Alle Beiträge zum Schlagwort (Tag) Marketing’
Was wir von der Fussball-EM über Internetmarketing lernen sollten

Die Fußball EM zeigt uns derzeit recht deutlich, dass gute Information im Web2.0 Zeitalter nicht mehr ausschließlich an Massenmedien gebunden ist. Unternehmen und Veranstalter lassen jedoch (zumindest hierzulande) noch viele Chancen ungenützt.
Die EM im Internet
Auf der Mikro-blogging Plattform Twitter (andere sagen auch “größter Chatroom der Welt” dazu) tauschen sich Fans vor, während und nach der Spiele aus. Wer gerade keine Chance hat bei einem Spiel dabei zu sein, bleibt per User generated Live Ticker dennoch ständig informiert - über Spielstände, Wetterberichte, Meinungen zum Spiel. Zudem gibt es Tipps zu den besten Treffpunkten, Fotos, Videos, Livecams, Medienberichten und Statusinfos, wo sich meine Kontakte gerade aufhalten. Die Updates kommen per Feed oder Gratis-SMS sogar aufs Handy…

Summize.com, Conversational Search
Am Katermorgen nach der langen Nacht in der Fanzone mal schnell nach aktuellen Bildern suchen. Facebook (Social Network) und Flickr (Fotoplattform) finden sich tagesaktuell tausende Fotos von Fans aus ganz Europa.
Wohin am Nachmittag? Was sich in den Public Viewing und Fanzonen gerade abspielt und wo die beste Stimmung herrscht verfolgt man am besten per Webcam (Beispiel siehe hier, danke Max) und entscheidet anschließend selbst, an welcher Bar man sein Geld liegen lässt.
Morgen kurzfristig nach Wien. Fans die während der Euro Kondition beweisen und quer durch Österreich und die Schweiz reisen, verwenden zur Reiseplanung Google Maps (siehe dieser Beitrag).
Im Zug … eine Spielszene verpasst! Was haben meine Freunde in Basel gestern angestellt? Die besten Spielszenen und die verrücktesten Fan-Videos sind Sendezeiten-unabhängig (on-demand) auf YouTube abrufbar.
Gib uns Deutschland im EM-Finale
Web2.0 nicht verstanden
Meine persönlichen Kritikpunkte an der einen oder anderen Host City, die zwar im Vorfeld des Megaspektakels viele Millionen Euro für Werbung ausgegeben hat, aber während der EM eine Menge Marketingchancen ungenutzt lässt bzw. den Unterschied zwischen Push-, Pull- und Dialogmarketing nicht verstanden hat.
Es gibt teure und aufwendig gestaltete Portale (Beispiel Tirol08) auf denen offizielle Bilder und Presseberichte heruntergeladen werden können. Solche Seiten sollten zumindest Feeds anbieten, die über Updates zu informieren - eigentlich eine Selbstverständlichkeit in Web2.0 Zeiten!
Auch Twitter Event Feeds würden den Informationsfluss erleichtern, beschleunigen oder könnten sogar zur Fanbetreuung eingesetzt werden.
Warum Bilder immer zentral auf der eigenen Webseite abspeichern? Wer seine Bilder auf Flickr ablegt, mit Tags versieht und geschickt mit der eigenen Webseite verknüpft, öffnet zusätzliche Türen für neue Zielgruppen.
Gleiches gilt für Facebook, das sich mittlerweile zur größten Foto-Sharing-Plattform der Welt gemausert hat: Täglich werden bei Facebook 15 Millionen (!) neue Bilder hochgeladen.

Zudem sind es nicht nur die eigenen Fotografen, die die besten Bilder schießen - eine Funktion die Fanfotos aggregiert ist schnell auf der eigenen Seite integriert. Natürlich so, dass die Bilder auch weitergeschickt werden dürfen. Macht um einiges mehr Sinn als lediglich eine Handvoll eCards anzubieten. Wer verschickt die heute überhaupt noch? Wenn dann schon verpackt als kleines Geschenk über Facebook.
Was ich servicetechnisch anbieten sollte, um die Kommunikation mit und zwischen Fans und Gästen zu erleichtern: Kostenlosen, vor allem aber einfachen WLAN Zugang für die vielen tausenden Fans die mit ihren Bildern, Blogbeiträgen und Videos Werbung für meine Stadt (meine Bar, mein Hotel, …) betreiben. Auf vielen Kongressen mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, für Innsbruck aber immer noch nicht.
Nur ein Modetrend
Gestern habe ich mit jemanden der im Vorfeld der Euro in Marketing & Werbung involivert war diskutiert. Erwartete Killerphrase:
“Das ist doch alles nur etwas für Randgruppen - und zudem nur ein Modetrend.”
Einmal abgesehen davon, dass das Argument schlichtweg nicht richtig ist (ARD und ZDF erreichen mit ihren Nachrichtensendungen auch nur mehr lediglich 280.000 Fernsehzuseher), wäre 2008 die Chance mit o.a. Tools zu experimentieren. In vielen Fällen (die richtige Projektplanung vorausgesetzt) sind Web2.0 Anwendungen (im Vergleich zu Webauftritten wie oben verlinkten) sogar noch kostengünstig umsetzbar und vor allem oft effizienter und einfacher administrierbar als viele (zu) komplizierte CMS Systeme.
Ich freue mich über weitere Tipps und Erfahrungsberichte für beliebte Online Tools mit denen sich die Euro noch interaktiver erleben lässt. Das Kommentarfeld steht Euch offen.
Epilog
Wir saßen während des Gesprächs in einer Bar ohne Fernseher, während draußen bei strömenden Regen ein Spiel lief. Torjubel. “Tor? Welche Mannschaft?” - Auf meinem Nokia N95 waren inzwischen Twitter-Feeds eingegangen. 92. Minute, Türkei, Torschütze xxxx, Schweiz ausgeschieden. “Wow, eine tolle Sache dieses Twitter…” - Vielleicht hats ja geholfen :-)
Lesetipps zu Twitter & Co.:
- 17 sinnvolle Anwendungsideen für Twitter
- Sozialer Mitmachzwang?
- Videobeitrag n-tv: Twitter, Dopplr und Skylounge im Einsatz für Geschäftsreisende
Fotos Flickr CC: Jose, Laszlo, Mecki - Thanks for sharing, guys!
Keine Werbung ist die bessere Werbung

Meine deutschen Leser kennen das noch von Zeiten der Fußball WM in Deutschland - teilweise furchtbar nervende (weil plump und unkreativ!) Werbung rund um die Fußball EM. Eine Wirtin, die Lesern meines Blog bestens bekannt ist, hat (natürlich) wieder einmal ANDERS|gedacht.
Barbara Schreiner (Restaurant Glescherblick, Gletscherblog) hat ihr Restaurant zur Fußball-freien Zone erklärt.
Eine klare und mutige Positionierung an einem Standort, wo derzeit das spanische Nationalteam für Fußball Fieber sorgt - aber genau mit dieser Positionierung füllt sie ihr Lokal … Platz um Platz.
Kein Fernseher, keine EM-Menüs und schon gar kein EM-Schnitzel. Einzig und allein ein großer Spielplan hängt an der Wand - der hat aber vor allem den Zweck, um sich an Spieltagen rechtzeitig einen Platz im Gletscherblick sicher zu können.
“Es haben sich schon jede Menge Damenrunden aller Altersgruppen angekündigt, die nichts von Fußball wissen wollen und ein ruhiges Lokal suchen.” Und dann fügt Babsi noch schmunzelnd hinzu: “Es hat dann auch nicht lange gedauert bis Männerrunden folgten, denn da wo ‘die Hasen’ sind, sind die Jäger nicht weit…”
Gut gemacht Babsi! Hauptsache du vergisst meine Reservierungen nicht :-)
Schaufenster-Deko Wettbewerb Fußball EM in Tirol
Im Jänner habe ich in einem Beitrag auf einen Schaufenster Deko Wettbewerb anlässlich der Fußball EM hingewiesen. Seit einiger Zeit stehen die Sieger fest. Hier Bilder von 2 Gewinnern.

Photo Hörmann, Innsbruck

Buch & Papier Lippott, Kufstein
„Als kleinen Beitrag zur EM08 wollten wir ein Schaufenster gestalten, dass unsere Produkte mit dem Fußball verbindet, deshalb kamen wir zu dem Thema PAPIER:BUCH. (Papier gegen Buch). Unsere Auslage wurde von den Kunden und Betrachtern sehr begeistert aufgenommen.“
Meinen Sieger gibt es morgen - jemanden der nicht auf dem EM Werbezug Trittbrett fährt und genau deshalb 3 ausgebuchte Wochen vor sich hat…
Quelle: Tirol:08
Messebesucher zu Kunden machen
Nicht nur für Burkhard Schneider ist Ludger Freese der innovativste Metzger Deutschlands. Besucher meiner Vorträge kennen den Mann von genialen Aktionen wie zum Beispiel “Wer wird Wurstmillionär” und anderen. Heute lese ich bei Burkhard von Ludgers jüngstem Geniestreich.
Die Problemstellung die es zu lösen gilt:
“Wie bringe ich möglichst viele der 16.000(!) Besucher der Gewerbemesse Visbek auch in meinen Laden?”
Hier Ludger Freeses Ansatz, zu der ich dir, lieber Ludger, ganz herzlich gratuliere! Wieder einmal beweist du, dass man für wirklich gutes Marketing nicht unbedingt teure Agenturen beauftragen muss! [Weiterlesen] »
Um Erlaubnis fragen

Weil ich mich in einem Vortrag über die Newsletter-Zwangs-Beglückung vieler Hotels ausgelassen hatte, fragte mich ein Hotelier der monatlich einen Newsletter an über 35.000 Kontakte verschickt zu Recht:
“Auch du schickst über dein Blog Newsletter aus.
Wo liegt der Unterschied?”
Abgesehen davon, dass die Abonenntenzahl dieses Blogs weit von 35.000 Kontakten entfernt ist, liegt er vor allem darin, dass meine Leser den Newsletter freiwillig abonniert haben. Bereits im Vorfeld haben sie sich mehr oder weniger intensiv mit den Inhalten auseinandergesetzt. Ich sammle nicht einfach (wie ein Eichhörnchen Haselnüsse) Mailadressen eines jeden Gastes der bei mit eincheckt, und bin eines von über 50 Hotels das mich mit seinen Botschaften zwangsbeglückt.
Entscheidend ist, ob ich meinen Kunden überhaupt eine (kleine) Chance gebe bereits vor Übertreten der Hemmschwelle der Preisgabe ihrer Kontaktdaten zu erfahren, was sie im Newsletter erwarten wird. Und dann wäre da noch der Inhalt - reine Werbung oder Inhalte die Unterhaltung bieten, Nutzen stiften, etc. - Aber das ist ein anderes Thema.
Zu entscheiden ob all das einen Unterschied in der Kommunikationskultur oder gar im Grad der Wahrnehmung der Inhalte darstellt oder nicht, überlasse ich jedem Leser dieses Beitrags selbst.
Bei dieser Gelegenheit ein Buchtipp: Seth Godin, Permission Marketing: Kunden wollen wählen können. Wie Sie aus Fremden Freunde machen und wie Freunde zu treuen Kunden werden.
Darin geht es genau um dieses Thema.
Vergleiche: “Das Karlsruher Manifest zur fairen Kommunikation”
Die Fussball-EM auf Google Maps
Ein recht schönes Beispiel wie man Google Maps (nicht nur!) für Groß-Veranstaltungen nutzen kann gibt es hier zu sehen.
Bilder aller Stadien, Mannschaftsaufstellungen, Spielergebnisse, Tabellen, Fotos aus der Region, Bars, Clubs, und mehr. Schon mal überlegt wie Sie Google Maps für Ihr Unternehmen nutzen können? Wäre höchste Zeit dazu…
Gefällt mir um einiges besser als jene Lösung die mir gerade in einer der vielen Pressemitteilungen die ich jeden Tag bekomme (warum eigentlich?) vorgestellt wurde. Dort muss ich mich erstmal registrieren, und jede Menge persönlicher Daten hinterlassen. Mehrwert gegenüber der Lösung auf Google Maps: Keine Ahnung, warum also darauf verlinken oder darüber berichten?
Den Hotelpreis bestimmt die Bewegung

Dass man mit nicht alltäglichen Preis-Strukturen auf sich aufmerksam machen und sich von Mitbewerbern differenzieren kann, wissen wir nicht erst seit “Bezahl was du willst” Modellen wie jenem der bloggenden Wirtin des Gletscherblick oder Anja Försters und Peter Kreuz’ Different Thinking. In ihrem Buch hatten die beiden ein Hotel vorgestellt, das Gästen Zimmerpreise nach Körpergewicht verrechnet.
Das macht auch Eckart Mandler, Chef vom Landhotel Mandler in Irschen (Kärnten). Aber der innovative (bloggende) Hotelier, der gleichzeitig Häuptling der Europa Wanderhotels ist, geht noch einen Schritt weiter, und kombiniert das Modell mit einem “Abspeck-” bzw. “Bewegungsbonus”.
Wenn Sie sich für das Angebot “Hotelpreis nach Körpergewicht” entscheiden und im Urlaub durch gesunde Bewegung und Ernährung abnehmen, belohnen wir Sie mit einem Bonus von 50 EURO pro abgespeckten Kilo. [...]
Wir messen Ihr Körpergewicht bei Urlaubsbeginn und am Ende des Urlaubs. Wenn Sie z.B. zwei Kilo abnehmen, reduziert sich Ihr Aufenthaltspreis um 100 EURO, ausgehend von Ihrem Hotelpreis nach Körpergewicht.
Schönes Beispiel für ANDERS|denken und sich von der Masse abheben, vor allem weil es zum Angebot des Wanderhotels auch passt, und nicht auf den allerersten Blick nur ein Marketing-Gag ist, um sich einen Platz in der Presse zu erschleichen.
Falls du, lieber Eckart, diesen Beitrag hier liest, erzähl uns doch kurz wie das Angebot von deinen Gästen angenommen wird. Wir warten gespannt …
www.landhaus-mandler.at
Blog: http://bioferienhotel.wordpress.com
Astrid, danke für den Hinweis, denn auch wenn ich Eckart seit einiger Zeit kenne, dieser Leckerbissen blieb mir bislang verborgen.
Das Karlsruher Manifest zur Fairen Kommunikation
Auch wenn es zur Pflichtlektüre für innovatives Marketing und Werbung gehört … ich weiß nicht wie viele meiner Leser sein Blog aktiv lesen: Bernd Röthlingshöfers “Und jetzt zur Werbung”.
Immer wieder habe ich auf Beiträge des Autors verlinkt, aber vor einigen Tagen publizierte Bernd einen Beitrag den ich verschlungen habe wie selten einen zuvor. Worum gehts? Im Rahmen eines Gastvortrags an der Merkur Internationale Fachhochschule hat Bernd mit Studenten über faire Kommunikation diskutiert.
Faire Kommunikation - “eigentlich” etwas das doch jeder von uns (zumindest in der Theorie) perfekt beherrscht. Eigentlich… denn nicht nur mir dürften zu jedem Punkt auf Anhieb einige Schreibtische einfallen, auf denen das “Karlsruher Manifest” mit einem Brieföffner eingeritzt werden sollte.
Wir haben es satt, von Spam, Lügen und Bullshit belästigt zu werden. Es nervt uns, wenn uns Banner die freie Sicht auf Webseiten versperren. Wir wollen nicht eine Tonne Werbemüll als Altpapier entsorgen müssen. Wir hassen Gewinnspielanrufe. Wir wollen nicht mit Telefonrobotern sprechen. Wir sind es leid, immer nur Kunden und nie Menschen zu sein. Wir haben das Recht unseren Informationsmix selbst zu bestimmen.
Diese 21 Leitsätze sollen helfen, eine faire Kommunikation (z.B. in Vertrieb, Werbung, PR…) zu gewährleisten.
§1-21: Das Karlsruher Manifest zur Fairen Kommunikation
1. Ich respektiere mein Gegenüber.
2. Ich bin ehrlich.
3. Ich rede und höre zu.
4. Ich bin freundlich, höflich und hilfsbereit.
5. Ich nerve nicht und dränge nichts auf.
6. Ich nutze nicht aus und zocke nicht ab.
7. Ich bin offen für Kritik und nutze Feedback.
8. Ich stelle kompetente Gesprächspartner zur Verfügung.
9. Ich respektiere die Privatsphäre meines Gegenübers.
10. Ich halte Grenzen ein.
11. Ich pflege persönliche Beziehungen.
12. Ich bringe jedem Wertschätzung gegenüber.
13. Ich kommuniziere offen und transparent.
14. Ich kommuniziere verständlich und verständnisvoll.
15. Ich achte stets auf beidseitigen Nutzen.
16. Ich halte meine Versprechen.
17. Ich baue langfristige und nachhaltige Beziehungen auf.
18. Ich gebe Fehler zu.
19. Ich nehme mir Zeit.
20. Ich respektiere Individualität und kulturelle Unterschiede.
21. Ich übernehme Verantwortung für mein Handeln.
Danke, lieber Bernd - (leider) heute erst gelesen, aber schon übermorgen in einen Workshop eingebaut!
Fussball-EM 2008: Was darf ich, wann zahle ich?
Die Fussball EM 2008 nähert sich mit riesen Schritten und gerade hier wo in einem Monat die Fanmeilen und Public Viewings überfüllt sein werden, sprießen täglich neue Schilder mit Werbungen rund um die EM aus dem Boden.
Auf einer Fahrt durchs Tiroler Zillertal fielen mir gestern aber mindestens ein Dutzend überaus grenzwertige Versuche auf, mit der EM ‘08 das eigene Geschäft anzukurbeln. Daher an dieser Stelle die Wiederholung eines Beitrags aus dem Sommer letzten Jahres. Nochmal drüberschauen könnte eine vielleicht schon bald ins Haus flatternde Klage ersparen…

Was darf ich eigentlich während der Fußball-EM?
Diese Frage stellt sich derzeit wohl jedes Unternehmen, jeder Gastronom und jede Einzelhänlderin wenn sie an die (vermeintlichen?) Zusatzgeschäft-Chancen während der Fußball Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz denken. Die Antworten darauf sind allerdings alles andere als einfach.
Unter diesem Link gibt es ein pdf File, in dem über 60 Fallbeispiele aufgezählt werden, welche Werbeformen und Marketingaktivitäten akzeptabel sind, und welche in die klage-gefährdete Kategorie des “Schmarotzer-Marketings” (Ambush Marketing) fallen.
Ein kurzer Auszug absoluter Tabus:
- Abbildung eines Spielers einer Nationalmannschaft ohne dessen Zustimmung.
- Gewinnspiel: als Preis wird eine Eintrittskarte zu einem Spiel inkl. Übernachtung in Innsbruck verlost.
- Hinweistafel vor einer Diskothek: „Heute große EM 2008 Party“
- Hotelier wirbt in seinem Prospekt mit „Buchen Sie bei uns das exklusive EM 2008-Package“
- Fleischerei wirbt mit „Heute neu: EM 2008–Leberkäse“
- Versandhandel verwendet zur Bewerbung seiner URL „www.mustermann-versand.at/euro2008“

Quelle: pdf WKO Wien
Als “relativ sicher” stufen die Experten der Wirtschaftskammer z.B. Werbeformen wie diese ein:
- Kaufhaus wirbt mit „Zur EM 2008 haben wir im Juni tolle Angebote bei unseren Sportartikeln“
- Geschenkartikel-Store verkauft „Schals, Fußball-Dressen, Hüte, Fahnen“ im Design einer Landesflagge (ohne weiteren Text oder Bezug auf den Event selbst)
- Geschenkartikel-Store produziert T-Shirts mit witzigen Aufdrucken: „EM 2008 – schönster Fan“, „nicht offizieller Sponsor“, „Schützenkönig“
- Lebensmittelhersteller lanciert eine Rot-Weiß-Rote Produktlinie mit dem Slogan „Heimspiel 08“
- Hinweistafel mit „Wir übertragen live alle EM 2008 Spiele“
Man beachte allerdings den Hinweis im Anhang des Files:
Die WKÖ übernimmt trotz sorgfältiger Auswahl und Überprüfung sämtlicher Informationen keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen.
Die allgemeinen Empfehlungen der Wirtschaftskammer zum Thema Marketing und Werbung während der Fußball EM2008 lassen sich so zusammenfassen:
- Verwenden Sie keine eingetragenen Wort-Bild-Marken der UEFA (Logo, Maskottchen).
- Erwecken Sie nicht den Anschein, Ihr Produkt sei „offiziell“ genehmigt oder lizenziert.
- Kopieren Sie nicht die Gestaltung der lizenzierten Merchandisingartikel oder das Erscheinungsbild der Sponsoren und nationalen Förderer.

Wem der Sumpf rund um das (UEFA Markenrechts-)Spektakel zu undurchsichtig erscheint tut sicherlich gut daran, sich im Vorfeld jeglicher Planungen oder Aktivitäten von einem Anwalt für Markenrecht oder den Experten der Wirtschaftskammer beraten zu lassen. Diese hat dafür auch eine eigene Servicestelle eingerichtet. Weitere Details auf http://em2008.wko.at
Bildbeispiele welche (zum Teil sehr grenzwertigen) Werbungen Sponsoren und vor allem Nicht-Sponsoren im Rahmen der Weltmeisterschaft in Deutschland eingesetzt haben, finden sich auf den Seiten der Präsentation “Spielregeln im EURO 08(TM) Marketing” der Prof. Schnedlitz / Cerha.
Quelle: wko.at
Weitere Links: Offizielle Logos zur EM 2008
Rechtliche Rahmenbedingungen, Public Viewing Regeln, Verkauf von Speisen und Getränken, etc.
Fotos: Flickr, thanks for sharing! Tirol Werbung
Goodbye Copyright, Hello Remix!
Wieder mal ein gelungener (wenn auch auf den ersten Blick plump wirkender) Marketing Gag der britischen Rockband Radiohead: Für ein paar Dollar konnten einzelne Tonspuren des Songs “Nude” gekauft werden, um anschließend daraus eine eigene Version zu mischen.
2.253 Remixes umfasst die Datenbank nach Abschluss der Einreichphase. Bis 1. Juni hat noch jeder Teilnehmer Zeit, das eigene Werk per Widget auf MySpace, Facebook oder anderen Seiten zu promoten, und möglichst viele Stimmen zu ergattern.
Was winkt den Siegern? Ruhm, Ehre und das Versprechen von Radiohead sich den Remix anzuhören. Ist die Fangemeinde groß (oder die Marke stark) genug, müssen es nicht immer monetäre Prämien sein. Bei VOdA nennen wir so einen Motivationsbaustein “Zugang zu exklusiven Kanälen” - in dem Fall die Chance zu einem persönlichen Kennenlernen mit Radiohead vielleicht.
Die Mundpropaganda ist (nach der Aktion “Bezahlt für unser Album was Ihr wollt“) auf jeden Fall wieder mal gelungen. Das beweisen alleine die mittlerweile über 1.100 Backlinks von Blogs.
Wie viele andere User Generated Content Projekte auch, verführen Radiohead ihre Fans dazu, sich noch intensiver mit der eigenen Marke zu beschäftigen und Mundpropaganda zu streuen - egal ob im Web oder der realen Welt.
Beinahe schmunzelnd schaue ich auf die Konzerttickets neben mir am Schreibtisch: “Fotografieren während des Konzerts verboten.” Also, bitte nur keine Fotos machen und deinen Freunden, die nicht dabei waren, zeigen was sie verpasst haben.
Manche scheinen wohl nie dazulernen zu wollen…
Linktipp zum Schluss:
“Our kids are different than we are: We watched TV, they make TV.”
Der Mob macht Kunst - Brooklyn Museum New York
Im Brooklyn Museum in New York kann derzeit “jede/r” die Rolle des Museumsdirektors übernehmen. Das Museum stellt für den Sommer eine Fotoausstellung mit dem Namen Click! zusammen.
Im März waren Fotografen dazu aufgefordert Bilder einzureichen. Bis Ende Mai entscheiden Besucher und Foto-Fans, welche Bilder dann tatsächlich ausgestellt werden.
Für das Brooklyn Museum ist Click! ein Experiment das auf James Surowieckis Bestseller, The Wisdom of Crowds, basiert.
As part of the evaluation, each visitor answers a series of questions about his/her knowledge of art and perceived expertise. Click! culminates in an exhibition at the Museum, where the artworks are installed according to their relative ranking from the juried process. Visitors will also be able to see how different groups within the crowd evaluated the same works of art. The results will be analyzed and discussed by experts in the fields of art, online communities, and crowd theory.
Click! ist für mich bereits jetzt wesentlich mehr als ein Experiment um die Weisheit der Vielen zu bestätigen oder zu belächeln. Vor allem ist es ein Web2.0 Vorzeigeprojekt bei dem nicht nur online Fotos bewertet werden, um anschließend wieder in Vergessenheit zu geraten.
Click! hilft dem nicht gerade mit finanziellen Mitteln gesegnetem Brooklyn Museum auch, budgetschonend Aufmerksamkeit zu erzeugen, die Schönheit von Kunst zu transportieren, und durch einfache Widgets (Online-)Mundpropaganda zu erzeugen.
Auch das Problem limitierter Personal-Ressourcen löst Click! elegant - tausende Scouts und Judges die aus Begeisterung an der gemeinsamen Sache aktiv werden.
Fazit: Beispielhaft vorgeführte integrierte Kampagne.
Quelle: Museum 2.0. Danke an Markus für den Linktipp zu diesem tollen Crowdsourcing Ansatz.
Weißt du was ein (Corporate-)Blog ist?

Wieder mal eine der inzwischen schon vielen Studien und Befragungen über Blogs. Diesmal war die Consulting Agentur Fittkau & Maaß an der Reihe - “Potentiale von Corporate Blogs als Online-Marketingplattform”.
Für Studien-Fans die Ergebnisse in Kurzform:
- 77 Prozent der deutschsprachigen Internetnutzer sind Blogs ein Begriff.
- 45% aller Onliner lesen regelmäßig Blogs,
- 15% sind aktive Weblog Nutzer.
- Die beliebtesten Arten von Blogs: (1) Online Tagebücher (2) Fotoblogs (3) Corporate Blogs.
- 30 Prozent finden, dass Unternehmens-Blogs dazu beitragen können, den Dialog mit dem Kunden zu verbessern.
- Jeder fünfte Besucher von Weblogs findet, dass Corporate Blogs einen Blick hinter die Kulissen der Unternehmen ermöglichen.
Warum eigentlich nur jeder fünfte Besucher? Warum ist ein Corporate Blog nicht genau jene Mischung zwischen oben als so beliebt eingestuftem “Online Tagebuch”, der eignen Foto- / Video- / Multimedia- / Diskussions- / Kommunikations- Plattform?
Schaffen es etwa die wenigsten Corporate Blogs genau jenes Potenzial auszuschöpfen, das eine der größten Chancen darstellt, mit einem Blog den Webauftritt (Homepage) zu ergänzen, und aus der Anonymität unpersönlicher Marketingbotschaften zu entfliehen? Mit einem “Ja” werden nachstehend Befragte diese Frage beantworten.
- 11% betrachten den Informationsgehalt von Corporate Blogs grundsätzlich als nicht relevant
- 21 Prozent der Leser von Corp.Blogs finden dass die Bedeutung solcher Blogs überbewetet wird.
Conclusio der Befragung:
Corporate Blogs haben ein enormes kommunikatives Potenzial. Den Studienautoren zufolge ist es daher nahe liegend, dass Unternehmen Corporate Blogs als Marketing- und Kommunikationskanal einsetzen.
Ok, zumindest letzteres sollte längst bekannt sein, und mit den Zahlen es ist es immer so eine Sache. Lieber als Zahlen (einigen o.a. kann ich bei einem Blick in mein geografisches Umfeld ohnehin nicht vertrauen) schaue ich mir erfolgreich (oder miserabel) umgesetzte Beispiele an.
Sinn und Unsinn der Wahrnehmung als “Bloggendes Unternehmen”
Im Grunde genommen ist es absolut irrelevant ob Kunden das Corporate Blog als Blog wahrnehmen oder nicht, oder ob ich es als Unternehmen einfach nur schaffe, mir mittels einer wohl überlegten integrierten Kommunikationsstrategie eine überzeugende Online Reputation zu erarbeiten, und mir über den Aufbau von Vertrauen eine positive Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Mundpropaganda verschaffe.
Sorry, falls ich jetzt wem auf die Zehen steige, aber dazu gehört ohnehin mehr als “nur” ein Blog zu betreiben, noch dazu wenn mir das Tool weder die eingesetzte Zeit wert ist, oder ich nichts von authentischer Kommunikation halte. (Andere Möglichkeiten wie z.B. Integration von Kunden oder Communities in den Wertschöpfungsprozess lassen wir mal außen vor.)
Leider fehlt mir heute die Zeit, um im Detail auf obige Studie oder konkrete Beispiele einzugehen. Nächste Woche bei meinem Vortrag beim Tourismusforum in Innsbruck gibt es aber welche, versprochen! - Vielleicht sehen wir uns…
Gefunden via High Text iBusiness
Alte (diktatorische) Welt vs. Neue (partizipative) Welt
Do-it-yourself Mode-Schmuck ist nichts Neues. In der Motivation die eigenen Designs zum Leben zu erwecken besteht allerdinge eine große Kluft zwischen Amerika/Großbritannien und Deutschland/Österreich.
Die beiden deutschen Start-Ups Julie & Grace und Pearlfection lösen diesen Engpass, indem sie für ihre Kunden die Produktion übernehmen. Die Hamburger Julie & Grace produzieren in Bali, Pearlfection (München) lässt die Designs in Deutschland verwirklichen.

Ganz im Stil der “2.0 Kultur” bieten die Unternehmen Hobby Designern die Möglichkeit, ihr Taschengeld ein wenig aufzubessern, oder einfach nur Spaß und Stolz daran zu haben, wenn die selbst entworfenen Designs auch von anderen Menschen gekauft werden. Der/die DesignerIn verdient am Verkauf mit. Die Provisionen werden selbst festgesetzt.
Traditionelle Geschäftsmodelle
Selbst Designs erstellen ist auch beim Schweizer BijouDesigner möglich, allerdings habe ich hier keine Möglichkeit an meiner Kreativität zu partizipieren. Die designten Schmuckstücke können “nur” für den Eigenbedarf bestellt werden. Braver Individualisierungs-Ansatz allerdings ohne echtes Erlebnis, Mundpropaga- oder Wiederbesuchspotenzial. Hier schaue ich nur dann vorbei, wenn ich auch tatsächlich Kaufabsicht habe.
Noch ein Beispiel passt in diese Reihe: Swarovskis “Create your Style Community Ansatz. Hier erkennt man zwar deutlich den Community Trend dem zur Zeit viele Konzerne hinterherlaufen, allerdings lässt der Ansatz die zentralste Frage offen: Was ist der Mehrwert dieser Community?

Auf der Seite von Swarovski bietet zwar ein Online Designer seine Dienste an, mehr ist aber (noch) nicht erkennbar. Wozu also meine Daten einem Konzern ausliefern, wenn ich mich alternativ auch auf Facebook mit tausenden anderen Glitzer-Steinchen- und Fashion Addicts austauschen kann?
Leider vergessen zu viele “Bauen wir uns auch mal schnell eine Community” Projekte “alter” Unternehmen auf diesen entscheidenden Faktor oder versuchen ihn erst dann zu kommunizieren, nachdem die Projekte in langwierigen Projekten bis zur vermeintlichen Perfektion konzerintern verfeinert und abgetestet worden sind. Im Falle von Swarovski wird es vielleicht funktionieren - die Marke ist megastark und hat weltweit Hundertausende Fans. Bei anderen Unternehmen werden ähnlich konservative Versuche verdammt schief gehen, lediglich eine Menge Geld verschlingen und zu Frust-getriebenen Rundumschlägen (”Blase…”, “Alles nur ein Modetrend.”,…) führen.
Alte Welt vs. Neue (demokratisierte) Welt
Ich mußte gestern auf dem Weg in unsere Manufaktur drei große Umwege fahren, weil sich endlose Konvois in Richtung Meer geschoben haben (der längste aus über 100 Bussen und LKWs (!), auf deren Ladeflächen oben sehr festlich gekleidete Balinesen unterwegs waren). Am Strand wurden den Göttern dann Opfergaben erbracht und es erfolgt die Reinigung der Seele. [...]
[Quelle: J&G Blog]
Eine gesunde Portion Offenheit und Storytelling abseits von Produktkatalogen schaffen Neugier und erzeugten emotionale Bindung. So berichtet J&G Kopf Markus Bosse in seinem Blog regelmäßig über seine Erlebnisse auf Bali, und spricht dabei auch ganz offen über die vielen Herausforderungen beim Auf-/Ausbau der Produktion. Als Fan von J&G kann ich die Entwicklung des Unternehmens hautnah miterleben. Der Leser beschäftigt sich freiwillig und gerne intensiv mit dem Unternehmen, und erzählt u.U. sogar die eine oder andere Geschichte weiter.
Aus den 4 Beispielen kann man vor allem eines ablesen: Den Unterschied im Versuch, lediglich Realwelt-Geschäftsmodelle ins Internet zu kopieren, oder mit Varianten zu kombinieren und zu experimentieren, zu denen das Internet die perfekten Grundlagen bietet. Die beiden letzten Beispiele haben das m.E. noch nicht ganz geschafft.
Sie sind im ersten Schritt des Prozesses Kunden in den Wertschöpfungsprozess zu integrieren und Teil einer Erlebniswelt werden zu lassen hängen geblieben: Der Demokratisierung und des zur Verfügung-Stellens von Produktionsmitteln.

J&G und Pearlfection gehen über diesen Schritt deutlich hinaus. Nicht nur stellen sie mir ein Produktionsmittel (Design Tool) zur Verfügung, sondern auch ihre Produktionskapazitäten und ihre Vertriebsplattform (Demokratisierung des Vertriebs). Beide unterstützen mich als Verkäufer zudem beim Zugang zu Nischenmärkten (Long Tail) und dabei, mein Angebot in den Weiten des Internet (und Shops - vgl. J&G Geschäftskundenbereich) auffindbar zu machen.
Themenverwandt und demnächst hier im Blog:
Links und Screenshots:





