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Du bist Winzer! Kreiere deinen eigenen Wein.

Bei Crushpad in San Francisco können Wein-Liebhaber aus aller Welt ihre eigenen Weine in individuellen Geschmacksrichtungen kreieren. Das Unternehmen stellt Infrastruktur und Wissen zur Verfügung.

Mitmach Marken

Crushpad ist ein perfektes Beispiel wie man Kunden in die Marken-Erlebnis- und Marken-Gestaltungs-Welt integriert.

Crushpad is a high-end San Francisco winery where you are the wine maker. Crushpad provides grapes from the West Coast’s top vineyards, an industry-acclaimed wine making team and a state-of-the-art winery 100% focused on making wine in small lots.

Anders als bei Wein Patenschaften die eher eher auf Vorfinanzierung von Kosten (» Beispiele) ausgelegt sind, kann sich bei Crushpad jeder als Winzer versuchen.

 

Fachmännische Unterstützung gibt es natürlich, egal ob bei der Auswahl der Trauben aus über 50 Weingütern, Produktion, Lagerung, Flaschen- und Etikettendesign. Sind die Trauben reif, muss der “Amateur-Winzer” entscheiden, wie intensiv er sich in den weiteren Prozess einbringen will. Möglich ist alles. Vom Traubenpflücken bis zum Zertreten der Trauben im Fass (siehe dieses Video).

You choose your level of involvement and we do the rest. No matter where you live, you can now make your own wine. We also have a turnkey service to help you turn your passion for custom wine making into a wine business whether you are a wine enthusiast, retailer, or restaurant.

Ernte und Produktion können auch den Experten überlassen werden. In beiden Fällen erhält man am Ende 25 Kisten (300 Flaschen = 1 Fass) des selber designten Weines. Die Kosten liegen zwischen 5,700 und 10,900 Dollar, was zwar einem Preis pro Flasche Wein von 19 bis 36 Dollar entspricht, aber wen juckt das? Diskussionen über Preise (wie z.B. jene die aktuell zwischen deutschen Weinbloggern intensiv geführt wird) dürften Crashpad wohl wenig interessieren.

Weil in den USA nicht einfach jeder einfach mit Alkohol handeln darf, bietet Crushpad Hobby-Händlern sogar noch eine eigenen eCommerce Plattform - Ingredient Branding Vorteile inklusive, denn wer seinen Wein über Crushpad produziert hat, arbeitete mit Experten der Branche.

Genial finde ich nicht nur die Geschäftsidee und das hervorragende Geschäftsmodell, sondern v.a. die Art und Weise wie Kunden integriert werden: Ich kann meine Aktivitäten nach Belieben selbst bestimmen. Das Unternehmen hat perfekt verstanden seine Kunden die Marke gestalten zu lassen bzw. unterstützt mich beim Kreieren meiner eigenen Marke.

Crushpad Community

Crushpad liefert zudem ein Best Practice Beispiel (mir gehen beim Schreiben dieses Beitrags gerade die Superlativen aus…) für alle Fans von Social Networks und Communities (www.crushnet.com). Für Wein-Fans gibt es eine hervorragend gestaltete Online Plattform mit Freunde-Listen, Tagebüchern in Form schnell eingerichteter Blogs, Diskussionsforum, Wein-Wiki, und regelmäßige Treffen und Aktivitäten in der realen Welt.

Sind mir als Möchtegern-Kunde von Crushnet die Kosten zu hoch, oder habe ich einfach Spaß daran gemeinsam mit Freunden an meinem eigenen Wein zu arbeiten, gründe ich auf Crushnet.com eine Gruppe und suche nach Gleichgesinnten. So lassen sich Kosten teilen und Erlebnisse gemeinsam genießen.

Soziale Verantwortung

Als wäre alles o.a. noch immer nicht genug, möchte Crusphad auch für die regionale Entwicklung seiner Heimatstadt San Francisco einen Teil beitragen: In einer Zeit in der man immer weniger seiner Nachbarn kennt, versucht Crushpad Menschen aus unterschiedlichen Bezirken der Stadt rund um das “soziale Objekt” Wein zu versammeln und organisiert dafür Pizza- und Kick-off Parties, Weinverkostungen, Traubenpflücken, u.v.m.

Community Crush is Crushpad’s way of saying thank you to our city for helping make us the largest custom winery in the world. Through winemaking, our goal is to help you meet your neighbors, provide funding for a community development project and have a whole lot of fun in the process. (www.community-crush.com)

Die Einnahmen gehen an lokale NPOs (Feedback dazu siehe beispielsweise Blog eines begeisterten Teilnehmers).

www.crushpadwine.com | YouTube Channel Crushpadwine | Blog Crushpadwine | Community

Thanks to Erik for sharing the picture which was used for the header of this post!

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Alte (diktatorische) Welt vs. Neue (partizipative) Welt

Do-it-yourself Mode-Schmuck ist nichts Neues. In der Motivation die eigenen Designs zum Leben zu erwecken besteht allerdinge eine große Kluft zwischen Amerika/Großbritannien und Deutschland/Österreich.

Die beiden deutschen Start-Ups Julie & Grace und Pearlfection lösen diesen Engpass, indem sie für ihre Kunden die Produktion übernehmen. Die Hamburger Julie & Grace produzieren in Bali, Pearlfection (München) lässt die Designs in Deutschland verwirklichen.

pearlfection.jpg
Ganz im Stil der “2.0 Kultur” bieten die Unternehmen Hobby Designern die Möglichkeit, ihr Taschengeld ein wenig aufzubessern, oder einfach nur Spaß und Stolz daran zu haben, wenn die selbst entworfenen Designs auch von anderen Menschen gekauft werden. Der/die DesignerIn verdient am Verkauf mit. Die Provisionen werden selbst festgesetzt.

Traditionelle Geschäftsmodelle

Selbst Designs erstellen ist auch beim Schweizer BijouDesigner möglich, allerdings habe ich hier keine Möglichkeit an meiner Kreativität zu partizipieren. Die designten Schmuckstücke können “nur” für den Eigenbedarf bestellt werden. Braver Individualisierungs-Ansatz allerdings ohne echtes Erlebnis, Mundpropaga- oder Wiederbesuchspotenzial. Hier schaue ich nur dann vorbei, wenn ich auch tatsächlich Kaufabsicht habe.

Noch ein Beispiel passt in diese Reihe: Swarovskis “Create your Style Community Ansatz. Hier erkennt man zwar deutlich den Community Trend dem zur Zeit viele Konzerne hinterherlaufen, allerdings lässt der Ansatz die zentralste Frage offen: Was ist der Mehrwert dieser Community?

swarovski-community.jpg
Auf der Seite von Swarovski bietet zwar ein Online Designer seine Dienste an, mehr ist aber (noch) nicht erkennbar. Wozu also meine Daten einem Konzern ausliefern, wenn ich mich alternativ auch auf Facebook mit tausenden anderen Glitzer-Steinchen- und Fashion Addicts austauschen kann?

Leider vergessen zu viele “Bauen wir uns auch mal schnell eine Community” Projekte “alter” Unternehmen auf diesen entscheidenden Faktor oder versuchen ihn erst dann zu kommunizieren, nachdem die Projekte in langwierigen Projekten bis zur vermeintlichen Perfektion konzerintern verfeinert und abgetestet worden sind. Im Falle von Swarovski wird es vielleicht funktionieren - die Marke ist megastark und hat weltweit Hundertausende Fans. Bei anderen Unternehmen werden ähnlich konservative Versuche verdammt schief gehen, lediglich eine Menge Geld verschlingen und zu Frust-getriebenen Rundumschlägen (”Blase…”, “Alles nur ein Modetrend.”,…) führen.

Alte Welt vs. Neue (demokratisierte) Welt

Ich mußte gestern auf dem Weg in unsere Manufaktur drei große Umwege fahren, weil sich endlose Konvois in Richtung Meer geschoben haben (der längste aus über 100 Bussen und LKWs (!), auf deren Ladeflächen oben sehr festlich gekleidete Balinesen unterwegs waren). Am Strand wurden den Göttern dann Opfergaben erbracht und es erfolgt die Reinigung der Seele. [...]
[Quelle: J&G Blog]

Eine gesunde Portion Offenheit und Storytelling abseits von Produktkatalogen schaffen Neugier und erzeugten emotionale Bindung. So berichtet J&G Kopf Markus Bosse in seinem Blog regelmäßig über seine Erlebnisse auf Bali, und spricht dabei auch ganz offen über die vielen Herausforderungen beim Auf-/Ausbau der Produktion. Als Fan von J&G kann ich die Entwicklung des Unternehmens hautnah miterleben. Der Leser beschäftigt sich freiwillig und gerne intensiv mit dem Unternehmen, und erzählt u.U. sogar die eine oder andere Geschichte weiter.

Aus den 4 Beispielen kann man vor allem eines ablesen: Den Unterschied im Versuch, lediglich Realwelt-Geschäftsmodelle ins Internet zu kopieren, oder mit Varianten zu kombinieren und zu experimentieren, zu denen das Internet die perfekten Grundlagen bietet. Die beiden letzten Beispiele haben das m.E. noch nicht ganz geschafft.

Sie sind im ersten Schritt des Prozesses Kunden in den Wertschöpfungsprozess zu integrieren und Teil einer Erlebniswelt werden zu lassen hängen geblieben: Der Demokratisierung und des zur Verfügung-Stellens von Produktionsmitteln.

juliegrace.jpg
J&G und Pearlfection gehen über diesen Schritt deutlich hinaus. Nicht nur stellen sie mir ein Produktionsmittel (Design Tool) zur Verfügung, sondern auch ihre Produktionskapazitäten und ihre Vertriebsplattform (Demokratisierung des Vertriebs). Beide unterstützen mich als Verkäufer zudem beim Zugang zu Nischenmärkten (Long Tail) und dabei, mein Angebot in den Weiten des Internet (und Shops - vgl. J&G Geschäftskundenbereich) auffindbar zu machen.

Themenverwandt und demnächst hier im Blog:

Links und Screenshots:

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Das Geld liegt auf der Straße

Geld verdienen mit Dingen die es im Überfluss gibtDie besten Ideen entstehen oft nur aus Zufall. Linda Katz aus Kansas wollte ursprünglich nur eine Website für ihre Familie aufsetzen und gab ihr den klingenden Namen Prairie Tumbleweed Farm. Den Rest erledigten Suchmaschinen für sie und schon bald tragen Bestellungen aus Alaska, Österreich, Großbritannien, Hong Kong, und sogar Indien ein.

Was Linda überhaupt verkauft? Tumbleweeds, jene vom Wind geformten Strohballen, die man aus jeder Duellszene von Western kennt. Zwischen 20 und 35 US Dollar kosten die Dinger, die zu dutzenden an Lindas Haus vorbeifliegen. Das einzige Kunststück liegt darin, sie einzufangen, auf der Webseite zum Verkauf anzubieten und zu verschicken. Mittlerweile verkauft Linda ihre Tumbleweeds sogar an Filmstudios und hat aufgrund der großen Nachfrage aus Japan sogar eine japanische Internetseite eingerichtet.

So einfach kann man schon im ersten Jahr 40,000 Dollar nebenbei verdienen! Wie meinte schon Chris Anderson in seinem hervorragenden Buch "The Long Tail": Es geht heute eigentlich nur noch darum, alles verfügbar und in Suchmaschinen auffindbar zu machen - denn Kunden gibt es für alles.

www.prairietumbleweedfarm.com

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Hobbybusiness - Erlebnis und Technologie

Kuchen dekorieren - 500 Millionen Dollar Business‘Hobbycraft’ ist in den USA längst ein riesen Geschäft. Wer schon einmal in einem der vielen Do-it-yourself (DIY) stores war, kann die Größenordnung des Segments nur erahnen.

Allein für Kuchendekoration (cake decoration) geben Amerikaner jährlich rund 500 Millionen Dollar aus. Bei uns leidet DIY aber noch immer häufig noch unter einem “das ist doch nur etwas für Großmütter” und billigem Bastel-Image.

2 Beispiele, dass es aber auch anders geht - eines aus der ‘alten Welt’, das andere aus der ‘neuen’.

LINKLE Stitch ‘n Bitch Cafe

Stitch 'n Bitch - das Nähcafe (Foto Linkle.nl)Internet Cafes waren gestern. Will ein Cafe heute in sein, sollten dort Nähmaschinen stehen.

Das Nähcafe ist ein ehemaliges Weingeschäft mit fünf einfachen Sperrholz-Tischen, einem Schneidetisch und 10 Nähmaschinen, in dem sich jeder bei einer Tasse Tee oder Kaffee hinsetzen und loslegen kann - um Schnittmuster auszuprobieren, Hosen zu kürzen oder Socken zu stopfen.

5 EUR kostet die Benutzung der Nähmaschinen pro Stunde, professioneller Rat inklusive. Und im Gegensatz zu einsamen Stricksessions vor dem Fernseher, trifft man im Stitch ‘n Bitch immer Gleichgesinnte. Mittlerweile bietet die Betreiberin auch Kurse an, und lädt dazu durchaus renommierte Vortragende wie z.B. einen Korsettdesigner ein. Preis: 150 EUR pro Tag.

Fast schon selbstverständlich: Der Internetshop auf der Homepage des Nähcafes.

[Siehe auch Linkle.de, Springwise und Best Practice Business Blog | Foto: Linkle]

Burdastyle.com

Vor über 50 Jahren (1950) übernahm Aenne Burda einen kleinen maroden Modeverlag und machte daraus den größten Modezeitschriften Verlag der Welt. Heute verdient die Hubert Burda Media ihr Geld mit ganz anderen Dingen als Strickheften, begrub vor wenigen Tagen die Zielgruppenzeitschriften Anna und Verena, und stellt fast gleichzeitig Burdastyle vor.

Hobby: Design, Stricken, Nähen

 

Burdastyle ist eine Internetplattform (Social Network) für Fans selbstentworfener Mode. Mitglieder der kostenlos zugänglichen Community präsentieren ihre eigenen Entwürfe unter einer Creative Common Lizenz, verwenden Schnittmuster von anderen, kombinieren sie mit eigenen Ideen, oder tauschen einfach nur Tipps und Tricks aus.

In ihrer Präsentation auf der DLD in München verrieten die beiden Projektleiterinnen eines der Ziele von Burdastyle: Auch bekannte Modedesigner sollen schon bald der Community ausgewählte Designs zum Nachmachen zur Verfügung stellen.

Das einzige Limit ist die Fantasie

InnovationsworkshopFans von Trendbegriffen haben bei beiden Beispielen eine riesen Auswahl, welchem Trend sie die beiden Geschäftsmodelle zuordnen wollen (z.B. Crowdsourcing, Being Spaces, Customer Made, DIY, Coffee Office, User generated content, und und und).

Egal wofür man sich entscheiden will. Am Ende zeigen beide Beispiele, die Notwendigkeit für Veränderung und den Blick über den Tellerrand althergebrachter Gewohnheiten hinaus.

Kunden in einen Schritt der Wertschöpfungskette mit einzubauen oder Leistungen erlebbar machen sind eine Möglichkeit, um auch in einer Zeit in der allerorts Schneidereien ebenso zusperren wie Schuster oder Strickwarenzubehör Geschäfte.

Veränderung sichert das eigene Überleben. Sich immer wieder Inspirationen aus ganz anderen Segmenten zu holen und unterschiedlichste Modelle miteinander zu kombinieren machen auch in überfüllten Märkten eine Positionierung über eine Nische möglich.

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Die neue Macht der Couch-Potatoes

The Audience is up to something. In celebration of the publication of Chris Anderson’s book, ‘The Long Tail’. The old world of media faces an invasion from another planet. The horror. The horror.

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