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€ 75.000 in 30 Tagen. Perfektes Crowdfunding.


Dass Bands längst keine Plattenfirmen mehr brauchen um ihre Alben zu finanzieren wissen wir spätestens seit Sellaband (» was ist das?). Es gibt inzwischen viele KünstlerInnen, die über Crowdfunding genügend Geld zusammengekratzt haben, um die Kosten für Aufnahme und Vertrieb hereinzuspielen.

Vor 2 Tagen bin ich im Blog der Kölner Band Angelika Express auf folgende Meldung gestoßen, und gratuliere zum beispielhaft erfolgreich umgesetzten Projekt.

Reservierungsphase abgeschlossen.
Ab sofort werden keine Reservierungen für die “Angelika Aktie” mehr angenommen. Es wurden ca. 1000 Anteile reserviert, da wir nur 500 Anteile ausgeben entscheidet nun am 24.10. das Los. Der Börsianer würde sagen: Die Aktie ist zweifach überzeichnet.

Angelika Express hatte 500 Fans gesucht, die sich mit je 50 Euro (Gesamt EUR 25.000) an der neuen CD “Goldener Trash” beteiligen. Im Gegenzug erhalten die “Kreditgeber” 80% der Einnahmen vom Verkauf der CDs. Um das ganze den Fans noch schmackhafter zu machen, haben sich Angelika Express in einen leichten Graubereich gewagt, und das ganze Spielchen “Angelika Aktie” genannt. (» mehr darüber…)

Vor einem Monat habe ich im Best Practice Business Blog (wo auch sonst, Burkhard :-) und einigen anderen von dem Projekt gelesen, und es seitdem verfolgt. Dass es nur wenige Tage gedauert hat bis nicht nur 500, sondern sogar 1.500 Menschen aktiviert werden konnten, hat selbst mich erstaunt. Zu verdanken ist das nicht zuletzt einer sehr gut aufgebauten Social Media Kampagne, die über ein Blog, Twitter, MySpace (wo jeder Musiker auch noch seine eigene Seite betreibt), YouTube Kanal, Flickr Fotoalbum, viele Türen für Fans aufgemacht.

Eigentlich kaum zu verstehen, warum es noch immer so viele (Jung-)Musikerinnen gibt, die diese Chancen nicht nutzen. Hilfe gibt es allerorts, manchmal sogar kostenlos (aber nicht beim Jungunternehmer-Berater vom AMS, denn mir haben einige sich gerade selbstständig machende Künstlerinnen kürzlich von ihren Erfahrungen erzählt.).

 

Jetzt bin ich gespannt, wie viel Schwung das neue Album beim Verkaufstart aus der bereits großen Mundpropaganda mitnehmen kann. Für den Fan steht in diesem Projekt wohl eher der (nicht zu unterschätzende) ideele bzw. Spaßfaktor im Vordergrund, als die Hoffnung mit seiner Beteiligung groß absahnen zu können. Das beschreibt auch die nachvollziehbare Rechnung von Christian Ihle im taz Blog.

50 € investiert der geneigte Fan in das Albumprojekt und erhält dafür ein Album sowie die angesprochene Gewinnbeteiligung. Bei einem handelsüblichen Preis von 15 € stehen effektiv 35 € auf dem Spiel, die es zu refinanzieren gilt. Bisher hat Angelika Express noch nicht formuliert, wie sie den Gewinn ausweisen bzw. welche weiteren Kosten den Einnahmen gegenüberstehen – bei 500 Aktionären à 35 € müsste der Gewinn jedenfalls 17.500 € betragen, damit die Anteilseigner in den Plusbereich gelangen. (» weiterlesen…

Dass Crowdfunding Projekte aber auch schief gehen können, und dass es mehr braucht als lediglich das Aufsetzen eines Projektblogs, zeigt leider das inzwischen gestorbene Projekt Own Hotel (» Bericht, » Webseite. Mehr dazu und eine Analyse warum es nicht geklappt hat demnächst hier im Blog.

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Buchhandel im 21. Jahrhundert. Nichts gelernt.

Letzte Woche fiel mir auf, wie lange ich schon nicht mehr in einer Buchhandlung aktiv nach etwas gesucht hatte. In Zeiten von Amazon und iTunes muss es Jahre her sein, so genau weiß ich das nicht mehr.

Nichts gelernt

Ich war auf der Suche nach einer Hörbuch CD, die mir eine lange Autofahrt kürzer erscheinen lassen sollte. iTunes führt die CD, obwohl sie brandaktuell ist, nicht (aus sowas solls geben). Die beiden größten Innsbrucker Buchhandlungen führen die CDs beide - theoretisch zumindest. Hörproben hört man sich an einem eigenen “Tower” per Kopfhörer an. Soweit so gut, dann das weniger Erfreuliche.

In keinem der beiden Läden war die CD lagernd. Die Mitarbeiterinnen bieten an, das Hörbuch zu bestellen.

“In 10 Tagen können Sie es bei uns im Laden abholen. Wir schicken Ihnen sogar ein SMS wenn Ihre Lieferung eintrifft.”

Nettes Service, aber 10 Tage Lieferzeit für etwas das ich (1) morgen haben will und (2) in digitaler Form vorliegen sollte?

“Können Ihre Hörtürme das nicht auf mein Handy oder iPod runterladen?”

Irgendwie ahnte ich die Abstrusität meiner Frage bereits als ich sie stellte, denn immerhin ist das Internet ja erst 15 Jahre alt, und der Buchhandel hat doch einige Jahre mehr auf dem Buckel.

“Wie stellen Sie sich das vor? Nein, das geht nicht.”

“Kann ich die CDs bei Ihnen auf der Webseite runterladen?”

“Nein, wir verkaufen bei uns im Shop die CDs. Raubkopien haben wir nicht. Bestellen können Sie die Produkte natürlich schon online, aber es wird auch um die 10 Tage dauern…”

Ich für meinen Teil hatte genug, und entschied mich dann doch für ein ganz anderes Hörbuch. Wie immer bequem innerhalb weniger Sekunden von iTunes frei Haus auf meinen iPod geliert, den ich per USB Kabel an meinen CD Player im Auto anschließe.

Liebe Buchhändler…

Ihr jammert seit Jahren, dass Eure Umsätze zurückgehen und was macht Ihr? Ihr seit auf dem Stand des mittleren 20. Jahrhunderts stehengeblieben!

Ich an Eurer Stelle würde mir einmal ganz viel Zeit nehmen zu analysieren wie (a) Euer Markt heute aussieht, was sich dort tut, welche technologischen Entwicklungen es nicht erst seit dem iPhone Launch gibt und (b) auf welche Arten Eure einstigen Kunden Eure Produkte kaufen und konsumieren. Und dann das wichtigste: Passt endlich Eure Strategien, Euer Service und Eure Mitarbeiterschulungen diesen Entwicklungen an. So schwierig wäre das gar nicht…

ANDERS|denken Vorschau
Am Samstag gibt es in der Kategorie “Video fürs Wochenende” ein Video über die ungewöhnlichste und vielleicht größte Buchhandlung Amerikas. Sie liegt in keiner Großstadt sondern in einer Gegend die dem Ende der Welt gleicht. In den Regalen: 1 Million Bücher…

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Neue Spielregeln: Wie Bands Fans aktivieren

Dass das Internet die Musikbranche revolutioniert und Musiker und Platten-Labels zwingt nach neuen Vermarktungsideen zu suchen ist ja nichts Neues. Ein sehr gutes Beispiel für eine integrierte PR Kampagne liefert derzeit Oasis.

Als Vorgeschmack auf das am 6. Oktober 2008 erscheinende neue Album “Dig Out Your Soul” gibt es heute im britischen Musik-Magazin NME eine CD-ROM Beilage mit 3 Songs vom neuen Album einschließlich einem Songbook mit den Texten zu den Songs und weiterem Exklusivmaterial. Die CD-ROM ist aber weit mehr als eine längst bekannten Gratisbeilagen zu Zeitungen:

Fans sollen nämlich im nächsten Schritt die Lieder covern, neu abmischen, Songtexte umschreiben oder eigene Videos aufnehmen, und auf eine eigene Webseite hochladen. Zu gewinnen gibt es eine voll bezahlte VIP Reise zu einem beliebigen Konzert der Band.

Nebenbemerkung:
Die Aktion wurde zusammen mit dem britischen Arts Council entwickelt, einer Organisation die jungen Musikern Kredite gewährt, um Musikinstrumente zu kaufen, und und so emporstrebenden Talenten helfen will.

“Miss Wahl” für Alpenpop Band

Eine integrierte Kampagne im (Budget bedingt) “kleineren Stil” haben wir uns gemeinsam mit der österreichischen Alpenpop Band Steirerbluat ausgedacht. Als reine Männerband haben “die Backstreet Boys aus der Steiermark” naturgemäß vorwiegend weibliche Fans. Welchen Anreiz aber könnte es für Männer UND Frauen gleichermaßen geben, um regelmäßiger auf der Webseite vorbeizuschauen?

Über die eigene Clubseite läuft derzeit ein Casting für die Hauptrolle im neuen Musikvideo der Band. Fotos der Teilnehmerinnen werden laufend auf der Homepage veröffentlicht. Besucher der Seite bestimmen, wer es ins Finale schafft. Die Siegerin wird am 2. Oktober im Rahmen eines großen Live-Events mit sehr prominent besetzter Jury gekürt.

Was diese (für die Band erste und als Experiment definierte Internet-)Aktion bislang schon gebracht hat? - Viele neue Abonennten und jede Menge Presse-Echo. Zudem ist es gelungen, viele neue junge Fans auf eine bislang kaum kommunizierte Stärke der als “Schlager-Band” bekannten Gruppe aufmerksam zu machen: Rockige Live Auftritte, mit denen sich Clubs und Discos füllen lassen - etwas das auch jeden Veranstalter freut.

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Peinlich: Er hats schon wieder getan.

Die UNkreativität der FPÖ PR-Verantwortlichen würde es mir hier sehr einfach machen, diesen Beitrag aus dem Jahr 2006 1:1 zu kopieren. Was schon damals nur peinlich war, wiederholt sich im Wahlkampf 2008. Mehr bitte selbst bei Jürgen Koller lesen bzw. hören.

Wie unkreativ der HC Strache Wahlkampf im übrigen ist, beschreibt auch Helge in seinem Beitrag “Strache stiehlt Obama die Webseite”. “Geklaut” schaut allerdings nur das Layout aus, von Obamas genialer Internet/Social Media-Marketingkampagne ist ebenso wenig eine Spur, wie vom gesetzlich vorgeschriebenen, leicht auffindbaren Link zum Impressum ;-)

Screenshot HC|Strache|08

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Goodbye Copyright, Hello Remix!

Wieder mal ein gelungener (wenn auch auf den ersten Blick plump wirkender) Marketing Gag der britischen Rockband Radiohead: Für ein paar Dollar konnten einzelne Tonspuren des Songs “Nude” gekauft werden, um anschließend daraus eine eigene Version zu mischen.

2.253 Remixes umfasst die Datenbank nach Abschluss der Einreichphase. Bis 1. Juni hat noch jeder Teilnehmer Zeit, das eigene Werk per Widget auf MySpace, Facebook oder anderen Seiten zu promoten, und möglichst viele Stimmen zu ergattern.

Was winkt den Siegern? Ruhm, Ehre und das Versprechen von Radiohead sich den Remix anzuhören. Ist die Fangemeinde groß (oder die Marke stark) genug, müssen es nicht immer monetäre Prämien sein. Bei VOdA nennen wir so einen Motivationsbaustein “Zugang zu exklusiven Kanälen” - in dem Fall die Chance zu einem persönlichen Kennenlernen mit Radiohead vielleicht.

Die Mundpropaganda ist (nach der Aktion “Bezahlt für unser Album was Ihr wollt“) auf jeden Fall wieder mal gelungen. Das beweisen alleine die mittlerweile über 1.100 Backlinks von Blogs.

Wie viele andere User Generated Content Projekte auch, verführen Radiohead ihre Fans dazu, sich noch intensiver mit der eigenen Marke zu beschäftigen und Mundpropaganda zu streuen - egal ob im Web oder der realen Welt.

Beinahe schmunzelnd schaue ich auf die Konzerttickets neben mir am Schreibtisch: “Fotografieren während des Konzerts verboten.” Also, bitte nur keine Fotos machen und deinen Freunden, die nicht dabei waren, zeigen was sie verpasst haben.

Manche scheinen wohl nie dazulernen zu wollen…

Linktipp zum Schluss:
“Our kids are different than we are: We watched TV, they make TV.”

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Video fürs Wochenende: Aller Anfang ist schwer

Für meine Jungunternehmer und Gründerfreunde aus Südtirol. Danke für den angenehmen Workshop diese Woche! Und wie war das: “Aller Anfang ist schwer…”

Für Euch das (Musik-)video fürs Wochenende… Disperato. - Aber auch er hat es am Ende bis San Remo geschafft :-)

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Video fürs Wochenende: Warum tun wir nichts dagegen?

Ich mag Videos die uns eben mal den Spiegel vorhalten - auch wenns manchmal grausam ist. Eine deutsche Übersetzung gibt es hier.

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Kostenloses Web-Coaching für Nachwuchsband

nachwuchs-musiker-vermarktung.jpg
Technologie Experte und Journalist Georg Holzer sucht eine Nachwuchsband der er über sein Blog ein ganz besonderes Angebot macht:

Ich will eine heimische Nachwuchsband über die nächsten Ausgaben der Web-Beilage ein klein wenig begleiten und damit auch anderen jungen Bands Anleitung geben, wie man im Web zu einer Fanbasis kommt und so vielleicht den Aufstieg schafft. [...] Was gibt’s dafür?

  • Publicity: In den nächsten vier Ausgaben jeweils eine kleine bis mittelgroße Geschichte über deren Learnings
  • Infrastruktur und Geld? - Ich werde mein bestes tun. Vielleicht kann ich meine Kontakte spielen lassen und so ein wenig herausholen. Versprechen kann ich aber jetzt noch gar nichts.

Aus aktuellem Anlass habe ich in den letzten Wochen mit einigen Musikgruppen gesprochen und dabei enorme Wissensdefizite festgestellt, was Marketingmöglichkeiten und -experimente im Internet betrifft. Daher kann ich allen Nachwuchsbands nur wärmstens empfehlen, Georgs tolles Angebot anzunehmen bzw. sich zu bewerben. Was mitzubringen ist steht in seinem Blog (siehe hier).

Eine Nebenbemerkung zu den Kriterien: Ich selbst arbeite gerade an einer neuen Internetstrategie für eine sehr bekannte und erfolgreiche österreichische Gruppe. Web2.0 (wer will darf es auch Social Web, Permission Marketing oder Mitmachnetz nennen) wird dort eine bedeutende Rolle spielen, weshalb wir viel mit Musikern diskutiert haben. Vor allem 5 Punkte kamen immer wieder zur Sprache:

Zeit

Wer ernsthaft an authentisches Netzwerken, Facebook und MySpace Marketing denkt muss dazu auch die Bereitschaft fürs Investieren von Zeit mitbringen. Authentisch heißt, nicht irgendeinen Praktikanten oder Bekannten mit der Fanbetreuung zu beauftragen sondern sich selbst die Mühe machen Beziehungen aufzubauen, Kontakte zu knüpfen und (s)eine Community aufzubauen. Märkte sind Gespräche und die muss ich selbst führen.

Klingt nach Drecksarbeit, ist es teilweise auch, aber sie macht süchtig und Spaß. Ich schaffe meine eigene Identität die, im Gegensatz zu meiner Musik, nicht kopiert werden kann. Wenig halte ich persönlich von neppenden MySpace Präsenzen bereits bekannter Künstler. Zwar mögen diese hunderte bis tausende “Freunde” haben, tatsächlich aber werden Fans mit den von Managern und Marketern im Namen der Bandmitglieder geschriebenen Einträge lediglich verarscht.

Seth Godin, Marketing-Guru und mein englischsprachiger Lieblingsblogger, schrieb vor wenigen Tagen einen hervorragenden Beitrag über “Dinge die wir von der Musikindustrie lernen können”. Ein Zitat daraus:

Many musicians have understood that all they need to make a (very good) living is to have 10,000 fans. 10,000 people who look forward to the next record, who are willing to trek out to the next concert. Add 7 fans a day and you’re done in 5 years. Set for life. A life making music for your fans, not finding fans for your music.

Gratiskultur

hitalbums2_2.jpgWeb2.0 bedeutet auch ein Umdenken in der Distributionspolitik. Digitales Business impliziert irgendwo “kostenlos”. Trotzdem träumen viele Nachwuchskünstler (noch immer) davon im großen Stil CDs zu verkaufen.

Radiohead hat vorgemacht, dass man Musik auch verschenken (bzw. Kunden den Preis selbst bestimmen lassen) kann und damit ein Feuerwerk an PR und Mundpropaganda auslöst.

Geld verdienen könnt Ihr im Anschluss - aber nicht mit einer handvoll Songs die ihr um wenige Cent auf iTunes verkauft sondern mit Konzerten, Fanartikeln, Special Events, Fanreisen oder ganz anderen Geschäfts- und Finanzierungsmodellen abseits der silbernen Scheiben. Dazu müsst Ihr erst mal bekannter, anerkannter und akzeptiert werden… es ist und bleibt ein Teufelskreis, aber Eure Community wird Euch auf diesem Web begleiten und (wenn Ihr sie um Hilfe bittet) auch unterstützen.

Copyright

Zu Beginn der musikalischen Karriere freuen sich viele Musiker wenn Fans Fotos vom Auftritt schießen oder Fan-Videos drehen. Irgendwann steigt aber vielen der Erfolg zu Kopf, sie pochen auf Copyright und Urheberrecht, drohen mit Klagen und verärgern ihre Fans.

[...] suing people is like going to war. If you’re going to go to war with tens of thousands of your customers every year, don’t be surprised if they start treating you like the enemy. [Seth Godin]

Als Band profitiere ich davon dass möglichst viele Menschen meine Auftritte fotografieren, filmen oder in Blogs dokumentieren, ihre Begeisterung über Internet mit ihren Freunden und Suchmaschinen teilen, Multiplikatoren werden und noch mehr Menschen auf mich aufmerksam machen, die ich selbst vielleicht nie erreicht hätte.

ladybitchray.jpg

Digitale Inhalte (und MySpace lebt davon) sind dazu prädestiniert kopiert und bearbeitet zu werden. Damit muss ich mich nicht nur abfinden sondern sollte viel eher Wege suchen Menschen zu motivieren Schneebälle zu werfen und Lawinen loszutreten.

Internet-Affinität

Wer dem Internet und seinen Möglichkeiten nichts abgewinnen kann, erst mühsam überzeugt werden muss oder dessen größtes Greuel es ist sich mit Menschen zu vernetzen, Gespräche zu führen, sein Profil (oder gar sein Blog) zu aktualisieren lässt ebenfalls besser die Finger davon und konzentriert sich auf andere Marketingmöglichkeiten.

“The Long Tail”

Geh zu Beginn deiner (Web-)Karriere davon aus, dass du irgendwo im Long Tail stecken bleiben wirst. Wahrscheinlich wirst du es niemals zu Star-Ruhm schaffen, der angestrebte Vertrag mit einem großen Label wird auf immer ein Wunschtraum bleiben. Dieser Traum ist aber gleichzeitig der Nährboden deiner Leidenschaft für deine Musik. Du musst dich nicht verbiegen. Bleib deiner Nische (= deinen Fans) treu und du wirst dort viel Spaß haben und auch Erfolge feiern.

Screenshots und Grafik: 1. Flickr, thanks Zen, 2. Chris Anderson, The Long Tail 3. Lady Bitch Ray

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Gibson erfindet die Gitarre neu

Gibson Guitar Corporation ist einer der bekanntesten Gitarrenhersteller der Welt. Diese Woche (7. Dezember 2007) launcht das Unternehmen ein Produkt, das lt. eigener Aussage

Seit 5.000 Jahren gibt es Gitarren, und Musikschüler in aller Welt versuchen während ihrer ersten Musikstunden sich mit Hilfe von Eselsbrücken die richtige Reihenfolge der Saiten gestimmt werden müssen.

Das will Gibson mit der Robot Guitar ändern. Diese Gitarre stimmt sich von selbst. Wie es geht, zeigt dieses 3-Minuten Video.

Ob die Gitarre das Potenzial zur radikalen Innovation einer ganzen Branche hat bezweifle ich zwar, weltweites Aufsehen erregt sie ob ihrer faszinierenden Technik bereits jetzt. Preis der Gibson Robot Guitar: 2.500 Dollar.

Gibsons Marketing Revolution Anfang des letzten Jahrhunderts

Noch 2 Dinge möchte ich im Zusammenhang mit Gibson an dieser Stelle erzählen. In unterschiedlichen Managementansätzen wird heute häufig davon gesprochen, sogenannte Zielgruppenbesitzer zu identifizieren. Gründer Orville H. Gibson zeigte das bereits Anfang des 20. Jahrhunderts vor indem er eine zur damaligen Zeit äußerst unübliche, Verkaufsförderungskampagne startete. Er setzte nicht mehr nur auf Einzelhändler, um seine Gitarren unters Volk zu bringen, sondern besonders setzte vor allem Musiklehrer als Vertriebspartner ein. Zwischen ihnen und den von Gibson ins Auge gefassten Kunden bestand ein natürlich gewachsenes Vertrauensverhältnis und eine hohe Glaubwürdigkeit bei Weiterempfehlungen.

Gibson auf YouTube

gibson-you-tube-channel.jpgGefunden habe ich die innovative Gitarre diesmal nicht in einem anderen Blog, schon gar nicht in der Presse (wohl überlesen), sondern auf der Videoplattform YouTube, im Rahmen von Recherchen gemeinsam mit einem befreundeten Musiker. Der dortige Gibson Channel ist für weniger affine Internet Nutzer ein gutes Beispiel für einen alles andere als langweiligen Einsatz einer Videoplattform in der Kommunikation darstellt. 138 Videos finden sich dort, z.B. mit Hintergrundberichten rund um Gibsons Kultgitarren, deren Geschichte und hervorragenden Perfomances - alles gemischt mit unaufdringlicher Produkt PR.

Link zu Gibson Guitar Corporation auf YouTube.
Link zur Homepage der Robot Guitar.

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Die Zukunft Hollywoods

Ich habe die Zukunft (des animierten Films) gesehen...Bratt Pitt küsst Marilyn Monroe und Angelina Jolie reitet mit John Wayne…

Dieser Gedanke kam mir vor einigen Tagen während Andy Woods Vortrag auf der DLD (Europe’s Conference for the 21st century) in München. Warum die Vorstellung gar nicht so abwegig ist, zeigt ein Klick auf [diesen Link].

Gescannte Gesichtszüge (’Facial Tracking’) werden in virtuelle Modelle verwandelt. Und das in einer Qualität, die kaum noch Unterschiede zwischen Realität und Animation erkennen lassen. Sogar verstorbene Schauspieler werden wieder zum Leben erweckt.

Andy Woods ist CEO bei Image Metrics. Die Technologie der ‘Seelenübertragung’ soll Hollywood dabei helfen, Kosten für tausende und abertausende Computeranimations-Stunden zu sparen und Produktionen schneller auf den Markt zu bringen - das Einsparungspotential liegt bei je 90%.

Weiterführende Informationen:

Trend Virtualität

Virtuelle Welt - Second Life

Beim Thema Virtualität kommt man (zumindest bis zu Google’s virtueller Welt - siehe hier) um einen Blick auf Second Life kaum herum.

Seit meinem letzten Beitrag im Dezember gibt es eine weitere Million Menschen mehr in SL (nämlich schon 3 Millionen!), haben sich die Grundpreise um 30% erhöht, haben Fernsehserien entgültig ihren Durchbruch, und Schweden baut sogar als erstes Land eine Botschaft auf:

Second Life erlaubt uns, die Menschen über Schweden zu informieren, und verbreitert die Möglichkeit, mit Schweden einfach und billig in Kontakt zu treten. [Tagesspiegel]

Virtualität als Möglichkeit näher an seinen Kunden zu sein und bessere Beziehungen aufzubauen.

Auch wenn heute noch grafisch unerträglich anzusehende Avatare durch die 3-dimensionalen Welten geistern - Image Metrics hat einen Vorgeschmack auf das gegeben, was in der Filmindustrie bald Standard sein wird. Und dann wird es im Internet wohl nur noch eine Frage (kurzer) Zeit sein, bis aus primitiven Avataren Wesen mit täuschend echten Gesichtszügen geworden sind.

Nachtrag

Second Life vs. First LifeDie Geschichte von Image Metrics (Gründung 2003) ist übrigens ein typisches Beispiel für Exaption: Auch Edison hatte das Grammofon ursprünglich zur Stimmaufzeichnung erfunden, da durch die Einführung des Telefons mehr und mehr Geschäfte mündlich abgeschlossen wurden. Aber erst als andere erkannten, dass es viel spannender war Musik anstatt Stimmen abzuspielen, setzte sich die Innovation durch.

Die Technologie hinter IM wurde vom englischen Biophysiker Gareth Edwards entwickelt - ursprünglich für Medizin und Sicherheitstechnik. Andy Wood erkannte das Potenzial für die Unterhaltungsindustrie und von nun an schritt das Projekt um ein Vielfaches schneller voran.

Ein wenig Querdenken und ein Blick über den Tellerrand schadet eben nie!

Fotos: Hannes Treichl, DLD München | Flickr | Flickr

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Couch: Noch mehr Bono

Weil es draußen im Business Teil des Blogs vor einigen Tagen um eine geniale Rede von Bono ging…

Weil ich gerade ein eMail bekommen habe, dass das Interview mit einem anderen Querdenker aufgrund der Länge an die Substanz ging…

Weil der Tag mit einem musikalischen Thema begonnen hat und noch einer gerade geniale Videos gepostet hat… kommt hier was zum Zurücklehnen. [Weiterlesen] »

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Tankstellen im Flugfafen - individuelles Entertainment

FuelfortravelVor einiger Zeit berichtete ich hier über eine Ladestation für Handys, iPods, usw. auf Flughäfen. Am Amsterdamer Schiphol Airport ging gestern ebenfalls eine Tankstelle in Betrieb - aber mit anderem Inhalt.

Die Idee: Downloadstationen für Reiseführer, Musik, Audio Bücher, TV Shows, Filme und mehr. Bezahlt wird per Kreditkarte, zum Download werden Handy, mp3 Player oder andere kompatible Geräte angedockt und das ganz persönliche Entertainment Programm für lange Flüge steht zum Ansehen/-hören bereit.

Einziger Wehrmutstropfen: Der heute wohl populärste mp3 Player, Apple’s iPod, verweigert die Verbindung - aber das dürfte beim Erfolg des Projekts wohl nur eine Frage der Zeit sein. Zu den Content Providern gehören derzeit Red Bull, MTV/Nickelodeon, Radio 538, Audiocitytours, und Commodore.

Tolle Erfindung die den Puls der Zeit trifft. Vielleicht sehen wir die digitalen Tankstellen bald nicht nur auf Flughäfen…

Quelle: Fuelfortravel via Springwise

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Was Unternehmen von Orchestern lernen können

Christian Gansch - Vom Solo zur Sinfonie. Einheit aus Vielfalt.Was haben ein Wirtschaftsunternehmen und ein Orchester gemeinsam? ‘Beide haben viele Stimmen und ein Ziel: das orchestrale Wechselspiel der Kräfte.’ So beantwortet der international erfolgreiche Dirigent Christian Gansch diese Frage.

Ich durfte Christian Gansch im Jänner bei einem beeindruckenden Vortrag erleben. Eine einmalige Symbiose zwischen Referat und Musikerlebnis. ‘Einheit aus Vielfalt’.

Ein funktionierender Orchesterapparat ist ein Paradebeispiel für effiziente Management-, Führungs- und Konfliktlösungsstrategien. Nirgendwo sonst arbeiten Spitzenkräfte täglich stundenlang auf so engem Raum zusammen. Genau darum geht es bei Gansch. [Weiterlesen] »

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