Alle Beiträge zum Schlagwort (Tag) simplicity’
Papier wird 3-dimensional
Scanner macht 2-Dimensionales erlebbar, vorgestellt auf der Siggraph 2006.
Wenn Architekten an räumlichen Darstellungen arbeiten, sind die Resultate oft statisch und das Herzblut des Schöpfers oder die Design-Idee für Laien manchmal schwer rekonstruierbar.
Der interaktive Browser ‘Deskrama’ bringt Leben in Grundrisse, perspektivische Ansichten und statische Modelle. [Weiterlesen] »
Schizophrene Produktmanager
Gestern wurde ein 2 Jahr alter Wunsch meiner Schwägerin endlich erfüllt: Ein simples Küchenradio mit 4 Tasten: Ein/Aus, Senderauswahl, Lautstärke, Klangfarbe.
Warum eine 29 EUR Investition heute Morgen ein Lächeln auf ihr Gesicht gezaubert hat? Weil die Fernbedienung des 2.500 EUR 6.1 Dolby Digital Soundsystems 32 Tasten hat, 20 davon mit Mehrfachbelegung und unzähligen Kombinationsmöglichkeiten. Jeden Morgen hatte sie vergeblich versucht, das Ding in Gang zu bringen. Radiohören zum Frühstück? Bislang nur nach Hysterie-Anfällen.
‘The Product Manager’s Dilemma’ im Harvard Business Review befasst sich genau mit diesem Thema.
Produktmanager stecken in der Klemme: Wie sollen sie die Grätsche zwischen immer neuen Kundenwünschen und einfach zu handhabenden Produkten schaffen?
Steigende Komplexität und künstliche Verkomplizierung verärgert Kunden. Sie werden nicht wiederkommen, geschweige denn positive Empfehlungen abgeben. Testportale wie Dooyoo, etc. sind voll von Horrorberichten frustrierter Anwender.
Konsumenten werden immer mehr ‘usability aware’ und wenden sich von komplizierten Geräten ab - gleichzeitig verlangen sie aber nach immer neuen Dingen. Entwickler und Produktmanager müssen lernen, ihre Produkte besser zu designen und ihren Kunden auf ehrliche Art zu erklären, welche Funktionen sie tatsächlich brauchen. So wie Mercedes: Über 600 Funktionen wurden aus Autos entfernt. Funktionen die niemand brauchte, oder deren Anwendung niemand verstand.
Es müssen nicht unbedingt immer neue und noch mehr Funktionen sein - Differenzieren funktioniert auch über Einfachheit in Design und Anwendung.
Radiotipp: Das Magazin m@trix (OE1) beschäftigt sich heute Abend ebenfalls mit dem Thema ‘Einfachheit’.
Der kreativste Designer der Welt
Wie klein die Welt doch manchmal ist. Vor einigen Jahren arbeitete ich an einem außergewöhnlichen Projekt mit seiner Mutter, heute lese ich einen Artikel über den (laut Influx Insights) kreativsten Designer der Welt: Thomas Heatherwick.
Thomas wird dort als ‘the leader of a new movement of multi-disciplinary designers‘ beschrieben. Auch wenn das Prädikat von vielen als Geschmackssache oder Übertreibung bezeichnet werden wird, Thomas hat eine Vielzahl innovativer Konzepte und Designs erarbeitet:
Einen Tempel in Japan, den Longchamp Store in New York, eine Longchamp Designertasche, Objekte für Murano, ein Kunstprojekt in Milton Keynes u.v.a.
Thomas beweist, dass es nicht immer nur Spezialisierung sein muss. Interdisziplinäre Vernetzung als Schlüssel bahnbrechender Designs.
Stefany & Thomas, I wish you good luck and many extraordinary projects for the future!
Quelle: Influx Insights via Business Innovation Insider
Radiotipp: Enter the m@trix - Web Innovationen
Wenn ich durch Zufall auf eine Radiosendung stoße, die schon nach einer halben Minute meine volle Aufmerksamkeit geschenkt bekommt, sollte das einen Beitrag wert sein.
‘Ich kann meine Kunden nicht dazu zwingen, zuerst eine Bedienungsanleitung zu lesen. Ich werde einen Weg finden, dass es auch ohne funktioniert.’
Flickr-Präsident Stewart Butterfield in einem Interview in ‘m@trix’, einem Radiomagazin zur Netzkultur auf OE1. Eine vorbildliche Einstellung zum Thema Kundenorientierung und Einfachheit.
m@trix betrachtet digitale Medien aus Sicht der Anwender - und das auf eine Art und Weise, die auch für Nicht-IT-Freaks verständlich ist.
m@trix ist eine Einladung an alle, einmal über den Rand des Computermonitors hinauszublicken: zu beobachten, was im Netzuniversum passiert und zu erfahren, was in Zukunft von digitalen Technologien zu erwarten ist.
Sendetermin: Jeden Sonntag um 22:30 auf OE1. Die Sendung gibts nicht nur nur im österreichischen Radio, sondern auch Live im Internet. Leider ist das Magazin nicht als Podcast verfügbar. Eigentlich schade. Angesichts des gesetzten Ziels (‘…vom Consumer zum Prosumer’)wäre seitens des ORF durchaus etwas mehr ‘open source’-Gedanke angebracht.
Spannend klingt auch das Thema für den kommenden Sonntag: Die Komplexität der Einfachheit. Über Simplicity gings ja auch in diesem Blog schon mehrmals - z.B. hier, hier oder hier. Eine Übersicht über die nächsten Sendungen gibt es bei OE1.
Was war einfacher?

Bildquelle: Gapingvoid
Ramith Sethi stellte seinem ehemaligen Boss Seth Godin die Frage: ‘Was war einfacher, als du jünger warst?’ Seths Antwort:
‘Träumen war einfacher.
Erstens, war es einfacher zu schlafen, aber das ist eine vollkommen andere Geschichte.
Ich dachte an echte Träume. Visionen. Ideen die man nur vom Boden aufheben brauchte. Ich träume immer noch, ich treibe mich selbst an, ich arbeite daran und es zahlt sich aus. Aber als ich Mitte 20 war, passierte es einfach. Und ich schrieb alles nieder. Seine Träume niederzuschreiben, ist eine großartige Idee.’
‘Was war einfacher, als du jünger warst?’ Eine einfache Frage. Eine ehrliche Antwort sich selbst gegenüber. Und manche Dinge werden vielleicht wieder einfacher! Eine Einladung zu Kommentaren?! Ich bin gespannt…
Quelle: Seth Godin
Das Leben ist kompliziert genug
Inzwischen hat er sich in die verdienten Sommerferien gerettet. Der kleine Benni war für mich ein wunderbares Beispiel für ANDERS|denken.
Auf einer Zugfahrt nach Wien, fiel mir der Junge auf. Oder besser gesagt seine der Verzweiflung nahe Mutter. Immer und immer wieder versuchte sie ihm den Satz des Pythagoras zu erklären (Mathematik, Sie erinnern sich?).
Benni hielt einen Würfel aus Karton in der Hand, und stand vor der schwierigen Aufgabe, die Distanz von einem Eckpunkt des Würfels, zu dem am weitest entfernten zu berechnen. Das Bemühen der Mutter schien vergeblich, bis Benni seinen Bleistift in die Hand nahm, und lachend die Spitze durch den Würfel stach.
Er markierte die Stelle mit dem Finger, nahm sein Lineal zu Hand und maß die Länge ab. Nicht unbedingt eine Vorgehensweise wie sie sich Mutter oder Lehrer vorgestellt hatten, und doch hat es funktioniert. Ich hoffe Benni wurde von seinem Lehrer für seine ANDERS|denkende Lösung belohnt!
Manchmal sind die Dinge einfacher als sie scheinen. Wir machen sie nur selbst kompliziert!
Die neue Einfachheit des Designs
“Das Leben ist kompliziert genug. Technologie soll es nicht noch komplizierter machen.”
Damit spricht Philips tatsächlich vielen Menschen aus der Seele. “Featurities” nennen Experten die “Krankheit” vieler, mit nie gebrauchten Funktionen vollgestopfter Produkte. Dabei kann Design doch so einfach und schön sein. [Weiterlesen] »





