Alle Beiträge zum Schlagwort (Tag) viralmarketing’
Tipp: Schnee-Marketing
Guerilla Marketing zum Thema: Wie mache ich mein Blog bekannt. Funktioniert aber auch für andere Dinge.
Wäre meine Autoscheibe komplett vom Schnee gereinigt, würde ich mir die Seite des Wohltäters sogar ansehen. Auf jeden Fall besser als Flugzettel unter Scheibenwischerblättern!

Gefunden bei: Steht auf der Autoscheibe
Mundpropaganda im Tourismus
Nicht nur Ideen sind innovativ.
Es kommt auch darauf an, wie man darüber redet!
Die Vorgeschichte: Es freut mich, wenn die Inhalte meines Blogs anderen immer wieder als Quelle der Inspiration helfen kann - das war eine der Ideen dahinter.
So griff auch die Österreich Werbung zur Ideenfindung für innovative Beispiele im Tourismus unlängst auf ANDERS|denken zurück und präsentierte im Rahmen des ÖHV Hotelierkongresses in Bad Ischl ausgewählte Beispiele. [Download Präsentation 'Invent the future', pdf 3MB]
Der jährlich stattfindende ÖHV-Hotelierkongress gilt als der Branchenevent und bringt der Hotellerie und der gesamten Branche Wissensvorsprung. Er wird jährlich von rund 500 Teilnehmern besucht – 2007 waren darunter 393 Hoteliers, Touristiker, Partner und 40 Journalisten, 30 Referenten sowie 45 Gäste und Politiker. [OEHV]
Spannend … und schade, dass es dazu kein Event-Blog gibt.
Gratulation vor allem an das kleine Familienunternehmen Gletscherblick und die Kleinvermieter aus Kärnten - denn das waren jene Beispiele von kleinen aber mutigen und innovationsbereiten Unternehmern, die jetzt einer ganzen Branche als Lehrbuchbeispiele präsentiert wurden!
Mir fällt dazu aber noch etwas ganz anderes ein: Es scheint, dass Blogs endlich auch in Österreich immer stärkere Beachtung finden. In den letzten 2 Monaten weiß ich von zumindest 4 konkreten Beispielen, bei denen sich Journalisten Inspirationen aus diesem Blog geholt haben - so soll es auch sein! Und ganz nebenbei bemerkt: Es gibt auch noch 64 Millionen andere!
Ein Tipp an alle Tourismusberiebe:
Innovationen und Ideen sichern Euer Überleben, das ist schon richtig… aber darüber zu reden und Gespräche zu initiieren mindestens genauso!
Suchmaschinen und AdSense sind eine Möglichkeit, aber das erzählt ohnehin jede Werbeagentur. Es lohnt sich aber auch darüber nachzudenken, wie Blogs, Geotagging, Bewertungs-, Video-, Fotoplattformen, etc. ins Marketing integriert werden können - und meistens kostet das sogar noch wesentlich weniger als klassische Werbung nach dem Gießkannenprinzip!
Vielleicht liegt aber genau da der Haken? Die neuen Möglichkeiten im ‘Social Internet‘ nehmen niemanden sein Business weg, ich versteh die Panik so mancher Agenturen gar nicht - viel mehr sind sie eine Unterstützung für alle anderen Aktivitäten.
Am Beispiel Gletscherblick erklärt: Der Griff zur Strategie der Mundpropaganda brachte wesentlich mehr als eine unbeachtete Pressemitteilung:
- (freiwillige und kostenlose) Verlinkungen von Internetseiten mit vielen tausend Besuchern monatlich (z.B. hier, hier, hier, hier),
- (freiwillige und kostenlose) Presseberichte . Gegenwert: Viele Tausend Euro.
- den (freiwilligen und kostenlosen) Besuch bekannter Restaurant-Tester,
- jede Menge (freiwilliger und kostenloser) Weiterempfehlungen und
- viele neue Gäste!
Flaschen als soziale Plattform
Hab ich das Wort Fangemeinde zu oft verwendet? Irgendwie häufen sich die Fragen, wie es gelingt eine Fangemeinde und ein Netzwerk von Weiterempfehlern aufzubauen. Ein weiteres Beispiel zum Thema Communities: Jones Soda.
Das Unternehmen von Peter van Stolk produziert Mineralwasser. Kennt man den heiß umkämpften amerikanischen Mineralwassermarkt, könnte man meinen ein vergebliches Unterfangen. Falsch! Durch emotionale Bindung seiner Kunden hat Stolk ein gigantisches Weiterempfehlungs-Netzwerk aufgebaut.
Bausteine des Erfolgs:
Klare Positionierung, differenziertes Produktdesign und emotionale Bindung.
Jones Soda positioniert sich ganz klar als Mineralwasser für Menschen zwischen 12 und 24. Nicht nur durch Namensgebungen, Geschmacksrichtungen und Farbmischungen [siehe hier], sondern vor allem durch von Kunden gestaltete Etiketten [siehe hier].
4 Millionen Vorschläge hat Jones Soda in den letzten Jahren gesammelt und die Fangemeinde wartet regelmäßig mit Spannung auf die neuesten Entwürfe. So werden einfache Mineralwasserflaschen zu Sammlerobjekten. Und weil der Dialog längst zum Selbstläufer geworden ist, erreichen das Unternehmen Sprichwörter und Zitate, die mittlerweile auf die Innenseite der Verschlüsse integriert werden - besser als immer-gleiche Zahlen auf Kronenkorken von Bierflaschen.
Fast nebenbei betreibt Jones Soda die Musikplattform MyjonesMusic. Dort können Kunden des Unternehmens kostenlos Songs von Nachwuchsbands herunterladen, finden Interviews, Porträts und vieles mehr.
Kundenbindung vom Feinsten! Jones Soda hat das Mineralwasser vom reinen Produkt zu einer sozialen Plattform gemacht.
Bildquelle: Jones Soda
Buchtipp: Mavericks at Work: Why the Most Original Minds in Business Win
Lernen vom jüngsten Lebensmittelhändler Amerikas
Video: CBS/YouTube
Anstatt wie andere nur über das Aussterben kleiner Lebensmittelgeschäfte zu jammern, übernimmt Nick Graham im Alter von 17 Jahren einen maroden Laden in Truman, Minnesota.
Fast fällt mir dazu ein: Die Truman Show geht weiter. Eine fast schon kitschige Erfolgsgeschichte nimmt ihren Lauf.
3 Dinge die man von dem Teenager lernen kann:
-
Leidenschaft statt Profitgier!.
‘Hoffentlich werde ich hier erfolgreich sein aber ich bin nicht nur deshalb hier. Ich bin hier, weil mich meine Kunden brauchen.’ (Nick Graham)
- Begeisterung ist ansteckend!
Der junge Unternehmer schafft es sogar, dass
- Lösungs- statt Problemorientierung!
Schön, wenn es auch Stories wie diese immer wieder an die Öffentlichkeit schaffen. Negativmeldungen und Horrorgeschichten zum Thema Greißlersterben gibt es ohnehin genug. Jammern allein hat aber noch nie ein Problem gelöst.
Übrigens: Im Marketing wird so oft über Communities geredet. Dieses Beispiel zeigt worum es gehen könnte:
Communities sind wie Dorfgemeinschaften!
Video gefunden bei SwissMiss
Communities und Empfehlungsnetzwerke

Bei Barcamp Organisator Ed Wohlfahrt habe ich einen Hinweis auf Powderfriends gefunden: Eine Social Networking Plattform für Wintersportfreunde.
Drei große Skigebiete (Davos, Feldberg und St. Anton am Arlberg) machen hierfür gemeinsame Sache und bieten ihren jungen Gästen reichlich Gelegenheit, miteinander in Kontakt zu treten und Erfahrungen auszutauschen. Herausgekommen ist ein Ding, das MySpace ziemlich ähnlich sieht.
Der Content der Seite ist teilweise professionell semiprofessionell (von Ausnahmen abgesehen). Alles was herauskommen soll und tatsächlich auch herauskommt, ist das Feeling, das man hat, wenn man sich die Ski anschnallt, die Brille zurechtrückt und sich - mit einer leichten Gänsehaut im Nacken- in die Abfahrt wirft. [Ed Wohlfahrt]
Neben den Werbeeinschaltungen der großen Skigebiete, hat Powderfriends auch die Design Collection “PowderWear” entwickelt, für die der New Yorker Fashion Designer Shaka Rayford engagiert wurde.
Das (theoretisch) längst bekannte Konzept : Schaff dir eine Community (Fangemeinde) und schon hast du eine Gruppe Menschen zusammen, die du mit einem Minimum an Streuverlusten ansprechen kannst.
Zwei altbekannte aber dennoch vielfach ungelöste Fragen, die sich gerade zum Jahresbeginn jeder Selbständige und jedes Unternehmen stellen sollte:
- Wer ist meine Community?
- Wie gelingt es mir, ein Empfehlungsnetzwerk aufzubauen?
Individuell die richtigen Anworten auf diese Fragen zu finden heißt, künftig bedeutend weniger Kopfweh bei schwierigen Akquise-Aufgaben zu haben. Wer wissen will wie es geht, kann gerne hier nachfragen…
Bildquelle: Powderfriends
Mission Impossible: Wein aus dem Mega-Humidor
Manche Restaurants setzen sich im harten Kampf um Gäste mit Überraschungsmenüs durch, andere mit wechselnden Spitzenköchen, Tracking-Steaks oder chinesischen Viral-Marketing-Tricks. Ein Luxus-Restaurant in Las Vegas ist schon seit 1999 mit einer beeindruckenden Kombination aus reichhaltigem Sortiment und Akrobatik erfolgreich.
Das Aureole führt über 2,000 Sorten Wein aus aller Welt und lagert ca. 35,000 Flaschen. Beeindruckend aber vor allem die Art und Weise wie der Wein auf den Tisch kommt:
Ein 13 Meter hoher gläserner ‘Wine Tower’ ist das Herzstück des Restaurant-Konzepts. Am übergroßen Humidor räkeln sich zwei in Cat Suits gekleidete Damen (Wine Angels) und versorgen die bis zu 400 Gäste in einer Mischung aus Mission Impossible Action und Cirque du Soleil Akrobatik.
“It’s pretty sexy! Yes, it does influence sales and increase the pleasure of dining. I don’t know if you could get any more extravagant with wine. [...] It’s a grandiose way of making wine and focal centerpieces of the restaurant, showing that it is an integral part of the dining experience.
The spectacle immediately breaks down the snobbery and arrogance in wine service, so that it’s open, understandable, accessible, and about getting the customers the wines they want. In Europe, wine is part of everyday life. We’re going in that direction, but we’re not there yet. The tower helps break down the mystique and makes it fun.” [Food Arts]
Schwindelgefühle sind im Aureole nicht unbedingt auf den Wein zurückzuführen. Was nebenbei vor allem uns Österreicher freut: Das Nobel-Restaurant bietet weltweit das größte Sortiment österreichischer Weine außerhalb Österreichs an.
PS: Auf YouTube gibt es ein Video des Wine Towers im SAS Radisson Hotel in London.
Als Restaurant-Gast bezahlen was ich will?
Als Barbara Schreiner Anfang 2006 in Mieders im Tiroler Stubaital das Restaurant Gletscherblick übernahm, wurde sie von vielen belächelt.
In einem von Hotels und Restaurants übervölkertem Tourismus-Tal einen Gastgewerbe-Betrieb zu führen, der noch dazu den Nachteil hat, nicht direkt an einer Skipiste zu liegen, birgt zugegebenermaßen ein gewisses Risiko.
Die innovative Wirtin hat es dennoch geschafft, innerhalb kürzester Zeit für Furore zu sorgen und ihr Restaurant, sowohl unter Einheimischen als bei Touristen, bekannt zu machen. Ein Baustein dazu war auch ihre Interpretation des Begriffs eines Überraschungsmenüs
Jetzt drehen wir den Spieß um! Überraschen Sie uns! Besuchen Sie uns, lassen Sie sich von unseren Küchenprofis ein mehrgängiges Überraschungsmenü zusammenstellen und überraschen Sie unser Sparschwein, indem Sie es angemessen füttern.
Bevor die Wirtin Kunde für Kunde individuell entscheidet was serviert wird, entgeht niemand ihrem streng prüfenden Blick. Die meisten Kreationen stehen auf keiner Speisekarte. Das Menü ist eine Symbiose aus Menschenkenntnis, Witz, Kreativität und Kochkunst - das Repertoire reicht von Tiroler Schmankerln bis hin zu haubenverdächtigen Leckerbissen.
Das Beste kommt zum Schluss:
Der gekonnt inszenierte Auftritt des Schweins!
Nie mehr böse Überraschungen bei der Rechnung erleben! Einzig und allein der Gast bestimmt den Preis des Menüs und wirft garantiert keinen Cent zu viel in das Schwein. So verlassen nur begeisterte Kunden Fans das Lokal, denn bezahlt wurde nicht irgendein Preis, sondern der subjektiv empfundene Wert! Ein Risiko für die Wirtin?
Niemand glaubte uns, dass so etwas in Tirol funktioniert, und erklärte uns, warum sich unser Überraschungsmenü niemals rechnen würde’, erinnert sich Barbara. ‘Aber die Gäste sind nicht nur fair, sondern überaus großzügig. Manche bezahlen Preise, die hätte ich mich niemals in die Karte zu schreiben getraut.
Was sie dabei selber vergisst: Die meisten Kreationen wären dort ohnehin nicht vorgekommen. Ob die Großzügigkeit auch an Service und Charme liegen mag?
Für mich ein Querdenk-Beispiel für das Lehrbuch. Sich über Widerstände hinweg setzen, Mut zu Neuem, seine Kunden individuell behandeln - besser gehts kaum. Kompliment zu Idee und Umsetzung!
Normalerweise steht an dieser Stelle der Verweis auf die Quelle. In diesem Fall war es ein Zufall, der mich selbst dorthin führte - oder vielmehr eine Empfehlung. Auf teure Werbung mit hohen Streuverlusten kann der Gletscherblick mittlerweile verzichten:
So mächtig kann Mundpropaganda sein…
www.gletscherblick-mieders.at | www.gletscherblog.at
Die billige Brille im Internet
Im Internet oder im Shop des Fachhändlers einkaufen?
Ira Mitchell stellte sich diese Frage auch, entschied sich statt einer 500 Dollar Optiker-Brille für eine 61 Dollar Internet-Brille. Keiner hätte es bemerkt, gäbe es da nicht das böse Internet. Märkte sind Gespräche, und Eyeglasses Stores are for suckers.
Without question, I’ll order from each of these places in the future. The prescriptions are tack sharp, the selections are better than the stores and the prices are incredible. Eyeglasses for less than a pair of shoes? Yes, please.
Weil sein Beitrag hunderten von Menschen tausende Dollar erspart hatte, gibt es mittlerweile auch eine eigene Webseite mit Horrorgeschichten, Erfahrungsberichten und Links zu Händlern die begeistern.
Anlass waren über 70 Kommentare und jede Menge Verlinkungen in wenigen Tagen. Dazu ein komödiantenhaftes aneinander-vorbei-Reden von Händlern und Konsumenten Prosumenten.
3 Dinge, die man aus dem 30-Tage Beispiel mitnehmen kann. Nichts Neues und doch eine lebendige Bestätigung ansonsten grauer Theorie:
Das Internet hat den Handel längst revolutioniert und wird es auch weiter tun. Branchen die noch immer glauben, dass Bücher und Musik der Anfang und zugleich das Ende eines Trends waren, werden irgendwann schon bald vor den Trümmern ihrer Ignoranz stehen.
Als Kunde bezahle ich nur dann mehr, wenn ich den Unterschied im Angebot auch wahrnehme! Niemand kauft sich eine Hose, die nur billig ist und nicht gefällt. Dass ein Geschäft Personal- und Raumkosten mitschleppt, ist kein Differenzierungsmerkmal! [s. Kommentar 18]
Und last but not least: Seinen Kunden zuhören lohnt sich! Einem Schnäppchenjäger die Vorteile von Reparatur und Service zu erklären ist sinnlos, denn der kauft lieber 5x etwas Neues als 1x zu teuer. Auch wenn der Verkaufstrainer noch immer etwas anderes sagt: Jeder Kunde ist anders, Schubladen-Lösungen funktionieren nicht - trotzdem höre ich sie täglich.
3 Linktipps zu ähnlichen Beiträgen:
- Brillenkauf im Wohnzimmer - Differenzierung eines Optikers
- apo.take - Diskont und Qualität unter einem Dach
- Gestern waren sie noch Couch Potatoes (Video)
via Logic + Emotion
Vorsicht Bananen!
Ein Kunde ließ auf seiner externen Festplatte eine alte Banane liegen, deren Inneres in das Laufwerk sickerte und dessen Schaltkreislauf ruinierte.
Auch wenn das Gerät nicht mehr lief, konnten Techniker von Kroll Ontrack es säubern und die Platine reparieren. Dank dieses Einsatzes drehte sich das Laufwerk lang genug, um die Daten zu retten. Die Banane hingegen ließ sich nicht mehr retten.
Das auf Datenrettung spezialisierte Unternehmen Kroll Ontrack hat vor einigen Tagen seine jährlichen Top 10 der ‘außergewöhnlichsten Datenrettungseinsätze des Jahres’ veröffentlicht. Zehn skurrile aber wahre Geschichten von Speichermedien, Datenverlusten und Rettungseinsätzen.
Geschichten (und jedes Unternehmen erlebt solche Tag für Tag, paradoxe, skurrile, komische, lächerliche, seltsame,…) sind eine gute Gelegenheit, um auf sich aufmerksam zu machen, und gleichzeitig die eigene Fachkompetenz zu unterstreichen.
Nichts Neues, aber noch immer viel zu wenig (oder falsch, im Sinne von reiner Selbstverherrlichung, langweiliger Werbe- und reiner Pressetexte) genutzt - dabei hat jeder Mitarbeiter unzählige paradoxe, skurrile, komische, lächerliche, seltsame,… Erlebnisse zu erzählen.
Warum ich das gerade jetzt schreibe? Weil jede Menge Weihnachtsfeiern vor der Türe stehen, und dort über das vergangene Jahr geplaudert werden wird. Es werden Geschichten und Erlebnisse ausgetauscht. Einfach mal genau hinhören und bei ein paar Gläsern Sekt spinnen, wie sich diese verwerten lassen…
Foto: Ontrack
Erfahrungen aus einem CrowdSourcing Projekt
![]()
Die Harvard Business School kommt zu dem Ergebnis, dass The Long Tail für Hollywood nicht funktionieren wird.
Gleichzeitig demonstriert ein anderes Beispiel, was in der Film Industrie in CrowdSourcing-Zeiten möglich ist, und was Unternehmen daraus lernen können.
Elephants Dream der erste Open Source [siehe Beitrag von Dr. Oliver Diedrich] Movie, produziert von der Blender Foundation und in Kooperation mit dem Netherlands Media Art Institut. Der Film handelt vom Konflikt zwischen zwei Menschen mit gegensätzlicher Weltanschauung.
Verwirklicht wurde das Projekt von einem Heer an freiwilligen Programmierern, Künstlern, Medien- und Filmexperten,… Wie viele von ihnen bereit waren, kostenlos ihre Ideen und Kenntnisse einzubringen, verrät ein Blick auf die schier endlos scheinende Liste der Credits.
Warum Elephants Dream für mich ein Best Practice Beispiel ist: Weil es eindrucksvoll beweist, welche Energie Communities freisetzen können! Dort wo es eine Fangemeinde gibt und wo Enthusiasmus und Leidenschaft regieren, findet man nicht nur höchste Leistungsbereitschaft, ein riesiges Empfehlungsnetzwerk [vgl. Snakes on a plane] für das Endprodukt, Dynamik und Kreativität, sondern sogar Finanzierungsmöglichkeiten.
Gleichzeitig steht man aber auch vor der Herausforderung eines noch komplexeren Projektmanagements im Vergleich zu ‘geschlossenen’ Projekten. Wer bei der Umsetzung von Ideen mit einer ‘kontrollierbaren’ Mitarbeitergruppe noch immer Probleme hat, lässt lieber die Finger OpenSource- und CrowdSourcing-Projekten und macht vorher lieber seine Hausaufgaben. [siehe auch: 4 Erfolgsfaktoren von CrowdSourcing]
Andreas Goralczyk, deutscher Art Director des internationalen Projektteams, erzählt in einem 7 minütigen ZDF Interview (danke Omar für den Hinweis), dass er täglich bis zu 20 Stunden investiert hat. Worum es in dem Interview geht:
Die Herausforderungen vor denen ein 6-köpfiges Kernteam steht, das hunderte, weltweit verstreute Menschen ‘unter sich’ hat. Vor allem, wenn diese auch während der Umsetzung noch immer mit ständig neuen Vorschlägen antanzen - der Horror so mancher Projektleiter in jedem Unternehmen. [ca. 01:00]
Den Arbeitsaufwand für alle Beteiligten und deren Motivationskräfte. [ca. 01:50]
Warum der Film ohne Community nicht möglich gewesen wäre, und wie er von eben dieser vorfinanziert wurde (Vorabverkauf von 1.000 DVDs). [ca. 02:40]
Welche Rechte der Hersteller durch die Creative Common Lizenz, unter der das Movie steht, aufgibt, welchen Zusatznutzen ‘Kunden’ gleichzeitig ziehen und warum am Ende beide gewonnen haben. [ca. 03:28]
Lerneffekte und persönlichen Nutzen für das alle Mitwirkenden. [ca. 04:40]
Erste Geheimnisse über das nächste Open Movie Projekt und seine Meinung über die Zukunft von OpenSource für die Film-, Medienindustrie und andere Lebensbereiche. [05:30]
[Ungefähre Zeitangaben in Klammer. Danke Burkhard!]
Den Film gibts zum kostenlosen Download, etwas ruckelig auf YouTube oder bequem und komfortabel als Kauf-DVD (EUR 35) mit vielen Extras.
PS: Eine Frage bleibt offen: Falls Elephants Dreams größere Auszeichnungen einheimst, bin ich gespannt wie lange Andreas in seiner Laudatio brauchen, um sich bei allen Freiwilligen zu bedanken :-)



