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Zuzzid - Erfahrungsberichte über Versicherungen
Erst letzte Woche habe ich mit einem Finanzdienstleister eine ausführliche Diskussion über Web2.0 und Chancen für ein Versicherungsunternehmen geführt. Als es um Risiken ging kam (natürlich) der v.a. allem aus Touristiker-Kreisen bekannte Punkt: Angst vor Kundenbewertungen. Durchaus verständlich, ist doch das Image der Branche in der breiten Masse nicht immer das allerbeste.
Keine Angst vor Kundenbewertungen hat hingegen das britische Versicherungsunternehmen Norwich Union. Mit Zuzzid hat es eine Plattform geschaffen, auf der frustrierte, verärgerte, glückliche und positiv beeindruckte Versicherungskunden ihrem Ärger oder Ihrer Begeisterung freien Lauf lassen, und ihre positiven wie negativen Erfahrungen mit anderen teilen können.

Putting power in the hands of insurance customers, not insurance companies. The ZUZZ. Let everyone know about your good, bad and ugly insurance experiences.
Zuzzid könnte zu einer Drehscheibe für Vorkaufsentscheidungen werden. Erwünschte Marketing-Nebeneffekte für Norwich Union gibt es viele, und so mancher wird sich an gemeinsame Workshops erinnert fühlen, wenn ich einige hier aufzähle:
Das Versicherungsunternehmen hat einen Geschwindigkeitsvorsprung beim täglichen Kampf um neue Kunden, kann über das integrierte Social Network persönliche Beziehungen aufbauen, und neue Marktforschungsmöglichkeiten nutzen. Außerdem erhält es (über demographische Barrieren hinweg) einen breiten Überblick über die Stärken und Schwachstellen von Mitbewerbern. Crowdsourcing zur Beobachtung der Konkurrenz. Clever gemacht!
Wie viel Wissen die User bereit sein werden preiszugeben, wie die Qualität der Beiträge sich gestalten wird, ob die Plattform auch langfristig überleben wird, und wie das generierte Wissen intern für bessere Leistungen (und letztendlich höheren Verkaufserfolg) genutzt wird, hängt zum einen vom Verhalten und der Zurückhaltung von Norwich Union gegenüber den Usern ab, zum anderen von den eigenen Stärken von Usern generiertes Wissen zu verarbeiten.
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Berg vorm Kopf, oder: Sich im Kreis Drehen als Lösung
Vielleicht verstehen dieses Beispiel einige deutsche Leser ganz und gar nicht, wer aber die geographische Struktur Österreichs kennt, kann es eventuell nachvollziehen.
Vor knapp einem Jahr nahm der Leiter eines Serviceunternehmens an einem meiner Workshops über Differenzierung teil. Zum Punkt Out-of-the-box-Denken, erzählte ich das Beispiel eines Unternehmens, das seit jeher seine Kunden auf Österreichs Ost-West-Achse sucht, jährlich tausende Leerkilometer zurücklegt und kaum Zeit für intensive Kundenbetreuung hat. Die Geschäftsausrichtung folgt zu starr auf Landkarten gezeichneten Ländergrenzen.

Karte: Google Maps (nur mal schnell zum Visualisieren nachgezeichnet)
“Meinem” Unternehmer schien das Beispiel “Wenn sich im Kreis drehen die Lösung ist” gefallen zu haben, denn letzte Woche schickte er mir ein Mail, in dem er mir von den Resultaten seines 6monatigen Experiments erzählt, in dem er nichts anderes gemacht hat, als die Entfernung zu seinen weitest entfernten Kunden durch 3 zu teilen, und mit einem Zirkel sein neues Zielgebiet nachzuzeichnen. Die Ergebnisse:
- Höhere Kundenzufriedenheit durch bessere Betreuung
- Senkung der Reisekosten und
- des damit verbundenen Administrationsaufwandes
- In Teilen der neuen Region sind höhere Preise durchsetzbar
- Deutliche Erhöhung der verfügbaren Zeit, die jetzt für Akquise und Kundenbetreuung genutzt wird
- Steigerung der Zufriedenheit von Mitarbeitern (häufiger zu Hause)
Dann noch ein Nachsatz: “Nur ein Mitarbeiter war unglücklich. Wohl deshalb, weil er jetzt öfters zu Hause sein musste ;-)”.
Die Lösung klingt (zu) einfach?
Ist sie auch! Aber wie viele Unternehmer kennst Du, die immer noch panische Angst vor Ländergrenzen haben, so als gäbe es dort Selbstschussanlagen und Menschen aus einer anderen Galaxie?
akquise dienstleistung geschäftsidee Marketing
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Crowdsourcing für Viral-Videos: Die Filmbäckerei
Moviebakery ist ein neues Filmportal, das virale Werbeclips am Fließband produziert und seinen Kunden 10 (Amateur-)Clips zum Preis eines professionellen anbietet.
Wie das funktioniert: Ein Unternehmen bestellt auf der Website von Moviebakery seine Clips und überweist EUR 5.000. Jeder registrierte User reicht seine Ideen ein, und die Redaktion vergibt Produktionsaufträge für die zehn besten. Wird die Qualität der Videos als in Ordnung befunden, erhält der Produzent EUR 500 als Aufwandsentschädigung für dutzende Arbeitsstunden. Sind alle 10 Filme fertig, sind weitere EUR 5.000 fällig (macht gesamt EUR 10.000 per Vorauskassa), erst dann erhält der Kunde seine 10 Clips, die im letzten Schritt über unterschiedliche Videoplattformen verbreitet werden.
Martin Oetting hat auf Connected Marketing [siehe hier] seine Sicht der Dinge hervorragend zusammengefasst, und diskutiert v.a. Amateurhaftigkeit, sowie die Erfolgschancen von Viralclips in einer Zeit, in der täglich 60.000 Videos ihren Weg zu YouTube finden, und vor allem die mangelnde Einbindung von Unternehmen in die Konzeptphase. Am besten die ausführliche Diskussion selbst bei Martin nachlesen [siehe hier]. Den angerissenen Punkten stimme ich uneingeschränkt zu, v.a. was die Abstimmung mit dem Kunden betrifft:
Eine Kampagne in deren Vorfeld darauf verzichtet wird, Chancen und Risiken zu evaluieren, und bei der kaum Rücksicht auf bestehende Markenführungsstrategien genommen wird, ist wie ein Spiel mit dem Feuer. Weiters verzichtet der Kunde auf viele Chancen viraler Effekte im Vorfeld und im Zuge der Kampagne. Und genau das ist der Unterschied zu anderen Kampagnen [siehe Beispiele hier], bei denen die Clips von Anfang an Starthilfe erhalten, und als Nebeneffekt zudem eine Community aufgebaut und emotional an die Marke gebunden wird.
So wie Zooppa oder Spotzer [siehe Berichte hier bzw. hier] eignet sich Moviebakery v.a. für Unternehmen denen echte Crowdsourcing Kampagnen zu riskant sind, die aber dennoch mit einer nicht von der Hand zu weisenden Halbherzigkeit auf den Trend “User generated advertising” aufspringen, und sich einige Euro Produktionskosten sparen wollen - ist ja auch etwas, aber ob mir das das Risiko wert ist, dass die 10 Auserwählten für EUR 10.000 gänzlich an dem vorbei arbeiten was zu meiner Marke passt?
Foto: Flickr, thanks for sharing!
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Videodokumentation vom Unfallschaden
Wie kann eine Autowerkstatt seine Kunden binden? Ein Beispiel:
Auto Christian Unfallinstandsetzung in München ermöglicht seinen Kunden schon seit einiger Zeit, den Reparaturstatus seines Autos per Internet zu verfolgen.
ReparaTOUR nennt das Unternehmen sein System. Silke Schümann schrieb dazu vor einiger Zeit im KMU Blog:
Wer sein Auto bei Christian in München hat, kann ebenfalls feststellen wie weit die Arbeit vorangeschritten ist und ob bald mit der Rückkehr des kleinen “Sorgenkindes” Unfallauto zu rechnen ist. Es genügt sich einzuloggen das Autokennzeichen einzugeben. [...]
Mir jedenfalls hat es gut getan mal wieder einen Mittelständler zu treffen, der über die Möglichkeiten seine Webpräsenz in Geschäftsprozesse zu integrieren und Service für seine Kunden anzubieten. Im Falle Fortschrittsanzeige, bedeutet dies eine Entlastung der Mitarbeiter so dass diese für abrechnungsfähige Arbeiten mehr Zeit haben.
Für die Zielgruppe Fuhrparkmanager hat Auto Christian zudem Controlling-Bausteine zusammengestellt, die individuelle Vergaberichtlinien berücksichtigen.
Aber damit noch nicht genug. Für 2007 plant die innovative Werkstatt ein weiteres Service, das seinen Kunden das Leben noch einfacher machen soll: Eine Videodokumentation von Unfallschäden.
Als Kunde, Fuhrparkverantwortlicher, Sachverständiger oder Sachbearbeiter der Versicherung können Sie über unsere Website in Echtzeit die Videodokumentation Ihres Fahrzeuges verfolgen.
Während wir telefoniern, können wir alle Details am Fahrzeug filmen. Sie können life exakt die Schäden sehen und sich einen optimalen Überblick verschaffen. Auf dieser Basis können wir optimal Schadenserweiterungen telefonisch abklären und Ihnen exakte Inforamtionen zu den Schäden am Fahrzeug bieten.
Warum Geschäftsführer Christian Hoog auch mit dieser Idee erfolgreich sein wird: Weil er (neben dem Recht nach transparenter Abwicklung) auch ein noch brennenderes Problem seiner Kunden löst, und diesen etwas schenkt, was sie sich mit Geld nicht kaufen können: Zeit!
www.auto-christian.de via KMU Blog und Best Practice Business
Fotos: Flickr | Auto Christian GmbH
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Flatrate für Wäsche

Ein lang gehütetes Geheimnis besagt, dass Moses vom Berg Sinai nicht nur die Zehn Gebote mitbrachte, sondern auch das weltweit geltende Grundgesetz der Chemischen Reinigungen: ‘Du sollst Deinen Service immer pro Kleidungsstück abrechnen!’ Und so kommt es, dass man für die Reinigung einer Hose 4,50 Euro, für den Faltenrock 5,00 Euro und den Popeline-Mantel 12,00 Euro bezahlt.
So leitet der Beratungsletter einen Beitrag zu einer innovativen (oder einfach nur querdenkenden?) Reinigung in New York ein: Slate. Was Slate besonders macht ist die Mischung aus Preis und Service.
Für einen monatlichen Fixbetrag kann man so viel Dreckwäsche reinigen lassen, wie ein Haushalt nur hervorbringen kann. Ganz nebenbei wird die Wäsche von zu Hause abgeholt, sortiert (nie mehr etwas verwaschen :-), ökologisch gereinigt und in feinem Papier verpackt wieder zugestellt - so als käme sie gerade aus der Boutique.
Das Service hat seinen Preis: 236 Dollar (ca. 175 EUR) beträgt die monatliche ‘Flatrate’ - trotzdem gibt es genügend Kunden. Verzichten müssen die allerdings auf Abenteuer wie Staus, Parkplatzsuche, Waschpulver-Preisvergleiche, verkalkte Waschmaschinen, verwaschene Lieblingsteile, verpasste Geschäfts-Öffnungszeiten, … - aber das könnte zu verkraften sein.
Wäsche Mode und Wäsche.
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Zähne im Internet ersteigern?
Immer mehr Zahnärzte und -techniker bieten ihre Leistungen auch im Internet an. Nicht nur auf ihren eigenen Homepages, sondern über Online Auktionen.
Folge: Riesige Preisunterschiede, aber auch erweiterte Möglichkeiten, neue Kunden zu finden oder in ruhigeren Zeiten für Auslastung zu sorgen.
Der Patient lässt sich zunächst auf der Website des jeweiligen Portals registrieren und überträgt anonym den Heil- und Kostenplan eines Zahnarztes in ein vorgefertigtes Formular. Innerhalb einer bestimmten Frist geben Zahnärzte dann ihre Gebote ab, frei nach dem Motto “Wer bietet weniger?” Am Ende wählt der Nutzer einen Arzt aus und vereinbart einen Beratungstermin. Kommt es zu einer Behandlung, zahlt der Arzt einen kleinen Teil des Honorars an den Portalbetreiber.
Was Ärztekammer und Verbraucherschützer zu dem Angebot sagen und welche Auswirkungen das auf das Qualitätsniveau hat, kann man im Presseportal nachlesen.
Egal was man davon hält: Für mich ist die Geschichte ein weiteres Beispiel, dass es mit den heiligen Kühen vorbei ist. Jammern nützt nichts. Sich auf die neuen Rahmenbedingungen einstellen, Veränderungen akzeptieren, und sich aktiv um neue Kunden bemühen bringt mehr. Wie es geht? Beispiele für Differenzierung gibt es (auch in diesem Blog) genügend.
Und immerhin geht es ja nicht immer nur um den Preis, oder?
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High Heels schreien nach Hilfe
Notfallservices gibt es für Kreditkartenverlust, Autopannen, Reiseunfälle, Stromausfälle, Computerabstürze, vergessene Schlüssel, Rohrbrüche und für … Schuhe.
Zu einem der Albträume jeder Frau gehören wohl auch abgebrochene Stöckel an den Lieblings-High-Heels. Alexander Greisle hat den rettenden Tipp: For emergency call (888) 4.shoe.911.
‘Sergio Rossi bietet einen 24-Stunden-Notfallservice für gebrochene Absätze an. Die Lösung für eine Krise, die durchaus einen erfolgreichen Tag oder Abend verderben kann. Der Schuhnotdienst rückt mit einer Auswahl von Ersatzschuhen an und nimmt den gebrochenen Absatz samt Schuh zur Reparatur mit. Der Abend ist gerettet.’
Darüber, wie das Service angenommen wird, hab ich vorerst nichts gefunden. Eines hat die Gucci-Marke Sergio Rossi damit auf jeden Fall erreicht:
‘Eine ideale Möglichkeit, um in der Zielgruppe bekannt zu werden und akute Probleme der Kunden zu lösen. Erfahrungsgemäß sind das die treuesten Kunden, die noch dazu für eine unbezahlbare Mund-zu-Mund-Werbung sorgen.’
Vielleicht schließt man die ‘neuen’ Schuhe ja gleich so ins Herz, dass der Griff in die Geldtasche um einiges leichter fällt.
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Muss es immer mehr Verkaufsfläche sein?
Ich mag Geschichten über kleine Kaufleute, denen es gelingt, direkt neben großen Platzhirschen erfolgreich zu sein.
Ein schönes Beispiel ist jenes von Thomas und Ramona Gietl, die sich im Tiroler 1.000 Seelen Dorf Schönberg einen Traum erfüllt haben - und das ein paar hundert Meter neben einem Tiefpreis-Diskonter von Hofer.
Being Spaces ist das Schlagwort zu dem, was Ramona und Thomas nach der Übernahme des Geschäfts mit Hausverstand umgesetzt haben: Kurzerhand wurde ein altmodischer Supermarkt in einen trendig-stilvollen Cafe Laden umgestaltet.
‘Wir wollten wieder einen Treffpunkt schaffen, wo man ein bisschen ein Dorfleben hat. Wir wollen der Anonymität entgegentreten. Zudem wollen wir mit vielen regionalen Partnern zusammenarbeiten’, sagte Ramona anlässlich der Eröffnung vor gut einem Jahr. Und das ist gelungen!
‘Im 60 m² großen Café bieten wir Ihnen neben Getränken und Snacks auch eine abwechslungsreiche Wochenkarte’, steht stolz auf der Homepage der Gietls. Das frisch zubereitete Tagesmenü (’Schmankerln’) findet man im Internet. Abends kann das Lokal für Feste und Feiern gemietet werden. Wer lieber daheim bleibt, nutzt das Catering-Service.
Das eigentliche Geschäft misst 160m2 und beinhaltet alles, was das Dorfleben verlangt - und hergibt: Frisches Brot, Fleisch einer lokalen Metzgerei, Blumen vom Gartenbauer aus dem Nachbarsdorf, Services die einst Postämtern vorenthalten waren, Annahme für Textilreinigung und Fotoausarbeitung - auf Wunsch auch online.
Ideen gibt es genug. Erfolgreich umgesetzte Beispiele auch. Trotzdem glauben andere, ihre Rettung ausschließlich im Vervielfachen von Verkaufsflächen und einer Angleichung des Sortiments an große Supermärkte zu finden. Weil es (leider) oft hieran mangelt:
.: Der Bereitschaft, traditionelle Pfade zu verlassen,
.: abgedroschene Geschäftsmodelle zu überdenken,
.: Veränderungen zu akzeptieren,
.: sich über den Tellerrand hinauszulehnen, und
.: Mut zur Umsetzung alternativer Ansätze zu entwickeln.
Differenzieren ist erfolgsversprechender als Kopieren - und macht ungleich mehr Spaß! Wer über seinen Schatten springt, hat gute Aussichten darauf, sich gemeinsam mit Ramona Gietl zu freuen:
‘Wir haben einen Traum umgesetzt und haben für die nächsten 30 Jahre einen sicheren Arbeitsplatz. Mit guten Ideen und viel Herzblut ist fast alles machbar.’
Gefunden habe ich die Geschichte der Familie Gietl im neuen (Tiroler) Westmagazin, einer Zeitschrift die es (dank gut recherchierter Beiträge und einer gesunden Portion spitzer Feder) schon mit der ersten Ausgabe geschafft hat, mich unübliche 2 Stunden vor einem Print-Magazin zu fesseln.
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Sitzen Sie im Dreck?
Sie sind die Ghostbusters des Gesundheitszeitalters, Kammerjäger für Bürosessel.
Martin Müller ist Fachmann für Büromöbel. Sein Spezialgebiet: Der Allerwerteste - oder besser: Das worauf er stundenlang sitzt.
Gemeinsam mit seinem Partner Werner Tschertschek, gründet er ein mobiles Bürostuhl-Reinigungs-Service: Workspirit.
Eine halbe Stunde dauert die Reinigung, 6-12 Stunden der Trockenvorgang, dann ist Schluss, mit allem was keucht und fleucht: Hausstaubmilben, Pollen, Hautschuppen und Feinstaub befreit.
Mit der Idee setzen die beiden Unternehmer dort an, wo andere nicht mehr können - oder wollen. Sie fürchten sich auch nicht davor, die Dinge beim Namen zu nennen:
‘meistens sind verkäufer bis zur lieferung freundlich und dann verschwunden. dienstleistung ist ein fremdwort. nicht für uns:
wir kümmern uns darum, dass ihre investition auch später in guten händen ist und nicht an wert verliert. workspirit ist ein synonym für pflege und service. wir bieten ihnen vor ort alles was zur werterhaltung ihrer möbel beiträgt.’
Der Geschäftssitz ist keine Millionenstadt mit paradisischer Firmenvielfalt, sondern Schwaz in Tirol, eine Stadt mit 13.000 Einwohnern. Das Geschäft funktioniert trotzdem. Das ergeizige Ziel (’Wir geben uns 30 Tage bis zum ersten Auftrag.’) ist erreicht. Derzeit werden Probereinigungen bei mehreren Unternehmen durchgeführt.
Müller: ‘Ein Stuhl sollte alle 18 Monate gereinigt werden. Zum Preis eines neuen Stuhls, können 50 Reinigungen durchgeführt werden. Und die Mitarbeiter empfinden den Service als pesönliche Wertschätzung.’
Noch stehen die zwei Unternehmer ganz am Anfang, aber vielleicht bekommen Sie schon bald ein ähnlich kultiges Image wie die Men in Black der Geek Squad [siehe Bericht und Video]. Mit ein wenig Arbeit am Internet-Auftritt und mehr Emotionalisierung, was sich auf dreckigen Sesseln wirklich bewegt (siehe Video oben), hat die Idee durchaus Potenzial auf Erfolg! Wie immer an dieser Stelle: Viel Glück!
[Quelle: Tiroler Wirtschaft]
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Tankwart 2.0 bei Shell - Endlich wieder Service
Durch Service differenzieren und Kunden binden. Das funktioniert auch im hart umkämpften Tankstellenmarkt. - Dass man Service nicht unbedingt immer neu erfinden muss zeigt Shell mit der klassischen Wiederbelebung von etwas, das jahrzehntelang nie weg zu denken gewesen war - bis kostensenkende Controller die Regentschaft übernahmen.
Vor knapp einem Jahr hat Shell in Deutschland damit begonnen, den Tankwart wieder einzuführen. In seinem Zukunftsletter nannte Matthias Horx ihn kürzlich Tankwart 2.0. Shell:
‘Die Kunden können an allen Tankstellen wählen, ob sie die etwas teurere Komfortlösung nutzen möchten, oder wie gewohnt selber zum Zapfhahn greifen wollen. Die Mehrkosten für die Dienstleistungen betragen bei einer Tankfüllung von 50 Liter je nach Teststation zwischen 50 Cent und 2,50 Euro.’
Was hats gebracht? Ausser dass ich persönlich mindestens 6 glückliche Kundinnen kenne, die vom 6-Pack Tankwart an irgendeiner Münchner Shell Tankstelle schwärmen, sollen die Tankwarte laut Aussage des Unternehmens auch den Umsatz gesteigert haben. Bei Motor-Öl um 22%, bei Zusätzen für Scheibenwasser um 24% und bei Kraftstoff um knapp 1%.
Holger Spethmann, Tankstellenbesitzer in Hamburg: ‘Es ist ein Plusgeschäft. Beim Frostschutzmittel verkaufe ich zehn Mal so viel wie vorher’. Grund: Der Tankwart prüft bei Bedarf auch das Kühlwasser und bietet falls nötig Frostschutzmittel an. Es kommen sogar Leute mit ihren Geschäftswagen und zahlen den Kostenbeitrag von einen Euro aus der eigenen Tasche. Ein Euro für gute Leistungen - das ist für unsere Kunden kein Thema.’
Ca. 10% der 2.250 deutschen Shell Tankstallen beglücken die Hauptzielgruppen Frauen, Best Ager und Geschäftsreisende mit dem wiederbelebten Service. Bis Jahresende sollen es laut einem Bericht im Focus 750 sein, und Shell will so 1.000 neue Arbeitsplätze (wieder-)geschaffen haben.
Was macht die Konkurrenz? ‘Nachziehen’, möchte man auch aufgrund der oben genannten Zahlen vermuten. Aber dem ist nicht so. Aral Sprecher Detlef Brandenburg meint sogar: ‘Wir bleiben da ganz gelassen, weil wir da kein großes Potenzial sehen.’
Mal sehen ob es dabei bleiben wird und vor allem: Was werden andere Branchen wie z.B. Banken machen? Die sind zum Teil ja noch immer mitten drin, 80jährigen Damen zu erklären, warum es viel besser ist, Überweisungen und Fahrkarten mit einem Automaten zu besprechen…
Bildquelle: Shell
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Technikaffin und kommunikativ?
Wozu muss ein Techniker kommunikativ sein?
Laut Burkhard Schneider, um schon bald eine konkrete Geschäftsidee umzusetzen. Auf Best Practice Business macht er schon mal neugierig:
‘Durch eigene Bedürfnisse bin ich auf eine Idee gestossen, mit der ein technikaffiner Blogger wohl schon nach wenigen Monaten ein vierstelliges Einkommen pro Monat generieren könnte. [...] Ich gebe zu, dass die Idee relativ trivial ist. Nach meiner Kenntnis bietet aber noch kein Blogger diese Leistung an und selbst wenn es so wäre, wäre der Markt groß genug.’
Was Bukhard hier macht: Er bietet kostenlos eine Idee mitsamt der Entwicklung des Geschäftskonzepts an. Als Gegenleistung erhält er genau die Dienstleistung die ihm selbst fehlt - und er lenkt neue Besucher auf seine Website. Nur ein Trick? Bestimmt nicht! Denn wer Burkhard kennt (oder zumindest sein Vorzeige Blog) weiß, dass es sich hier um alles andere als nur heiße Luft handelt. Wir sind gespannt auf mehr…
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Den Preis bestimmt der Kunde - die Leistung auch
Sie suchen günstige Handwerker? Dank My-Hammer.at heißt es jetzt auch in Österreich: ‘Wer bietet weniger?’
Wie das Rückwärts-Auktions-Portal funktioniert: Sie stellen Ihre Suchanfrage (z.B. ‘Ausmalen einer Wohnung’) ein und bestimmen gleichzeitig einen Maximalpreis. Der Anbieter, der Ihren Preis am stärksten unterbietet, erhält den Zuschlag. Die Provision bezahlt der Dienstleister. Die Ersparnis: Laut Erfahrungen in Deutschland ca. 30%.
Obwohl ich My-Hammer.de schon seit dem Start 2005 beobachte, weiß ich noch immer nicht so recht, was ich davon halten soll. Etwas Googeln nach Erfahrungsberichten, überzeugt mich auch nicht wirklich. Zweifelsohne ist My-Hammer eine gute Geschäftsidee mit Potenzial. Zweifelsohne ist es eine gute Möglichkeit für HandwerkerInnen, die in ruhigen Zeiten zusätzliche Aufträge übernehmen und die Auslastung steigern wollen. [Warum haben Handwerker die ich kenne niemals Zeit?] Zweifelsohne eine Fortführung des Geiz-ist-geil Trends: Eifrig und fleissig unterbieten sich die Dienstleister gegenseitig. Ob darunter die Qualität leidet?
‘Qualität und Sicherheit spielen eine entscheidende Rolle’ sagt der Robert Walli, Country Manager für Österreich. ‘So kann der Auftraggeber auch nur bestimmte Bieterprofile für seinen Auftrag zulassen. Nach erfolgreicher Ausführung bewerten sich Auftraggeber und Auftragnehmer stets gegenseitig.’
Hier nur ein Beispiel, warum ich betreffend der Qualität überaus skeptisch bin: Eine Werbeagentur bietet ein kreatives Werbekonzept zur Etablierung eines neuen Geschäftsmodells an. Um lächerliche EUR 379,–. Würden Sie sich als Unternehmer darauf einlassen? Ich schon - aber nur bei gleichzeitigem Einbau eines Links auf diese Seite.
Auch das Angebot des Anbieters strotzt nicht gerade vor Überzeugung. Ein Elevator Pitch für die Kategorie Geisterbahn:
‘Ich habe sehr großes Interesse an Ihrer Auktion!!! Deshalb möchte ich mich kurz vorstellen und Ihnen zugleich meine gestalterische Hilfe anbieten. Als Dienstleistungsunternehmer in Sachen Werbegestaltung und Design bin ich ein kreativer und leistungsstarker Partner! [blablabla]‘
Das Portal ist ein Tummelplatz für Geiz-ist-geil Jünger. Aber auch für Menschen die einfach nur nach Dienstleistern suchen. Als Unternehmer vertraue ich auf andere Bezugsquellen und Qualitätshandwerker die ich kenne. Unternehmen, die sich mühsam aus der tödlichen Preisspirale herausgekämpft haben, empfehle ich andere Akquisitionswege! Wasser predigen und Wein trinken funktioniert nämlich nicht!
design dienstleistung geschäftsidee Marketing sport tourismus & gastronomie wein
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Irren ist menschlich
‘Die Welt wird nie mehr als 5.000 Kopierer benötigen’, erklärte IBM 1959 den Gründern von Xerox. Das Video zeigt, wie man mit Xerox Kopierern heute sogar Geschenke verpacken kann.
IBM scheint an der Ziffer 5 schon immer Gefallen gefunden zu haben. 1943 meinte der Vorsitzende von IBM, Thomas Watson, gegenüber Journalisten: ‘Es gibt einen Weltmarkt für vielleicht fünf Computer.‘ Ähnlich verhängnisvoll die Einschätzung von Ken Olsen, Gründer von DEC, 1977: ‘Es gibt keinen einzigen Grund, warum Privatleute sich jemals einen Computer zulegen sollten.‘
Vergleichbare Irrtümer finden sich in der Kategorie ‘Innovationen gestern‘ in diesem Blog, zum Beispiel hier oder hier.
Daniel Scocco sammelt im Innovation Zen immer wieder frühe Zitate berühmter Menschen über neue Produkte und Dienstleistungen. Ein Leckerbissen von Bill Gates aus dem Jahre 2003 über Google:
‘These Google guys, they want to be billionaires and rock stars and go to conferences and all that. Let us see if they still want to run the business in two to three years’.
Es war nicht Bill Gates einzige Fehleinschätzung, das vielleicht berühmteste seiner Zitate stammt aus dem Jahr 1981: ‘640KB sollten für jedermann genug sein.’ Wie viel Arbeitsspeicher benötigt Windows Vista gleich noch einmal?
‘Irren ist menschlich’, sagt ein Sprichwort. Hinzuzufügen wäre vielleicht noch: ‘Irrtümer und Fehler dürfen nur nicht Kopf und Kragen kosten!‘
Beisträge zu Fehlerkultur, über das Scheitern von Innovationen und Irrtümer der Vergangenheit finden sich in meinem Blog immer wieder. Beispiele wie jene von Bill Gates, Ken Olsen und anderen sollten uns ermutigen, zu Fehlern zu stehen und Neuem eine Chance zu geben. Auch erfolgreiche Menschen irrten schon häufig…
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