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Ungewöhnliches Kontaktanzeigen-Marketing
Musste gerade darüber schmunzeln was ich bei Bernd lese: Ein Autor hat eine etwas ungewöhnliche Art gefunden sein Buch zu vermarkten und gleich die erste Auflage zu verkaufen.
“Da sich sein Erstlingswerk nicht verkaufen wollte und sein Verleger kein Geld in die Werbung stecken wollte, entschloss sich Maugham zur Selbsthilfe. Er gab in einigen Londoner Tageszeitungen eine Kontaktanzeige auf. Und die lautete folgendermaßen: “Junger Millionär, sportliebend, kultiviert, musikalisch, verträglicher, empfindsamer Charakter, wünscht ein junges hübsches Mädchen, das in jeder Hinsicht der Heldin des Romans von W.S.Maugham gleicht, zu heiraten.”
Sechs Tage nach Erscheinen der Anzeige war die erste Auflage des Romans restlos vergriffen.”
Übrigens kein aktuelles Beispiel sondern eines aus einer Zeit bevor wir alle gelernt haben dass Mundpropaganda und Viralmarketing die In-Begriffe der Stunde sind. Aus welchem Jahr es stammt lest ihr bei Bernd.
Barack Obama und das Internet

Mr. oder Ms. US President werden (auch) im Internet gemacht. Gerade als ich hier eine Analyse über den hervorragenden Web-Auftritt des Barack Obama schreiben will, entdecke ich bei Ed Wohlfahrt einen tollen Bericht über die Internetstrategie des Anwärters aufs höchste Amt der USA.
Ich spar mir also die Mühe und empfehle allen Interessierten bei Ed Wohlfahrt vorbeizuschauen und diesen Beitrag zu lesen.
Folgende Ergänzung eines Features das mir sehr gut gefällt. Obama versucht (im Gegensatz zu Hillary Clinton bei der man eher das Gefühl hat käufer eines Produktes zu sein) seine Wähler ganz aktiv einzubinden, zu Mitgliedern seines Universums zu machen. Hier ein Beispiel:
Wer auf my.barackobama.com ein Profil anlegt erhält dafür “Bonuspunkte” - für öffentlich zugängliche Profile mehr als für nicht einsehbare. Jedes Einloggen, posten von Links im Social Network, Schreiben von Blogeinträgen, Einladen von Freunden (dazu kann man gleich sein gesamtes Outlook Adressbuch hochladen) etc. bringt zusätzliche Punkte.
So entwickelt sich ein Wettrennen um die meisten Punkte. Menschen waren seit jeher Jäger und Sammler und diesen Trieb werden wir einfach nicht los - Marketer und Community Manager freuen sich darüber, denn “Jagen und Sammeln” kann immer wieder effektiv in Kampagnen eingesetzt werden.
Kostenloses Web-Coaching für Nachwuchsband

Technologie Experte und Journalist Georg Holzer sucht eine Nachwuchsband der er über sein Blog ein ganz besonderes Angebot macht:
Ich will eine heimische Nachwuchsband über die nächsten Ausgaben der Web-Beilage ein klein wenig begleiten und damit auch anderen jungen Bands Anleitung geben, wie man im Web zu einer Fanbasis kommt und so vielleicht den Aufstieg schafft. [...] Was gibt’s dafür?
- Publicity: In den nächsten vier Ausgaben jeweils eine kleine bis mittelgroße Geschichte über deren Learnings
- Infrastruktur und Geld? - Ich werde mein bestes tun. Vielleicht kann ich meine Kontakte spielen lassen und so ein wenig herausholen. Versprechen kann ich aber jetzt noch gar nichts.
Aus aktuellem Anlass habe ich in den letzten Wochen mit einigen Musikgruppen gesprochen und dabei enorme Wissensdefizite festgestellt, was Marketingmöglichkeiten und -experimente im Internet betrifft. Daher kann ich allen Nachwuchsbands nur wärmstens empfehlen, Georgs tolles Angebot anzunehmen bzw. sich zu bewerben. Was mitzubringen ist steht in seinem Blog (siehe hier).
Eine Nebenbemerkung zu den Kriterien: Ich selbst arbeite gerade an einer neuen Internetstrategie für eine sehr bekannte und erfolgreiche österreichische Gruppe. Web2.0 (wer will darf es auch Social Web, Permission Marketing oder Mitmachnetz nennen) wird dort eine bedeutende Rolle spielen, weshalb wir viel mit Musikern diskutiert haben. Vor allem 5 Punkte kamen immer wieder zur Sprache:
Zeit
Wer ernsthaft an authentisches Netzwerken, Facebook und MySpace Marketing denkt muss dazu auch die Bereitschaft fürs Investieren von Zeit mitbringen. Authentisch heißt, nicht irgendeinen Praktikanten oder Bekannten mit der Fanbetreuung zu beauftragen sondern sich selbst die Mühe machen Beziehungen aufzubauen, Kontakte zu knüpfen und (s)eine Community aufzubauen. Märkte sind Gespräche und die muss ich selbst führen.
Klingt nach Drecksarbeit, ist es teilweise auch, aber sie macht süchtig und Spaß. Ich schaffe meine eigene Identität die, im Gegensatz zu meiner Musik, nicht kopiert werden kann. Wenig halte ich persönlich von neppenden MySpace Präsenzen bereits bekannter Künstler. Zwar mögen diese hunderte bis tausende “Freunde” haben, tatsächlich aber werden Fans mit den von Managern und Marketern im Namen der Bandmitglieder geschriebenen Einträge lediglich verarscht.
Seth Godin, Marketing-Guru und mein englischsprachiger Lieblingsblogger, schrieb vor wenigen Tagen einen hervorragenden Beitrag über “Dinge die wir von der Musikindustrie lernen können”. Ein Zitat daraus:
Many musicians have understood that all they need to make a (very good) living is to have 10,000 fans. 10,000 people who look forward to the next record, who are willing to trek out to the next concert. Add 7 fans a day and you’re done in 5 years. Set for life. A life making music for your fans, not finding fans for your music.
Gratiskultur

Web2.0 bedeutet auch ein Umdenken in der Distributionspolitik. Digitales Business impliziert irgendwo “kostenlos”. Trotzdem träumen viele Nachwuchskünstler (noch immer) davon im großen Stil CDs zu verkaufen.
Radiohead hat vorgemacht, dass man Musik auch verschenken (bzw. Kunden den Preis selbst bestimmen lassen) kann und damit ein Feuerwerk an PR und Mundpropaganda auslöst.
Geld verdienen könnt Ihr im Anschluss - aber nicht mit einer handvoll Songs die ihr um wenige Cent auf iTunes verkauft sondern mit Konzerten, Fanartikeln, Special Events, Fanreisen oder ganz anderen Geschäfts- und Finanzierungsmodellen abseits der silbernen Scheiben. Dazu müsst Ihr erst mal bekannter, anerkannter und akzeptiert werden… es ist und bleibt ein Teufelskreis, aber Eure Community wird Euch auf diesem Web begleiten und (wenn Ihr sie um Hilfe bittet) auch unterstützen.
Copyright
Zu Beginn der musikalischen Karriere freuen sich viele Musiker wenn Fans Fotos vom Auftritt schießen oder Fan-Videos drehen. Irgendwann steigt aber vielen der Erfolg zu Kopf, sie pochen auf Copyright und Urheberrecht, drohen mit Klagen und verärgern ihre Fans.
[...] suing people is like going to war. If you’re going to go to war with tens of thousands of your customers every year, don’t be surprised if they start treating you like the enemy. [Seth Godin]
Als Band profitiere ich davon dass möglichst viele Menschen meine Auftritte fotografieren, filmen oder in Blogs dokumentieren, ihre Begeisterung über Internet mit ihren Freunden und Suchmaschinen teilen, Multiplikatoren werden und noch mehr Menschen auf mich aufmerksam machen, die ich selbst vielleicht nie erreicht hätte.
Digitale Inhalte (und MySpace lebt davon) sind dazu prädestiniert kopiert und bearbeitet zu werden. Damit muss ich mich nicht nur abfinden sondern sollte viel eher Wege suchen Menschen zu motivieren Schneebälle zu werfen und Lawinen loszutreten.
Internet-Affinität
Wer dem Internet und seinen Möglichkeiten nichts abgewinnen kann, erst mühsam überzeugt werden muss oder dessen größtes Greuel es ist sich mit Menschen zu vernetzen, Gespräche zu führen, sein Profil (oder gar sein Blog) zu aktualisieren lässt ebenfalls besser die Finger davon und konzentriert sich auf andere Marketingmöglichkeiten.
“The Long Tail”
Geh zu Beginn deiner (Web-)Karriere davon aus, dass du irgendwo im Long Tail stecken bleiben wirst. Wahrscheinlich wirst du es niemals zu Star-Ruhm schaffen, der angestrebte Vertrag mit einem großen Label wird auf immer ein Wunschtraum bleiben. Dieser Traum ist aber gleichzeitig der Nährboden deiner Leidenschaft für deine Musik. Du musst dich nicht verbiegen. Bleib deiner Nische (= deinen Fans) treu und du wirst dort viel Spaß haben und auch Erfolge feiern.
Screenshots und Grafik: 1. Flickr, thanks Zen, 2. Chris Anderson, The Long Tail 3. Lady Bitch Ray
Das schönste Schaufenster des Landes

Tirol bereitet sich auf die Fußball Europameisterschaft 2008 vor. Damit auch das ganze Drumherum ein optischer Leckerbissen wird, schreibt die Wirtschaftskammer Tirol jetzt ein Projekt für einen Schaufensterwettbewerb aus.
Im Rahmen des Wettbewerbs sollen möglichst viele Schaufenster der UnternehmerInnen unseres Landes rund um das Thema Fußball und EM in Tirol dekoriert werden. Gegen eine Teilnahmegebühr von 20,08 € erhalten alle Teilnehmer eine Grundausstattung, und können in jedem Bezirk kostenlos an einem Dekorationskurs teilnehmen.
Über ein Online-Voting auf der Homepage www.tirol08.at werden dann zunächst elf Regionalsieger ermittelt. Medienpartner stellen die Vorschläge vor und berichten regelmäßig über über aktuelle Zwischenstände. Im Vorfeld der Fußball Europameisterschaft werden dann die drei Hauptsieger, die insgesamt 6.000 € für ein Sozialprojekt individueller Wahl gewinnen können, von einer Fachjury gekürt.
Abgesehen davon dass die Gewinnerprämien Sozialprojekten zugute kommen werden gefällt mir an dem Projekt, dass die Wirtschaftskammer die Chancen der Einbindung von Kunden und Internet-Usern in den Auswahlprozess erkennt und nicht wie bei vielen ähnlichen Wettbewerben (v.a. Werbepreisen) auf immergleiche Netzwerke setzt und man die Gewinner häufig schon mit Ausschreibungsbeginn erahnen kann.
Ein kleiner Tipp für die Teilnehmer: Nicht nur Einreichen und warten was passiert! Es gibt genügend Möglichkeiten um die eigenen Kunden zur Stimmabgabe (oder gar zur Mitwirken an der Gestaltung der Deko?!) zu motivieren.
Foto: Flickr, thanks to Quasimondo
Robert Stephens, Geek Squad (Video für Wochenende)

Robert Stephens hat mit Geek Squad ein Paradebeispiel für Differenzierung durch Emotionalisierung und Service geschaffen. Die Idee des mit 200 Dollar gegründeten Unternehmens: Computer reparieren und gleichzeitig aus langweiligem IT-Service ein Erlebnis zu machen.
In schwarz-weiß lackierten VW Beetles, dunklen Anzügen, weißen Hemden und Krawatten treten die Geek Squad Techniker auf. Die Sohlen ihrer Schuhe hinterlassen Logo-Abdrücke auf weichen Untergründen oder der Straße. Sie nennen sich selbst Agenten und es gibt schon über 17.000 von ihnen. Geek Squad ist heute das größte IT Support Unternehmen Nordamerikas.
Die Ideen mit denen Robert seine Kunden immer aufs neue begeistert holt er sich vor allem aus anderen Branchen. Das nachstehende Video dauert nur 2 Minuten. Es macht jedoch Spaß Robert zuzuhören, wie er auf der “Advertising Age’s, The Idea Conference” Marketern sein Verständnis vom “Blick über den Tellerrand” erklärt.
Stephens Theorie wie man Mitarbeiter jedes Unternehmen zum Entwickeln innovativer Ideen anregen kann: Durch Hunger.
“Large companies want to be nimble, that’s why they go to “idea” conferences. I suggest starve departments of money.”
Das Zitat das mir am besten gefällt ist im Kurzvideo leider nicht enthalten, nachlesen kann man es aber bei FastCompany.
Wer Lust auf mehr hat für den gibt es noch 2 weitere Videoempfehlungen:
Tipp 1: Eine 17minütige Präsentation von Robert Stephens
Tipp 2: Die Geschichte von Geek Squad (9min).
Tipp 3: Den allerersten Werbespot der Geek Squad.
Beamten-Rap: PR oder peinlich?
Das Top Management von MDA Singapore hat ein Rap-Video produziert, in dem das Team sich, seine Aufgaben und seine Leistungen vorstellt - singend sofern das der richtige Ausdruck dafür ist.
Ursprünglich als Video für eine interne Konferenz gedacht, fand es seinen Weg auf YouTube, wo es in den letzten 2 Wochen über 200.000 mal angesehen wurde.
(Das MDA, Media Devolopment Authority ist eine staatliche Institution des Stadtstaates, die für die Entwicklung im Bereich Neue Medien verantwortlich ist.)
“Nothing but the best service for our customers,
fees and fines, we make it all the easier…”
Über seinen Schatten zu springen und über sich selbst zu lachen ist zwar mutig, aber muss man es unbedingt gleich mit der Brechstange versuchen… ?!
Kauf dir (d)eine Firma um 35 Euro

Wieder ein Experiment aus den Kategorien Crowdsourcing und Crowdfunding: “nvohk - the clothing company managed by the people who wear it”.
Bei nvohk (sprich ‘invoke’) geht es um Bekleidung (”Ökologische Outfits im Surf-Style”). Die Schwerpunkte liegen auf umweltschonender Produktion, der Verwendung 100% nachhaltiger Materialien und vor allem der Öffnung von Managementstrukturen.
Wie funktioniert nvohk?
Zum Start braucht nvohk eine breite Palette von 20.000 Menschen mit unterschiedlichen Talenten. Diese beteiligen sich mit einem jährlichen Betrag von 50 Dollar an den Prozessen des Öko-Labels; macht eine Million Dollar Gründungskapital, mit dem man schon mal Einiges bewegen kann. Mitbesitzer am Unternehmen wird man durch seine Investition allerdings nicht.
Nachstehendes Bild wird vor allem Verfechtern streng hierarchischer Unternehmensstrukturen die Haare zu Berge stehen lassen.

Im nächsten Schritt entwickeln die “Amateur-Manager” das Unternehmen weiter, werden in Business-Entscheidungen, Logo- und Produktdesign, Werbung, Auswahl gesponserter Sportler und Musiker (und Vertrieb?) eingebunden.
Was geschieht mit den Gewinnen?
10% des Gewinnes werden an Umweltorganisationen gespendet.
35% schüttet nvohk in Form eines Bonussystems an alle Mitglieder aus, d.h. es gibt keine monetären Auszahlungen, sondern “Bonusmeilen”, die gegen Produkte (eigene und von Partnern) eingetauscht werden können.
Lassen wir uns überraschen wie das noch junge Projekt umgesetzt wird, wie lange es dauert bis sich die vielen tausend MitarbeiterInnen gefunden haben, zu ersten Entscheidungen (Logo und Produktdesign) fähig sind, welchen Freiraum das Management der Community tatsächlich lässt, und wie diese Gewinnverteilungssystem akzeptieren wird. Viele offenen Fragen, aber das muss man Experimenten wie diesen zugestehen.
In einem Punkt hat nvohk aber von Beginn an gewonnen: Profitieren kann das Unternehmen von einem riesigen Heer an Weiterempfehlern und Evangelisten, die hundertausende Freunde und mögliche neue Kunden ansprechen werden.
www.projectnvohk.com
Thanks to Jonathan for pointing to this project!
Kunden überraschen: Easybank
Ein Beispiel für die Kategorie “Wie ich Kunden begeistere” beschreibt Joe Fischler von conserio in seinem Blog: “Die Easybank gratuliert mir zum Kontogeburtstag.”
Die Idee ist eigentlich ganz einfach. Die Easybank bedankt sich bei ihrem Kunden für ein Jahr Treue und erreicht (beabsichtigt oder zufällig?) ihr Ziel: Mundpropaganda.
Joe, vielgelesener österreichischer Finance-Blogger und (spätestens seit dem Erfolg seines Blogs) beliebter Interviewpartner für Journalisten schreibt in seinem Online-Journal:
Nun bin ich ein typischer Konsument, den klassische Werbemedien - ob Print, TV oder Radio - nicht mehr hinter der Ofenbank hervorholen. In der Vorweihnachtszeit landet alles ungelesen im Papierkorb, manchmal gehen sogar offizielle Briefe in der Informationsflut verloren.
Die Easybank-Aktion hat mich wirklich erreicht und mir die Wirkung moderner Kundenbindung nähergebracht (nicht nur, weil’s was zu essen gibt, wie man vermuten könnte). Und das vor Weihnachten. Ehrliche Gratulation, Easybank!
Ein nicht von einem Marketer sondern einem Marketing-Opfer stammender Text. Weitere Bilder und Ausführungen gibt es im Blog von Joe Fischler.
Tourismuswerbung: Glatzköpfige Hooligans für London

“Achtung, London ist nur eine Ecke weiter”
Ein glatzköpfiger, urinierender, halbnackter Fußball-Hooligan der seinen Geschäften nachkommt. So bewirbt Eurostar derzeit auf Plakaten in Belgien Städtereisen nach London. Angeblich soll die Kampagne bei den Belgiern gut ankommen. Die Engländer freuts weniger: So wollen sie im Ausland nicht gesehen werden.
Jetzt bin ich mal gespannt, wie die Kollegen der Österreich Werbung das sehen, die ja selbst schon mal erklären mussten, warum Österreicher keine Pinguine sind :-)
Quellen: Cherryflava und Guardian
Affen, Mundpropaganda und Differenzierung
Die eleganteste Form der Mundpropaganda ist jene, bei der virale Effekte bereits in das Produkt “eingebaut” sind, so wie in diesem Beispiel: Gerücht, Legende, Betrug oder einfach nur geschicktes Storytelling?
Hand auf Herz: Wer wird nicht neugierig, wenn jemand bei einer Tasse Tee erklärt, dass die Blätter am Boden der Teekanne von Affen geerntet wurden. Und auch auf der Verpackung steht es: “Monkey picked tea!”
- Tee aus von Affen gepflückten Blättern? Die Geschichte (und mit ihr die Marke) muss man einfach weitererzählen! Sie sorgt bei der nächsten Party ganz sicher für Gesprächsstoff. Ich hoffe nur, niemand kennt die Hintergründe, die John in in diesem Video erzählt.
(Version 1) Nämlich dass findige Chinesen die Affen auf das Pflücken der Teeblätter angesetzt haben, um Lohnkosten zu sparen.
- Da verbreite ich schon lieber die Legende, (Version 2) dass vor langer Zeit chinesische Bauern neidisch auf wundersame Pflanzen empor blickten, die hoch über ihren Köpfen auf für Menschen unerreichbaren Felsen wuchsen. Schon bald entdeckten die Sterblichen eine Herde Affen, die munter auf den Felsen herum turnte. Die Menschen warfen mit Steinen nach den Affen um sie zu ärgern, und diese wehrten sich, indem sie die begehrten Teepflanzen auf die Menschen schleuderten…
- Zu gewalttätig? Dann doch die Mönchsgeschichte, (Version 3) die besagt, dass buddhistische Mönche (monks) die Affen (monkeys) trainiert haben sollen, um ihnen beim erschwerlichen pflücken der auf steilen Hängen wachsenden Teeblätter zu helfen. Heute vereint der Monkey picked Tea jahrhundertelange Handwerkskunst mit den vererbten Fähigkeitne der Tee-pflückenden Affen.
Oder soll ich doch einfach nur bei der (angeblichen) Wahrheit bleiben? Tie Guan Yin ist heute einer der 10 berühmtesten Tees Chinas. Die Bezeichnung “monkey picked” hat aber nichts mit der Produktionsmethode zu tun, sondern steht als Synonym für “highest quality available“. Das Kilogramm kostet rund 350 Euro. Ohne obige Legenden und Geschichten (derer es noch weitere Versionen gäbe), wäre ich auf den Tee vielleicht niemals aufmerksam geworden.
Auf der AUFSCHWUNG hatte ich mit den Teilnehmern verschiedene Differenzierungsmöglichkeiten andiskutiert. Diese hier war nicht dabei, könnte jedoch heißen:
Differenzierung durch Anachronismen, Argumenten die bewusst einer Epoche zugehörig dargestellt werden, in der sie nicht mehr oder noch nicht existieren.
Ausserdem… wer weiß: Ein Funken Wahrheit soll ja in jeder noch so verrückten Geschichte schlummern :-)
In some villages people still use the ancient technology of trained monkeys to pick tea. Monkeys pick the hardest to get tea leaves from mountains and cliffs. [via]
Bildquelle: Edible Online Shop






