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Noch einmal verrückte Geschäftsideen
Es gibt tatsächlich Menschen, die 100.000 Dollar für ein virtuelles Ferienresort bezahlen, Porto für eMails einführen wollen, Dreck in Tuben abfüllen, Toten Handys verkaufen und um 1 Million Dollar Sperma anbieten.
Im Best Practice Business Blog stellt Burkhard Schneider heute die
15 unglaublichsten Geschäftsideen vor.
Damit ist er meiner ‘Einladung’ gefolgt und hat sein bald 1.000 Geschäftsideen umfassendes Archiv nach skurilen Business Ideen durchforstet. Das Ergebnis ist absolut lesenswert!
Ein großes Dankeschön wieder einmal an Burkhard, mit dem der Austausch einfach Spaß macht! Wer sein Blog nicht regelmäßig liest, ist selber schuld.
Die 10 dümmsten Geschäftsideen im Online Business
Im Internet lassen sich Millionen verdienen. Manchmal sogar innerhalb weniger Monate. Je dümmer die Idee, umso größer der Erfolg?
WeirdTechNewsHub kürte die 10 dümmsten Geschäftsideen im Online-Business. Egal ob dumm oder nicht: Erfolgreich sind sie - vielleicht weil sie ANDERS|sind. Hier eine Auswahl:
1. MillionDollarHomepage - 1 Mio. Pixel bringt 1 Mio. Dollar
2. SantaMail - 2 Mio. Dollar für Briefe vom Nordpol
3. Doggles - weil jeder Hund eine Brille braucht
4. LaserMonks - 2.5 Mio. Dollar im Namen des Herrn
5. AntennaBalls - Cowgirls und Smileys für Auto-Antennen
[ganze Liste anzeigen]
Welche Geschäftsideen würden im deutschsprachigen Raum zu den Top 10 gehören? Ob Burkhard dazu einen Tipp hat? Mein persönlicher Favorit: MillionCrystalBody - allerdings nicht wirklich erfolgreich…
Die Marke ICH - Personal Branding für TechnikerInnen
‘Techniker können sich nicht verkaufen.’ Am häufigsten höre ich dieses Statement interessanterweise von: Technikern!
Ähnlich dürfte es wohl Rajesh Setty ergehen. Der Chef des amerikanischen Software-Unternehmens Cignex hat ein (englisches) eBook zusammengestellt. ‘Personal Branding for Technology Professionals’.
‘Wie beschreiben dich …
… deine Freunde ihren Freunden?
… deine Kollegen ihren Freunden?
… deine Kunden ihren Freunden?’
Das sind Settys Einstiegsfragen, um Technikern das Thema ‘Branding’ näher zu bringen. Vom Rest der Inhalte war ich enttäuscht. Auch wenn (oder gerade weil) Setty mehrmals auf Tom Peters und Seth Godin Bezug nimmt - wirklich Neues liefert sein Werk nicht.
Vielmehr verwundert mich immer mehr der Titel: Die allgemein gültigen Rezepte, um seine eigene Marke aufzubauen, gelten nicht nur für Techniker sondern gleichermaßen für Assistentinnen, Metzger, Lehrer und jeden den das Thema interessiert.
‘Sorry, Mr. Setty. Nice presentation engine. However, the content does not provide any customized, target group orientated solutions.’
Fazit: (Nicht nur) Für Techniker, für die das Thema Neuland ist, lohnt sich ein Blick in das eBook. Alle anderen schauen lieber auf diese Seite üben sich im Online-Blättern. Nach 39 Seiten ist man durch - und das reicht auch.
Update 19.8.2006: Siehe Kommentar von Rajesh Setty. Thanks a lot for clarification Raj!]
Life Beyond Code - Personal Branding for Technology Professionals
Sag mir wie II - Videos für ein sorgenfreies Leben
Probleme mit dem perfekten Windsor Knoten? Hier gibts die Lösung.. Es geht wieder einmal um ‘Bedienungsanleitungen’…
VideoJug - ‘Life explained. On film.’ Hier wird das Leben erklärt. Auf Video: Kochrezepte, Getränke, der richtige Golf-Schwung, eine verstopfte Toilette, Erste Hilfe (z.B. Was tun bei Hyperventilation).
VideoJug ähnelt WikiHow, über das ich hier berichtet hatte. Die Video-Dateien können auf mobile Geräte (iPod, Handys,…) heruntergeladen oder als Anleitungstext ausgedruckt werden.
Die meisten Videos wurden mit Unterstützung von Fachexperten umgesetzt. Von den Lesern kommen vor allem Themenvorschläge. Finanziert wird VideoJug durch Werbung, Sponsoren und zukünftig vielleicht von TV Stationen, die Videos in ihre Sendungen übernehmen sollen.
Wie schrieb Burkhard Schneider an anderer Stelle treffend? ‘ [...] noch nicht begeistert bzw. überzeugt. Das kann sich aber mit der Zeit sicherlich noch ändern, wenn die Zahl der Nutzer und Autoren sowie die Qualität noch merklich steigt.’
‘Hier wird das Leben erklärt.’ Bei einigen Videos stelle ich mir die Frage: Wem? - Etwa dem Caveman aus dem DrinkMilk Spot? Wenn es die Seite in 2 Jahren noch gibt, könnte sie allerdings ein interessantes ‘HowTo’ Nachschlagewerk geworden sein…
Quelle: VideoJug via Web2Null | Caveman: DrinkMilk
Radiotipp: Enter the m@trix - Web Innovationen
Wenn ich durch Zufall auf eine Radiosendung stoße, die schon nach einer halben Minute meine volle Aufmerksamkeit geschenkt bekommt, sollte das einen Beitrag wert sein.
‘Ich kann meine Kunden nicht dazu zwingen, zuerst eine Bedienungsanleitung zu lesen. Ich werde einen Weg finden, dass es auch ohne funktioniert.’
Flickr-Präsident Stewart Butterfield in einem Interview in ‘m@trix’, einem Radiomagazin zur Netzkultur auf OE1. Eine vorbildliche Einstellung zum Thema Kundenorientierung und Einfachheit.
m@trix betrachtet digitale Medien aus Sicht der Anwender - und das auf eine Art und Weise, die auch für Nicht-IT-Freaks verständlich ist.
m@trix ist eine Einladung an alle, einmal über den Rand des Computermonitors hinauszublicken: zu beobachten, was im Netzuniversum passiert und zu erfahren, was in Zukunft von digitalen Technologien zu erwarten ist.
Sendetermin: Jeden Sonntag um 22:30 auf OE1. Die Sendung gibts nicht nur nur im österreichischen Radio, sondern auch Live im Internet. Leider ist das Magazin nicht als Podcast verfügbar. Eigentlich schade. Angesichts des gesetzten Ziels (‘…vom Consumer zum Prosumer’)wäre seitens des ORF durchaus etwas mehr ‘open source’-Gedanke angebracht.
Spannend klingt auch das Thema für den kommenden Sonntag: Die Komplexität der Einfachheit. Über Simplicity gings ja auch in diesem Blog schon mehrmals - z.B. hier, hier oder hier. Eine Übersicht über die nächsten Sendungen gibt es bei OE1.
Modetrend oder Demokratisierung der Wirtschaft?
50 Mio Blogs, 100 mal mehr als vor drei Jahren, seit 2004 alle 200 Tage Verdoppelung, jede Sekunde kommen 2 neue Blogs hinzu - und 19 neue Artikel.
Und wieder die Frage: Warum rede ich trotz dieser Zahlen immer noch mit Werbeagenturen und selbsternannten Kommunikationsextperten, für die ein ‘Weblog’ noch immer ein spanisches Dorf ist, die mit Cluetrain eine Eisenbahngesellschaft assoziieren und für die das Internet als Todfeind persönlicher Beziehungen gilt?

Diese Sprachen sprechen Blogs: Deutsch 1%… (Quelle: Sifry)
Elita Wiegand, die Querdenkerin, hat an anderer Stelle ein Kommentar hinterlassen, das hervorragend zum Thema passt. Eine Veröffentlichung ist er ein für allemal wert. Danke Elita!
‘Walther beweist, dass sich über ein Blog die gesamte Unternehmenskultur positiv verändert. Ich wünschte mir, dass viel mehr Unternehmen diesem Beispiel folgen. Ich träume schon sehr lange davon, dass eine Art Revolution von unten stattfindet, heißt, dass Kunden mit ihren Bedürfnissen und Wünschen ernst genommen werden, mitreden und Produkte mitgestalten. Blogs sind der Weg zu einer Demokratisierung in der Wirtschaft - und das finde ich einfach wunderbar!’
Quelle: Sifry via Basic Thinking
Wer braucht da noch Windows?
Jeff Han von der New York University demonstriert bei TEDTalks, wie Computer anders als per Maus oder einfachen Touchscreens gesteuert werden könnten.
Jetzt gehts um die Entwicklung kreativer und sinnvoller Anwendungsmöglichkeiten für den ‘Multi-Touch-Driven’ Bildschirm, sonst wird die Innovation (wie schon viele andere vor ihr) wohl als ‘nette Spielerei’ abgestempelt werden.
Spannend wird das Video nach etwa 2:30 Minuten. Eine andere Version gibts bei YouTube.
Quelle: TEDTalks
Innovative Kommunikation verändert 10 Dinge des Lebens
Deutschland hat seit kurzem ein neues Lieblings(Händler)Blog: Das Saftblog der Saftkelterei Walther in Arnsberg bei Dresden.
Eine Erfolgsgeschichte von der auch österreichische Unternehmen mit Fantasie und innovativen Denkansätzen profitieren könnten.
Mit Herz, Seele, Verstand und gesundem Geschäftssinn erzählen die Geschäftsführer Kirstin Walther und Jörg Holzmüller gemeinsam mit ihren MitarbeiterInnen Geschichten die das Leben schrieb. 500-1000 Besucher lesen täglich mit. Durch Mundpropaganda wurde aus dem Regionalanbieter ein Unternehmen, das innerhalb kürzester Zeit Bestellungen aus aller Welt erhielt.
Die Presse überschlägt sich mit Lob. Berichte finden sich u.a. in: Die Zeit, Horizont oder der Sächsischen Zeitung.
Kirstin Walther in einem eMail an Robert Basic von Basic Thinking:
‘In den 79 Jahren seit der Gründung der Kelterei im Jahr 1927 hat nichts solchen Einfluß auf die Geschäftsausrichtung des Unternehmens gehabt wie das seit Januar bestehende Weblog: nicht das Ende der Weimarer Republik, nicht die Nazizeit und der 2. Weltkrieg, nicht der SED-Kommunismus und nicht die Wende zur sozialen Marktwirtschaft mit ihren vielen Fallstricken für ein Ostunternehmen.
Alles wird schneller, der Dialog mit den Kunden, die Entscheidungen, der Verkauf, die permanente Neuausrichtung. Ich kann nur erahnen, wie durch das Weblog unser Unternehmen in 12 bis 18 Monaten aussehen kann.’
Elita Wiegand hat ein Interview mit Kirstin Walther geführt. Darin erzählt die Geschäftsführerin ganz offen die Erfolgsgeschichte ihres Unternehmens. Genauso wie ihr Partner Jörg Holzmüller:
10 Dinge die das neue Geschäftskonzept radikal verändert hat:
1. Das Unternehmen arbeitet kundengetriebener
2. Das Weblog verändert die Entscheidungskultur
3. Das Weblog verändert die Unternehmenskultur
4. Das Weblog führt zu neuen Partnerschaften
5. Neue Kontakte zu Fachleuten und Experten entstehen
6. Die allgemeine Wahrnehmung verändert sich
7. Der Respekt der Wettbewerber steigt
8. Die Webseite wird häufiger besucht
9. Die Umsätze erhöhen sich
10. Die Kunden fühlen sich gut aufgehoben
[Mehr dazu bei Jochen Kirsch, Exciting Commerce]
Die beiden Geschäftsführer und ihr Team haben es geschafft, dem Unternehmen auf breiter Basis ein Gesicht zu geben, indem Sie Offenheit, Ehrlichkeit und Authentizität vorgelebt und andere mit ihren Geschichten begeistert haben:
Denn immerhin kaufen Menschen bei Menschen, nicht bei Unternehmen. Ein (gut geplantes) Weblog kann großartige Dienste erweisen - auch im Noch-Blog-Stiefmutter-Land Österreich.
Den Preis bestimmt der Kunde - die Leistung auch
Sie suchen günstige Handwerker? Dank My-Hammer.at heißt es jetzt auch in Österreich: ‘Wer bietet weniger?’
Wie das Rückwärts-Auktions-Portal funktioniert: Sie stellen Ihre Suchanfrage (z.B. ‘Ausmalen einer Wohnung’) ein und bestimmen gleichzeitig einen Maximalpreis. Der Anbieter, der Ihren Preis am stärksten unterbietet, erhält den Zuschlag. Die Provision bezahlt der Dienstleister. Die Ersparnis: Laut Erfahrungen in Deutschland ca. 30%.
Obwohl ich My-Hammer.de schon seit dem Start 2005 beobachte, weiß ich noch immer nicht so recht, was ich davon halten soll. Etwas Googeln nach Erfahrungsberichten, überzeugt mich auch nicht wirklich. Zweifelsohne ist My-Hammer eine gute Geschäftsidee mit Potenzial. Zweifelsohne ist es eine gute Möglichkeit für HandwerkerInnen, die in ruhigen Zeiten zusätzliche Aufträge übernehmen und die Auslastung steigern wollen. [Warum haben Handwerker die ich kenne niemals Zeit?] Zweifelsohne eine Fortführung des Geiz-ist-geil Trends: Eifrig und fleissig unterbieten sich die Dienstleister gegenseitig. Ob darunter die Qualität leidet?
‘Qualität und Sicherheit spielen eine entscheidende Rolle’ sagt der Robert Walli, Country Manager für Österreich. ‘So kann der Auftraggeber auch nur bestimmte Bieterprofile für seinen Auftrag zulassen. Nach erfolgreicher Ausführung bewerten sich Auftraggeber und Auftragnehmer stets gegenseitig.’
Hier nur ein Beispiel, warum ich betreffend der Qualität überaus skeptisch bin: Eine Werbeagentur bietet ein kreatives Werbekonzept zur Etablierung eines neuen Geschäftsmodells an. Um lächerliche EUR 379,–. Würden Sie sich als Unternehmer darauf einlassen? Ich schon - aber nur bei gleichzeitigem Einbau eines Links auf diese Seite.
Auch das Angebot des Anbieters strotzt nicht gerade vor Überzeugung. Ein Elevator Pitch für die Kategorie Geisterbahn:
‘Ich habe sehr großes Interesse an Ihrer Auktion!!! Deshalb möchte ich mich kurz vorstellen und Ihnen zugleich meine gestalterische Hilfe anbieten. Als Dienstleistungsunternehmer in Sachen Werbegestaltung und Design bin ich ein kreativer und leistungsstarker Partner! [blablabla]‘
Das Portal ist ein Tummelplatz für Geiz-ist-geil Jünger. Aber auch für Menschen die einfach nur nach Dienstleistern suchen. Als Unternehmer vertraue ich auf andere Bezugsquellen und Qualitätshandwerker die ich kenne. Unternehmen, die sich mühsam aus der tödlichen Preisspirale herausgekämpft haben, empfehle ich andere Akquisitionswege! Wasser predigen und Wein trinken funktioniert nämlich nicht!
Tod-sichere Akquise
Früher Montag Morgen. 3 Minuten vor 9. Handy klingelt. Firma xyz, Kommunikationslösungen. Lust auf Fehler zählen?
Sie: ‘Haben Sie eine Internetseite?’
Ich: ‘Ja.’
Sie: ‘Haben Sie Interesse bei Google auf Seite 1 zu sein?’
Ich: ‘Nein, danke.’
Sie: ‘Na wenn jemand Ihren Ihren Namen eingibt.’
Ich: ‘Nein, danke!’
Sie: ‘Dann findet man Sie besser.’
Ich: ‘Nein, danke!!! - Aber sagen Sie: Haben Sie ein Blog?’
Sie: ‘Hmmm, keine Ahnung. Muss ich unsere Programmierer fragen.’
Zum Glück verlief der Tag besser, als er angefangen hatte.



