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Barack Obama und das Internet

obama-campaign.jpg
Mr. oder Ms. US President werden (auch) im Internet gemacht. Gerade als ich hier eine Analyse über den hervorragenden Web-Auftritt des Barack Obama schreiben will, entdecke ich bei Ed Wohlfahrt einen tollen Bericht über die Internetstrategie des Anwärters aufs höchste Amt der USA.

Ich spar mir also die Mühe und empfehle allen Interessierten bei Ed Wohlfahrt vorbeizuschauen und diesen Beitrag zu lesen.

ranking.jpgFolgende Ergänzung eines Features das mir sehr gut gefällt. Obama versucht (im Gegensatz zu Hillary Clinton bei der man eher das Gefühl hat käufer eines Produktes zu sein) seine Wähler ganz aktiv einzubinden, zu Mitgliedern seines Universums zu machen. Hier ein Beispiel:

Wer auf my.barackobama.com ein Profil anlegt erhält dafür “Bonuspunkte” - für öffentlich zugängliche Profile mehr als für nicht einsehbare. Jedes Einloggen, posten von Links im Social Network, Schreiben von Blogeinträgen, Einladen von Freunden (dazu kann man gleich sein gesamtes Outlook Adressbuch hochladen) etc. bringt zusätzliche Punkte.

So entwickelt sich ein Wettrennen um die meisten Punkte. Menschen waren seit jeher Jäger und Sammler und diesen Trieb werden wir einfach nicht los - Marketer und Community Manager freuen sich darüber, denn “Jagen und Sammeln” kann immer wieder effektiv in Kampagnen eingesetzt werden.

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Kleines Kreativitätstool

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Eine kleine (feine) Möglichkeit, um nach dem Mittagessen sein Gehirn wieder in Schwung zu bringen. Was fällt Ihnen zu Apfel ein? Birne, Wurm, Eva, Adamsapfel, rot, grün, Gift, gesund, oder vielleicht Schwarzenegger.

Wer selbst nicht nachdenken will, ist bei Human Brain Clouds richtig: Zwar bezeichnet sich die Online Plattform als “massively multiplayer game”, tatsächlich baut sich dort aber gerade eine riesige Datenbank häufiger Wortassoziationen auf: 350.000 Menschen haben sich bislang beteiligt, um 524.000 Worte zu erfassen und über 5.6 Millionen Verknüpfungen herzustellen.

Varianten die Human Brain Clouds bietet:

  • Auf der Startseite erscheinen Worte, zu denen ich ganz spontan Wortassoziationen eingeben kann (Stichwort “Gehirnjogging”).
  • Nach bestimmten Worten suchen, und häufige Assoziationen in Form interaktiver Grafiken anzeigen lassen. Tea => Lipton, Gratulation ans Marketing :-)
  • Einfach nur die häufigsten Assoziationen auflisten.

Ein Hinweis ist an dieser Stelle durchaus angebracht:

This isn’t academically rigorous or anything, so set your expectations accordingly and have fun seeing what people subconsciously think about stuff!

Um abschließend eine naheliegende Frage vorwegzunehmen: Ein deutsches Gegenstück kenne ich zwar noch nicht, aber vielleicht jemand meiner Leser?!

www.humanbraincloud.com

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InnoCentive: Das Wissen von 125.000 Köpfen nutzen

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InnoCentive ist ein Paradebeispiel für die Kombination des Einsatzes aktuell verfügbarer Internet-Technologien, der “Mitmachkultur” und einer offenen Management-Einstellung gegenüber OpenInnovation/CrowdSourcing - Menschen ausserhalb der Unternehmensmauern in betriebliche Prozesse miteinzubeziehen.

 

Du könntest mithelfen die Welt zu verändern
und dabei sogar noch Geld verdienen.

 

Weil mich viele Workshopteilnehmer in den letzten Wochen immer wieder mit großen Augen angesehen haben wenn ich dieses Beispiel erzählt habe, hier eine kurze Vorstellung von InnoCentive, einschließlich eines Videos mit einem Fallbeispiel.

Jedes Unternehmen oder Organsiation kann auf InnoCentive komplexe Problemstellungen einstellen. Gelöst werden die Herausforderungen von einem über die ganze Welt verteilten Heer an Menschen. Über 125.000 aus 180 Ländern sind es, die sich registriert haben um für Prämien von 10.000 bis zu 1.000.000 Dollar ihre Kreativität und ihr Wissen einsetzen. Ausgeschüttet werden die Prämien allerdings nur im Erfolgsfall - eine Investition mit kalkulierbarem Riskio.

Es ist aber nicht das Geld, das Menschen motiviert bei InnoCentive mitzuwirken, sondern die geistige Herausforderung (“intellectual challenge“, vgl. Interview mit Gründer Alpheus Bingham). Diese gliedern sich derzeit in 6 Kategorien: Physical Sciences, Engineering and Design, Chemistry, Math and Computer Science, Life Sciences und Business and Entrepreneurship. Wie so eine Fragestellung aussehen kann, zeigt dieser Screenshot:

innocentive.jpg
Quelle: InnoCentive, Kategorie Engineering/Design

In der Regel werden die Lösungen nicht durch neue Erkenntnisse eines Hobbybastlers in der Wüste von Nevada gelöst, sondern durch die Kombination bestehenden Wissens, das in tausenden Köpfen von Wissenschaftern und “Amateuren” schlummert. Implizit vorhandenes Wissen wird externalisiert und in Kollaboration weiterentwickelt. Wissensmanagement in Reinkultur.

Procter & Gample beschäftigt 9.000 Forscher und Entwickler. Eine Lösung zu finden, wie die seit 1968 verkauften Pringles Chips bedruckt werden könnten, gelang ihnen trotz der stolzen Zahl dennoch nicht.

In a recent article in the Harvard Business Review, Procter & Gamble Co. executives Larry Huston and Nabil Sakkab recounted how P&G executives thought they could boost sales if trivia questions could be printed on the crisps. But they were unsure of how to do that cost-effectively.

Instead of relying solely on its R&D department, P&G also sought solutions through global networks of scientists it uses. P&G ultimately found a professor in Italy who had devised an ink-jet method for printing images on cookies with edible dyes. By adapting that process to Pringles, P&G was able to dramatically reduce the time and expense of launching this product upgrade. [Quelle: The Boston Globe]

Das nachstehende Video (2:26min) ist die Zusammenfassung einer InnoCentive Fallstudie. In dem Projekt ging es darum Lösungen zur Beseitigung von Ölresten des Exxon Valdez Unglücks von 1989 zu erarbeiten.


Quelle: InnoCentive YouTube Channel.
Link zu InnoCentive: www.innocentive.com

Weitere (deutsche) Lesetipps zu InnoCentive:
ZEIT Wissen (Ausgabe 01/2007)
SAP Info (09/2006)

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Kostenlose Medien-Trainings

bbc.jpgDie BBC bietet seit einiger Zeit Online Kurse für TV, Radio, Broadcasting, etc. zum Nulltarif an. Es sind nicht etwa irgendwelche Einführungskurse um Lust auf mehr (sprich teurere) zu machen, sondern es sind die selben Programme die die BBC seit langem einsetzt, um ihre eigenen Journalisten zu schulen.

With the exception of two production safety courses, all online courses are free and open to anyone with internet access. Most users have been students and freelance journalists. An extension of internal BBC training provision, the corporation decided to extend their training service primarily to support the extensive network of freelancers working in the broadcast industry. [Journalism.co.uk]

Warum macht BBC das? Vielleicht weil die Briten das Potenzial der Vielen, Crowdsourcing, User Generated Content, Social Media, Citizen Journalism (oder wo auch immer man es einordnen will) erkannt haben und (anstatt so gegen Windmühlen anzulaufen) nach proaktiven Wegen suchen es für sich zu nutzen.

Weitere Infos: BBC

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Wie “Web2.0″ das Leben von Teens und Tweens verändert

Addicted to the web
In welchem Land beeinfluss das Internet das Leben 16-25jähriger stärker: USA oder China? The Economist hat kürzlich eine Studie präsentiert, in dem die Nutzungsgewohnheiten der beiden Länder verglichen werden. Hier einige Zahlen daraus:

  • “Online Bevölkerung”
    China 137 Millionen, USA 165-210 Millionen
  • Digitale Technologien sind ein entscheidender Teil meines Lebens.
    China 80%, USA 68%
  • Ich würde mich nicht wohl fühlen, mehr als einen Tag ohne Zugang zum Internet zu sein.
    China 25%, USA 12%
  • Interaktive Anwendungen erzeugen auch über Distanzen hinweg ein Nahegefühl.
    China 82%, USA 36%
  • Auch ohne “Face-to-face” Kontakt ist es perfekt möglich, Freundschaften zu pflegen.
    China 63%, USA 21%
  • Das Internet hilft mir Freunde zu finden.
    China 77%, USA 30%
  • Das Internet erweitert meine sexuellen Horizont
    China 32%, USA 11%
  • Ich habe bereits meine eigene Meinung ins Internet gestellt, oder dort etwas über mich selbst publiziert.
    China 72%, USA 56%
  • Ich kann mich online stärker ausdrücken als in der “realen Welt”.
    China 52%, USA 43%
  • Die Interaktion im Internet hilft mir, meine Persönlichkeit zu stärken.
    China 66%, USA 26%

china-internet.jpg
Ohne politische und interkulturelle Aspekte zu berücksichtigen, sollte man diese Studie nicht interpretieren, auch wenn manche sie zum Anlass nehmen werden, um die USA als “wieder einmal von China überholt” hinzustellen, andere freuen sich darüber, dass amerikanische Teens und Tweens neben MySpace, YouTube und Facebook doch noch ein Leben abseits des Internet haben.

Quelle: The Economist via Core77 | Foto: Flickr

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Was ist Web2.0? - “Großer Körper, kleines Gehirn.”

Web2.0 wird bedeutungslos

Immer wieder schmunzle ich darüber, wie subjektiv Ergebnisse diverser Studien über Web2.0 interpretiert werden. Anlass für eine Diskussion mit einem sehr konservativen IT-Berater waren gestern folgende Textpassagen.

“Die Befragten kritisieren in überraschender Deutlichkeit die für das Web 2.0 typischen Angebote mit weitgehend ungefilterten, nutzergenerierten Inhalten als oberflächlich und nicht förderlich für die eigene Entwicklung. [...] Auch wenn das tatsächliche Konsumverhalten oft noch eine andere Sprache spricht, suchen die Menschen verstärkt nach Medien, die sie dabei unterstützen, sich zurecht zu finden und Zusammenhänge zu verstehen. [...] Große Hilflosigkeit macht sich breit angesichts der schieren Menge der Inhalte. [...] Fazit: “Das Mitmach-Web 2.0 verliert an Faszination. Der Hunger nach Qualität steigt.” (nextpractice IT Beratung)

“Sehen Sie,” meinte der Berater, “Blogs, Social Networks, User generated content sind doch nur Luftblasen. Das wird alles mit jedem Tag irrelevanter.” Ganz so sehe ich es nicht, denn Qualität impliziert nicht, dass Inhalte nur von einer Quelle stammen und Kommunikation linear (einseitig) sein soll - im Gegenteil. Wie also interpretiere ich die Studie anders? Eine Antworten gibt sie selbst:

“Für die Befragten verbindet das ideale Medium die Aspekte Komplexitätsreduktion, Nachhaltigkeit und Sinnstiftung mit Formen aktiver Beteiligung und spontaner Eigendynamik. Es trennt Wichtiges von Unwichtigem, erhöht das Verständnis für die Welt und liefert authentische Informationen, die eine hohe Alltagsrelevanz besitzen.”

“Was heißt das für mich?” fragt der dritte am Tisch - der Unternehmer. Legt man die vor allem auf die strukturelle Beschaffenheit von Medien ausgelegten Erkenntnisse auf ihre Bedeutungen für Unternehmen um, kommen wir zu einem Ansatz, den ich kürzlich schon einmal zitiert habe:

Kommunikations der Zukunft
Danke, Jörg, für den Hinweis auf deinen aus dem englischen übersetzten Beitrag “Warum traditionelle Corporate Websites irrelevant werden”, in dem du schreibst:

“Die Unternehmens-Website ist eine unglaubliche Ansammlung von übertriebenem, künstlichen Markenbewusstsein und für das Unternehmen sprechenden Inhalten. Eine Folge davon ist, dass Entscheidungen, denen man vertraut, an anderen Orten im Internet getroffen werden. [...] Die Unternehmens-Website der Zukunft wird eine glaubwürdige Quelle von Meinungen und Fakten sein, geschrieben sowohl von dem Unternehmen als auch von der Communitiy. Das Ergebnis? Eine wirkliche erste Anlaufstelle, wo Informationen über bessere Produkte und Leistungen fließen.

Wir beginnen, den Kunden dabei zu sehen, den Unternehmens-Newsletter zu schreiben, beziehen Blogs der Industrie mit ein, binden Audio- und Video-Medien ein, Kunden-Ratings, -Rankings und -Umfragen, welche Eigenschaften sie verbessert haben möchten, Produkt-Teams, die direkt mit Kunden zusammen arbeiten, in Echt-Zeit und Kunden, die sich gegenseitig unterstützen.” [Jeremiah Owyang]

Also doch wieder “Mitmachnetz” und keine Spur von schwindender Faszination. Nur die Gatekeeper werden zukünftig andere sein als heute!

Nachsatz:
Mir fällt dazu noch eine Schlagzeile vom Oktober d.J. ein: Social Networks, der Boom ist in 5 Jahren vorbei. [Quelle: iBusiness]

Social Networks - MySpace

Bin ich nicht gerade der Betreiber eines Social Network Portals kann es mir eigentlich egal sein, ob der Boom überhaupt nie endet oder tatsächlich in 5 Jahren vorbei ist. - Zumindest habe ich noch 5 Jahre Zeit um neue Kontakte zu knüpfen, Social Networks für Marktforschung zu nutzen oder gar neue Kunden zu gewinnen.

Ist eben alles relativ und zum Glück ist Veränderung eine Konstante…

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Copyright verhindert Kreativität (Video zum Wochenende)

Im Video zum Wochenende dieser Woche geht es um die Einschränkung von Kreativität durch Copyrights. Lerry Lessig spricht über die User generated content Kultur und deren Bedeutung für die Entwicklung von Kreativität. Die Rede ist kein Abgesang auf das Copyright, sondern eine Anregung, seine heutige Form zu überdenken - denn:

“Our kids are different than we are: We watched TV, they make TV. It is technology that made them different. [...] We can’t stop our kids from using it [technology], we can only drive it underground. We can’t make our kids passive again, we can only make them called pirates. And is that good? [...] Our kids live lifes knowing they live against the law. [...] In a democracy we ought to do better. Do better at least for them, if not for opening for business. “

Wer keine 19 Minuten Zeit für Lerry’s Präsentation findet sollte sich zumindest die letzten 75 Sekunden (Timer 17:45) ansehen - aus denen stammen auch obige Worte.

Mit “Three stories and an argument” und gelungenen Videobeispielen begeisterte Larry im März 2007 nicht nur das Publikum auf der TED Conference, sondern empfiehlt sich auch für die Reihe “Wie man langweilige (PowerPoint)Präsentationen unterhaltsamer gestalten kann”. Der Vortragende präsentiert nicht, sondern moderiert im Stile eines Showmasters - perfect, Larry, thank you for 20 minutes I really enjoyed!

Besonders gefällt mir persönlich natürlich die Stelle (16:35min) an der Lerry meint:

“We need the businesses that are building out this read/write culture to embrace this opportunity to expressly enable it, so that the psychology of freer content can grow on a neutral platform where they both exist simultaniously. So that more free can compete with less free and to develop that creativity in that competition can teach one the lessons of another.”

Wer wissen will wie solche Beispiele aussehen sollen, schaut am besten am 1. Dezember auf unserer VOdA Homepage vorbei, und wird dort eine mögliche Antwort in Form eines Projektes finden, das wir seit Wochen vorbereiten, und bei dem Kreative aus bislang Copyright geschützten Inhalten Neues schaffen dürfen.

Nebenbemerkung zum einleitenden Satz:
Anders|gedacht könnte man auch sagen, Copyrights schränken Kreativität nicht ein sondern regen sie an, indem sie zum Nachdenken darüber zwingen, wie man sie am besten umgehen kann ;-)

Lesetipps:
Blog von Lerry Lessig und weil es zum Thema passt RA Dr. Carsten Ulbricht über die Verwendung von User generated content.

Quelle: TED Blog

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92% für “Mitmach-Zeitung”

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VOdA war letzte Woche gemeinsam mit mindpool und dem IMT Mitveranstalter der Kufsteiner Ideentage. In einem Workshop ging es darum zu erarbeiten, wie eine regionale Wochenzeitung (Auflage 170.000 Stück) erfolgreicher gemacht werden könnte. Hier eine kurze Zusammenfassung des Ergebnisses.

An dem Workshop nahmen 25 Personen teil, Männer und Frauen mit unterschiedlichen Jobs, Angestellte bis hin zu Firmenchefs, Alter ca. 25-55 - eine bunte Mischung also und ganz bestimmt ohne überdurchschnittlich hohe Internet-Affinität. Brainstorming und Brainwriting führten zu über 300 Ideenansätzen und eine intuitive Bewertung brachte einen (sogar für mich) erstaunlichen Spitzenreiter:

“Damit ich die Zeitung unbedingt haben müsste, sollte ein Teil von Lesern geschrieben sein.”

23 der 25 Teilnehmer bewerteten die “Idee user generated content” als primär zielführende, jene mit dem höchsten Potenzial, um eine regionale Wochenzeitung lesenswerter zu machen. Die Zahlen sind noch lange keine repräsentative Studie, geschweige denn eine Handlungsempfehlung für alle Medienmacher - und dennoch hat das Statement Aussagekraft!

User generated news

Im Anschluss an den Workshop meinte jemand: “Mein Bruder heiratet demnächst. Es wäre doch genial, wenn es auch eine Internetseite dazu gäbe, auf der die Hochzeitseinladung als Video hochgeladen werden kann, oder auf der nach der Hochzeit ein kurzes Hochzeitsvideo zu sehen ist.”

Mal sehen welche Regionalzeitung das hierzulande zuerst umsetzen will.

Nachtrag: Passend dazu auch dieser Beitrag der New York Times vom selben Tag des Workshops:

NYTimes.com is asking readers in Pakistan to help us report on events in the country by sending us eyewitness accounts of protests in photographs, video or text.

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Zuzzid - Erfahrungsberichte über Versicherungen

Erst letzte Woche habe ich mit einem Finanzdienstleister eine ausführliche Diskussion über Web2.0 und Chancen für ein Versicherungsunternehmen geführt. Als es um Risiken ging kam (natürlich) der v.a. allem aus Touristiker-Kreisen bekannte Punkt: Angst vor Kundenbewertungen. Durchaus verständlich, ist doch das Image der Branche in der breiten Masse nicht immer das allerbeste.

Keine Angst vor Kundenbewertungen hat hingegen das britische Versicherungsunternehmen Norwich Union. Mit Zuzzid hat es eine Plattform geschaffen, auf der frustrierte, verärgerte, glückliche und positiv beeindruckte Versicherungskunden ihrem Ärger oder Ihrer Begeisterung freien Lauf lassen, und ihre positiven wie negativen Erfahrungen mit anderen teilen können.

zuzzid.jpg

Putting power in the hands of insurance customers, not insurance companies. The ZUZZ. Let everyone know about your good, bad and ugly insurance experiences.

Zuzzid könnte zu einer Drehscheibe für Vorkaufsentscheidungen werden. Erwünschte Marketing-Nebeneffekte für Norwich Union gibt es viele, und so mancher wird sich an gemeinsame Workshops erinnert fühlen, wenn ich einige hier aufzähle:

Das Versicherungsunternehmen hat einen Geschwindigkeitsvorsprung beim täglichen Kampf um neue Kunden, kann über das integrierte Social Network persönliche Beziehungen aufbauen, und neue Marktforschungsmöglichkeiten nutzen. Außerdem erhält es (über demographische Barrieren hinweg) einen breiten Überblick über die Stärken und Schwachstellen von Mitbewerbern. Crowdsourcing zur Beobachtung der Konkurrenz. Clever gemacht!

Wie viel Wissen die User bereit sein werden preiszugeben, wie die Qualität der Beiträge sich gestalten wird, ob die Plattform auch langfristig überleben wird, und wie das generierte Wissen intern für bessere Leistungen (und letztendlich höheren Verkaufserfolg) genutzt wird, hängt zum einen vom Verhalten und der Zurückhaltung von Norwich Union gegenüber den Usern ab, zum anderen von den eigenen Stärken von Usern generiertes Wissen zu verarbeiten.

www.zuzzid.co.uk

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Masters of the Youniverse

Schon mal etwas von Knitta gehört? Sie sind ein Netzwerk strickwütiger Kreativer, moderne Grafittikünstler ohne Spraydosen, die alles mit Wollfäden umgarnen, das sich ihnen in den Weg stellt - Autos, Straßenlaternen, Geländer, Straßenschilder, und mehr. Ihre Spuren hinterlassen sie mittlerweile in der ganzen Welt. Von Los Angeles bis New York, Paris, Berlin und sogar der chinesischen Mauer.

knitta.jpgIch bin erst kürzlich drauf gestoßen, als mitten in Berlin - wo ansonsten ja Graffitis das Stadtbild prägen - eine in verstrickte Wollfäden eingehüllte Ampel meinen Weg kreuzte. Was ist Knitta?

Knitta began in August 2005, when the soon-to-be-Knittas were discussing their frustration over unfinished knitting projects: half-knitted sweaters and balls of yarn gathering dust. That afternoon, they knit their first door handle. Then it dawned on them… a tag crew of knitters, bombing the inner city with vibrant, stitched works of art, wrapped around everything from beer bottles on easy nights to public monuments and utility poles on more ambitious outings. With a mix of clandestine moves and gangsta rap — Knitta was born! Today, Knitta is a group of ladies of all ages, nationalities, and… gender. (www.knittaplease.com)

Warum bringe ich das Beispiel hier? Weil es in eine Reihe anderer passt die zeigen, welche Wege Menschen gehen, um ihr Leben, ihre Umwelt und die Produkte die sie kaufen selbst mitzugestalten. Jede(r) kann zum Master of the YOUniverse werden, oder sich (innerhalb und außerhalb seines globalen Social Networks) zumindest als solcher fühlen.

www.knittaplease.com | Video auf YouTube | Flickr Fotogalerie
Foto: Flickr CC

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Fanta Crowdsourcing und Lernerfahrungen aus einem Projekt

Crowdsourcing der Fantastischen 4

Nach etwas längerer Zeit wieder einmal ein Beitrag über Crowdsourcing. Diesmal gehts um Musik und Lernerfahrungen die wir (und einer unserer Kunden) bei einem Projekt von VOdA gemacht haben.

Die genialen Fanta4 brauchen ein neues Video. Und beweisen wieder einmal, dass sie die Zeichen der Zeit erkannt haben und ganz nah dran sind an ihren Fans. Sie setzen auf Crowdsourcing. Auf gutes Crowdsourcing wie ich finde. Via MyVideo waren die Fans dazu aufgerufen Ideen per Video für ein Video einzusenden. 290 haben mitgemacht, ihre 30 Sekunden langen Entwürfe eingesendet und eine erstaunliche Videogalerie entstehen lassen.
[Quelle: Visualblog, dort gibts auch alle Links zum Projekt und den Ergebnissen]

Übrigens schrieben die Fanta4 unglaubliche 44.444 EUR an Siegprämie aus, womit sie auch alle “die lassen doch nur andere für sich arbeiten” Argumente aus dem Weg räumten.

Ein anderes Beispiel

Bereits im Sommer 2007 rief die islandische Künstlerin Björk ihre Fans auf ein Musikvideo zu kreieren. (Ich habe in diesem Beitrag darüber berichtet, alle Ergebnisse gibt es bei YouTube und das Siegervideo nachstehend.)

Gelungenes Ergebnis, oder? Amateur - made :-) Apropo Amateure…

Was kürzlich eine Werbeagentur über Crowdsourcing dachte

Vor einigen Tagen sprach ich mit Leuten einer kleinen Werbeagentur über Crowdsourcing und irgendwie möchte ich Euch Auszüge aus dem Dialog nicht vorenthalten.

Es ging unter anderem darum, was Menschen motiviert an der Gestaltung von z.B. CD Covers mitzumachen. “Da machen doch nur Amateure mit”, meinte einer der Werber, worauf er einen erstaunten Blick von seinem Kollegen, seit vielen vielen Jahren professioneller Grafiker, erntete.

FruitShake CD musicpark records

“Ich habe auch mitgemacht”, gestand der Werber offen, “und es hat großen Spaß gemacht.” Erstaunt blickten ihn seine KollegInnen an. “Ich habe mir einen ganzen Korb exotischer Früchte besorgt und 15 Freunde zum Frühstück und zum Shooting eingeladen, und als draufgabe haben wir und die CDs von musicpark records reingezogen. Dass ich nicht gewonnen habe ist mir egal - es hat auf jeden Fall Spaß gemacht.”

Wie? Es geht nicht um Geld? Nein, i.d.R. nicht, oft sind es ganz andere Werte die Menschen zur Beteiligung an User generated Content Projekten motivieren. Zum Beispiel um auf sich aufmerksam zu machen, sich entfalten zu können, Zugang zu exklusiven Kanälen (Ausstrahlung des Ergebnisses im Fernsehen) oder exklusiven Informationen (Entwicklungsprojekte gemeinsam mit einem Unternehmen) zu erhalten und einige andere mehr.

3 Erfahrungen aus einem VOdA Projekt

Einige Lerneffekte die wir bzw. unser Kunde aus dem Projekt für das kleine Label musicpark records (Launch der Website, nein, eigentlich einer gelungenen Web2.0 Kampagne folgt in wenigen Tagen) mitgenommen haben:

(1) Mit User generated Content lässt sich eine Werbekampagne ins Vorfeld des eigentlichen Ereignisses verlängern und erzeugt (siehe obiges Beispiel) Mundpropaganda.

(2) Die Ergebnisse sind vielschichtiger und bringen Kunden auf ganz neue Ideen.

Ich weiß dank der vielen verschiedenen Covers schon jetzt, welche Musik auf der neuen CD sein wird. (DJ Mr. M., Boss von musicpark records)

(3) Crowdsourcing ist auch für KMUs eine absolut leistbare und funktionierende Alternative zu herkömmlicher Werbung, und kann mithelfen, über Ländergrenzen hinweg neue Kunden zu gewinnen.

Und noch einmal: Es geht nicht darum klassische Werbung zu ersetzen, sondern zu ergänzen!

In oben erwähnten Gespräch mit der 7-Mann Werbeagentur gab es aber noch ein aha-Erlebnis:

Die Agentur erkannte auch eine Chance, über Crowdsourcing Ressourcenengpässe auszugleichen. Das aber erst, nachdem zu irgendeinem Zeitpunkt des Gesprächs der Geschäftsführer die Frage gestellt hatte: “Ich bin von den Möglichkeiten begeistert. Ich stelle mir aber eine Frage und bitte Sie um eine ganz ehrliche Antwort: Wozu braucht es dann künftig uns überhaupt noch?”

Meine Antwort dazu folgt ein andermal. Wer sich inzwischen ein wenig bei VOdA umschaut, findet sie dort ohnehin bereits…

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Crowdsourcing für eine bessere Welt

pangea-day.jpg

Nach weltweiten Konzert-Großevents wie Live Aid oder jüngst Live Earth, bei dem vor allem Profis im Benefiz-Rampenlicht standen, sollen es jetzt Amateure sein, die die Welt (zumindest für ein paar Stunden) ein Stück näher zusammenrücken lassen.

Am Pangea Day (10. Mai 2008) stehen in 7 Weltstädten (New York, Rio, London, Dharamsala, Kairo, Jerusalem und Kigali) keine Rockstars im Mittelpunkt, sondern kurze 5minütige Videofilme - gedreht und eingereicht von Menschen aus aller Welt.

Die Idee: (Inter-)Kulturelle Grenzen zu überwinden, und uns die Welt mit den Augen “der anderen” zu erklären, um die Verständigung zwischen den Menschen und deren Kulturen zu fördern und nachhaltig zu verbessern, wohl ganz nach dem Motto:

“To know a man, you have to walk in his moccasins ” (Indianisches Sprichwort)

Der Pangea Day ist nicht nur ein interessantes Experiment von den Organisatoren der TED Conference (”Inspired talks by the world’s greatest thinkers and doers”), sondern auch eine geniale Kombination der Diskussion über soziale, politische, ökologische und ökonomische Tagesthemen mit technologischen Trends, Entwicklungen und Möglichkeiten des Web 2.0. Unterstützt wird das von TED Prize Gewinnerin Jehane Noujaim initiierte Projekt von klingenden Namen wie u.a. Cameron Diaz, Goldie Hawn, Allan Cumming, Meg Ryan, Philippe Starck u.v.a.

Einige Stichworte von der englischsprachigen Homepage:

  • Die Welt ein Stück näher zusammen bringen.
  • Die Macht des Films nutzen, um sich gegenseitig besser zu verstehen.
  • Eine weltweite Community zu schaffen, die die Leidenschaft für eine bessere Zukunft eint.
  • Globale Themen, von Krieg bis Klimawandel, aufarbeiten.
  • Millionen von Menschen freiwilligen und jederzeit abrufbaren Zugang zu einer wachsenden Quelle des Wissens ermöglichen, Kreativität und vor allem Taten fördern.

Wir überlegen gerade, wie wir über VOdA das Projekt unterstützen können, immerhin arbeiten wir in unserer Community mit über 2,500 Kreativen, von denen einige aus der Film- und Fernsehbranche kommen. Ideen dazu sind jederzeit herzlich willkommen!

Pangea Day

Mehr Infos: http://pangeaday.org

via Mail Chris Anderson, TED Conference

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Hype Web2.0 und schiefe Bananenkuchen

“Halten Sie Web 2.0 für einen Hype?”
Joachim Feher, Chef der MediaCom Vienna dazu:

Ja, das ist ein Hype, der meines Erachtens auch von den Journalisten schon wieder fallengelassen wird. Hier ist zwar ein Medium entstanden, das es ermöglicht, Communities weltweit zu vernetzen. Aber andererseits gibt es immer die Sehnsucht der Menschen nach professionell gemachtem Content. Das wurde in der letzten Zeit ein wenig zurückgedrängt und das Spieleische geriet in den Vordergrund.

Aber das wird den Menschen auch zunehmend langweilig. Wenn Sie heute in MySpace das Stichwort “Katze” eingeben, finden Sie über 14.000 Katzenvideos. Wen interessiert das eigentlich? User generated Content wird professionell gemachten Content nicht verdrängen. Wenn ich als Werbetreibender mutig bin, kann ich von Web 2.0 profitieren, mir muss aber bewusst sein: Wenn ich in einem Forum, das die User steuern, etwas mache, bin ich nicht mehr Herr über die Dinge, die dann passieren. (…) Quelle: a3Boom

Danke, Dani fürs Ausgraben dieses Klassikers. Was verleitet den Chef eines anerkannten Unternehmens zu solchen Aussagen? Passiert es wenn man soziokulturelle Veränderungen negiert? Oder wenn diese an einem vorbeiziehen, weil eben nirgendwo ein Schild rumsteht “Achtung, jetzt beginnt die Zukunft.”

Mich verwundern viele Textpassagen des Interviews (vor allem auch deshalb, weil ich immer wieder selber überrascht bin, wie intensiv sich viele - auch österreichische - Unternehmen sich mit dem Thema User generated content beschäftigen wollen - nicht nur müssen - wenn erst einmal die anfänglichen, zum Teil künstlich geschürten (?) Ängste, diskutiert wurden), dennoch würde eine ausführliche Diskussion an dieser Stelle zu weit führen (und ich muss auch noch was für Vorträge und Diskussionen reservieren :-).

Aber andererseits gibt es immer die Sehnsucht der Menschen nach professionell gemachtem Content. Das wurde in der letzten Zeit ein wenig zurückgedrängt und das Spieleische geriet in den Vordergrund. ” - Sagt wer? Warum boomt DIY seit Jahren? Warum verdienen viele Menschen sogar schon seit Jahrzehnten Geld mit “hausgemachten” Produkten? Ich mag schiefe Bananenkuc