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Was wir von der Fussball-EM über Internetmarketing lernen sollten

Die Fußball EM zeigt uns derzeit recht deutlich, dass gute Information im Web2.0 Zeitalter nicht mehr ausschließlich an Massenmedien gebunden ist. Unternehmen und Veranstalter lassen jedoch (zumindest hierzulande) noch viele Chancen ungenützt.
Die EM im Internet
Auf der Mikro-blogging Plattform Twitter (andere sagen auch “größter Chatroom der Welt” dazu) tauschen sich Fans vor, während und nach der Spiele aus. Wer gerade keine Chance hat bei einem Spiel dabei zu sein, bleibt per User generated Live Ticker dennoch ständig informiert - über Spielstände, Wetterberichte, Meinungen zum Spiel. Zudem gibt es Tipps zu den besten Treffpunkten, Fotos, Videos, Livecams, Medienberichten und Statusinfos, wo sich meine Kontakte gerade aufhalten. Die Updates kommen per Feed oder Gratis-SMS sogar aufs Handy…

Summize.com, Conversational Search
Am Katermorgen nach der langen Nacht in der Fanzone mal schnell nach aktuellen Bildern suchen. Facebook (Social Network) und Flickr (Fotoplattform) finden sich tagesaktuell tausende Fotos von Fans aus ganz Europa.
Wohin am Nachmittag? Was sich in den Public Viewing und Fanzonen gerade abspielt und wo die beste Stimmung herrscht verfolgt man am besten per Webcam (Beispiel siehe hier, danke Max) und entscheidet anschließend selbst, an welcher Bar man sein Geld liegen lässt.
Morgen kurzfristig nach Wien. Fans die während der Euro Kondition beweisen und quer durch Österreich und die Schweiz reisen, verwenden zur Reiseplanung Google Maps (siehe dieser Beitrag).
Im Zug … eine Spielszene verpasst! Was haben meine Freunde in Basel gestern angestellt? Die besten Spielszenen und die verrücktesten Fan-Videos sind Sendezeiten-unabhängig (on-demand) auf YouTube abrufbar.
Gib uns Deutschland im EM-Finale
Web2.0 nicht verstanden
Meine persönlichen Kritikpunkte an der einen oder anderen Host City, die zwar im Vorfeld des Megaspektakels viele Millionen Euro für Werbung ausgegeben hat, aber während der EM eine Menge Marketingchancen ungenutzt lässt bzw. den Unterschied zwischen Push-, Pull- und Dialogmarketing nicht verstanden hat.
Es gibt teure und aufwendig gestaltete Portale (Beispiel Tirol08) auf denen offizielle Bilder und Presseberichte heruntergeladen werden können. Solche Seiten sollten zumindest Feeds anbieten, die über Updates zu informieren - eigentlich eine Selbstverständlichkeit in Web2.0 Zeiten!
Auch Twitter Event Feeds würden den Informationsfluss erleichtern, beschleunigen oder könnten sogar zur Fanbetreuung eingesetzt werden.
Warum Bilder immer zentral auf der eigenen Webseite abspeichern? Wer seine Bilder auf Flickr ablegt, mit Tags versieht und geschickt mit der eigenen Webseite verknüpft, öffnet zusätzliche Türen für neue Zielgruppen.
Gleiches gilt für Facebook, das sich mittlerweile zur größten Foto-Sharing-Plattform der Welt gemausert hat: Täglich werden bei Facebook 15 Millionen (!) neue Bilder hochgeladen.

Zudem sind es nicht nur die eigenen Fotografen, die die besten Bilder schießen - eine Funktion die Fanfotos aggregiert ist schnell auf der eigenen Seite integriert. Natürlich so, dass die Bilder auch weitergeschickt werden dürfen. Macht um einiges mehr Sinn als lediglich eine Handvoll eCards anzubieten. Wer verschickt die heute überhaupt noch? Wenn dann schon verpackt als kleines Geschenk über Facebook.
Was ich servicetechnisch anbieten sollte, um die Kommunikation mit und zwischen Fans und Gästen zu erleichtern: Kostenlosen, vor allem aber einfachen WLAN Zugang für die vielen tausenden Fans die mit ihren Bildern, Blogbeiträgen und Videos Werbung für meine Stadt (meine Bar, mein Hotel, …) betreiben. Auf vielen Kongressen mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, für Innsbruck aber immer noch nicht.
Nur ein Modetrend
Gestern habe ich mit jemanden der im Vorfeld der Euro in Marketing & Werbung involivert war diskutiert. Erwartete Killerphrase:
“Das ist doch alles nur etwas für Randgruppen - und zudem nur ein Modetrend.”
Einmal abgesehen davon, dass das Argument schlichtweg nicht richtig ist (ARD und ZDF erreichen mit ihren Nachrichtensendungen auch nur mehr lediglich 280.000 Fernsehzuseher), wäre 2008 die Chance mit o.a. Tools zu experimentieren. In vielen Fällen (die richtige Projektplanung vorausgesetzt) sind Web2.0 Anwendungen (im Vergleich zu Webauftritten wie oben verlinkten) sogar noch kostengünstig umsetzbar und vor allem oft effizienter und einfacher administrierbar als viele (zu) komplizierte CMS Systeme.
Ich freue mich über weitere Tipps und Erfahrungsberichte für beliebte Online Tools mit denen sich die Euro noch interaktiver erleben lässt. Das Kommentarfeld steht Euch offen.
Epilog
Wir saßen während des Gesprächs in einer Bar ohne Fernseher, während draußen bei strömenden Regen ein Spiel lief. Torjubel. “Tor? Welche Mannschaft?” - Auf meinem Nokia N95 waren inzwischen Twitter-Feeds eingegangen. 92. Minute, Türkei, Torschütze xxxx, Schweiz ausgeschieden. “Wow, eine tolle Sache dieses Twitter…” - Vielleicht hats ja geholfen :-)
Lesetipps zu Twitter & Co.:
- 17 sinnvolle Anwendungsideen für Twitter
- Sozialer Mitmachzwang?
- Videobeitrag n-tv: Twitter, Dopplr und Skylounge im Einsatz für Geschäftsreisende
Fotos Flickr CC: Jose, Laszlo, Mecki - Thanks for sharing, guys!
Messebesucher zu Kunden machen
Nicht nur für Burkhard Schneider ist Ludger Freese der innovativste Metzger Deutschlands. Besucher meiner Vorträge kennen den Mann von genialen Aktionen wie zum Beispiel “Wer wird Wurstmillionär” und anderen. Heute lese ich bei Burkhard von Ludgers jüngstem Geniestreich.
Die Problemstellung die es zu lösen gilt:
“Wie bringe ich möglichst viele der 16.000(!) Besucher der Gewerbemesse Visbek auch in meinen Laden?”
Hier Ludger Freeses Ansatz, zu der ich dir, lieber Ludger, ganz herzlich gratuliere! Wieder einmal beweist du, dass man für wirklich gutes Marketing nicht unbedingt teure Agenturen beauftragen muss! [Weiterlesen] »
Goodbye Copyright, Hello Remix!
Wieder mal ein gelungener (wenn auch auf den ersten Blick plump wirkender) Marketing Gag der britischen Rockband Radiohead: Für ein paar Dollar konnten einzelne Tonspuren des Songs “Nude” gekauft werden, um anschließend daraus eine eigene Version zu mischen.
2.253 Remixes umfasst die Datenbank nach Abschluss der Einreichphase. Bis 1. Juni hat noch jeder Teilnehmer Zeit, das eigene Werk per Widget auf MySpace, Facebook oder anderen Seiten zu promoten, und möglichst viele Stimmen zu ergattern.
Was winkt den Siegern? Ruhm, Ehre und das Versprechen von Radiohead sich den Remix anzuhören. Ist die Fangemeinde groß (oder die Marke stark) genug, müssen es nicht immer monetäre Prämien sein. Bei VOdA nennen wir so einen Motivationsbaustein “Zugang zu exklusiven Kanälen” - in dem Fall die Chance zu einem persönlichen Kennenlernen mit Radiohead vielleicht.
Die Mundpropaganda ist (nach der Aktion “Bezahlt für unser Album was Ihr wollt“) auf jeden Fall wieder mal gelungen. Das beweisen alleine die mittlerweile über 1.100 Backlinks von Blogs.
Wie viele andere User Generated Content Projekte auch, verführen Radiohead ihre Fans dazu, sich noch intensiver mit der eigenen Marke zu beschäftigen und Mundpropaganda zu streuen - egal ob im Web oder der realen Welt.
Beinahe schmunzelnd schaue ich auf die Konzerttickets neben mir am Schreibtisch: “Fotografieren während des Konzerts verboten.” Also, bitte nur keine Fotos machen und deinen Freunden, die nicht dabei waren, zeigen was sie verpasst haben.
Manche scheinen wohl nie dazulernen zu wollen…
Linktipp zum Schluss:
“Our kids are different than we are: We watched TV, they make TV.”
Der Mob macht Kunst - Brooklyn Museum New York
Im Brooklyn Museum in New York kann derzeit “jede/r” die Rolle des Museumsdirektors übernehmen. Das Museum stellt für den Sommer eine Fotoausstellung mit dem Namen Click! zusammen.
Im März waren Fotografen dazu aufgefordert Bilder einzureichen. Bis Ende Mai entscheiden Besucher und Foto-Fans, welche Bilder dann tatsächlich ausgestellt werden.
Für das Brooklyn Museum ist Click! ein Experiment das auf James Surowieckis Bestseller, The Wisdom of Crowds, basiert.
As part of the evaluation, each visitor answers a series of questions about his/her knowledge of art and perceived expertise. Click! culminates in an exhibition at the Museum, where the artworks are installed according to their relative ranking from the juried process. Visitors will also be able to see how different groups within the crowd evaluated the same works of art. The results will be analyzed and discussed by experts in the fields of art, online communities, and crowd theory.
Click! ist für mich bereits jetzt wesentlich mehr als ein Experiment um die Weisheit der Vielen zu bestätigen oder zu belächeln. Vor allem ist es ein Web2.0 Vorzeigeprojekt bei dem nicht nur online Fotos bewertet werden, um anschließend wieder in Vergessenheit zu geraten.
Click! hilft dem nicht gerade mit finanziellen Mitteln gesegnetem Brooklyn Museum auch, budgetschonend Aufmerksamkeit zu erzeugen, die Schönheit von Kunst zu transportieren, und durch einfache Widgets (Online-)Mundpropaganda zu erzeugen.
Auch das Problem limitierter Personal-Ressourcen löst Click! elegant - tausende Scouts und Judges die aus Begeisterung an der gemeinsamen Sache aktiv werden.
Fazit: Beispielhaft vorgeführte integrierte Kampagne.
Quelle: Museum 2.0. Danke an Markus für den Linktipp zu diesem tollen Crowdsourcing Ansatz.
Alte (diktatorische) Welt vs. Neue (partizipative) Welt
Do-it-yourself Mode-Schmuck ist nichts Neues. In der Motivation die eigenen Designs zum Leben zu erwecken besteht allerdinge eine große Kluft zwischen Amerika/Großbritannien und Deutschland/Österreich.
Die beiden deutschen Start-Ups Julie & Grace und Pearlfection lösen diesen Engpass, indem sie für ihre Kunden die Produktion übernehmen. Die Hamburger Julie & Grace produzieren in Bali, Pearlfection (München) lässt die Designs in Deutschland verwirklichen.

Ganz im Stil der “2.0 Kultur” bieten die Unternehmen Hobby Designern die Möglichkeit, ihr Taschengeld ein wenig aufzubessern, oder einfach nur Spaß und Stolz daran zu haben, wenn die selbst entworfenen Designs auch von anderen Menschen gekauft werden. Der/die DesignerIn verdient am Verkauf mit. Die Provisionen werden selbst festgesetzt.
Traditionelle Geschäftsmodelle
Selbst Designs erstellen ist auch beim Schweizer BijouDesigner möglich, allerdings habe ich hier keine Möglichkeit an meiner Kreativität zu partizipieren. Die designten Schmuckstücke können “nur” für den Eigenbedarf bestellt werden. Braver Individualisierungs-Ansatz allerdings ohne echtes Erlebnis, Mundpropaga- oder Wiederbesuchspotenzial. Hier schaue ich nur dann vorbei, wenn ich auch tatsächlich Kaufabsicht habe.
Noch ein Beispiel passt in diese Reihe: Swarovskis “Create your Style Community Ansatz. Hier erkennt man zwar deutlich den Community Trend dem zur Zeit viele Konzerne hinterherlaufen, allerdings lässt der Ansatz die zentralste Frage offen: Was ist der Mehrwert dieser Community?

Auf der Seite von Swarovski bietet zwar ein Online Designer seine Dienste an, mehr ist aber (noch) nicht erkennbar. Wozu also meine Daten einem Konzern ausliefern, wenn ich mich alternativ auch auf Facebook mit tausenden anderen Glitzer-Steinchen- und Fashion Addicts austauschen kann?
Leider vergessen zu viele “Bauen wir uns auch mal schnell eine Community” Projekte “alter” Unternehmen auf diesen entscheidenden Faktor oder versuchen ihn erst dann zu kommunizieren, nachdem die Projekte in langwierigen Projekten bis zur vermeintlichen Perfektion konzerintern verfeinert und abgetestet worden sind. Im Falle von Swarovski wird es vielleicht funktionieren - die Marke ist megastark und hat weltweit Hundertausende Fans. Bei anderen Unternehmen werden ähnlich konservative Versuche verdammt schief gehen, lediglich eine Menge Geld verschlingen und zu Frust-getriebenen Rundumschlägen (”Blase…”, “Alles nur ein Modetrend.”,…) führen.
Alte Welt vs. Neue (demokratisierte) Welt
Ich mußte gestern auf dem Weg in unsere Manufaktur drei große Umwege fahren, weil sich endlose Konvois in Richtung Meer geschoben haben (der längste aus über 100 Bussen und LKWs (!), auf deren Ladeflächen oben sehr festlich gekleidete Balinesen unterwegs waren). Am Strand wurden den Göttern dann Opfergaben erbracht und es erfolgt die Reinigung der Seele. [...]
[Quelle: J&G Blog]
Eine gesunde Portion Offenheit und Storytelling abseits von Produktkatalogen schaffen Neugier und erzeugten emotionale Bindung. So berichtet J&G Kopf Markus Bosse in seinem Blog regelmäßig über seine Erlebnisse auf Bali, und spricht dabei auch ganz offen über die vielen Herausforderungen beim Auf-/Ausbau der Produktion. Als Fan von J&G kann ich die Entwicklung des Unternehmens hautnah miterleben. Der Leser beschäftigt sich freiwillig und gerne intensiv mit dem Unternehmen, und erzählt u.U. sogar die eine oder andere Geschichte weiter.
Aus den 4 Beispielen kann man vor allem eines ablesen: Den Unterschied im Versuch, lediglich Realwelt-Geschäftsmodelle ins Internet zu kopieren, oder mit Varianten zu kombinieren und zu experimentieren, zu denen das Internet die perfekten Grundlagen bietet. Die beiden letzten Beispiele haben das m.E. noch nicht ganz geschafft.
Sie sind im ersten Schritt des Prozesses Kunden in den Wertschöpfungsprozess zu integrieren und Teil einer Erlebniswelt werden zu lassen hängen geblieben: Der Demokratisierung und des zur Verfügung-Stellens von Produktionsmitteln.

J&G und Pearlfection gehen über diesen Schritt deutlich hinaus. Nicht nur stellen sie mir ein Produktionsmittel (Design Tool) zur Verfügung, sondern auch ihre Produktionskapazitäten und ihre Vertriebsplattform (Demokratisierung des Vertriebs). Beide unterstützen mich als Verkäufer zudem beim Zugang zu Nischenmärkten (Long Tail) und dabei, mein Angebot in den Weiten des Internet (und Shops - vgl. J&G Geschäftskundenbereich) auffindbar zu machen.
Themenverwandt und demnächst hier im Blog:
Links und Screenshots:
Sonntagsgeschichten: Marketing eines Nicht-Marketers

Leser dieses Blog wissen, dass ich Geschichten mag. Besonders solche die das Leben schrieb. Ich lese Geschichten gerne in (guten) Blogs, aber noch lieber lasse ich sie mir bei einem hervorragenden Glas Wein erzählen.
Im Anschluss an meinen Vortrag über Web2.0 im Tourismus bei den Europa Wanderhotels erzählte mir der Hotelier Hermann Grubauer seine Geschichte, die 1976 in Brasilien begann. Dort lebte und arbeitete er 5 Jahre lang in den Regenwäldern des Amazonas mit zwei Indianerstämmen. Die Indios lehrten ihn das, was heute Grundlage für den Erfolg seines Wanderhotels Tuxtertal ist, die er von der 18 Betten Pension zum 4-Sterne Hotel geführt hat.

„Weißt du“, begann Hermann, „vielen Hoteliers hier geht es heute noch viel zu gut. Sie sind zu satt. Darum haben sie die Zeichen der Zeit nicht erkannt und wollen sich nicht verändern. Nur der Hunger lässt auch die einfachste Nahrung zum Festmahl werden. Aber je stärker der Magen schon knurrt, umso schwerer ist die Jagd.“
„Ich mache kein Marketing!. Wozu auch? Viel lieber als um tausende Euro Anzeigen in Zeitungen zu kaufen rede ich mit Menschen. So wie du das in deinem Vortrag über dieses Web2.0 erklärt hast. [...] Ja, ich verstehe, dass Menschen sagen das koste viel Zeit. Aber wer sich diese Zeit nimmt wird schnell verstehen, dass sich die Investition lohnt. [...]
Vor einigen Jahren traf ich auf eine Gruppe Deutscher die der Festen Überzeugung waren, das Wandern sei nichts für sie. Kurzentschlossen fuhr ich nach Deutschland und lud sie zum Wandern durchs wunderschöne Saurland ein. Das ganze „Marketing“ (wenn du es so nennen willst) hat mich lächerliche 600 Euro gekostet – inklusive Essen und Getränken. Heute lieben sie das Wandern und kommen jedes Jahr zu mir – mit ihren Familien, Freunden und den Freunden ihrer Freunde. Die 600 Euro haben sich längst bezahlt gemacht.“
Hermann Grubauer ist ein bescheidener und authentischer Mensch – das hat ihn zur Marke gemacht. Grenzüberschreitend. Medien (auch Finanz- und Wirtschaftsmagazine) lieben ihn und zitieren ihn gerne – vor allem deutsche, denn leider trifft auch auf ihn das Sprichwort des Apostels im eigenen Land zu, und so manchem Werber aus der eigenen Heimat sind seine Worte ein Dorn im Ohr.
“Vergiss den Profit. Der kommt von selbst – aber nur wenn du dich wohlfühlst und im Einklang mit deiner Umgebung lebst. Es gibt kein Ich. Die Indios lehrten mich, dass nur das Wir die Wärme schafft, die man zum Leben braucht.”
Auch wenn Hermann sagt er mache kein Marketing – sein Handeln ist Marketing. Marketing in seiner edelsten Form und ohne großes Werbebudget. Marketing das auf Dialog basiert. Anstatt nur über sich selbst zu reden redet Hermann Grubauer mit Menschen. (Mühsames) 1:1 Marketing durch das Beziehungen, Mundpropaganda und Begeisterung entstehen.
“Die Herzlichkeit und Ehrlichkeit mit der man Menschen begegnet, kommt tausendfach zurück.”
Warum dieser Beitrag? Nicht nur weil es auch bei Web2.0 stets um Authentizität, Gespräche, Beziehungen, Mundpropaganda und Glaubwürdigkeit geht. Vor allem deshalb, weil vielen von uns Hermanns Verständnis von Marketing nicht mehr vertraut ist. Zu sehr haben wir uns an die jahrzehntelange Marktschreierei von Werbern und aufdringliches Push Marketing gewöhnt.

Ich bedauere sehr dass Hermann (noch) kein eigenes Blog betreibt und seine Erlebnisse, Erfahrungen und Einstellungen so auch mit Menschen teilt, die es nicht eben mal schnell auf einen Kaffee ins weit entfernte Lanersbach (Zillertal, Österreich) schaffen, aber vielleicht soll es so sein dass sie nur dort erzählt werden.
Das Gespräch mit Dir, lieber Nicht-Marketer Hermann Grubauer, hat gut getan. Sehr gut sogar. Vielen Dank dafür!
www.tuxertal.at | www.mittirolerherzblut.com
Wer warst du? - Flachbildschirm im Grabstein
“Dinge die die Welt nicht braucht?” oder “so sehen Friedhöfe der Zukunft aus”? Diese Frage stellt sich auch Burkhard Schneider angesichts dieser Erfindung: Bildschirme in Grabsteinen.

Ein Computer mit LCD Bildschirm wird in eine Aussparung am Grabstein eingesetzt. Strom kommt von einer Batterie oder der Sonne. 1-3 Minuten dauern die individuellen Infos über den Verstorbenen. Größtes Manko am derzeitigen Entwicklungsstand:
Täglich kann man den Computer etwa drei mal in Betrieb setzen. Im Dunkeln und unter null Grad funktioniert das Gerät leider nicht.
Henk Rozema, Erfinder der digitalen Grabsteine, hat - wie es sich heute für neue Geschäftsideen gehört, natürlich auch ein Blog. In dem erzählt er, warum seine Idee ein Erfolg werden soll:
Bei jedem von uns beginnt nach der Geburt der Hauptteil des weltlichen Seins Information. Die Geburt wird mit Kärtchen und Anzeigen bekanntgemacht. Die Heirat ebenso. Die letzten irdische Informationen sind Trauerbriefe und Traueranzeigen. Ist das wirklich die letzte Information? Nein! Informationen setzt sich auf Grabsteineinen oder Urnenwänden weiter fort. Was wir lesen ist die Summe des Lebens. Auf einer Grabplatte kann man den Namen des Verstorbenen, das Geburtsdatum und den Todestag hinterlassen. Manchmal auch Bibeltexte,Gedichte und letzte Grüsse. [...]
Grabplatten sind oftmals mit vergilbten Fotos und Bilder auf Emailschildern verziert. Auf Kindergräbern legen wir Teddybären oder Puppen. Um die Erinnerungen lebendig zu erhalten, möchten Hinterbliebene für geliebte Menschen eine Gedenkstätte einrichten, die mehr aussagt als ein Grabstein.
Die Digigrabplatte ermöglicht es uns mehr über unsere geliebten Verstorbenen in Erinnerung zu halten. Eine Grabplatte mit dem Namen und weiteren digitalen Informationen wird wahrscheinlich mit mehr Interesse und Besinnlichkeit besucht werden. Mit einem Computerprogramm könnten wir zum Beispiel persönliche Erlebnisse, Beruf, Lebensverhältnisse, Gedichte und Bibeltexte viel informativer darstellen, als es mit herkömmlichen Grabsteinen möglich ist.
Zu teuer? - Es geht auch günstiger
Wem die Idee grundsätzlich gefällt aber mit rund EUR 5.000 (noch) zu teuer ist, der kann sich vorläufig auch mit Semacodes weiterhelfen. Regelmäßige ANDERS|denken Leser wissen was ich meine, andere schauen bei diesem Beitrag vorbei.
Erlebnis-Shopping: Die perfekte Welle

Wir reden so viel von Communities und denken dabei immer ans Internet. Hier ein Beispiel wie man durch Schaffen von Erlebnissen auch beeindruckte echte-Welt-Treffpunkte schafft.
Der Adrenalina Store in Florida verkauft Zubehör für Fun- und Extremsportarten. Damit man das neue Surfbrett gleich testen kann wurde eine Indoor - Surfanlage installiert.
Bislang fand der Flowrider auf Kreuzfahrtschiffen, Erlebnis- oder Funparks Einsatz. Adrenalin ist der erste Store der die perfekte Welle mit dem Einkaufserlebnis verknüpft. Nicht nur cool sondern auch klug, denn die Anlage dient nicht nur Kaufwilligen zum Surfbrett testen sondern schafft eine Möglichkeit eine echte Fangemeinde und Mundpropagandisten aufzubauen bzw. zu binden oder Events zu veranstalten. 30 Minuten surfen kosten 20 USD, wer im Adrenalina Club Mitglied wird, kann die Anlage regelmäßig nutzen.
Und während draußen der Schnee langsam weg schmilzt, warte ich auf ein mehrstöckiges Kaufhaus das das Test-Erlebnis für Ski und Boards nach drinnen holt, denn so kann man auch im Sommer Ski verkaufen (dann aber bitte ausländischen Gästen anbieten die Ski bis zum Winter zu lagern, dann kommen sie bestimmt wieder ;-)
Gefunden bei Springwise & Cherryflava
Ungewöhnliche Hotels
Das erste aufmerksamkeitserregende Hotelkonzept kommt (wieder einmal) aus dem der Gigantonomie und dem Bauwahn verfallenen Dubai.
Dubai: Looping Hotel

“The hotel’s unprecedented shape and structure will be spectacular and no other skyline in the world offers anything like it,” said Ali Bin Damithan, Senior General Manager of Dubai Promenade. [Quelle: Emirates Business 24-7]. Baubeginn soll Mitte 2008 sein.
Hotel ohne Standort: Das Luftschiff-Hotel
Der zweite ungewöhnliche Vorschlag ist derzeit noch ein Konzept und stammt vom französischen Architekten Jean-Marie Massaud: Das fliegende Hotel.

Manned Cloud is an alternative project around leisure and travelling in all its form, economic and experimental, still with the idea of lightness, human experience and life scenarios as the guiding principles. The spiral of Archimedes is the driving force of this airship in the form of a whale that glides through the air. [Quelle: De Zeen Design Magazine]
Das walförmige mit Wasserstoff betriebene Luftschiff soll auf 3-tägigen Reisen 40 Gästen ein einmaliges “Kreuzfahrt-Erlebnis” bieten. Dafür sollen neben beeindruckenden Impressionen Restaurant, Bar, Lounge, Bücherei, Fitness Center, Spa-Bereich und eine Aussichtsplattform sorgen. Die Reisegeschwindigkeit beträgt 130km/h, die Reichweite ca. 5.000km.
Ob das gemeinsam mit dem französischen Forschungslaboratorium ONERA entwickelte Konzept umgesetzt wird steht allerdings noch in den Sternen.
Wie (un-)glücklich ist deine Stadt?

“Wie geht es Ihnen?” Standardfloskel in so vielen Telefonaten. “Schau selber nach”, könnte die Antwort jener Menschen sein die in einem Gebäude leben oder arbeiten, das die Farben seiner Außenfasaden dem Glückempfinden der Menschen im Inneren anpasst.
Auf der Webseite des Kunstprojekts Emotional Cities kann ich per Klick auf einen Smiley meine derzeitige Stimmung eingeben. Die Daten werden anschließend für Städte, Länder oder Communities verknüpft und ein aggregierter Glücksindex errechnet. Neben dem “wie geht es mir” kann die aktuelle Stimmungslage auch begründet und aufgezeichnet werden. So können User ihre ganz persönlichen Glückstagebücher führen.
In Stockholm und Korea gibt es bereits einige Gebäude, deren Außenbeleuchtung das emotionale Empfinden von Stadteilen wiederspiegelt. Beim Erblicken eines lila Gebäudes beim Landeanflug also am besten gleich den nächsten Rückflug buchen ;-)
Emotional Cities poses a very everyday question. But what would happen if we took more time to reflect over how we ourselves, and others around us, are feeling? Can a few minutes of daily reflection make us more aware? Emotional Cities is an art project that studies and visualizes the emotions of individuals and groups.
www.emotionalcities.com - durchaus eine nette Spielerei mit Charme.
Foto: Emotional Cities





