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Kein Geld fürs Bier? Bezahle mit Kartoffeln!

Wer im Pub “Pigs” (Edgefield, England) kein Geld hat (oder nicht ausgeben will), um seine Zeche zu bezahlen, tauscht selbst Mitgebrachtes gegen ein Bier. Das Pub lässt seine Gäste Getränke auch in Naturalien wie Gemüse aus dem eigenen Garten, selbst gefangene Fische oder eigenhändig erlegte Kaninchen bezahlen.
“If you grow, breed, shoot or steal anything that may look at home on our menu, then bring it in and let’s do a deal!”
In einer Pressemitteilung erklärt die Chefin Cloe Wasey, dass es das Tauschsystem bereits seit über 2 Jahren gibt, so richtig angelaufen sei es aber erst seit dem Auftreten der Finanzkrise.
Nutzen für das Pub
Die weiter verwerteten Lebensmittel sind nicht nur preiswerter, sondern die heimischen Erzeugnisse haben häufig eine höhere Qualität als die vom Supermarkt.
Tolles Beispiel für eine gelungene Differenzierung über ein alternatives Preismodell, auch weil die Aktion mehr zu sein scheint, als ein reiner Marketing-Gag!
www.thepigs.org.uk
Petra, dir vielen herzlichen Dank für den Hinweis zu diesem Angebot.
Hotelsterne waren gestern
Holiday Check ein faschistoides System, diktatorisch geführt?! Aus der Sicht eines Hotels - ich kannt bis vor 3 Jahren Holiday Check nicht, bis jemand eine Beurteilung hineinschrieb und jemand anderer diese las und am Telefon meinte, so unfreundlich sind Sie ja nicht.
Mit diesem Zitat eines Hoteliers hat Markus Schauer in seinem Hotelgeschichten Blog eine Diskussion über Vor- und Nachteile von Holidaycheck gestartet an der sich inzwischen auch Axel Jockwer, Marketingleiter von Holidaycheck beteiligt. Durchaus lesenswert.
Zeigen wir vor allem mal einen großen Vorteil von Bewertungsplattformen auf: Früher habe auch mich gerne von den von Hoteliers so heißgeliebten Sternen ***** in die Irre führen lassen. Doch was sagen diese Sterne mir eigentlich?
Rein gar nichts, denn jeder weiß dass ein 4-Sterne Tempel im Zillertal tausend mal mehr bietet als ein 4-Sterne Altstadthotel in Klagenfurt, geschweige denn eines in Paris, Mailand oder Wiesbaden. Andere Länder andere Messkriterien und daher hab ich für mich persönlich Hotelsterne längst durch Gästebewertungen und Weiterempfehlungsraten ersetzt.
Bei dieser Gelegenheit noch ein Kompliment an die Marketer der Tourismusregion Kitzbühel: Trotz des Widerstands einiger Hoteliers haben sie direkt in der Infoliste aller Unterkünfte, Pensionen und Hotels Gästemeinungen, Urlaubsbilder und Reisebilder von Holidaycheck integriert. Als Gast erspart mir das Umwege auf externe Bewertungsseiten, die sich heute ohnehin beinahe jeder Urlauber ansieht (siehe Beitrag von gestern).
Hervorragender Ansatz (und erst der Beginn) auf dem Weg zur Webseite von Morgen, die ja bekanntlich von Unternehmen und Gästen gemeinsam geschrieben wird…
Aus dem Alltag: Datenwahn und Einfachheit
In 3 Projekten gleichzeitig diskutiere ich derzeit über Sinn und Unsinn von zu vielen Fragen auf Registrierungsformularen.
“Irgendwann wäre doch vielleicht einmal interessant…”

So einfach es aussieht - dennoch weiß Google heute alles über uns, oder? Danke an Martin und Jens für den Hinweis, denn diese Grafik geht in die selbe Richtung und sagt mehr als alle Worte dazu.
Und dann erinnere ich mich noch an das verdutzt hilflose Gesicht eines Werbers der im Rahmen eines ganz anderen Projektes die Frage nach der Zielgruppe stellte. In seinen Unterlagen: Jede Menge gekaufter Adressen fürs erste Mailing an 20-40jährige.
“Unsere Zielgruppe beschreibt sich ganz einfach”, schmunzelte Gerhard Rubatscher. “Young at heart.” - “Ja,… aber … wie erreichen wir die?” Ich dachte Werber wären kreativer…
Mit Kundenkommunikation per Blog Umsatz steigern

Am eDay ‘08 der Wirtschaftskammer Kärnten habe ich mit einem Unternehmer der gerade vor der unpopulären Entscheidung steht die Portokosten zu erhöhen eine kurze Diskussion geführt.
“Da wäre ein öffentlicher Dialog über ein Firmen-Blog doch geradezu ein Wahnsinn”, meinte der Unternehmer.
Wirklich? Überaus passend dazu dieses Beispiel, über das ich erst wenige Tage zuvor durch ein persönliches Schreiben eines Unternehmers erfahren hatte.
Der Nutzen offenen Dialogs mit Kunden
1998 gründete Wolfgang Meyer-Johanning die Firma Haus der Musik. Seine 35.000 Kunden schätzten sein Angebot nicht zuletzt wegen des portofreien Versands von Noten in ganz Deutschland. Musiklehrer gaben ihren Schülern die Empfehlung ihre Noten bei Wolfgang zu kaufen, weil es dort keine Mindestbestellmengen gab. Zumindest war das 10 Jahre lang so.
Im Jänner 2008 musste sich das Haus der Musik aber dann doch den stetig ansteigenden Portokosten für Kleinbestellungen hingeben und führte einen Mindestbestellwert als Portofreigrenze ein. Aber Wolfgang tat das nicht ohne vorab per Blog die Hintergründe und Alternativen zu erklären und den Kundennutzen einer Erhöhung der Versandkosten herauszuarbeiten.
Dann folgte aber noch ein mutiger Schritt, mit dem sich Wolfgang von plumpen anonymen “Die Kosten sind gestiegen, wir danken für Ihr Verständnis”-Schreiben vieler Unternehmen differenziert:
Per Blog startet er eine öffentliche, ungeschminkte und unzensurierte Diskussion mit seinen Kunden.
Durch die Videoansprache, eine offene, unzensierte Diskussion, für die es im Weblog eine Plattform gibt, haben wir den Kontakt zu unseren Kunden gesucht und hergestellt. Die Reaktionen: Sachliche Kritik wurde geäußert, doch es gab keine einzige Kundenbeschwerde bei bis zu 300 Auslieferungen pro Tag - und es gab einen Umsatzzuwachs von ca. 30% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Eines hat Wolfgang in o.a. Statement vergessen zu erwähnen, nämlich dass die Diskussion mit seinen Kunden auch zu konstruktiven Vorschlägen zur Verbesserung des Bestellvorgangs geführt hat. Welche das waren und wie sich die Diskussion entwickelt hat, liest man am besten selbst im offiziellen Firmenblog nach (siehe hier).
Video und Diskussion bleiben im Netz und werden sogar noch explizit verlinkt, und neue Kunden finden auf Anhieb eine (in persönlichen Worten des Chefs verfasste) Erklärung des Chefs höchstpersönliche, warum man beim Haus der Musik für Kleinstbestellungen Porto bezahlt. Der richtige Schritt um Vertrauen aufzubauen, seinem Unternehmen ein Gesicht zu geben und der Austauschbarkeit zu entgehen.
Versandfrei liefern, Portokosten Dritte bezahlen lassen
Eine andere Möglichkeit auch Kleinbestellungen weiterhin kostenfrei auszuliefern wäre noch jene, die Portokosten Dritte bezahlen zu lassen. Ein Beispiel: Ich finde einen Zeitschriftenverlag der ein für meine Zielgruppe lesenswertes Magazin herausbringt und biete an jeder Lieferung ein Kennenlern-Exemplar beizulegen.
Clemens Reitz, einer der wenigen österreichischen Finanz-Blogger, hat mir jüngst von so einem erfolgreich umgesetzten Beispiel eines Büroartikel-Versandhandels erzählt, wobei ich leider den Namen des Versandhändlers vergessen habe aber vielleicht folgt noch ein separater Beitrag dieses Beispiels.
(Leseempfehlung: Chris Anderson Wired Magazine, 25. Feb. 2008.
“Free! Why $0.00 Is the Future of Business”)
Nachsatz: Wie kam es zu diesem Beitrag
Ich bekomme täglich eMails oder Pressemitteilungen von Unternehmen und Gründern, die noch immer nicht verstanden haben (a) wie Blogs “funktionieren” und (b) worum es bei ANDERS|denken geht. Die meisten verfolgen reine Werbezwecke und landen noch vor dem Öffnen im Spam Folder.
Vom Haus der Musik erfuhr ich per Brief der mich (a) von der ersten Zeile an fesselte weil er mir (b) auf Anhieb erklärte worum es geht, (c) eine nachvollziehbare Geschichte erzählte und (d) für andere Leser dieses Blogs von Nutzen sein kann. Am eDay nannten wir das Mehrwert schaffen. Letzteres ist der Unterschied zwischen langweiliger Presseaussendung und dem Wert hier im Blog diskutiert zu werden.
Das Beste der Stadt. Bewertungsplattformen proaktiv nutzen.
Qype ist schon lange meine bevorzugte Bewertungsplattform im Internet. Warum? Weil es bei Qype, anders als bei klassischen Bewertungsplattformen wie man sie vor allem aus dem Tourismusbereich kennt, Bewertungen zu so ziemlich allem findet was das Herz begehrt: Egal ob Zahnarzt, Anwalt, Tischler, Hotel, Bar, Restaurant, usw.
Bin ich in einer Stadt unterwegs die ich nicht kenne, führen mich meine Suche nach (Geheim-)Tipps über mein Handy immer wieder bei Qype vorbei. Neue Bewertungen aus meiner direkten Umgebung kommen praktisch per RSS in meinen Feedreader. Auch wenn diese für Tirol (noch) sehr spärlich vor sich hin tröpfeln und schwerpunktmäßig (noch) Gastronomie, Nachtleben und Tourismus zuzuordnen sind so liefern sie wesentlich mehr brauchbare Infos als die tausenden Kleinanzeigen die mich jede Woche per Post überschütten.
Jene Unternehmer denen jetzt aus Angst vor schlechten Bewertungen nicht schon wieder die Haare zu Berge stehen schauen am besten bei Qype.at vorbei und machen folgendes:
(1) Nachsehen ob das eigene Unternehmen schon bewertet wurde
(2) Ein Profil anlegen uns sich selber vorstellen
(3) Einen Link auf die eigene Webseite setzen und um Bewertungen bitten
Wie schon in vielen Diskussionen (vor allem mit Touristikern) immer wieder erörtert finde ich den proaktiven Umgang mit Bewertungsplattformen effektiver als passives Abwarten bis endlich wer den ersten Stein wirft.
Und was wenn mein Gasthaus oder meinen Handwerksbetrieb schon jemand bewertet hat? Am besten darüber freuen und erst recht stolz auf die positiven Kritiken verweisen. Sind die gar nicht so positiv würde ich die Chance ergreifen und mit dem Bewerter (das sind meistens Menschen die Ihnen grundsätzlich einmal wohlgesonnen waren!) Kontakt aufnehmen und versuchen das Missgeschick durch einen Überraschungseffekt wieder gut zu machen. Ist doch schön wenn mich jemand dazu einlädt mir noch einmal eine Chance für weiteren Kontakt gibt. In jedem Fall besser als nie mehr etwas von meinem Kunden (und seinen dutzenden Freunden) zu hören und zu sehen.
Es fällt manchen zwar unheimlich schwer (konstruktive) Kritik als Chance für Verbesserungen zu sehen, aber wenn ich selber die Potenziale nicht sehe sollte ich doch wenigstens auf meine Kunden hören.
Wie oft es bei Qype vorkommt dass geschilderte Erfahrungen so überhaupt nicht der Wahrheit entsprechen weiß ich nicht, aber vielleicht gibt uns Moe darüber hier schon bald im Kommentarfeld Auskunft…
Workshop-Unterlagen Blogs (Einführung)
Den TeilnehmerInnen beim convento Workshop über Blogs im Einsatz in Unternehmen versprochen: Die Visuals “10 Gründe nicht zu bloggen” und die Links zu den (teils auch in den Pausen) diskutierten Fallbeispielen.
Beispiele Österreich
Antarctica (Reise-/Eventblog)
Dolce Vita Blog
Forum Alpbach (Eventblog)
Gletscherblog
FINVEST Blog
Microsoft Blog
musicpark records
Österreich Werbung (Gemeinschaftsblog)
Telekom Austria, Martin Bredl
Telekom Austria, Mitarbeiterblog
(Zu internen Mitarbeiter-, Wissensmanagement- und Entwicklungs-Blogs hier keine Screenshots und Links.)
Beispiele “Krisen/Kritik”
Delta Airlines (Nichts gelernt vom JetBlue Desaster)
Kentucky Fried Chicken (KFC’s Rattenskandal)
Restposten24 - Ein (kleiner) Fall aus Österreich
[Zum Beitrag: "Wenn Marken die Kontrolle verlieren"]
Österreichische Blogs in “Deutsche Blogcharts“
Datenschmutz
Wissen belastet
ANDERS|denken
Veranstaltungstipps
Digitalks
Web2.0 Einführungsseminar FH Kufstein
Schlussbemerkung
Danke den TeilnehmerInnen für die regen Diskussionen, convento für die Einladung und Organisation und vor allem dir, lieber Rainer Bartel, für das tolle “Bandenspiel”!
LED Romantik pur
Es braucht es nicht immer eine aufwändig gestaltete oder mit Texten überladene Webseite. Hin und wieder reicht ein einziges Video, um auf sich aufmerksam zu machen und Gespräche zu erzeugen:
64.000 mal wurde das 1minütige “Lightable” Video der beiden Berliner Designer Julian Appelius und Fabien Dumas im ersten Monat bereits abgerufen - nur mal so als Anregung zum Nachdenken über den eigenen Internetauftritt.
Anders als bei www.toomanydesigners.net würde ich dann aber irgendwo auf der Seite auch auf den Video Channel verweisen, auf dem die eigenen Arbeiten abgelegt sind. Wie der Tisch funktioniert, beschreibt das Designblog Core77.
Warum PR nicht funktioniert

Einen hervorragenden Beitrag zum Thema PR gibts bei Guy Kawasaki zu lesen: “The Top Ten Reasons Why PR Doesn’t Work“.
Hier die Zusammenfassung der 10 Punkte und einige Ergänzungen. [Weiterlesen] »
PingPong für Mundpropaganda
Es ist ein Shop, ein Büro, ein Showroom und Sportpalast gleichzeitig. Das GrandOpening in New York.
Der Arbeits- und Spielplatz der kanadischen Brüder Ben und Hall Smyth verändert sein Aussehen alle 3 Monate - ganz genau so wie fast alles in den Straßen New Yorks. Heute ist es ein Tischtennis-Stadion, ab Juli vielleicht eine Bowling Halle, ein Kino oder ein Minigolfplatz. Der Raum kann für 3 Dollar 20 Minuten lang gemietet werden, oder man trägt dort private Turniere aus - dann spielen auch die Öffnungszeiten kaum noch eine Rolle.
Gag am Rande: Jeder kann sich bei der Tischtennis-Session selbst filmen und die Videos werden (fast) automatisch auf YouTube hochgeladen.
Street Action die nicht nur Spaß macht, sondern schon jetzt Kultstatus besitzt und den Brüdern jede Menge Mundpropaganda und Publicity einbringt. Das GrandOpening ist ein Beispiel für eine sympathische Idee, die relativ einfach ins eigene Geschäftsmodell integriert werden kann. Was das bringt erklären die beiden Kanadier in der New York Post so:
“You look around and see a lot of things that just blend in, so we thought it’d be fun to integrate our design business while also entertaining the community.”
Ein Mini Cooper für ein Lächeln
“Zeig mir dein schönstes Lächeln und gewinn einen Mini Cooper”, sagt Unilever Italia und ruft jedermann/frau dazu auf, das Design der Verpackung seiner Mentadent Xperience mitzugestalten.
Hintergedanke dabei dürfte wohl weniger das Nutzen des Kreativpotenzials der eigenen Kunden sein, als vielmehr Aufmerksamkeit für Produkt und Marke zu schaffen.
Artisti del Sorriso: Früher nannte man Contests dieser Art ganz einfach Preisausschreiben: Sende uns ein Foto und gewinn einen Mini Cooper. Heute nennen es einige Crowdsourcing - weils im Trend liegt, bzw. weil Kunden das Internet (siehe Design-Konfigurator) verwenden sollen, um ihre Vorschläge zu entwerfen und die Bilder abzuspeichern.
“Nett” an der Aktion ist, dass Unilever für ein relativ emotionsloses Produkt versucht, eine Fangemeinde und Empfehlungsnetzwerke aufzubauen. Unverständlich jedoch gleichzeitig, warum man nicht wesentlich mehr Elemente des “Mitmach-Webs” nutzt, um virale Effekte zu pushen.
Trotz der beeindruckenden Zahl von bislang 1,500 Einsendungen (zur Erinnerung: Beim 1:1 vergleichbaren, viel diskutierten Beck’s It! waren es 750) gibt es international keine nennenswerte Erhöhung der Visibility von Marke oder Produkt im Internet - weder bei Google, noch bei Flickr, YouTube, Technorati, etc.
Chancen, die eine relativ hoch dotierte Kampagne eigentlich ganz anders nützen könnte und auch sollte, denn sonst bleiben Initiativen wie diese nichts anderes als eine einmalige Aktion ohne nachhaltige Marketing-Effekte.
www.artistidelsorriso.it | Foto: Flickr, thanks for sharing Jake!






