es regelmäßig Abstimmungen gibt, wer wohl zu den Schlechtesten der jeweiligen Staffel gehört.

“Fans” warb er von Online Diskussionsforen zur Sendung ab. Schon bald war seine Webseite ein Quotenhit und wird wohl bald monatlich mehr als 3 Millionen Zugriffe verzeichnen.
“It didn’t start out as a moneymaking venture; it wasn’t an attempt to leech off the ‘American Idol’ brand,” Mr. Della Terza said. “It started as a joke. But people really enjoyed it.”
2007 verdiente Dave bereits über 40.000 Dollar an Werbeeinnahmen. Einfach aber clever…
Warum das Beispiel?
Dave hatte mehrmals versucht die Idee für andere Shows zu klonen, der Erfolg war jedoch ausgeblieben.
Dieser Hinweis ist vor allem für eine meiner Leserinnen die mich mehrmals per Mail davon überzeugen wollte dass ihre Dienstleistung sehr wohl ein durchschlagender Erfolg werden müsse, weil es bereits hunderte gleiche Angebote gibt, von denen manche sehr wohl Erfolg haben. Dass dies aber vor allem jene sind die sich in irgendeinem Punkt von den vielen anderen unterscheiden, will sie aber immer noch nicht hören.
Die ganze Geschichte zu Vote for the Worst gibts hier.. Website: www.votefortheworst.com
Mit Kundenkommunikation per Blog Umsatz steigern

Am eDay ‘08 der Wirtschaftskammer Kärnten habe ich mit einem Unternehmer der gerade vor der unpopulären Entscheidung steht die Portokosten zu erhöhen eine kurze Diskussion geführt.
“Da wäre ein öffentlicher Dialog über ein Firmen-Blog doch geradezu ein Wahnsinn”, meinte der Unternehmer.
Wirklich? Überaus passend dazu dieses Beispiel, über das ich erst wenige Tage zuvor durch ein persönliches Schreiben eines Unternehmers erfahren hatte.
Der Nutzen offenen Dialogs mit Kunden
1998 gründete Wolfgang Meyer-Johanning die Firma Haus der Musik. Seine 35.000 Kunden schätzten sein Angebot nicht zuletzt wegen des portofreien Versands von Noten in ganz Deutschland. Musiklehrer gaben ihren Schülern die Empfehlung ihre Noten bei Wolfgang zu kaufen, weil es dort keine Mindestbestellmengen gab. Zumindest war das 10 Jahre lang so.
Im Jänner 2008 musste sich das Haus der Musik aber dann doch den stetig ansteigenden Portokosten für Kleinbestellungen hingeben und führte einen Mindestbestellwert als Portofreigrenze ein. Aber Wolfgang tat das nicht ohne vorab per Blog die Hintergründe und Alternativen zu erklären und den Kundennutzen einer Erhöhung der Versandkosten herauszuarbeiten.
Dann folgte aber noch ein mutiger Schritt, mit dem sich Wolfgang von plumpen anonymen “Die Kosten sind gestiegen, wir danken für Ihr Verständnis”-Schreiben vieler Unternehmen differenziert:
Per Blog startet er eine öffentliche, ungeschminkte und unzensurierte Diskussion mit seinen Kunden.
Durch die Videoansprache, eine offene, unzensierte Diskussion, für die es im Weblog eine Plattform gibt, haben wir den Kontakt zu unseren Kunden gesucht und hergestellt. Die Reaktionen: Sachliche Kritik wurde geäußert, doch es gab keine einzige Kundenbeschwerde bei bis zu 300 Auslieferungen pro Tag - und es gab einen Umsatzzuwachs von ca. 30% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Eines hat Wolfgang in o.a. Statement vergessen zu erwähnen, nämlich dass die Diskussion mit seinen Kunden auch zu konstruktiven Vorschlägen zur Verbesserung des Bestellvorgangs geführt hat. Welche das waren und wie sich die Diskussion entwickelt hat, liest man am besten selbst im offiziellen Firmenblog nach (siehe hier).
Video und Diskussion bleiben im Netz und werden sogar noch explizit verlinkt, und neue Kunden finden auf Anhieb eine (in persönlichen Worten des Chefs verfasste) Erklärung des Chefs höchstpersönliche, warum man beim Haus der Musik für Kleinstbestellungen Porto bezahlt. Der richtige Schritt um Vertrauen aufzubauen, seinem Unternehmen ein Gesicht zu geben und der Austauschbarkeit zu entgehen.
Versandfrei liefern, Portokosten Dritte bezahlen lassen
Eine andere Möglichkeit auch Kleinbestellungen weiterhin kostenfrei auszuliefern wäre noch jene, die Portokosten Dritte bezahlen zu lassen. Ein Beispiel: Ich finde einen Zeitschriftenverlag der ein für meine Zielgruppe lesenswertes Magazin herausbringt und biete an jeder Lieferung ein Kennenlern-Exemplar beizulegen.
Clemens Reitz, einer der wenigen österreichischen Finanz-Blogger, hat mir jüngst von so einem erfolgreich umgesetzten Beispiel eines Büroartikel-Versandhandels erzählt, wobei ich leider den Namen des Versandhändlers vergessen habe aber vielleicht folgt noch ein separater Beitrag dieses Beispiels.
(Leseempfehlung: Chris Anderson Wired Magazine, 25. Feb. 2008.
“Free! Why $0.00 Is the Future of Business”)
Nachsatz: Wie kam es zu diesem Beitrag
Ich bekomme täglich eMails oder Pressemitteilungen von Unternehmen und Gründern, die noch immer nicht verstanden haben (a) wie Blogs “funktionieren” und (b) worum es bei ANDERS|denken geht. Die meisten verfolgen reine Werbezwecke und landen noch vor dem Öffnen im Spam Folder.
Vom Haus der Musik erfuhr ich per Brief der mich (a) von der ersten Zeile an fesselte weil er mir (b) auf Anhieb erklärte worum es geht, (c) eine nachvollziehbare Geschichte erzählte und (d) für andere Leser dieses Blogs von Nutzen sein kann. Am eDay nannten wir das Mehrwert schaffen. Letzteres ist der Unterschied zwischen langweiliger Presseaussendung und dem Wert hier im Blog diskutiert zu werden.
Studie Erfahrungen mit Web2.0 Anwendungen
54% aller großen Unternehmen nutzen Web2.0 Bausteine und gar 74% kleinerer Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern. Blogs sind dabei das meistgenutzte Tool (87%), gefolgt von Communities, Wikis, RSS feeds und Social Networking.
Wem diese Zahlen jetzt eigenartig vorkommen bitte nicht wundern. Sie stammen nicht aus Österreich sondern der amerikanischen Studie “Trends in Adopting Web 2.0 for the Enterprise in 2007” auf die ich über Bill Ives aufmerksam geworden bin.
Größte Herausforderungen der Weiterentwicklung des Einsatzes von Web2.0 Möglichkeiten sind limitierte interne Ressourcen und Sicherheitsbedenken - nicht nur technologische sondern vor allem auch jene kulturellen die ich aus vielen selbsterlebten Diskussionen kenne:
“Werde ich die Geister die ich rufen werde auch wieder los wenn ich sie nicht mehr kontrollieren kann?”
Die Erfahrungen der befragten Unternehmen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Positive Ergebnisse nach innen gerichteten Social Media Einsatzes
- Verbesserte Kommunikation und Zusammenarbeit: 91%
- Experten innerhalb des Unternehmens finden: 81%
- Verbessertes Wissensmanagement: 78%
Positive Ergebnisse nach außen gerichteten Social Media Einsatzes
- Gestiegene Aufmerksamkeit gegenüber der Marke & Loyalität - 64%
- Unterstützung Marktforschung - 58%
- Generierung von Umsätzen - 39%
Damit es nicht ganz amerikanisch bleibt hier noch ein Erfahrungsbericht aus Wien. Fashion-Händler Zapeteria schreibt dieser Tage stolz ins hauseigene Blog:
“Wir sind gerade ziemlich froh mit dem bloggen angefangen zu haben: In den letzten 24 Stunden haben wir eine Reihe an Bestellungen bekommen, da Severin über unsere neue Marke Chunk gebloggt hat.” (gefunden bei Jochen Krisch)

Weitere Beispiele gefällig? Entweder hier im Blog stöbern oder am Samstag den eDay 2008 in Kärnten besuchen, ich denke ich pepp meine Key Note noch ein wenig mit Praxisbeispielen auf…





