Alle Beiträge zum Schlagwort (Tag) tourismus/gastronomie’

Chance Web2.0: Tourismus und Gastgewerbe (III)

tourismus_oesterreich.jpgFoto: Flickr
Die Beispiele der vorangegangen Beiträge (hier und hier) klingen zu einfach? Sie sind auch einfach, ihr einziges ‘Geheimnis’ liegt daran, dass sie umgesetzt wurden.

Eines aber gleich vorab: Ich schreibe diesen Beitrag in erster Linie für Touristiker, die gerne über die Potenziale vieler noch wenig genützter Marktchancen nachdenken, und nicht vorrangig für Web2.0 Freaks.

Tourismus und Gastronomie…

… zählen gerade in meiner Heimat zu den wirtschaftlichen Standbeinen einer ganzen Region. Ich freue mich auf den Tag, an dem verschiedenste Organisationen Menschen und Unternehmen dabei unterstützen, in Blogs Geschichten zu erzählen, Hotelbetriebe ihre Gäste motivieren Bewertungsplattformen zu nutzen, in eigenen Blogs oder ’social networks’ über authentische Erfahrungen zu berichten, und man sich bei Gästen, die Fotos und Videos ins Netz stellen um sie mit der ganzen Welt zu teilen, bedankt.

Warum und wozu?

Weil all das neue Zugangspunkte zur eigenen Homepage, jener des Ortes, der Region, des Landes öffnet. Weil Long Tail Denken Handeln eine sinnvolle Ergänzung, und kein Ersatz, zu bestehenden Werbeaktivitäten ist. Und weil 1000 Blogs zig-tausendfach gelesen, zitiert und kommentiert werden.

You can blow out a candle, but you can’t blow out a fire
Once the flame beginns to catch, the wind will blow it higher
(Peter Gabriel)

Mundpropaganda und persönliche Erfahrungen…

… stehen über jeder noch so stark geredeten Marke. Martin Schobert schrieb dieser Tage im Kulinarisch Reisen Blog der Österreich Werbung (selbst)bewusst provokant:

[...] auch Blogger haben das Ganze erwartungsgemäß aufgegriffen. Doch schließlich kann man Negativ-Werbung auch positiv sehen. Ist ja immerhin auch eine Werbung.

(Wer nicht genau weiß worum es hier geht, schaut am besten selbst im Blog Österreichs höchster Werber vorbei, denn die kommen immer besser in Schwung.)

Mundpropaganda-Ängste…

… sind normal. Mundpropaganda kann ich zwar irgendwie auslösen, später aber kaum beeinflussen. Wenn, dann am ehesten mit außergewöhnlichen Produkten und Leistungen die begeistern. Was wir Menschen nicht oder nur eingeschränkt kontrollieren können, hat uns seit jeher Angst gemacht - das liegt in der Natur der Sache.

Dialogmarketing und virale Effekte…

… sind noch zu wenig erprobte Felder. Das bestätigt ein Blick in Bibliotheken, wo das Thema im Vergleich zu klassischen Marketingsätzen noch immer unterrepräsentiert ist. Marketer und Werber haben nach Jahrzehnten der Marktschreierei noch zu wenig Erfahrung im Umgang mit Gesprächen. Mailings, Werbe-DVDs und interaktive Kataloge sind noch längst kein Dialog - auch wenn sie sich hervorragend für Pressemitteilungen und Selbstbeweihräucherungen eignen.

Stefan Niemeyer, Marketingleiter vom Romantikhotel Schloss Rheinfels, einem der wenigen Hotels mit eigenem Blog, schreibt in einem Kommentar:

Es schlummert immer noch in der deutschen Gastronomie und Hotellerie, wenn es um die Individualität, Transparenz und Ehrlichkeit im Netz geht.

“Ich will nur Zimmer verkaufen”,
“Jeder kann Kommentare schreiben und mich bewerten?”,
“Den Gast interessieren nur Preise, Fotos und Anfahrt.”

… - sind dann wohl die regelmäßigen Ängste und Befürchtungen. Ein Paradoxon für sich. Keine Branche kann besser Geschichten erzählen, direkten Gastkontakt haben und Bindungen aufbauen. Keine Branche kann eigentlich Unsummen an Anzeigengeldern sparen und auf Kaltakquise nahezu verzichten, wenn es einfach kontinuierlich und ehrlich auf seinen bestehenden Gäste baut.

Das Internet ist und bleibt ‘nur’ ein Instrument. Es ist ein Baustein im Management von Kundenbeziehungen - aber einer, der zum Fundament des Gebildes gehört. Stefan weiter:

Das das Internet hierfür das größte Geschenk für die Gastro- und Hotelszene seit Erfindung der “Benutzte-handtücher-auf-den-Boden-schmeißen-Aufkleber” ist, werden wohl manche nur schwer begreifen!

Wie einst Neros Daumen repräsentiert ‘das Netz’, die neue Macht der Kunden, die darüber entscheiden, ob sie sich tödlich rächen und eine Marke schädigen wollen, oder deren Leben retten, indem sie über sie reden - und dabei mitgestalten. Robert Basic dazu:

Für die Statistiker unter uns: wenn ich an einem Tag +5.000 Menschen informieren kann, dass die Firma XYZ eindeutig und ziemlich heavy betrügt, wissen das durch simple Mundpropaganda-Effekte innerhalb 1 Monats sagen wir mal bestenfalls 1.125 Mio Menschen (5000*15*15). Schlimmstensfalls 5000 Menschen. 5000 oder 1.125.000? Was macht das schon, im Vergleich dazu, was ich vorher tun konnte.

Mit den neuen Spielregeln…

…müssen sich auch alle Betriebe des so stark vom Internet abhängigen Tourismus-Segments viel intensiver auseinandersetzen. Sich berieseln zu lassen und darauf zu warten, dass irgendwann irgendjemand erklärt ‘Am 1. März beginnt die Zukunft, und so bewältigt Ihr sie’, reicht ebenso wenig aus, wie einzig und allein auf Suchmaschinenoptimierung, Google Ads oder eine sündhaft teure, mit Werbepreisen ausgezeichnete (und immer noch schwächer als so manches Blog frequentierte) Homepage zu setzen.

neue_regeln.jpgFoto: Adri via Flickr

Es gibt 3 Wege…

…wie Menschen mit Veränderungen umgehen. Ignoranten und Schläfer sind selber schuld. In Letargie zu verfallen und der ‘guten alten Zeit’ nach zu trauern, in der Kunden machtlose Marionetten ohne eigene Stimmen waren, ist ebenso die Vorbestellung des eigenen Grabsteines.

Wer wirklich lösungsorientiert denkt und handelt…

…wird seine Chancen erkennen und nutzen. Eine davon liegt darin, seine Marke, seine Geschichten und seine Persönlichkeit auf (noch) unkonventionell erscheinende Art und Weise in die Welt hinauszutragen, und aktiver Teilnehmer an den Gesprächen zu werden, statt passiver Zuschauer. Wem das gelingt, wird am Ende zu den Glücklicheren gehören.


 

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Gesundheitsreisen aus der Apotheke

gesundheitsreisen.jpgReisebüros und Hotels die sich über spezielle Themen im Reisedschungel positionieren gibt es ja bereits einige. Dass der Vertrieb von Reisen aber nicht immer über Internet, Reisebüros oder Diskonter gehen muss, zeigt das Beispiel von Mediplus.

Das Kölner Unternehmen hat Apotheken als exklusive Vertriebspartner für Gesundheitsreisen auserkoren.

Mit einem speziell von Mediplus Reisen entwickelten Buchungs- und Provisionssystem werden die Apotheken am jeweiligen Reiseumsatz beteiligt. Die Reiseangebote sind maßgeschneidert und von Gesundheitsexperten geprüft.

So wird es in dem Katalog keine „Wellness“-Angebote, sondern ausschließlich Kur- und Gesundheitsreisen geben, die nachhaltig der Prävention dienen oder sich auf bestimmte Behandlungsmethoden wie z.B. TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) oder auf Indikationen wie Diabetes, Hautkrankheiten, Herz-Kreislauf, Arthrose, Osteoporose oder Rheuma konzentrieren.
[Krankenkassen Ratgeber]

Apothekern traut man zum Thema Gesundheit wohl mindestens gleich viel Kompetenz zu als herkömmlichen Reisebüros. Zudem gibt es in Apotheken bislang keinen Wettbewerb. Mediplus ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die Vertriebswege von morgen auch ganz andere als heutige sein können. Schon mal darüber nachgedacht welche Alternativen es für Ihr Unternehmen gibt?

www.mediplusreisen.de


 

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Chance Web2.0: Tourismus und Gastgewerbe (II)

gastgewerbe_blogs.jpgWozu soll ich als Gastronom ein Blog betreiben? Gastgewerbe Fachmann Gerhard Schoolmann erklärt das anhand des banalen aber viel zu selten gesehenen Beispiels:

Wenn man als Gastronom ein Blog betreibt, muß man es nicht so nennen. Jörg Meyer vom Landgasthof Meyer Bünne erzählt seinen Gästen seit dem Frühjahr 2006 Geschichten.

Wozu die ‘Geschichtenseite’ noch genutzt wird:

  • Um zu Fotowettbewerben aufzurufen,
  • auf Videos von Gästen bei Youtube hinzuweisen
  • Leser zu befragen, wann bestimmte Events stattfinden sollen
  • und es gäbe noch jede Menge mehr…

Resultat: Der Landgasthof baut seine Kunden aktiv ins Geschehen ein, wird nicht mehr nur wahrgenommen sondern kommt ins Gespräch, verbessert seine Auffindbarkeit bei Google und einiges mehr.

Meine Freunde vom Ideentower haben vor einiger Zeit die Ideenplattform brainr ins Leben gerufen. In öffentlichen Brainstormings wurden dort innerhalb der letzten Wochen schon über 3.000 Ideen zu 135 Themen generiert, wo schon jetzt für jeden etwas dabei sein sollte. Ein Blick dorthin lohnt sich absolut!

Aktuell gibt es bei brainr auch ein Brainstorming “Gastgewerbe und Internet” [siehe hier]. Mitmachen lohnt sich ganz bestimmt! Weitersagen auch…

Zur Erinnerung: Schon vor längerer Zeit haben Kärntner Kleinvermieter auf einer anderen Plattform nach Ideen gesucht, wie Nebensaisonen besser belegt werden können. Den Beitrag dazu gibt es hier, über 120 Ideen hier.

Meyer Bünne via Gastgewerbe Gedankensplitter


 

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Chance Web2.0: Tourismus und Gastgewerbe (I)

youtube_night.jpgGrafik: Hotel Holllywood, Sydney bei mySpace

Generation X und Y verbringen immer mehr Zeit zu Hause am Computer, um in YouTube, Myspace oder Second Life die Zeit zu verbringen. Für zahlreiche Anbieter in der Freizeitindustrie und somit auch für die Gastronomiebranche ist diese Entwicklung nicht ungefährlich.
[Burkhard Schneider im Best Practice Business]

Eine von vielen Ideen das Internet in Gastronomie-Betriebe zu bringen, sind YouTube Nights, in denen Kurzfilme der gleichnamigen Video-Plattform gezeigt werden. Zwischendurch bleibt genügend Zeit für neue Bestellungen. [via Gastgewerbe Gedankensplitter]

Wem es zu langweilig ist, einfach nur irgendwelche Videos abzuspielen, könnte auch zu einem Videowettbewerb für selbstgedrehte Kurzfilme aufrufen. Die Vorauswahl der Videos die in die Endausscheidung kommen, kann im Internet abgewickelt werden, das Final Voting findet an einem (sicher ausgebuchten) Abend im Lokal statt.

Und ganz nebenbei bemerkt: Dank Web 2.0 braucht man zur Umsetzung weder eine Marketingagentur noch tausende Euro für die technische Infrastruktur. Aufmerksamkeit und Mundpropaganda sind vorprogrammiert! Und wer sich beeilt, erhält als first-mover (zumindest hierzulande) sogar noch Presseberichte.

Deutschsprachige Videoportale


 

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Kein Geld, kein Frühstück

bewertungsplattformen_tourismus.jpg

 

Weil ein Hotelier im Kärntner Mallnitz 99 Belgiern als Folge einer Preisdiskussion seine Gäste mit Ski- und Frühstücksentzug bestrafte, zeigen nach russischen Zeitungen nun auch belgische mit dem Finger nach Österreich.

Die ganze Geschichte gibt es im Detail bei Ed Wohlfahrt nachzulesen [siehe hier]. Am Ende seines Beitrages fasst Ed zusammen:

Online Reputation muss nicht immer nur einzelne Personen betreffen. Manchmal, und das ganz unvermittelt und schnell, steht auch die Reputation, das positive Image eines ganzen Ortes, Tales, einer ganzen Tourismusregion auf dem Spiel. Frage: Wie schützt man sich davor? Geht das denn?

Welche vorgelagerten Mechanismen können sinnvollerweise zur Anwendung gebracht werden? Und vor allem: Dehnen sich Kommunikations-Krisen nun immer stärker auch auf den online-Bereich, auf die Welt von Bits und Bytes aus? Zumindest die letzte Frage kann angesichts des Missgeschicks aus Mallnitz wohl eindeutig mit JA! beantwortet werden.

‘Angriff ist die beste Verteidigung…’

leih_notebook.jpg… dachte sich eine Hotelierin mit der ich kürzlich zusammengearbeitet habe. Kurzerhand schaffte sie die üblichen Standard-Fragebögen die Gäste bei der Abreise ausfüllen (oder auch nicht) ab, und bittet bereits bei Ankuft aktiv um späteres Feedback auf einer der gängigen Bewertungsplattformen wie Tripadvisor, dem aufstrebenden Qype & Co. Angst vor Kritik?

‘Wenns sein muss, gibts die ohnehin. Wir kommunizieren von Anfang an, dass wir unser Bestes geben werden, und nichts zu verschleiern haben.’

Als kleines Dankeschön, allerdings unabhängig davon, ob der Gast eine Bewertung abgegeben hat oder nicht, gibts kostenlosen Internetzugang in jedem Zimmer und 2 Leih-Notebooks. Resultat nach einem ersten Testlauf (deshalb an dieser Stelle auch noch kein Verweis): Die positiven Kommentare lassen negativen keine Chance und entlarven Dauernörgler schnell.

Theoretisch ließen sich solche Konzepte auch auf Tourismusregionen umlegen, aber eben nur theoretisch. Die Praxis zeigt, dass sich noch immer viel zu wenige Unternehmen (egal ob in Tourismus oder anderen Wirtschaftszweigen) daran gewöhnt haben, dass ihre Kunden nach Jahrzehnten der Machtlosigkeit eine neue Stimme erhalten haben.

Grafik: Tripadvisor.de | Foto: Flickr
Quellen: Ed Wohlfahrt, orf.kärtnen


 

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Ideenlinks zum Aufschwung

logo-aufschwung_rgb_web_210×60.JPGAUFSCHWUNG - Messe für Existenzgründer, junge Unternehmer und Franchise. 1.800 Besucher an einem Tag.

Der Ort im Land der Ideen war eine Reise wert und es hat Spaß gemacht, vor hoch motivierten TeilnehmerInnen und neben hochkarätigen Vortragenden (siehe weiter unten) sprechen zu dürfen.

In den 2 Vorträgen ‘ANDERS|denken :: ANDERS|sein‘ habe ich jeweils unterschiedliche Praxis-Beispiele eingebaut - in Summe über 40. Wie versprochen hier eine Liste mit Links zu jenen, über die ich in diesem Blog schon einmal berichtet habe, zusätzlich das eine oder andere verwandte Thema. Weitere folgen in den nächsten Wochen und gibt es auch hier, hier, hier oder hier.

burkhard_aufschwung.jpgVorher aber noch ein herzliches Dankeschön für die so zahlreichen Feedbacks wie z.B. auf den Internetseiten von Organisator Burkhard Schneider (Best Practice Business), Elke Fleing (Selbst und Ständig), Peter Musseleck (Digital Mesh Europe) und den vielen anderen die per eMail gekommen sind. Sie alle freuen mich umso mehr, als dass es immer ein große Herausforderung ist, für so unterschiedliche TeilnehmerInnen (‘Hier war für jeden etwas dabei, ob Gründer, Jungunternehmer oder etablierter Unternehmer’) tatsächlich Nutzen bringende Worte zu finden.

Aber am Ende spielt es keine Rolle ob Gründer oder langjähriger Unternehmer. Die Probleme sind sehr oft die selben und Nachdenken schadet niemanden. [Weiterlesen] »


 

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Marktchance Crowdsourcing

the_rise_of_crowdsourcing.jpg

 

Aus aktuellem Anlass und vielen Fragen die ich in den letzten Wochen zu dem Thema beantwortet habe, ein zusammenfassendes Brainstorming und eine kleine Linksammlung zu Crowdsourcing.

1. Was ist Crowdsourcing?
2. Für wen eignet sich Crowdsourcing?
3. Gibt es Regeln für Crowdsourcing?
4. Wie schaffe ich eine Social Community?
5. Wo findet man Beispiele?

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Ja!Natürlich: Hausverstand statt Billigladen

Eine Supermarktkette hat genug vom ruinösen Preiswettbewerb und will sich zum Lebensmittel-Dienstleistungszentrum entwickeln.

Billa will nicht länger für „Billiger Laden“ stehen, sondern für hochwertige, natürliche und leistbare Lebensmittel. Dem ruinösen Preiskampf der vergangenen Jahre kehrt man den Rücken.

billa_hausverstand_logo.jpgEin neuer Slogan (’Billa sagt der Hausverstand.’), 27 Mio. EUR Werbebudget, Plakatwerbungen und Investitionen von bis zu einer halben Millionen Euro in jeden der über 1.000 Standorte - all das soll die Differenzierung vorantreiben.

Als erste sichtbare Maßnahme werden im Billa-Kassenbereich Ende Februar “Healthy Choices” statt der bisher üblichen Naschereien eingeführt. Diese gesunden Snacks werden maximal 150 Kalorien, 10 Gramm Fett (außer Nüsse) und keinen raffinierten Zucker enthalten.

Zwei Dinge die ich in keiner Pressemitteilung gefunden habe:

schwein_sitzend_frei_logo.jpgErstens: Wie wird Billa künftig mit seinen Kunden in Dialog treten? Sieht das die ‘neue Philosophie’ überhaupt vor? Das beliebte Ja!Natürlich-Blog wurde bekanntlich im September 2006 mehr oder weniger stillschweigend eingestellt.

Dabei wäre das gerade jetzt eine von mehreren Möglichkeiten (runderneuertes Konzept und neue ‘Besen’ vorausgesetzt!), um inhaltslose PR Phrasen in glaubhafte Argumente zu verwandeln:

Wir lassen den Preiswettbewerb endgültig hinter uns und treten mit voller Kraft in einen Vertrauenswettbewerb. [Volker Hornsteiner, Vorstandssprecher]

billa_woellersdorf.jpgZweitens: Wie werden die 16,000 MitarbeiterInnen auf dem Weg zur Repositionierung mitgenommen, damit so etwas (siehe hier) nicht passiert? Die neue, bequemere (von Nachwuchsdesignern der Modeschule Hetzendorf gestaltete) Arbeitskleidung allein, kann es kaum sein. Denn wie wir wissen ist der nicht sichtbare Teil (Einstellungen, Werte, soziale Kompetenzen) des Eisberges ein entscheidendes Kriterium für eine erfolgreiche Marke.

www.billa.at | www.makingofjanatuerlich.at
Quellen: APA, Handelszeitung

3 Linktipps:


 

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Russen, nein danke!

interkulturell.jpg

In vielen (auch internationalen Medien) war heute von Kitzbühler Quotenregelungen für Russen zu lesen.

Nicht mehr als 10% seien erwünscht, um ein Überhandnehmen des Anteils einer Kultur zu verhindern. Mittlerweile wird heftig dementiert, und von ‘Tourismus-Beratern’ kommt der bahnbrechende Vorschlag, diese Regelungen nicht zu publizieren sondern lieber unter dem Mantel des Schweigens umzusetzen. - Als hätte Schweigen schon jemals die eigentlichen Probleme gelöst.

Tatsache ist, dass sich noch immer viel zu wenige Hoteliers und Wirtschaftstreibende Gedanken über interkulturelle Unterschiede und deren Handhabung machen und von interkulturellem Management keine Ahnung haben. Nicht einmal in Tourismus-Schulen findet interkulturelle Kompetenz derzeit Beachtung im Lehrplan, geschweige denn werden Bewohner von Tourismusgemeinden eingebunden.

interkulturelle_kompetenz.jpgEs geht nicht darum, die eigene Identität aufzugeben, sondern vielmehr um das Finden kritischer Überschneidungen von Denk- und Reaktionsmustern und gemeinsamer Knotenpunkte.

Wer sich interkulturell weiterentwickelt, wird definitiv erfolgreicher sein als andere!

Das gilt nicht nur für touristische Anbieter, sondern auch für das noch junge Internet-Startup, das soeben festgestellt hat, dass Schweden anders sind als Deutsche und jetzt nach China expandieren will.

Und weil es irgendwie zum Thema passt, ein kurzer Auszug aus unseren eigenen Erfahrungen bei interkulturellen Trainings über russische Urlauber:

  • Viele Konflikte zwischen Gästen ergeben sich durch Lärmbelästigungen im Gastronomiebereich der Hotels. Dabei lässt sich immer eine Lösung finden, um Gäste unterschiedlicher Nationen ihrem eigenen Statusempfinden zu plazieren - und zwar so, dass alle glücklich sind! Einzige Voraussetzung: Der notwendige Wille!
  • Die Rezeptionistin, die ihrem russischen Gast gut gemeint die Hand über den Counter entgegenstreckt, beschert diesem erst einmal auf herzliche Weise viel Unglück für den weiteren Urlaub.
  • Der Concierge meinte es gut, als er dem russischen Gast empfiehlt, sich an das Gemeindeamt zu wenden. Dass Russen alles hassen, was nach Verwaltungsapparat riecht, wusste er nicht.
  • Die Boutique-Chefin, die ihre russischen Kunden beim Betreten des Geschäftes jahrelang gut gemeint stürmisch mit ‘Kann ich Ihnen helfen?‘-Angeboten zuschüttete, hat nie wirklich etwas verkauft. Seit sie sich dessen bewusst ist, hat sie ihren Umsatz vervielfacht.
  • Hа здоровье! - ‘Wir möchten Sie bitten, auf Trinksprüche zu verzichten, unsere deutschen Gäste mögen das nicht.’ ‘Sie sagen mir gerade, dass ich - obwohl ich hier doppelt so viel ausgebe, weniger Wert bin als der Deutsche am Nebentisch?’ Ein russisches Abendessen ohne Trinksprüche ist wie eine Pizzeria ohne Pizza. Oder einem russischen Sprichwort gemäß: Trinken ohne Trinkspruch ist Trinksucht.
  • ‘Wir haben auch billigen Wein - falls Sie heute Abend viel trinken wollen.’ Mittelmäßigkeit? Bei anderen Nationalitäten durchaus angebracht, bei Russen gilt: Nur was kostet ist gut!

Noch etwas: Urlauber kaufen keine Übernachtungen, sondern die schönste Zeit des Jahres!

Ehrliche Begeisterung des Gastgebers schafft Begeisterung auch bei Gästen. Und auch zwischen Gästen, egal welcher Nationalität sie angehören!

Interkulturelle Kompetenz: experiences.at | Fotos: Flickr, Flickr


 

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Hobbybusiness - Erlebnis und Technologie

Kuchen dekorieren - 500 Millionen Dollar Business‘Hobbycraft’ ist in den USA längst ein riesen Geschäft. Wer schon einmal in einem der vielen Do-it-yourself (DIY) stores war, kann die Größenordnung des Segments nur erahnen.

Allein für Kuchendekoration (cake decoration) geben Amerikaner jährlich rund 500 Millionen Dollar aus. Bei uns leidet DIY aber noch immer häufig noch unter einem “das ist doch nur etwas für Großmütter” und billigem Bastel-Image.

2 Beispiele, dass es aber auch anders geht - eines aus der ‘alten Welt’, das andere aus der ‘neuen’.

LINKLE Stitch ‘n Bitch Cafe

Stitch 'n Bitch - das Nähcafe (Foto Linkle.nl)Internet Cafes waren gestern. Will ein Cafe heute in sein, sollten dort Nähmaschinen stehen.

Das Nähcafe ist ein ehemaliges Weingeschäft mit fünf einfachen Sperrholz-Tischen, einem Schneidetisch und 10 Nähmaschinen, in dem sich jeder bei einer Tasse Tee oder Kaffee hinsetzen und loslegen kann - um Schnittmuster auszuprobieren, Hosen zu kürzen oder Socken zu stopfen.

5 EUR kostet die Benutzung der Nähmaschinen pro Stunde, professioneller Rat inklusive. Und im Gegensatz zu einsamen Stricksessions vor dem Fernseher, trifft man im Stitch ‘n Bitch immer Gleichgesinnte. Mittlerweile bietet die Betreiberin auch Kurse an, und lädt dazu durchaus renommierte Vortragende wie z.B. einen Korsettdesigner ein. Preis: 150 EUR pro Tag.

Fast schon selbstverständlich: Der Internetshop auf der Homepage des Nähcafes.

[Siehe auch Linkle.de, Springwise und Best Practice Business Blog | Foto: Linkle]

Burdastyle.com

Vor über 50 Jahren (1950) übernahm Aenne Burda einen kleinen maroden Modeverlag und machte daraus den größten Modezeitschriften Verlag der Welt. Heute verdient die Hubert Burda Media ihr Geld mit ganz anderen Dingen als Strickheften, begrub vor wenigen Tagen die Zielgruppenzeitschriften Anna und Verena, und stellt fast gleichzeitig Burdastyle vor.

Hobby: Design, Stricken, Nähen

 

Burdastyle ist eine Internetplattform (Social Network) für Fans selbstentworfener Mode. Mitglieder der kostenlos zugänglichen Community präsentieren ihre eigenen Entwürfe unter einer Creative Common Lizenz, verwenden Schnittmuster von anderen, kombinieren sie mit eigenen Ideen, oder tauschen einfach nur Tipps und Tricks aus.

In ihrer Präsentation auf der DLD in München verrieten die beiden Projektleiterinnen eines der Ziele von Burdastyle: Auch bekannte Modedesigner sollen schon bald der Community ausgewählte Designs zum Nachmachen zur Verfügung stellen.

Das einzige Limit ist die Fantasie

InnovationsworkshopFans von Trendbegriffen haben bei beiden Beispielen eine riesen Auswahl, welchem Trend sie die beiden Geschäftsmodelle zuordnen wollen (z.B. Crowdsourcing, Being Spaces, Customer Made, DIY, Coffee Office, User generated content, und und und).

Egal wofür man sich entscheiden will. Am Ende zeigen beide Beispiele, die Notwendigkeit für Veränderung und den Blick über den Tellerrand althergebrachter Gewohnheiten hinaus.

Kunden in einen Schritt der Wertschöpfungskette mit einzubauen oder Leistungen erlebbar machen sind eine Möglichkeit, um auch in einer Zeit in der allerorts Schneidereien ebenso zusperren wie Schuster oder Strickwarenzubehör Geschäfte.

Veränderung sichert das eigene Überleben. Sich immer wieder Inspirationen aus ganz anderen Segmenten zu holen und unterschiedlichste Modelle miteinander zu kombinieren machen auch in überfüllten Märkten eine Positionierung über eine Nische möglich.


 

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