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Fachhochschule setzt auf die Intelligenz der Vielen

Massenbrainstorming oder Ideen-Crowdsourcing. Unter diesem Titel könnte eine besondere Initiative der Fachhochschule Kufstein, Tirol, Österreich stehen.
Das IMT der FH KufsteinTirol hat sich seit langem dem Ideen- und Innovationsansatz verschrieben, auch deshalb arbeite ich so gerne mit dem Institut zusammen. Ideenmanagement wird in beinahe alle Lehrgänge integriert. So wurden in speziellen PowerSeminaren in den letzten Jahren eigene „Ideenmanager“ ausgebildet, die in unterschiedlichen Unternehmen an Ideen und innovativen Projekten arbeiten. Und genau diese haben jetzt angeregt, die Kufsteiner Ideentage zu veranstalten.
Ziel der Veranstaltung: Durch einen interdisziplinären und unternehmensübergreifenden Austausch Ideen für die eigenen Projekte zu generieren. Das Besondere daran: Die Ideenmanager und Veranstalter laden jeden ein, mit dabei zu sein, sich aktiv zu beteiligen, um und sich etwas von den Arbeitsmethoden der Kreativen abzuschauen. Einfache Techniken können so bereits einen Tag nach dem Workshop im eigenen Unternehmen umgesetzt werden.
In zahlreichen Ideenmanagern moderierten Ideenworkshops zu verschiedenen Themen können interessierte BesucherInnen aktiv als Ideengeber teilnehmen und das Potential der Intelligenz der Masse und einem strategischen IdeenManagement live erleben. [...] In moderierten Ideenworkshops werden die Teilnehmer der Kufsteiner Ideentage selbst aktiv in das Geschehen der Ideenfindung mit einbezogen. Unter der fachkundigen Leitung von Ideenmanagern werden zu vorgegeben Themen bzw. Fragestellungen Ideen entwickelt. Dabei werden verschiedenste Methoden der Ideengenerierung, -bewertung und -selektion angewendet. [...] Unternehmen, die neue und innovative Ideen suchen und am Thema „Systematische Ideengenerierung“ interessiert sind, sollten den Ideenevent nicht versäumen.
Da VOdA Mitveranstalter des Events ist, freu ich mich ganz besonders auf die Veranstaltung - und vielleicht treffen wir uns dort?!
Weitere Informationen und Anmeldung: www.ideentage.at - übrigens läuft dort auch bereits ein Ideenwettbewerb…
Kreativitätstechniken: Widgets für Kreativ-Freaks
Vor einiger Zeit habe ich mit dem “Stabtoaster” ein Beispiel vorgestellt, was beim Einsatz der sogenannten ’semantischen Intuition’ (Wortkombinationen) herauskommen kann (siehe hier).
Dragan Milicevic scheint das Beispiel auch gefallen zu haben, denn er hat es zum Anlass genommen, um Studenten bzw. deren Professoren oder jenen denen die Methode ebenfalls gefällt, die Umsetzung von Kreativprozessen zu erleichtern.


Wie das aussieht entdeckt man am besten selbst in Dragans Blog - und es gibt dort noch nette andere Kreativitäts-Widgets. Danke dafür!
Quelle: www.sitango.de
Wie organisiere ich einen Ideen-Workshop?

Jemand der an einem Ideen-Entwicklungs-Workshop teilgenommen hat, fragt mich heute per eMail, ob ich kurz die wichtigsten Schritte von damals für einen eigenen Versuch zusammenfassen kann.
Klar kann ich, und ich machs sogar in meinem Blog, denn vielleicht hilft es dem einen oder anderen beim Entwickeln eigener Ideen weiter!
(Hinweis: Nachstehende Gedanken sind lediglich die Zusammenfassung eines konkreten Workshops, die bei anderer Aufgabenstellung ganz anders hätten aussehen können.)
Ich habe in vielen Projekten die Erfahrung gemacht, dass es nicht mangelnde Ideen (und auch nicht schlecht umgesetzte Workshops) sind, die Unternehmen daran hindern Probleme zu lösen - es sind oft die falschen Hebel, die in Gang gesetzt werden! Eine Analyse der Ausgangssituation, das Erkennen und “sich Eingestehen” der unverblümten Realität, sind der wichtigste (und meistens schwerste) Schlüssel für alle folgenden Schritte.
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Quelle: Gapingvoid, Cartoons drawn on the back of business cards
1. Die Ausgangssituation
Häufig liegt das Problem nicht dort, wo man es auf den ersten Blick vermutet! Für den Kreativprozess heißt das, einen Schritt zurück zu gehen, “Warum ist das so?” zu fragen und den Dingen so lange auf den Grund zu gehen, bis die richtigen Aufgabestellungen ausgewählt sind.
Ein Beispiel:
Ein Versicherungsunternehmen glaubt das Problem zu haben, dass seine Verkäufer zu wenig Versicherungen verkaufen. Erster Ansatz: Wie trainieren/motivieren wir unsere Verkäufer?
Komplett falscher Ansatz! Ein Blick hinter die Kulissen zeigte, dass die hohe Komplexität und Variantenvielfalt Schuld daran waren, dass die Kunden kaum eine Chance hatten, den Nutzen der Produkt überhaupt zu verstehen. Neue Fragestellung: “Wie machen wir unsere Versicherung-Produkte sexy?” (Allein mit dieser Fragestellung waren alle VerkäuferInnen hoch motiviert, am Projekt mitzuarbeiten, weil mit der Lösung auch ihre eigenen Probleme im Tagesgeschäft gelöst wurden.)
Ein Tipp, den ich (in diesem Beispiel) schon praktisch erklärt habe und den ich immer wieder gerne anwende:
- Bewusst die Fragestellung umdrehen. Manche Menschen tun sich leichter, in Problemen (statt in Lösungen) zu denken. (Schöne Beispiele dazu finden sich übrigens in anderem Zusammenhang auch bei Wolfgang Horbach - z.B. wie man sich ein Meeting 100%ig versaut.)
2. Zielsetzung
Mit welchen Ergebnissen wollen wir am Ende des Tages aus dem Raum gehen? Die Ziele dürfen auch hoch sehr hoch gesteckt sein. “Lasche Ziele sind etwas für Weicheier”, meinte jemand, “sie fordern uns nicht!” Und sie hatte recht - auch weil der produktive Druck fehlte, war die Qualität der entwickelten Ideen nicht wirklich berauschend.
- Ziele und Ausgangslage zu Beginn des Workshops klar formulieren.
- Rückchecken, ob jeder Teilnehmer die Zielsetzung verstanden hat.
- Committment einholen, Distraktoren erkennen und mögliche kritische Personen identifizieren. (Diese brauchen vielleicht im Workshop hin und wieder besondere Streicheleinheiten, entwickeln sich aber manchmal zu den besten Ideengebern bzw. -bewertern.)
Ein Tipp Muss für die Moderatorin:
- Die Zielsetzung während des Workshops im Auge behalten. Oft ist es ein schmaler Grad zwischen Lenken und Lenken lassen. Ideen brauchen Zeit und Freiraum, um sich zu entfalten - trotzdem bist du dafür verantwortlich, dass am Ende des Tages Resultate vorliegen, mit denen man weiterarbeiten kann.
3. Kreativphase
Es gibt dutzende wenn nicht hunderte Kreativitätstechniken und zig mal so viele Anleitungen und Literatur dazu…
Foto: Timo Off
ABER: Selbst die Moderation von simpel scheinenden Brainstormings ist eine Sache der Übung und Frequenz. “Wir machen einfach mal schnell ein Brainstorming” - geht häufig schief! Warum? Weil die Grundregeln zwar theoretisch bekannt sind, aber weder von Moderator und schon gar nicht vom Team verinnerlicht wurden.
Hier jene Regeln, die ich in meinen Workshops definiere, und die jeder nach Belieben abwandeln und ergänzen kann:
- Es gibt keine verrückten Ideen - Spinnen ausdrücklich erwünscht!
- Es gibt keine Hierarchien - Alle Ideen (und natürlich Ideengeber) sind gleichberechtigt. Übrigens eine tolle kulturelle Herausforderung, wenn in Workshops Menschen unterschiedlicher Hierarchieebenen teilnehmen.
- Es gibt keine Kritik - dafür ist später noch Zeit genug.
- Alles sagen! - Quantität vor Qualität.
- Ideen sind dazu da, um auf ihnen aufzubauen und sich gegenseitig zu befruchten.
Ein Tipp:
- Trockentraining, d.h. ein Blitzbrainstorming mit einer total themenfremden Aufgabenstellung, hilft u.U. weiter, sich erst einmal daran zu gewöhnen, neben seinem Chef mit den unmöglichsten Vorschläge aufzuwarten.
4. Bewertung / Kritische Phase

Grafik: Sami Viitamäki, The Flirt Model of Crowdsourcing
Ideen eingesammelt, zusammengefasst, strukturiert, visualisiert? Dann folgt die Bewertung. Eine Erstbewertung durch die Teilnehmer selbst (Reminder: Kärtchen schnappen nach dem Windhundprinzip, Punkte kleben, Superstar-Voting) macht Sinn, ersetzt aber nicht das kritische Auge von Fachexperten aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen, denn diese “kritisieren” nicht nur, sondern können weitere Impulse geben! - Also keine Angst! Ideen sind dazu da um kritisiert, und weiterentwickelt zu werden! (Reminder: Zahnradtheorie)
5. Präsentation vorbereiten / nächste Schritte kommunizieren
Ich war selbst, zumeist als Teilnehmer, bei Workshops dabei die endeten nach dem Motto: “Danke für Eure Ideen. Ich halte Euch auf dem Laufenden.” Bumm! Tür zu. Alle gemolken, danke das wars. Also das Mindeste was sich Menschen wünschen, die mir einen Tag lang helfen Ideen zu entwickeln ist, dass ich ihnen die nächsten Schritter erkläre. Was passiert mit Euren Ideen? Wer holt sich das OK vom Management? Wer treibt die Umsetzung voran? Wie werde ich über die Entwicklung meiner Idee infomiert? und und und…
Haben die TeilnehmerInnen Ideen für eigene Projekte entwickelt, kann am Ende des Tages eine Kurzpräsentation (Reminder: Michael Porters Elevator Pitch Video) ausgearbeitet werden. Auch wenn (abhängig von der Aufgabenstellung) jede Präsentation anders aufgebaut ist, hilft vielleicht eines an dieser Stelle weiter:
Egal worum es geht - wer es nicht schafft seine Idee in maximal 3-5 Minuten zu “verkaufen” hat schon verloren.
Ein anderer Richtwert ist die Rückseite einer Visitenkarte. Passt die formulierte Idee dort nicht hinauf, ist sie noch nicht reif präsentiert zu werden!
Wer hilft weiter?
Ich wünsch dir viel Erfolg, C***!
Wenn du Unterstützung brauchst, hier meine persönlichen Empfehlungen für Berlin, München (und nochmal), Hamburg, Salzburg … und ich selbst mag alle diese Städte :-)
PS: Ich suche noch nach Links für Frankfurt und Wien … Eigenwerbung ausnahmsweise erwünscht. Voraussetzung: Ein eigenes Blog - denn für mich signalisiert das Authenzität mit dem Grundsatz eines jeden Ideenworkshops: Ideen und Wissen mit anderen teilen.
“Wer eine Idee von mir empfängt,
mehrt dadurch sein Wissen, ohne meines zu mindern,
ebenso wie derjenige, der seine Kerze an meiner entzündet,
dadurch Licht empfängt, ohne mich der Dunkelheit auszusetzen.”(Thomas Jefferson - könnte auch die Philosophie des BarcampVienna sein, auf dem ihr mich in diesen Tagen findet.)
6 +12 Tipps für neue Ideen
“Welche Ideen nutzt Ihr, um gute Ideen zu bekommen?” Mit dieser Frage ruft Olaf Kolbrück bei “off the record” zu einer Ideensammlung für Ideensammlungen auf. Im Web2.0 Fachjargon nennt sich das dann Blog Karneval.
Wo und wie kommen Euch Ideen für den Blog, für Kampagnen, für die Arbeit, für das Studium, für die Schule, für die Geburtstagsüberraschung? Habt Ihr Rituale, um Ideen hervorzuzaubern? Spitzt Ihr hundert Bleistifte an, geht Ihr mit dem Hund spazieren? Was macht Ihr gegen Schreibblockaden? Wie helft Ihr der Muse auf die Sprünge? Nutzt Ihr Tipps aus den zahlreicheren Kreativitäts-Ratgebern oder habt ihr eine eigene Methode? [...] Ziel ist es, möglichst viele Kreativtechniken und Lösungen zu sammeln und vorzustellen. [...] Wenn alle Artikel fertig sind, erstelle ich eine Liste mit allen Teilnehmern und ihrem Artikel. (Anm.: Diese wird kostenlos verfügbar sein.)
Hier meine ganz persönlichen 6 Tipps die garantiert zu neuen Ideen führen:
- Einen Tag die Woche das Internet abschalten.
- Nichts zum Aufschreiben mitnehmen.
- Meinen Kindern die Welt zu erklären versuchen.
- Anderen wirklich zuhören.
- Selbstinterview führen und “Warum?”-Fragen stellen. Antwort geben. Warum? Antwort. Warum? Antwort. usw… Schon nach wenigen Runden ergeben sich dutzende neue Blickwinkel auf die ursprüngliche Problemstellung.
- Blogs lesen und kommentieren :-)
Ich habe mal schnell einige frühere Beiträge aus dem Nahbereich zu Olaf Kolbrücks Fragestellung herausgesucht:
- Flamingos in der U-Bahn
- Kreativzeit - Woher nehmen
- Der Toast im Lockenstab
- Querdenkhelferchen Google
- 10 Tipps um Kreativität garantiert zu verhindern
- 5 Tipps um über das Morgen nachzudenken
- Ideen wie Sand am Meer
- 31 heitere Tipps für Kreativität
- 9 Brainstorming Geheimnisse von Google
- Kaffeetrinken und Zähneputzen erhöhen die geistige Flexibilität
- Tresen-Brainstorming
- Auswege aus Denkblockaden (Osborn Liste)
Manchmal soll es ja auch helfen, sich einfach nur zurückzulehnen und seine Gedanken in eine ganz andere Richtung abseits der Problemstellung zu lenken. Falls es jemand noch nicht entdeckt hat: Für diesen Zweck gibt es in diesem Blog die ANDERS|denken Couch. Viel Spaß!
Eine meiner (deutschsprachigen) Lieblingsseiten zum Thema Kreativität ist übrigens diese hier. Von Timo stammt auch das Bild in der Kopfzeile dieses Beitrags - danke!
Kreativ bei 35°C: Flamingos in der U-Bahn
“Wie sollen wir bei der Hitze Ideen haben?”
Die gestrige Gute-Morgen-Frage” einer Workshop Teilnehmerin. Eine Lösung: Mein Freund Marcus Berthold von Mindpool steht auf Gehirn-Jogging. Kein Frühstück, kein Seminar, keine Mittagspause und kein Nachmittag, an dem er nicht immer wieder 2 Buchstaben an die Flip Chart schreibt. “Bilde ein Wort das mit A beginnt und mit A endet.” Oder wie wäre es mit S…O, Z…X, U…W usw.
Nick Thomas’ Gehirn arbeitet schon lange bevor er sein Büro betritt. Während Sudoku derzeit wohl zu einer der beliebtesten Beschäftigung in öffentlichen Verkehrsmitteln gehört, sucht Thomas seit 20 Jahren auf U-Bahn-Karten in aller Welt nach Tiersymbolen. Die Ergebnisse findet man auf der Webseite www.animalsontheunderground.com.

Werde ich nächste Woche in Hamburg und Berlin mal ausprobieren. Hunde sollten sich dort ja jede Menge finden lassen, nicht nur auf U-Bahn Plänen :-)
Inzwischen könnt Ihr hier gerne weitere Vorschläge einbringen, wie man trotz 35 Grad Außentemperatur ein einigermaßen kreatives Gehirn behält.
Was ist Kreativität?

Mehr zu dieser These (und viele hervorragende Artikel rund um Kreativität) gibt es auf den Seiten von Kreativitätstrainer Timo Off.
Kreativität zerstört. Ja.
Kreativität baut aber auch wieder auf.
Noch größer und noch schöner.
Original picture via Flickr. Thanks for sharing!
Pizza im neuen Format

Auch Fast Food Pizza kann innovativ sein: Statt immer nur flach auf dem Teller gehts dank ein wenig Querdenken und Kreativität auch in Waffeln.
Nicht das Auffallen oder Differenzierung standen bei der Entwicklung im Vordergrund, sondern das Praktische. Die Waffelpizza ist einfacher zu essen, und erspart der Fast Food Kette das bisher notwendige Abspülen von Tellern. Vielleicht nicht gerade etwas für Gourmets aber es soll ja Leute geben die nach der Philosophie leben: “Im Magen kommt eh alles wieder zusammen.”
Screenshot: Konopizza by Tribecca
Mit Ideen Geld verdienen
- Entwickle 850 Ideen,
- stelle sie jedermann kostenlos zur Verfügung,
- verdiene dabei auch noch Geld und
- schütze dich vor dem Diebstahl deiner Ideen.
Geht nicht? Doch!
Dieses Beispiel zeigt wie.
“Du sollst ein Projekt verspielt und mit ungehemmter Kreativität beginnen!”
Mir gefiel dieser Satz schon, nachdem ich ihn zum ersten mal im hervorragenden Buch “Kribbeln im Kopf” von Kreativitätsgenie Mario Pricken gelesen hatte. Pricken schreibt nicht nur Bücher, er zeigt auch anhand praktischer Beispiele wie es geht.
2005 hatte er sich zusammen mit 60 freien Kreativen eingeschlossen und 850 Rohideen für neue TV-Formate entwickelt. Beachtliche 230 Ideenansätze haben es in eine Datenbank geschafft, die jetzt frei zugänglich ist. Das Repertoire reicht von Gameshows, Dokutainments, Fiction bis hin zu trendigen SMS Formaten.
Fundgrube auch für Marketing-Ideen
Interessant ist die Datenbank nicht nur für Medienunternehmen, die nach neuen Sendekonzepten suchen. Da auch andere Branchen nach Konzepten suchen, um über Erlebnisse ihre Kunden zu emotionalisieren, im Rahmen ihrer Markenführung zu polarisieren oder anders als über 08/15 Marketing Aktionen auf sich aufmerksam zu machen, lohnt sich ein Blick in die Liste für jeden, der hier vielleicht den einen oder anderen Denkanstoß finden will.
Kostenlos und dennoch profitabel
(oder: Profitabel weil kostenlos?)
Pricken hat bereits 40 seiner im Brainstorming entwickelten TV-Konzepte an Produktionsfirmen verkauft. An den Einnahmen beteiligt er auch die 60 Teilnehmer der “Creative Sessions”, wie mir eine Mitarbeiterin von Pricken kürzlich mitteilte (bei der Gelegenheit danke für die Auskünfte!).
Gefällt mir: Nicht nur Wissen anzapfen, die Ideengeber melken weil es billig ist, sondern diese auch in irgendeiner Form entlohnen, so als wären es tatsächlich eigene MitarbeiterInnen. Eine Grundlage die derzeit so manchem Crowdsourcing oder Open-Innovation Projekt fehlt. Dass das sogar noch auf einem Erfolgsbeteiligungsmodell basiert, hilft Kosten in der Vorfinanzierung zu sparen.
Kostenlos als Diebstahlschutz
Die Ideen online zu stellen, ist ein netter PR Schachzug von Pricken, und Diebstahlschutz zugleich:
Der Hintergrund dieser Veröffentlichung: 40 der besten TV-Ideen wurden an einen großen internationalen Produzenten verkauft, die Ideenmappe mit den übrigen Formaten sei dann über Umwege beim ORF gelandet, erzählt Pricken. Und dieser habe sich nie wieder gemeldet. Um die Ideen nicht solchermaßen an den Küniglberg zu verschenken, werden sie nun postwendend publiziert. [Horizont]
Brainstorming 1788 (by Friedrich Schiller)
Ein Grundsatz für Brainstormings lautet bekanntlich: Zuerst Quantität vor Qualität. Oder wie es Schiller schon 1788 wesentlich poetischer ausdrückte:
Bei einem schöpferischen Kopfe hingegen […] hat der Verstand seine Wache von den Toren zurückgezogen, die Ideen stürzen […] herein, und alsdann erst übersieht und mustert er den großen Haufen. [...] Daher Eure Klagen über Unfruchtbarkeit, weil Ihr zu früh verwerft und zu streng sondert.
Friedrich Schiller, 1.Dezember 1788 in einem Brief an Gottfried Körner, der sich über seine Ideenlosigkeit beklagt.
Danke, Timo, für den Hinweis! | Bild: WikiCommons
Zusatzeinkommen für Wortakrobaten
Wieder einmal ein Beispiel wie einfach Business sein kann, wenn es auf der Lösung eines Problems seiner Kunden basiert, und dazu die Stärken einer Community herangezogen werden.
Pickydomains hat sich auf das Aufspüren kurzer, knackiger Internet-Domains spezialisiert, die einfach zu merken sind und die Geschäftstätigkeit des Kunden bestmöglichst beschreibt. Kreativität, Fairness und (wieder einmal) Crowdsourcing machen PickyDomains erfolgreich und ersparen hunderte Stunden endlose Suche nach noch verfügbaren Internet Adressen.
Anders als bei nach Fixpreisen verrechnenden Naming-Agenturen bezahlt der Kunde nur, wenn ihm die vorgeschlagenen Domains auch gefallen, ansonsten erhält er seine eingesetzten 50 Dollar zurück.
Here is “our method”. Each domain namer thinks about what the site does, rather than how to name it. (Anm.: Diese sind auf mehrere Kontinente verteilt) You deposit 50 dollars and tell us about the site you need a name for. What the site does or will do. How many letters or words in your domain you want max. What keywords absolutely have to be in the domain. Dashes or no dashes. Dot com only or not. If we can use slang or not. Etc.
Auch weil die inflationäre Verwendung des Begriffs Crowdsourcing langsam nervt: PickyDomain setzt (so wie in Deutschland z.B. VisualOrgasm), auf die Stärke seiner (in diesem Fall kleinen aber eingespielten) Community, deren Domain Scouts am Ende des Projekts 50% des Honorars erhalten und nicht nur kostenlos gemolken werden.



