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800% Preiserhöhung. Profit(gier) statt Nachhaltigkeit.

Hin und wieder ist es einfach Zeit für einen Kopfschüttelbeitrag, vor allem wenn es um ein Beispiel geht, das in einer Zeit in der alles und jeder über Nachhaltigkeit und CO2 Emissionen redet nur Unverständnis auslösen kann.
Die Deutsche Bahn scheint den Grundsatz von Simlicity und geringer Komplexität im Tarifwesen ein wenig missverstanden zu haben.
Ein Zugticket von Jenbach (Tirol) nach Bozen (Südtirol, ca. 150km) kostete bis vor kurzem humane 15 Euro, egal um welche Tages- oder Nachtzeit. Eine Kooperation der ÖBB mit der DB (Deutschen Bahn) führt jetzt dazu, dass die selbe Strecke ab sofort in der Nacht EUR 119 kostet - macht 800% Preiserhöhung.
Ein Sprecher der ÖBB dazu im Radio: “Wir können nichts dafür. Das sind die Preise der Deutschen, die an Passagieren die lediglich Kurzstrecken fahren, kein Interesse zu haben scheinen.” - An nachhaltigem Denken wohl auch nicht. Also doch wieder mit dem Auto?!
Der Wein den man nicht vergisst

Auf Pinwänden wo Kleinanzeigen herumhängen sind Abrisszettel Standard. Dass es aber Weinflaschen (Oxford Landing) gibt die auf so einfache Weise zum leichten Merken des Namens des Tropfens beizutragen erfuhr ich erst durch Bernd Röthlingshöfers Blog (siehe hier).
Aus dem Alltag: Datenwahn und Einfachheit
In 3 Projekten gleichzeitig diskutiere ich derzeit über Sinn und Unsinn von zu vielen Fragen auf Registrierungsformularen.
“Irgendwann wäre doch vielleicht einmal interessant…”

So einfach es aussieht - dennoch weiß Google heute alles über uns, oder? Danke an Martin und Jens für den Hinweis, denn diese Grafik geht in die selbe Richtung und sagt mehr als alle Worte dazu.
Und dann erinnere ich mich noch an das verdutzt hilflose Gesicht eines Werbers der im Rahmen eines ganz anderen Projektes die Frage nach der Zielgruppe stellte. In seinen Unterlagen: Jede Menge gekaufter Adressen fürs erste Mailing an 20-40jährige.
“Unsere Zielgruppe beschreibt sich ganz einfach”, schmunzelte Gerhard Rubatscher. “Young at heart.” - “Ja,… aber … wie erreichen wir die?” Ich dachte Werber wären kreativer…
Es werde Licht

Ein Fenster wo noch keines ist, die Helligkeit der künstlichen Lichtquelle regelt die Einstellung der reflektierenden Lamellen. Nette Idee auch wenn mir Tageslicht lieber ist. Aber immer kann man es sich bekanntlich ja nicht aussuchen. Design von Makoto Hirahara.
Quelle: Apartment Therapy New York
Bei Anruf Bier: Mönche als Marketingpriester
Was haben Apple, Crest, Red Bull, Coke und hunderte andere gemeinsam? Sie alle sind Kultmarken. Viele von ihnen kennen wir, weil wir täglich mit ihnen zusammentreffen.
Ein Beispiel dafür dass Kultmarken aber nicht zwingend jede/r kennen muss, ist Westvleteren Abt 12 - ein von belgischen Trappisten Mönchen gebrautes Bier, das unter Bier-Liebhabern immer wieder gerne als das beste der Welt bezeichnet wird.
Ben McConnell erzählt in Church of the Customer, welche “Opfer” die Glaubensgemeinde des Trappisten-Biers auf sich nimmt, um in den Besitz einer der begehrten Kisten zu kommen, von denen monatlich ca. 5.000 (entspricht 120.000 Flaschen) gebraut, abgefüllt und verkauft werden. Für Bestellungen haben die (ansonsten nicht gerade als redselig bekannten) Mönche ein Biertelefon eingerichtet - auch das hat Kult-Charakter:
- You call the beer phone (+32 (0)70/21.00.45) to know when, how much and which beer can be reserved at that time.
- You call back at the indicated time.
- You make an appointment with the operator (date and time) and you give the licence plate number of the car that will collect the order.
Die ganze Arbeit bleibt dem Kunden überlassen. Die Mönche kümmern sich keinen Deut um Marketing, Vertrieb oder Verpackung, denn das Bier kommt unetikettiert zu den Schlange stehenden Kunden, und zwar nach starr festgelegten Zeitplänen. Keine Ausnahmen. Weiterverkauf verboten. Erwerbslimit pro Person: 2 Kisten bei zusätzlich (künstlich) knapp gehaltener Gesamtproduktionsmenge. Über Jahrzehnte beibehaltene, klare Spielregeln, keine Sonderwünsche. Keine Anpassung an Mode- oder Managementtrends, ideel aufgeladen, authentisch, hervorragend erzählte Geschichten. Kunden lieben all das, oder lehnen es ab.
Liegt die Frage nahe, warum nicht mehr Unternehmen und Marken, die (meist ungewollt) ähnlich mit ihren Kunden umgehen, Kult werden? Neben dem Erfüllen des Anspruchs auf Qualität impliziert Ben’s Schlussbemerkung einen weiteren Schlüssel:
After all, cult is the root of culture. It is culture that creates a cult brand.
Homepage: www.sintsixtus.be
Gefunden bei Church of the Customer
Wikipedia über das Trappistenbier
Bildquelle: Flickr
Shopping Guide für Städte

Einkaufsführer für Städte sind bekanntlich nichts Neues und gibt es wie Sand am Meer. In der Regel liegen sie in Hotels, Restaurants, Bars oder öffentlichen Informationsstellen auf. Dennoch finde ich das Angebot von Urban Walkabout Sydney aufgrund seiner eleganten Einfachheit überaus gelungen.
Auf der Webseite lassen sich Shopping-, Gastronomie oder Kultur-Tipps für 7 Stadtteile durchforsten und als pdf zum selbst ausdrucken herunterladen. 2x im Jahr aktualisiert Urban Walkabout die Inhalte der Files. Simpel und besser als die meisten Einkaufsführer der Städte die ich kenne - und vor allem kann der Shopping Guide gleich zum Städtebesuch mitgebracht werden, ermöglicht die Shopping-Routenplanung vor Ankunft im Hotel per Google Maps und einiges mehr.
Wer will vergleicht einfach mal Urban Walkabout mit dem Shoppingführer für Innsbruck und erkennt den Unterschied im Kundennutzen ;-).
Kerzenständer recycelt Kerzenwachs
So einfach und dennoch schön anzusehen: Ein Kerzenständer der zugleich neue (recycelte) Kerzen “produziert”, vorgestellt auf der Tokyo Designers Week 2007.

Quellen: Tree Hugger, Rice Design
Video fürs Wochenende: Die Erfolgsgeschichte des iPod
Bei Burkhard habe ich den dieswöchigen Video Leckerbissen fürs Wochenende gefunden. Die 45minütige Discovery Channel Dokumentation erzählt die Erfolgsgeschichte des iPod, beginnend im Jahr 2001.
Der Launchtermin des iPods konnte ungünstiger nicht sein. Kurz zuvor lähmte der 9/11 eine ganze Nation. Zuvor war die New Economy zusammengefallen und die Konsumlust auf dem Nullpunkt. Trotzdem konnte der iPod innerhalb eines Jahres mehr als 1 Million mal verkauft werden.
Mittlerweile sind es 70 Millionen verkaufte Stück, was einen US Marktanteil an mp3 Playern von über 75% bedeutet. Auch wenn der iPod in jüngster Zeit starke Konkurrenz von anderen Herstellern bekommen hat, bleibt er das Paradebeispiel dafür, wie man Regeln bricht und neue Märkte erfindet.
Übrigens verwende ich das Beispiel des iPod auch sehr gerne wenn es in Workshops um das Thema Simplicity geht. John Maeda hat dies vor langer Zeit in einem Beitrag grafisch so dargestellt.
Quelle: Maeda’s Simplicity
Was erzählt die Entwicklung der Bedienerführung des iPod? Sie zeigt, wie
- ein einfaches Produkt (Bild 1)
- aus irgendeinem Grund aufgerüstet und somit komplexer wurde (Bild 2),
- anschließend einen Schritt rückwärts (=vorwärts) machte (Bild 3),
- um wieder einfach zu werden.
Wie viele Produkte kennen wir alle, bei denen genau Schritt 3 (noch?) nicht umgesetzt wurde? Zu viele…
Quellen: Best Practice Business, Doku.CC, Maeda’s Simplicity
Push-Ups zählen
Etwas für die Kategorie kuriose Erfindungen.

Dieses Ding macht nichts anderes, als die absolvierte Zahl Liegestütze zu zählen… Simplicity!
Bedienbare Fernbedienungen
Fernbedienungen können einem hin und wieder wirklich den letzten Nerv rauben. Ich hab irgendwann in einem Workshop an einem Beispiel gearbeitet, wie man die Dinger einfacher gestalten kann. Die selben Gedanken scheint sich auch Red Dot Gewinner Chen Hung Ming gemacht zu haben.
Das Ergebnis heißt Book Style Remote Control, sieht cool aus und erfüllt alle Ansprüche an Design und Simplicity und sticht durch sein Design aus der grauen Masse durchschnittlicher Fernbedienungen hervor. Genial!





