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Future Pricing - Kunden bezahlen für andere Kunden.

Dass Restaurantgäste den Preis selbst bestimmen ist zwar nicht wirklich etwas Neues, das Konzept des Seva Cafe fügt jedoch noch einen weiteren Baustein hinzu: Eine Vision und zwar jene der Entwicklung sozialer Verantwortung.
Wie funktioniert das Konzept? - Jeden Tag kehren in dem kleinen Restaurant rund 60 Menschen ein. Jeder Gast wird Teil seiner Geschichte - und seiner Zukunft, denn am Ende des Essens entscheidet der neu gewonnen Freund selbst was er bezahlt, bzw. was es ihm Wert ist, dass auch am nächsten Tag wieder für andere Gäste gekocht werden kann.
Seva Café is an experiment in the joys of giving and selfless service. Run mostly by volunteers, our wholesome meals are cooked with love and served with love, offered to you as a genuine gift.
Seva Café invites you to feel at home and engage in inspiring conversation. We welcome you to feed your mind and your soul by taking the idea of selfless service beyond our walls, into your daily life and into your community.
Für manche hierzulande unvorstellbar, in Indien (Ahmedabad) funktioniert es, in Long Beach (Kalifornien) auch…
Links: Seva Cafe Indien, Seva Cafe Long Beach (Kalifornien)
Quelle: Ideentower
Höhere Preise durch Differenzierung
Arnold Schwarzenegger trägt zwar den Beinamen “Steirische Eiche”, aber das scheint den steirischen Apfelbauern wohl egal gewesen zu sein. Sie setzen das Gesicht des kalifornischen Gouverneurs jetzt zum Marketing für Äpfel aus der Steiermark ein.
Große, rotbackige Äpfel werden in ein edles, schwarzes Schachterl gesteckt, mit serviert wird eine Serviette. Soll doch der Apfel als Snack für zwischendurch sein, nur eben gesünder als die bekannten Pausenfüller. Geht das Konzept von Hohensinner auf, so wird man den “Arnold”-Apfel künftig in Kinos, Fitnesscentern oder gar auf Flughäfen antreffen.
Das Marketingrezept:
- Steck den Apfel in eine schwarze Hochglanzverpackung,
- mach ihn somit unterscheidbar von den dutzenden anderen Sorten, und
- verkauf ihn statt im Bulk einzeln und
- 3x so teuer wie alle anderen im Supermarktregal.
Ein paar Cent aus den Erlösen sollen in einen speziellen Fonds gehen, aus dem karitative Organisationen, von Härtefällen betroffene Bauernfamilien oder Studien zur Entwicklung von Marketingstrategien finanziert werden sollen.
Hatten wir das nicht schon einmal bei der Spreewald Gurke?
Statt ihre Gurken in ein langweiliges Vorratsglas zu stecken, ersann man eine äußerst pfiffige Verpackung für das Produkt und erreichte damit ein hochgestecktes Ziel: einen uncoolen Artikel zu satten Preisen an den Mann und die Frau zu bringen.
Die Lösung: Man steckt große Gurken in kleine Dosen und deklariert diese als Snack- Mahlzeit für zwischendurch. „Get One“, die Dose mit einer einzigen handverlesenen, großen Gurke, wird über Tankstellen, Supermärkten, Discos und Sportstudios als Trendprodukt verkauft – für 1,50 bis 2,20 Euro – ein satter Preis für eine einzelne. (Differentthinking)
Nochmal zurück zum Schwarzenegger-Apfel: Wer genau wissen will woher der Apfel kommt, kann auf der Homepage von Frutura anhand der Chargennummer den Obstgarten und den Obstbauern ausfindig machen, von dem der Apfel stammt. Auch das soll dem Apfel noch mehr Heimatverbundenheit (und Glaubwürdigkeit) geben. (vgl. “Woher kommt mein Steak?”)

Screenshot: Frutura
Hatten wir also also schon, aber was beweist das? Gar nichts. Differenzierung funktioniert immer wieder. Man muss das Rad nicht unbedingt neu erfinden. Oft genügt es ein wenig zu recherchieren und Bestehendes anders zusammenzusetzen.
Beispiele die zum Nachdenken anregen sollen gibt es bei ANDERS|denken oder bei meinem Freund Burkhard zur Genüge.
PS: ANDERS|denken gibt es auch als eMail-Newsletter
Vorschau oder gleich bestellen.
Quellen: Frutura und Kleine Zeitung | Foto: Mein Nokia N95 in der Warteschlange im Supermarkt
Berg vorm Kopf, oder: Sich im Kreis Drehen als Lösung
Vielleicht verstehen dieses Beispiel einige deutsche Leser ganz und gar nicht, wer aber die geographische Struktur Österreichs kennt, kann es eventuell nachvollziehen.
Vor knapp einem Jahr nahm der Leiter eines Serviceunternehmens an einem meiner Workshops über Differenzierung teil. Zum Punkt Out-of-the-box-Denken, erzählte ich das Beispiel eines Unternehmens, das seit jeher seine Kunden auf Österreichs Ost-West-Achse sucht, jährlich tausende Leerkilometer zurücklegt und kaum Zeit für intensive Kundenbetreuung hat. Die Geschäftsausrichtung folgt zu starr auf Landkarten gezeichneten Ländergrenzen.

Karte: Google Maps (nur mal schnell zum Visualisieren nachgezeichnet)
“Meinem” Unternehmer schien das Beispiel “Wenn sich im Kreis drehen die Lösung ist” gefallen zu haben, denn letzte Woche schickte er mir ein Mail, in dem er mir von den Resultaten seines 6monatigen Experiments erzählt, in dem er nichts anderes gemacht hat, als die Entfernung zu seinen weitest entfernten Kunden durch 3 zu teilen, und mit einem Zirkel sein neues Zielgebiet nachzuzeichnen. Die Ergebnisse:
- Höhere Kundenzufriedenheit durch bessere Betreuung
- Senkung der Reisekosten und
- des damit verbundenen Administrationsaufwandes
- In Teilen der neuen Region sind höhere Preise durchsetzbar
- Deutliche Erhöhung der verfügbaren Zeit, die jetzt für Akquise und Kundenbetreuung genutzt wird
- Steigerung der Zufriedenheit von Mitarbeitern (häufiger zu Hause)
Dann noch ein Nachsatz: “Nur ein Mitarbeiter war unglücklich. Wohl deshalb, weil er jetzt öfters zu Hause sein musste ;-)”.
Die Lösung klingt (zu) einfach?
Ist sie auch! Aber wie viele Unternehmer kennst Du, die immer noch panische Angst vor Ländergrenzen haben, so als gäbe es dort Selbstschussanlagen und Menschen aus einer anderen Galaxie?
Ende und Anfang: Junge Entrepreneure
Einfach nur ein Video von 16 motivierten Menschen auf dem Weg, Ihre Ideen umzusetzen.
Aufgenommen am Schlusstag unseres IdeenCamps in WeissSee. Warum mich die Statements faszinieren, hat vor allem den Hintergrund, dass einige der TeilnehmerInnen während der gemeinsamen Tage (und Nächte) durch Täler an Hochs und Tiefs gegangen sind, und am Ende dennoch nichts ihre Motivation gebrochen hat. Im Gegenteil. Beispielhaft! - So wie diese Einstellung:
Alles ist verschlossen, jeder ist für sich und hat Angst etwas zu veröffentlichen. Dass es uns hier gelungen ist, eine Kultur aufzubauen in der wir offen miteinander sind, Ideen ausgetauscht und völlige Transparenz geschaffen haben, ist einer der größten Werte die ich mitnehmen kann! [Martin Riedel, Teilnehmer WeissSee Ideencamp 2007]
Noch ein Tipp: Wer den jungen Entrepreneuren bei der Umsetzung ihrer Ideen zusehen will, hat hier die Möglichkeit dazu:
Quelle: WeissSee Blog
7 Tipps für besseres Networking
“… und was ist Networking nicht!” - Darüber machten sich Nicole Arnitz und Hannes Offenbacher bei “Besser gehts immer” Gedanken.
Eine gute Serie der beiden Netzwerkprofis mit vielen Tipps vor allem aber auch Tabus, Fettnäpfchen und absolutem Fehlverhalten, wie es uns allen leider Tag für Tag immer wieder begegnet. Basis für die “7 Gewohnheiten wirklich schlechter Networker” sind Arbeiten von Scott Ginsberg, “The Nametag Guy” (da muss dieses Video dazu…) [Weiterlesen] »
So finanziert man seine Geschäftsidee

Jeder Gründer und Jungunternehmer steht irgendwann vor der Frage: “Wie finanziere ich meine Geschäftsidee?” Leider sind die Antworten der meisten Gründerberatungen immer die selben, wie auch Burkhard Schneider in seiner Einleitung zu einer hervorragenden Serie über “Kreative Finanzierung” meint:
Weil ich bei der Finanzierung die nötige Kreativität aller Beteiligten in der Regel schmerzlich vermisse. Viele Berater und Banker halten sich für innovativ, wenn Sie eine Mezzanine-Finanzierung anbieten (Mischung aus Fremd- und Eigenkapital). Dann hört ihre Kreativität aber meist schon auf. Dagegen gibt es noch viel mehr Möglichkeiten, als Geld via Bankkredit, Beteiligungskapital oder staatlicher Zuschüsse zu besorgen. Ich werde in den nächsten Artikeln einige Anregungen dazu geben.
Was genau der Finazierungsprofi unter kreativer Finanzierung versteht, steht im Best Practice Business Blog. Hier die Kurzzusammenfassungen:
Tipp 1: Kunden als Kreditgeber
Wenn Kunden dein Produkt unbedingt haben wollen, werden sie auch schon im Vorfeld dafür bezahlen.
Tipp 2: Kunden als Investoren und Sponsoren
Kunden als Fans. Fans sind am ehesten bereit, Geld zu “spenden”.
Tipp 3: Vertriebspartner als Geldgeber
Netzwerke von Vertriebspartnern nutzen.
Tipp 4: Klassiker Lieferantenkredite
Lieferanten nicht nur nach dem günstigsten Einkaufspreis auswählen, sondern alle Einkaufskonditionen beachten!
Tipp 5: Private Zuschüsse
Geschenktes Geld ist immer am schönsten!
Tipp 6: Zeit und Geld richtig investieren
Gerade wenn am Anfang das Geld knapp ist, spart man oft an den genau falschen Stellen, investiert ein bisschen in Prospektmaterial, bastelt (wenn möglich selbst) ein wenig am Webauftritt herum, und die Buchhaltung übernimmt die Schwägerin.
“Warum nicht lieber das Geld in einen guten Positionierungsberater investieren, das restliches Werbebudget gezielt einsetzen und mehr mit professionellen Vertriebspartnern zu arbeiten?”
Foto: Flickr
Das perfekte Dinner - Verbrechen inklusive
Vor 4 Jahren suchte David Wachtendonk nach einer Abwechslung zu langweiligen Dinner-Einladungen. Die Lösung war schnell gefunden: Murder Mystey Maniacs, ein etwas anderes “Partyservice”.

Im eigenen Wohnzimmer dürfen die 10-100 Gäste ganz offiziell betrügen, heucheln und morden, so wie es in der vorab an die Gäste verschickten Rollenbeschreibung steht. Besonders beliebt: Ermordete Prominente.
Verrechnet wird pro Gast. Der Standardpreis von 8 Dollar pro Person erhöht sich bei komplexer werdenden Konzepten. Derer gibt es mittlerweile rund 40, die an über 40,000 Gästen erprobt wurden. Dazu gehören Firmenkunden ebenso wie Teenager und Gäste ganz normaler Dinnerparties. Der Jahresumsatz der Murder Mystery Maniacs dürfte somit über 100.000 Dollar liegen. Nicht schlecht für eine relativ einfach umsetzbare Geschäftsidee, zu der es außer einigen Requisiten und einem Büro weder Infrastruktur noch Produktionsmittel braucht.

Mehr Info gibt es bei www.host-a-murder.com, ein Beispiel für einen Erfahrungsbericht in diesem Blog, ein Video (allerdings eines anderen Unternehmens) bei YouTube und auch in der Gastronomie finden sich schon seit längerem immer wieder ähnliche Angebote.
Screenshots: Murder Mystery Maniacs
Wie sich ein Produkt von selbst verkauft

Vor 2 Jahren kam die 28jährige Leyla Safai auf die Idee, sich einen Truck zu kaufen, ihn pink anzumalen und damit quer durch Los Angeles zu fahren. Im Gepäck: Eiscreme aus aller Welt, Stofftiere und coole Musik.
Heute, 2 Jahre später, besitzt Leyla 5 Trucks und tourt damit durch die ganze Welt. Von Los Angeles bis New York, Paris, London und Tokyo, ist gerngesehener Gast auf Geburtstagsparties, Fashion Shows und anderen Events.
Leyla akquiriert längst keine Kunden mehr, sie wird akquiriert und gebeten den Pink Ice Cream Truck auf der eigenen Party vorzufahren.
Was macht Leyla so erfolgreiche? Sie ist aus der langweiligen grauen Mitte ausgebrochen, differenziert sich von 0815 Eiscreme Verkäufern und bietet mehr als nur ein Produkt, nämlich Erlebnis und Lifestyle und laut eigenen Aussagen etwas, das man nicht greifen kann, das Kunden aber spüren - wahrscheinlich viel Authentizität und Herz!
www.heartschallenger.com | Foto: Heartschallenger
Strickende Omas und bunte Socken
Socken strickende Omas sind (zumindest hierzulande) nichts Besonderes und zumeist hoffnungslos “ausgebucht” weil die gesamte Verwandtschaft (vor allem vor Weihnachten) “Bestellungen” aufgibt. Dass Omas ihre Socken übers Internet verkaufen (lassen), ist dann doch wieder etwas Selteneres.
15 echte Sockenspezialistinnen fertigen deine Wunschsocken an. Raffinierte Strickmuster und verwöhnte Füsse haben uns überzeugt. Wir haben sie auserkoren, damit sie sich für dich auf die Socken machen. Unsere Net Grannys bieten dir ihre ganz persönlichen Lieblingssocken an.
Die NetGrannies sind eine Erfindung (oder sagen wir lieber die geschickte Verknüpfung von Tradition, mit moderner (Vertriebs-)Technik) des Schweizer Modelabels Tarzan. NetGrannies ist ein gelungenes Projekt mit sozial nachhaltigem Ansatz, von dem viele Unternehmen wieder einmal eines lernen können: Wie man Storytelling, also Geschichten rund um Unternehmen, Mitarbeiter und Produkte zu erzählen.

Jedes Paar Socken kommt mit einer Geschichte zur Oma (z.B. Granny Dorli: “Als Kinder sassen wir singend auf der Quitte und haben gestrickt”), und transportiert so nicht nur ein anonymes Produkt, sondern baut vom ersten Berührungspunkt an Emotionen auf.
Spezieller Gag: Überraschungssocken für EUR 26 das Paar. “Lass dich vom Design der Granny überraschen!” - Das hatten wir hier übrigens schon einmal.
www.netgranny.ch via Best Practice Business
Hohe Preise durch Individualisierung: Ich find dich Sch…
Werbung auf Toilettenpapier ist nicht wirklich etwas Neues, und wer seine Marke gerne in öffentlichen Toiletten zur Schau stellt, soll das auch weiterhin tun. Mir käme die Galle hoch, wenn unser VOdA Logo farblich leicht adaptiert die Spülung runtergeht.
Wenn aber genau das erreicht werden soll, hat Burkhard das richtige Produkt dazu gefunden:
Es gibt fast kein Produkt, das nicht durch Personalisierung teuer verkauft werden kann? Ein Beweis gefällig? Haben Sie für eine Rolle Klopapier schon einmal mehr als 10 EUR bezahlt? Nein? Dann will ich jetzt den Gegenbeweis antreten. Dank mein-klopapier.de können Sie jetzt das Foto des Ex hochladen und bekommen dann eine Rolle Klopapier mit dem besonderen Motiv zum abwischen.
Mehr unter: www.mein-klopapier.de
PS: Weil ich auf meinen Beitrag “Braintraining am stillen Örtchen” dutzende eMails und Bestellanfragen bekommen habe, an dieser Stelle der Hinweis zum Vorbeugen ähnlicher eMails: Das hier ist kein Shop und auch kein Herstellerverzeichnis! :-)




