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Erlebnis-Shopping: Die perfekte Welle

Wir reden so viel von Communities und denken dabei immer ans Internet. Hier ein Beispiel wie man durch Schaffen von Erlebnissen auch beeindruckte echte-Welt-Treffpunkte schafft.
Der Adrenalina Store in Florida verkauft Zubehör für Fun- und Extremsportarten. Damit man das neue Surfbrett gleich testen kann wurde eine Indoor - Surfanlage installiert.
Bislang fand der Flowrider auf Kreuzfahrtschiffen, Erlebnis- oder Funparks Einsatz. Adrenalin ist der erste Store der die perfekte Welle mit dem Einkaufserlebnis verknüpft. Nicht nur cool sondern auch klug, denn die Anlage dient nicht nur Kaufwilligen zum Surfbrett testen sondern schafft eine Möglichkeit eine echte Fangemeinde und Mundpropagandisten aufzubauen bzw. zu binden oder Events zu veranstalten. 30 Minuten surfen kosten 20 USD, wer im Adrenalina Club Mitglied wird, kann die Anlage regelmäßig nutzen.
Und während draußen der Schnee langsam weg schmilzt, warte ich auf ein mehrstöckiges Kaufhaus das das Test-Erlebnis für Ski und Boards nach drinnen holt, denn so kann man auch im Sommer Ski verkaufen (dann aber bitte ausländischen Gästen anbieten die Ski bis zum Winter zu lagern, dann kommen sie bestimmt wieder ;-)
Gefunden bei Springwise & Cherryflava
Geschäftsideen von Kunden finanzieren lassen

Es müssen nicht immer Kredite, Darlehen oder Förderungen sein mit denen ich meine Geschäftsidee finanziere. Schon mal an Ihre Kunden gedacht?
Wie gestern versprochen ein weiteres Beispiel das ich auf der Aufschwung erzählt hatte, nachdem eine kritische Stimme bemerkt hatte, dass Beispiele wie Sellaband, MyFootballClub oder nvohk reine Modeerscheinungen einer verrückt gewordenen Welt seien.
Tatsächlich ist die Idee, Kunden in Wertschöpfungs- geschweige denn Finanzierungsprozesse einzubinden keine neue. Die “alten” Beispiele sind vielleicht unbekannter weil internet-affine Blogger sie nie zu Weltstars gemacht haben - weniger erfolgreich sind sie jedoch nicht.
Aber jetzt zur versprochenen Geschichte. Sie stammt von der kleinen Brauerei Königsegger in Königseggwald. Die Ausgangssituation die zur Idee der Brauaktien geführt hatte war Leidensdruck (angeblich jene Phase in der Menschen am stärksten für Veränderungen zugänglich und bereit sind).
Der Strukturwandel und die rein marktwirtschaftliche Orientierung vieler großer Brauereien haben die Bierlandschaft stark verändert. Der Konzentrationsprozess nimmt weiter zu. Durch ständige Betriebsschließungen und Übernahmen geht Stück für Stück oberschwäbische Brauereikultur verloren. Auch der Fortbestand der Braustätte und Mälzerei in Königseggwald war stark gefährdet.

Die Bürger von Königseggwalder hatten freilich etwas dagegen dass es ihr Lieblingsbier bald nicht mehr geben sollte und hatten die Idee, die Brauerei 2003 in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. 500 Euro war der Nennwert einer Aktie, wobei die Höchstzahl der Aktien pro Aktionär mit 50 Stück beschränkt wurde. So soll verhindert werden, dass sich Großaktionäre einschleichen und zu viel Einfluss auf die Entwicklung des Unternehmens nehmen können. Besonders gelungen finde ich das Konzept der Gewinnausschüttung.
Da sich die Aktionäre überwiegend aus Freunden der heimischen Braukultur zusammensetzen, wird festgelegt, dass die jährliche “Dividende” in Bier “ausgeschüttet” wird. Es war vorgesehen, dass jeder Aktionär für seine WalderBräu-Aktie eine Dividende von 50 Litern Bier (oder fünf Kasten) erhält. Bei einem Marktpreis von 12,50 EURO je Kasten Bier entspricht dies einer Dividende von weit über zehn Prozent. Diese Dividende lässt sich schmecken.
Einen freien Handel der WalderBräu Aktie gibt es übrigens nicht, da es sich um vinkulierte Namensaktien handelt. Für Interessenten gibt eine Warteliste in die man sich per eMail einträgt. Erfreuliches Resultat der Neuausrichtung:
Der Ausstoß an selbst hergestelltem Bier ist im zweistelligen Prozentbereich gestiegen, zahlreiche Auszeichnungen und Prämierungen bestätigen das in unsere Biere gesetzte Vertrauen.
Und auch die Aktionärsversammlungen sehen um einiges kommunikativer aus, als jene die man von anderen Aktionärsversammlungen her kennt…

Link und Bilder: www.koenigsegger.de
Nachtrag: Hier gibt es noch eine Seite mit Fotos begeisterter Aktionäre und Fans, die sicher noch dazu beitragen werden die Biermarke zur Kultmarke werden zu lassen.
75B - Seatguru
Ich hatte tatsächlich einmal einen Arbeitskollegen, der Flugtickets ausschließlich nach der Verfügbarkeit ihm angenehmer Sitzplätze (!) buchte. Dennoch amüsierten ich und meine Kollegen uns immer wieder über seine Briefe die er nach enttäuschten Erlebnissen an Airlines schrieb und genossen oft gemeinsam Wein oder Champagner den er als quasi Entschuldigung für nicht zufriedenstellendes Service zugeschickt bekam.

Weil die wenigstens Airlines übersichtliche Sitzplatz-Pläne von Flugzeugen zur Verfügung stellen gibt es Dienste wie Seatguru, wo man sich je nach Flugzeugtyp ansehen kann wo die Sitzplätze genau liegen und ob genügend Beinfreiheit vorhanden ist.

Fluglinien werben ja gerne mit den Services und Entertainment Möglichkeiten an Bord. Sitzt man im Flugzeug stellt man fest, dass das Service auf das man sich gefreut hat hier nicht verfügbar ist. Auch darüber gibt der Seatguru Auskunft.
On every plane page, there is an In-Flight Amenity box. The amenity icons pictured in the box represent the services that are available on a particular aircraft. Click on the individual icons for more details and links to additional information. If an icon is not pictured, that service is not offered on the aircraft.
Max schreibt in seinem Blog: “Leider im Moment nur für Fluglinien die nach Amerika fliegen und auch da nicht alle, die AUA fehlt zum Beispiel.”
Stellen wir die Frage ganz anders, nämlich schon so wie bei Track the pack, dem Trackingdienst für Expressdienste. Warum kommen die Airlines nicht selbst auf die Idee so ein Service anzubieten? Schade dass Kundenservice häufig über Drittanbieter gehen muss …
Einblicke in die Welt der Ideenfindung: Best Off

Ein Buch über Blogs bei Google besser zu platzieren und zusätzliche Mundpropaganda zu streuen ist keine neue Idee aber immer wieder eine wirkungsvolle. Bernd Röthlingshöfer hat es vorgemacht, später folgten beispielsweise die mehrfach ausgezeichnete Autorin Nessa Altura oder Bestseller Autor Karl Gamper diesem Beispiel und der Marketingschachzug funktioniert immer wieder.
Diese zusätzliche Marketingmöglichkeit nutzt auch der Kreativitätstrainer Timo Off für sein neues Buch “Best Off” in dem er zahlreiche Tipps preis gibt und kreative Einblicke in die Welt der Ideenfindung liefert.
Timo hat mir ein kurzes Video geschickt, in dem er einige Zeilen aus seinem Buch vorliest. Wer mehr von Timo sehen, hören oder lesen will, schaut in seinem Geistesblitz oder auf nachstehenden Blogs vorbei, wo ebenfalls kurze Videos, Podcasts oder Texte präsentiert werden. Bestellen kann man das Buch für EUR 22.90 bei Amazon (siehe hier) [Weiterlesen] »
Geld verdienen mit Urlaubsvideos

Hotelbewertungsplattformen gibt es mittlerweile dutzende. Mario hat mir einen Link zu Tripr.tv geschickt, zwar eine weitere aber im Gegensatz zu allen anderen werden hier Urlaubsgäste nicht nur kostenlos gemolken sondern können durch Einstellen Ihrer Urlaubsfilme Geld verdienen.
Auf einem Mashup von Google Maps sind alle Standpunkte verzeichnet von denen es schon Videos oder Bewertungen gibt. Nutzer der Plattform haben 3 Möglichkeiten: Private Videos anzusehen, Bewertungen von booking.com abzurufen oder gleich ein Zimmer in besagtem Hotel zu buchen. Entscheidet sich jemand für letzteres, verdient der Ersteller des Videos zu einem Drittel an der der Buchungsprovision mit die üblicherweise zwischen fünf und fünfzehn Prozent liegen.

Tripr.tv möchte mit seinem YouTube der Reisebranche Konzept so zur größten Plattform für Hotelvideos werden.
Mir gefällt der Ansatz sehr. Nicht zuletzt auch deshalb weil Tripr.tv einen Ansatz liefert, die immer öfter gestellte Frage “Wer verdient am Web2.0″ zu beantworten. Die Provisionen werden fair geteilt und das Beispiel zeigt, dass user generated content nicht unbedingt mit Ausbeutung gleichzusetzen ist.
Weitere Beiträge zum Thema Tourismus und Web2.0
Screenshots: trivp.tv
Geld verdienen durch die Vermittlung von Locations
Sebastian Demmerle betreibt in Frankfurt eine Agentur für Location- und Produktionsservice für Filmproduktionen. Die Locations findet er aber nicht ausschließlich selbst, sondern bedient sich clever den Möglichkeiten des Internet.

Auf frankfurtlocation.com kann jeder Mitglied der Scout Community werden und Vorschläge für Locations machen, die für Film- oder Fotoaufnahmen das gewisse Etwas mitbringen. Via Mail informiert das Unternehmen seine Mitglieder zudem laufend über aktuelle Gesuche.
Produktionsfirmen können in der Online-Datenbank recherchieren. Entspricht ein Vorschlag den Vorstellungen, bezahlt der Kunde €100, der Scout erhält €50 als Vermittlungsprovision. Da neben öffentlichen Plätzen oder Bürogebäuden auch immer wieder private Räumlichkeiten gesucht werden, könnte es ein zusätzlicher Anreiz für so manchen Scout sein, später einmal sagen zu dürfen, dass der neue Axe-Werbespot im eigenen Wohnzimmer gedreht wurde.
Was hat Sebastian Demmerle davon? Vor allem kann er seine Location Datenbank schneller füllen und findet unter Umständen Perlen, auf die er sonst unter Umständen niemals gestoßen wäre. Die Fixkosten für das Scout Netzwerk belaufen sich auf Null, denn bezahlt wird nur bei Vermittlung.
Ein Beispiel das zeigt, dass auch kleine Unternehmen sehr erfolgreich Crowdsourcing betreiben können.
Screenshot: Frankfurt Location | Quelle: Best Practice Busines
Wie mache ich ein Hotel “am Ende der Welt” erfolgreich?

Nachdem ich im vergangenen Jahr über ein Positionierungs- und Differenzierungskonzepts des Ischgler Hoteliers Christoph Seiwald berichtet hatte (siehe hier) folgt ein Beispiel eines weiteren Spezialisierungsversuches aus dem Tourismus.
Das kleine Hotel Kirchdach liegt weder inmitten bekannter Tourismustäler wie dem Zillertal, Stubaital oder Pitztal noch am Fuße einer Skipiste eines großen Skigebietes. Gschnitz (siehe Google Maps) heißt der kleine Ort in dem der Hotelier Georg Pranger seinen Betrieb führt.
“Irgendwann saß ich mit meinen Freunden am Abend beisammen, und gemeinsam dachten wir nach der Geschäftsidee nach doch es drehte sich alles im Kreis”, erzählt mir Georg in einem Gespräch. “Im Radio im Hintergrund liefen die Nachrichten und es war eine Meldung, bei der wir wussten in welche Richtung wir denken könnten: Mehr als die Hälfte aller Ehen werden geschieden.”
Was folgte waren Wochen und Monate der Feinplanung, Partnersuche und Diskussionen mit seinen Beratern, in denen das Geschäftskonzept “Gemeinsam statt einsam” entwickelt wurde.
Zielgruppe sind (Ehe-)Partner die nicht mehr miteinander können, es aber noch einmal versuchen wollen. Schwerpunkt bildet ein 4 Tages Seminar das der Pschyologe Ulrich Kramer entwickelt hat.
Es geht um Paartraining. Das ist weder Therapie noch Beratung, sondern eine Schulung zur Selbsterkenntnis und Selbsthilfe. Die anwesenden Paare werden dabei unterstützt, Einsichten zu ihrer Situation zu gewinnen und die Befindlichkeit des Partners zu begreifen. Auf diese Weise entsteht der gewünschte Aufwärtstrend.
Ort des Geschehens ist weder ein langweiliger Seminarraum noch die kalte Praxis eines Psychologen oder Scheidungsberaters sondern das Hotel Kirchdach im idyllischen Gschnitztal.

Weit abseits von Lärm und Hektik des Alltags, in Anonymität und mit einem Hauch von Urlaub. Pranger nutzt heute die ursprünglich als nachteilig empfundenen geografischen Gegebenheiten zum eigenen Vorteil.
“Wir haben das Rad ja nicht neu erfunden, Kommunikationsseminare gibt es viele. Aber ich habe mir einen Partner gesucht von dem ich persönlich überzeugt war und mein Hotel vollkommen auf die angesprochene Zielgruppe ausgerichtet. Jetzt muss es uns “nur” noch gelingen dass sich unsere Spezialisierung auch herumspricht.”
Der findige Hotelier denkt aber schon weiter. Warum überhaupt die Dachmarke “Gemeinsam statt Einsam” frage ich Georg und der lächelt.
“Weil wir schon jetzt daran denken das Konzept bald auf andere Hotels zu erweitern.”
Multiplikation als Schlüssel zu langfristigem Wachstum ohne Engpässe. Gut gemacht, Georg, hat uns allen Spaß gemacht mir dir zu arbeiten.
www.gemeinsamstatteinsam.info | blog.gemeinsamstatteinsam.info
www.kirchdach.at
Kostenlose Tipps für Business Pläne
Eine Serie die alle Jungunternehmer und Gründer (und solche die es noch werden wollen) interessieren wird gibt es im Blog von Österreichs einzig “echtem” Finanzblogger Joe Fischler: Eine 34teilige Mammutserie mit kostenlosen Tipps zum Business Plan.

Mit dem heutigen Tag startet die neue Serie “Businessplan” auf diesem Blog. Jeden Tag wird eine neue Folge erscheinen. Ziel ist es, innovative Menschen zu unterstützen, neue Geschäftsmöglichkeiten in die Tat umzusetzen. [...] Ich werde die Möglichkeiten behandeln, wie man seine Idee Schritt für Schritt in die Tat umsetzen kann, worauf man dabei achten sollte und welche Fehler man auf jeden Fall vermeiden muss.
Im Anschluss an die Serie wird Joe ein eBook mit allen Tipps zum kostenlosen Download anbieten. Per Mail schreibt er mir:
Dieses File wird die Serie samt eingearbeiteter Kommentare enthalten, sowie einige Zugaben wie Fragenkatalog und Beispiele. Ich sehe das ganze als laufenden Prozess mit einem Crowdsourcing-Faktor und hoffe, dass sich viele Menschen beteiligen, Erfahrungen oder Beispiele einbringen etc., bisher schon vereinzelt Meldungen mit guten Inputs. Auch Kritik ist willkommen!
Die ersten 4 Teile der Serie klingen schon mal vielversprechend. Was noch folgen wird hat mir Joe Fischler bereits verraten - hier alle 34 Kapitel im Schnellüberblick: [Weiterlesen] »
Hotelzimmer kaufen statt mieten

Bislang war es doch so: Man reserviert sich ein Hotelzimmer und bezahlt den Übernachtungspreis. Doch es geht auch anders: Man kauft ein Hotelzimmer und lässt es, wenn man es nicht benötigt, von einem Betreiber weitervermieten. Die Mieteinnahmen werden dann zwischen Eigentümer und Betreiber geteilt.
Noch mal langsam: So genannte Buy-to-let-Hotelzimmer sind in Metropolen wie London der letzte Schrei. Trendsetter dort ist die Firma GuestInvest. Sie verkauft Räumlichkeiten an private Investoren, welche sie an 52 Tagen im Jahr selbst kostenfrei nutzen können. An den restlichen Tagen vermittelt GuestInvest die Zimmer an zahlende Kundschaft weiter. Die Einnahmen werden fifty-fifty geteilt.
Besonders bei viel reisenden Managern, die nur selten oder phasenweise einen fixen Rückzugsort in der Stadt brauchen, ist dieses Einnahmen-Beteiligungsmodell beliebt. Wer sein Zimmer nicht mehr braucht, kann es jederzeit wieder verkaufen – potentielle Käufer stehen in London Schlange.
Mit einem kleinen 20-Zimmer-Hotel im Londoner Stadtteil Notting Hill hat GuestInvest im Jahr 2004 begonnen. Mittlerweile unterhält das Unternehmen drei Standorte und hat fast 400 Zimmer verkauft.
Ach ja, der Preis: Ein Zimmer ist ab knapp 400.000 Euro zu haben. Das ist viel Geld, zahlt sich aber aus: Laut GuestInvest beträgt die durchschnittliche Rendite acht Prozent. Bereits im ersten Jahr garantiert GuestInvest mindestens 6 Prozent.
Quelle: www.beratungsletter.com
Kostenloses Web-Coaching für Nachwuchsband

Technologie Experte und Journalist Georg Holzer sucht eine Nachwuchsband der er über sein Blog ein ganz besonderes Angebot macht:
Ich will eine heimische Nachwuchsband über die nächsten Ausgaben der Web-Beilage ein klein wenig begleiten und damit auch anderen jungen Bands Anleitung geben, wie man im Web zu einer Fanbasis kommt und so vielleicht den Aufstieg schafft. [...] Was gibt’s dafür?
- Publicity: In den nächsten vier Ausgaben jeweils eine kleine bis mittelgroße Geschichte über deren Learnings
- Infrastruktur und Geld? - Ich werde mein bestes tun. Vielleicht kann ich meine Kontakte spielen lassen und so ein wenig herausholen. Versprechen kann ich aber jetzt noch gar nichts.
Aus aktuellem Anlass habe ich in den letzten Wochen mit einigen Musikgruppen gesprochen und dabei enorme Wissensdefizite festgestellt, was Marketingmöglichkeiten und -experimente im Internet betrifft. Daher kann ich allen Nachwuchsbands nur wärmstens empfehlen, Georgs tolles Angebot anzunehmen bzw. sich zu bewerben. Was mitzubringen ist steht in seinem Blog (siehe hier).
Eine Nebenbemerkung zu den Kriterien: Ich selbst arbeite gerade an einer neuen Internetstrategie für eine sehr bekannte und erfolgreiche österreichische Gruppe. Web2.0 (wer will darf es auch Social Web, Permission Marketing oder Mitmachnetz nennen) wird dort eine bedeutende Rolle spielen, weshalb wir viel mit Musikern diskutiert haben. Vor allem 5 Punkte kamen immer wieder zur Sprache:
Zeit
Wer ernsthaft an authentisches Netzwerken, Facebook und MySpace Marketing denkt muss dazu auch die Bereitschaft fürs Investieren von Zeit mitbringen. Authentisch heißt, nicht irgendeinen Praktikanten oder Bekannten mit der Fanbetreuung zu beauftragen sondern sich selbst die Mühe machen Beziehungen aufzubauen, Kontakte zu knüpfen und (s)eine Community aufzubauen. Märkte sind Gespräche und die muss ich selbst führen.
Klingt nach Drecksarbeit, ist es teilweise auch, aber sie macht süchtig und Spaß. Ich schaffe meine eigene Identität die, im Gegensatz zu meiner Musik, nicht kopiert werden kann. Wenig halte ich persönlich von neppenden MySpace Präsenzen bereits bekannter Künstler. Zwar mögen diese hunderte bis tausende “Freunde” haben, tatsächlich aber werden Fans mit den von Managern und Marketern im Namen der Bandmitglieder geschriebenen Einträge lediglich verarscht.
Seth Godin, Marketing-Guru und mein englischsprachiger Lieblingsblogger, schrieb vor wenigen Tagen einen hervorragenden Beitrag über “Dinge die wir von der Musikindustrie lernen können”. Ein Zitat daraus:
Many musicians have understood that all they need to make a (very good) living is to have 10,000 fans. 10,000 people who look forward to the next record, who are willing to trek out to the next concert. Add 7 fans a day and you’re done in 5 years. Set for life. A life making music for your fans, not finding fans for your music.
Gratiskultur

Web2.0 bedeutet auch ein Umdenken in der Distributionspolitik. Digitales Business impliziert irgendwo “kostenlos”. Trotzdem träumen viele Nachwuchskünstler (noch immer) davon im großen Stil CDs zu verkaufen.
Radiohead hat vorgemacht, dass man Musik auch verschenken (bzw. Kunden den Preis selbst bestimmen lassen) kann und damit ein Feuerwerk an PR und Mundpropaganda auslöst.
Geld verdienen könnt Ihr im Anschluss - aber nicht mit einer handvoll Songs die ihr um wenige Cent auf iTunes verkauft sondern mit Konzerten, Fanartikeln, Special Events, Fanreisen oder ganz anderen Geschäfts- und Finanzierungsmodellen abseits der silbernen Scheiben. Dazu müsst Ihr erst mal bekannter, anerkannter und akzeptiert werden… es ist und bleibt ein Teufelskreis, aber Eure Community wird Euch auf diesem Web begleiten und (wenn Ihr sie um Hilfe bittet) auch unterstützen.
Copyright
Zu Beginn der musikalischen Karriere freuen sich viele Musiker wenn Fans Fotos vom Auftritt schießen oder Fan-Videos drehen. Irgendwann steigt aber vielen der Erfolg zu Kopf, sie pochen auf Copyright und Urheberrecht, drohen mit Klagen und verärgern ihre Fans.
[...] suing people is like going to war. If you’re going to go to war with tens of thousands of your customers every year, don’t be surprised if they start treating you like the enemy. [Seth Godin]
Als Band profitiere ich davon dass möglichst viele Menschen meine Auftritte fotografieren, filmen oder in Blogs dokumentieren, ihre Begeisterung über Internet mit ihren Freunden und Suchmaschinen teilen, Multiplikatoren werden und noch mehr Menschen auf mich aufmerksam machen, die ich selbst vielleicht nie erreicht hätte.
Digitale Inhalte (und MySpace lebt davon) sind dazu prädestiniert kopiert und bearbeitet zu werden. Damit muss ich mich nicht nur abfinden sondern sollte viel eher Wege suchen Menschen zu motivieren Schneebälle zu werfen und Lawinen loszutreten.
Internet-Affinität
Wer dem Internet und seinen Möglichkeiten nichts abgewinnen kann, erst mühsam überzeugt werden muss oder dessen größtes Greuel es ist sich mit Menschen zu vernetzen, Gespräche zu führen, sein Profil (oder gar sein Blog) zu aktualisieren lässt ebenfalls besser die Finger davon und konzentriert sich auf andere Marketingmöglichkeiten.
“The Long Tail”
Geh zu Beginn deiner (Web-)Karriere davon aus, dass du irgendwo im Long Tail stecken bleiben wirst. Wahrscheinlich wirst du es niemals zu Star-Ruhm schaffen, der angestrebte Vertrag mit einem großen Label wird auf immer ein Wunschtraum bleiben. Dieser Traum ist aber gleichzeitig der Nährboden deiner Leidenschaft für deine Musik. Du musst dich nicht verbiegen. Bleib deiner Nische (= deinen Fans) treu und du wirst dort viel Spaß haben und auch Erfolge feiern.
Screenshots und Grafik: 1. Flickr, thanks Zen, 2. Chris Anderson, The Long Tail 3. Lady Bitch Ray




